Alma Erdmann
Alma Erdmann (* 21. Juli 1872 in Herzberg am Harz; † 21. September 1955<ref>Stadtarchiv Hannover AH 1 Nr. 3_08_2_2783_1517_1955.</ref> in Hannover)<ref>Objekte vom 7. Juni 2019. Abgerufen am 9. April 2020.</ref> war eine deutsche Malerin. Sie spezialisierte sich auf Bildnismalerei und Illustrationen.
Leben[Bearbeiten]
Ihr Studium absolvierte Alma Erdmann bei Caspar Ritter in Karlsruhe, danach in Düsseldorf bei Hugo Crola und Claus Meyer.<ref>Objekte vom 7. Juni 2019. Abgerufen am 9. April 2020.</ref> Als Lehrer wird bisweilen fälschlicherweise auch Carl Kaspar genannt, der aber weder in Karlsruhe noch in Düsseldorf unterrichtete.<ref> Carsten Roth: Erdmann, Alma. In: Allgemeines Künstlerlexikon - Internationale Künstlerdatenbank - Online, edited by Andreas Beyer, Bénédicte Savoy and Wolf Tegethoff. Berlin, New York: K. G. Saur, 2021. https://www.degruyterbrill.com/database/AKL/entry/_10206254/html. Abgerufen am 30. Juli 2025.</ref> Frauen waren weder in Karlsruhe noch in Düsseldorf zum Studium an den Kunstakademien zugelassen, aber einige Akademie-Professoren erteilten Privatunterricht oder nahmen Schülerinnen in ihren privaten Damenklassen auf.
Seit 1894<ref>62. Kunstausstellung, in: Hannoverscher Courier, 19.4.1894</ref> stellte sie mehrfach in den Jahresausstellungen des Kunstvereins Hannover aus, unter anderem 1897 ein (verschollenes) Selbstporträt<ref>65. Kunstausstellung. In: Hannoverscher Courier, 25. Februar 1897</ref>. Einer ihrer größten Erfolge war die Beteiligung an der Berliner Akademieausstellung 1901. Das hierfür von ihr angefertigte und eines ihrer bekanntesten Ölgemälde Schwarzwälderin wurde noch 1901 von der Nationalgalerie Berlin angekauft. Von diesem Ölgemälde fertigte sie noch weitere Fassungen des gleichen Modells in Gutacher Tracht an, sodass insgesamt drei Versionen des Motivs bestehen.<ref>Alma Erdmann: Schwarzwälderin :: Nationalgalerie :: museum-digital:deutschland. Abgerufen am 9. April 2020.; Trefft die Künstlerinnen der … - Alte Nationalgalerie | Facebook. Abgerufen am 9. April 2020.</ref>
Sie war Mitglied im Karlsruher Künstlerbund und in der Allgemeinen Deutschen Kunstgenossenschaft und in der Zeit des Nationalsozialismus der Reichskammer der bildenden Künste. Für diese Zeit ist ihre Teilnahme an sechs Gruppenausstellungen sicher belegt.<ref>Martin Papenbrock, Gabriele Saure (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil 1. Ausstellungen deutsche Gegenwartskunst in der NS-Zeit. VDG, Weimar, 2000; S. 421 und passim</ref>
Werk[Bearbeiten]
Stil[Bearbeiten]
Vor allem für ihre Arbeiten mit Ölfarbe auf Leinwand ist Alma Erdmann bekannt.<ref>Objekte vom 7. Juni 2019. Abgerufen am 9. April 2020.</ref> Folkloristische Porträts dominieren ihr schmales Œuvre.<ref>Alma Erdmann: Schwarzwälderin :: Nationalgalerie :: museum-digital:deutschland. Abgerufen am 9. April 2020.</ref>
In traditioneller Volkstracht des Schwarzwaldes bekleidete Damen stellt ein von ihr mehrfach gewähltes Motiv dar.<ref>Schwarzwälderin | Alma Erdmann | Bildindex der Kunst & Architektur - Bildindex der Kunst & Architektur - Startseite Bildindex. Abgerufen am 9. April 2020.</ref> Die meisten Szenen spielen sich in Bauernstuben ab.
Einflüsse[Bearbeiten]
Sowohl Einflüsse der niederländischen Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts, der Düsseldorfer Malerschule als auch des Leibl-Kreises zeigten sich in ihren Werken.<ref>Alma Erdmann: Schwarzwälderin :: Nationalgalerie :: museum-digital:deutschland. Abgerufen am 9. April 2020.; Trefft die Künstlerinnen der… - Alte Nationalgalerie | Facebook. Abgerufen am 9. April 2020.; Schwarzwaldbilder im 19. Jahrhundert - Von der Entstehung eines Klischees. Abgerufen am 9. April 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Ihre Bilder zeichnen sich durch kontemplative Züge und Detailrealismus aus.<ref>Trefft die Künstlerinnen der… - Alte Nationalgalerie | Facebook. Abgerufen am 9. April 2020.</ref>
Rezeption[Bearbeiten]
Zeitgeschichtlich[Bearbeiten]
In der Wochenschrift von 1901 wird über sie geschrieben, dass man sich ihren Namen merken müsse, da sie ein großes Talent sei. Ihr Ölgemälde Schwarzwälderin sei in Farbe wie auch in der übrigen Gestaltung durchaus gelungen, der Auftrag sei frei und kräftig.<ref>Die Gegenwart. Gegenwart G.M.B.H., 1901 (google.de [abgerufen am 9. April 2020]).</ref>
Schon ihre in der Entstehungszeit gemalten Bilder wurden häufig reproduziert, was zu ihrer großen Popularität beigetragen hat.<ref>Objekte vom 7. Juni 2019. Abgerufen am 9. April 2020.</ref>
Aktuell[Bearbeiten]
2011 erzielte eines ihrer bekanntesten Ölgemälde Der Brief bei einer Auktion des Wiener Auktionshauses Dorotheum 19.305 €.<ref>Alma Erdmann - Gemälde des 19. Jahrhunderts 12.04.2011 - Erzielter Preis: EUR 19.305 - Dorotheum. Abgerufen am 9. April 2020.</ref>
Ein Hauptwerk (Schwarzwälderin) befindet sich im Besitz der Nationalgalerie Berlin.<ref>Trefft die Künstlerinnen der… - Alte Nationalgalerie | Facebook. Abgerufen am 9. April 2020.</ref>
Aus der Sammlung Faber wurde eine spätere Darstellung desselben Modells mit der gleichen Tracht wie auf dem Ölgemälde Schwarzwälderin 1995 in München bei Karl & Faber versteigert.<ref>Schwarzwälderin | Alma Erdmann | Bildindex der Kunst & Architektur - Bildindex der Kunst & Architektur - Startseite Bildindex. Abgerufen am 9. April 2020.; Alma Erdmann: Schwarzwälderin :: Nationalgalerie :: museum-digital:deutschland. Abgerufen am 9. April 2020.</ref>
Ihre Werke wurden u. a. in der Großen Berliner Kunstausstellung<ref>Trefft die Künstlerinnen der … - Alte Nationalgalerie | Facebook. Abgerufen am 9. April 2020.</ref> und in der Städtischen Galerie Karlsruhe<ref>DIE ZEIT. Abgerufen am 9. April 2020.</ref> ausgestellt.
Werke (Auswahl)[Bearbeiten]
- Schwarzwälderin – 1899
- Der Brief – um 1900
- Bei der Wahrsagerin – 1900
Ausstellung[Bearbeiten]
- 2025–2026 Künstlerinnen. Von Monjé bis Münter, Kunstpalast Düsseldorf.<ref>Kathrin DuBois (Hrsg.): Künstlerinnen! Von Monjé bis Münter. Hirmer, München 2025, ISBN 978-3-7774-4598-4.</ref> (25. September 2025 bis 1. Februar 2026)
Literatur[Bearbeiten]
- Erdmann, Anna. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 2: E–J. E. A. Seemann, Leipzig 1955, S. Vorlage:VonBis (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
- Alma Erdmann. In: Städtische Galerie Karlsruhe: Schwarzwald Bilder. Kunst des 19. Jahrhunderts. Ausstellungskatalog Michael Imhof Verlag, Petersberg 2016, S. 216. ISBN 978-3-7319-0450-2
- Alma Erdmann. In: Yvette Deseyve/Ralph Gleis (Hrsg.): Kampf um Sichtbarkeit. Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919. Reimer, Berlin 2019, S. 128. ISBN 978-3-496-01634-2
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Erdmann, Alma |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Malerin |
| GEBURTSDATUM | 21. Juli 1872 |
| GEBURTSORT | Herzberg am Harz |
| STERBEDATUM | um 1930 |
| STERBEORT | Hannover |