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Alicja Sakaguchi

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Datei:2008-09 sakaguchi.JPG
Alicja Sakaguchi auf einem Symposium an der UAM Posen (2008)

Alicja Maria Sakaguchi, geb. Michiewicz<ref>Postanowienie Prezydenta rzeczy Pos Politej Polskiej. In: Monitor Polski. 8. August 2013, abgerufen am 17. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> (* 24. März 1954 in Szczecin/Stettin) ist eine deutsch-polnische Sprachwissenschaftlerin und Esperantistin.<ref>Alicja Sakaguchi: Mowa rodzinna, in: Karta 105/jesień 2020. Themenheft: „Język przeciw nienawiści“. Esperanto 1887-2020, S. 33–35.</ref> Sie war Professorin für Allgemeine Linguistik an der Adam-Mickiewicz-Universität Posen.<ref>Germanistenverzeichnis: Alicja Sakaguchi. Abgerufen am 6. Mai 2024.</ref>

Leben[Bearbeiten]

1973 erlangte Sakaguchi am Maria-Skłodowska-Curie-Gymnasium Nr. 1 in Szczecin die Hochschulreife. Anschließend studierte sie Hungaristik und Esperantologie an der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest, wo sie 1979 den Grad Magister Artium erwarb. 1981 promovierte sie dort bei István Szerdahelyi mit einer Dissertation zum Thema „Modellierung des sprachlichen Materials im Fremdsprachenunterricht und in der Interlinguistik“. Seit 1980 lebt sie in Deutschland. Von 1981 bis 1985 war sie Lehrbeauftragte in Paderborn, von 1986 bis 1998 an an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main.<ref name=":0" /> 1994 erhielt sie eine Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Edition des 1823 entstandenen Plansprachenentwurfs Traktatu d‘un Linguaź universale von Rasmus Kristian Rask. 1998 war sie im Rahmen des TEMPUS-Programms am Institut für Germanistik der Universität Szczecin tätig.<ref name=":0" /><ref>Ein deutsch-polnisches Glossar zum Lehrbuch „Wirtschaftsdeutsch von A-Z“, hrsg. Von Sascha Feuchert und Ryszard Lipczuk. Szczecin: Wydawnictwo Promocyjne Albatros, 1999, ISBN 83-85796-99-1.</ref>

Nach Lehrtätigkeiten an den Universitäten Paderborn und Frankfurt am Main habilitierte sich Sakaguchi 1999 mit der Schrift Interlinguistik: Gegenstand, Ziele, Aufgaben, Methoden.<ref>Alicja Sakaguchi, Habilitation zur Interlinguistik, [in:] „Mitteilungsblatt der Gesellschaft für Interlinguistik“, 9 (35), S. 1–8, abgerufen am 3. Mai 2024.</ref><ref>inti_35-d.pdf (interlinguistik-gil.de)[1]</ref> Von 2001 bis 2002 war sie Adjunktin (adiunkt) an der Adam-Mickiewicz-Universität Posen (UAM). Von 2003 bis zu ihrer Emeritierung 2024 war sie dort Professorin für Allgemeine Linguistik. Zu ihren Lehr- und Forschungsgebieten gehörten Interlinguistik, Esperantologie, deutsche Sprache und Interkulturelle Kommunikation.<ref>Kronika Nauki Polskiej 2-11-2014. Polski Instytut Biograficzny. Gliwice: Helion 2015, S. 165.</ref><ref name=":0">Administrator strony UAM: Sakaguchi Alicja, prof. zw. dr hab. 2024, abgerufen am 8. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2010 war sie zudem als Dozentin an der Technischen Universität Darmstadt tätig.<ref name=":0" />

Im Juli 2013 verlieh ihr der polnische Präsident den Titel einer ordentlichen Professorin (profesor tytularny).<ref>Nauka Polska: 57 profesorów otrzymał tytuł. 17. Juni 2013, abgerufen am 7. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Sie hielt Gastvorträge in mehreren europäischen Ländern sowie in Japan, Indien und den Vereinigten Staaten.<ref name=":0" />

Sakaguchi ist mit dem Japaner Takashi Sakaguchi verheiratet und hat zwei Söhne.

Forschung[Bearbeiten]

Sakaguchis Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Interlinguistik, Esperantologie, allgemeine und angewandte Linguistik, der Sprache spiritueller Erleuchtungserfahrung und prophetischer Offenbarungssprache. Mehrere Arbeiten Sakaguchis wurden in Fachzeitschriften rezensiert, darunter ihre Monographien Interlinguistik: Gegenstand, Ziele, Aufgaben, Methoden, Język – mistyka – proroctwo sowie die Edition von Rasmus Kristian Rasks Traktatu d‘un Linguaź universale.<ref name=":0" />

Interlinguistik und Esperantologie[Bearbeiten]

Sakaguchis interlinguistische Arbeiten befassen sich mit der Theorie der Plansprachen, der Geschichte und Typologie internationaler Hilfssprachen sowie methodologischen Fragen der Interlinguistik. Ihre Monographie Interlinguistik: Gegenstand, Ziele, Aufgaben, Methoden (1998) wurde in Fachrezensionen als Beitrag zur Systematisierung des interlinguistischen Forschungsfeldes diskutiert.<ref>Lipczuk, Ryszard / Sulikowski, Piotr: Rezension zu Alicja Sakaguchi, Interlinguistik: Gegenstand, Ziele, Aufgaben, Methoden. Frankfurt am Main 1998. In: "Studia Niemcoznawcze" XX (2000), S. 647–654.</ref> Sie veröffentlichte unter anderem eine kommentierte Edition von Rasmus Kristian Rasks Traktatu d‘un Linguaź universale (1996).<ref>Sakaguchi, Alicja / Rück, Heribert: Rasmus Kristian Rasks Konzeption einer Welthilfssprache. In: Historiographia Linguistica XVI (1989) 3, S. 311–326.</ref> Die Edition wurde von G. M. Verd im Archivo Teológico Granadino, von Klaus Schubert in Language Problems & Language Planning sowie von Piotr Sulikowski in Colloquia Germanica Stetinensia rezensiert.<ref>Schubert, Klaus: Rezension zu Rasmus Kristian Rask, Traktatu d‘un Linguaź universale, herausgegeben und kommentiert von Alicja Sakaguchi, 1996. In: Language Problems & Language Planning 21/1 (1997), S. 90–92.</ref><ref>Verd, G. M.: Rezension zu Rasmus Kristian Rask, Traktatu d‘un Linguaź universale, herausgegeben und kommentiert von Alicja Sakaguchi, 1996. In: Archivo Teológico Granadino, vol. 62 (1998), S. 410–412.</ref><ref>Sulikowski, Piotr: Rezension zu Rasmus Kristian Rask, Traktatu d‘un Linguaź universale, herausgegeben und kommentiert von Alicja Sakaguchi, 1996. In: Colloquia Germanica Stetinensia 10 (2000), S. 148–150.</ref> In seiner Rezension betonte G. M. Verd die historische Bedeutung von Rasks Sprachentwurf und würdigte die zweisprachige editorische Aufbereitung der Edition.

Mystik- und Sprachforschung[Bearbeiten]

In ihren Arbeiten zur Sprache spiritueller Erfahrung untersucht Sakaguchi sprachliche Formen sowie Sprechakte und Präsuppositionen mystischer und prophetischer Kommunikation. Dabei verbindet sie Ansätze der Linguistik mit tiefenpsychologischen, phänomenologischen und hermeneutischen Perspektiven.<ref>Walczak, Bogdan: Rezension zu Alicja Sakaguchi, Język – mistyka – proroctwo. Od doświadczenia do wysłowienia, Poznań 2011, in: Poradnik Językowy, Heft 9/2012, S. 99–102. </ref>

Textlinguistik[Bearbeiten]

Außerdem veröffentlichte sie Studien zu Präsuppositionen und entwickelte eine Typologie, die zwischen wissens- und erfahrungsbasierten sowie überzeugungs- und glaubensbasierten Präsuppositionen unterscheidet.

Spracherwerb[Bearbeiten]

In ihrer Publikation Zu einigen Schwierigkeiten arabischsprachiger Deutschlerner. Meine Erfahrungen in Integrationskursen mit Flüchtlingen und Migranten (2021) untersucht Sakaguchi sprachliche Besonderheiten und Lernschwierigkeiten arabischsprachiger Deutschlernender auf der Grundlage ihrer Unterrichtserfahrungen in Integrationskursen. Dabei beschreibt sie unter anderem wiederkehrende Muster des Zweitspracherwerbs sowie häufig auftretende Fehlerphänomene.

In der Schrift Einige Bemerkungen zur dreisprachigen Erziehung (Polnisch-Esperanto-Deutsch) meiner Kinder (2006) behandelt sie Aspekte des mehrsprachigen Spracherwerbs und berichtet über Beobachtungen bei der dreisprachigen Erziehung von Kindern.


Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Rasmus Kristian Rask: Traktatu d’ un Linguaź universale (Abhandlung über eine allgemeine Sprache/Traktato pri ĝenerala lingvo). Teil II aus der Handschrift "Optegnelser til en Pasigraphie" (1823). Aus dem Nachlass herausgegeben und kommentiert von Alicja Sakaguchi. Frankfurt/M., Berlin, Bern u. a.: Lang, 1996.
  • Interlinguistik: Gegenstand, Ziele, Aufgaben, Methoden, Frankfurt am Main: Lang, 1998 (Duisburger Arbeiten zur Sprach- und Kulturwissenschaft 36).
  • Einige Bemerkungen zur dreisprachigen Erziehung (Polnisch-Esperanto-Deutsch) meiner Kinder. In: Leslaw Cirko / Martin Grimberg (Hrsg.): Phänomene im semantisch-syntaktischen Grenzbereich. Materialien der internationalen Linguistenkonferenz Karpacz 27.9.-29. September 2004. (Beihefte zu Orbis Linguarum 47). Dresden, Wrocław: Neisse Verlag, 2006, S. 133–145.
  • Sprechakte der mystischen Erfahrung. Eine komparative Studie zum sprachlichen Ausdruck von Offenbarung und Prophetie. Freiburg, München: Karl Alber, 2015.
  • Zu einigen Schwierigkeiten arabischsprachiger Deutschlerner. Meine Erfahrungen in Integrationskursen mit Flüchtlingen und Migranten. Poznań: Wydawnictwo Naukowe UAM, 2021.
  • Präsuppositionen zwischen Fiktion und Realität. Eine ganzheitliche Typologie. Berlin: Frank & Timme, 2024.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Weblinks[Bearbeiten]

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