Almerei
Das Wort Almerei ist eine Nebenform des ebenfalls kaum mehr gebräuchlichen Almer (aus latein. almaria für Geräteschrank, hervorgegangen aus lat. armarium [und dessen dissimilierten Form almarium] für Waffen, Gerät) für Kasten, Wandschrank, Schrein.<ref>Friedrich Ludwig Karl Weigand: Deutsches Wörterbuch. Walter de Gruyter, 2013, ISBN 978-3-11-081798-0, S. 43.</ref> Beide leben noch in der Schweiz, Bayern, Erzgebirge, Oberpfalz und Schlesien in vielen Formen:<ref>Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Walter de Gruyter, 2019, ISBN 978-3-11-170824-9, S. 15, 16.</ref> Aolmer, Allmer, Ollmer, u. a. für „Brett für die Milchtöpfe“, Brotschrank, Wandschrank, Speisekammer, Kleiderschrank, oder Almerla (Essschränkchen).<ref>Walther Mitzka: A - H. Walter de Gruyter, 2020, ISBN 978-3-11-231685-6, S. 32.</ref>
Eine Almerei<ref>Siebenbürgisches Museum Gundelsheim: Almerei (Wandnischenverschalung)</ref><ref>Aller-Leih: Wandschrank "Almerei"</ref> (rum.: armuroi<ref>Ethnographisches Museum Kronstadt: Armuroi (rumänisch)</ref>, almuroi, armaroaie<ref>Emil-Sigerus-Museum Hermannstadt: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Colecţia de mobilier pictat şi obiecte de uz gospodăresc ( vom 4. Mai 2016 im Internet Archive) (rumänisch)</ref>, sächsisch: Umerau, Almeroachien<ref> Forum - Seltene Wörter, in siebenbuerger.de</ref>) ist in Siebenbürgen ein kleiner in eine Mauernische eingebauter Wandschrank. Das Wort leitet sich vom lateinischen armarium (Schrank, Schrein) ab, bzw. vom französischen armoire (Schrank, Kasten). Bis ins 17. Jahrhundert wurde der Begriff in Siebenbürgen allgemein für ein schrankartiges Behältnis verwendet. Ab dem 18. Jahrhundert wurde der Begriff nur noch für verschalte Wandnischen und Hänge- bzw. Eckschränkchen gebraucht, die mit einer versperrbaren Türe versehen meist aufwändig mit bäuerlicher Malerei verziert waren. Die Almerei befand sich meist in der Guten Stube, dem repräsentativen Wohnzimmer, das nur an Feiertagen und zum Empfang von Gästen benutzt wurde. Man bewahrte darin wertvolle Gegenstände auf, wie religiöse Bücher, Schmuck oder Bargeld.
Ähnliche bäuerliche Wandschränke sind auch im bayerisch-österreichischen Raum verbreitet.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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