Alpen-Binse
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| Alpen-Binse | ||||||||||||
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| Datei:Juncus alpinoarticulatus Sturm13.jpg
Alpen-Binse (Juncus alpinoarticulatus), Illustration | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Juncus alpinoarticulatus | ||||||||||||
| Chaix |
Die Alpen-Binse<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> (Juncus alpinoarticulatus, Synonym: Juncus alpinus), auch Gebirgs-Binse genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Binsen (Juncus) innerhalb der Familie der Binsengewächse (Juncaceae).
Beschreibung[Bearbeiten]
Vegetative Merkmale[Bearbeiten]
Die Alpen-Binse ist eine ausdauernde, krautige Pflanze uns erreicht Wuchshöhen von meist 10 bis 70 (5 bis 80) Zentimetern. Mit einem kurzen, horizontal kriechenden Rhizom bildet die Alpen-Binse lockere Rasen. Die Pflanzenteile sind lebhaft grün gefärbt.<ref name="Podlech1980" /> Die blütentragenden Stängel sind glatt und stielrund oder leicht abgeflacht;<ref name="Podlech1980" /> aufrecht oder niederliegend aufsteigend.
An ihrem Grund haben die Stängel keine bis eine rötliche bis rot-braune, spreitenlose Blattscheiden und meist drei (zwei bis fünf) Stängelblätter.<ref name="Podlech1980" /> Sterile Triebe sind am Grund beblättert. Die Blattspreiten sind annähernd stielrund, derb, am Grund oberseits tief gefurcht; es sind Querwände und es ist nur ein Öhrchen vorhanden. Die oberen Blattscheiden tragen zwei kurze, gestutzte Öhrchen. Die basalen Blattscheiden sind rötlich bis rot-braun.<ref name="Podlech1980" />
Generative Merkmale[Bearbeiten]
Die Blütezeit reicht von Juni oder Juli bis August.<ref name="FloraWeb" /><ref name="Podlech1980" /> Der endständige Blütenstand ist eine verzweigte, aus 25 bis 50 Köpfen bestehende Spirre;<ref name="Podlech1980" /> deren Äste stehen aufrecht orientiert, selten zurückgebogen. Das unterste Hüllblatt ist deutlich kürzer als die Spirre. Drei bis sechs Blüten befinden sich in 3 bis 4 Millimeter breiten Köpfchen und besitzen keine Vorblätter.<ref name="Podlech1980" />
Die zwittrigen<ref name="FloraWeb" /> Blüten sind dreizählig. Es sind zwei Kreise mit je der drei Blütenhüllblättern vorhanden; sie sind bei einer Länge von 2 bis 2,5 Millimetern gleich oder ungleich lang und eiförmig mit stumpfem oberen Ende.<ref name="Podlech1980" /> Die äußeren Blütenhüllblätter tragen unterhalb der Spitze meist eine Stachelspitze und sind rot- bis dunkel-braun bis fast schwarz. Die inneren sind stumpf, haben einen deutlichen Hautrand und sind kürzer als die Frucht. Die sechs Staubblätter sind etwa halb bis zwei Drittel so lang wie die Blütenhüllblätter. Die Staubbeutel sind mit einer Länge von 0,4 bis 0,7 Millimetern halb bis zwei Drittel so lang wie die Staubfäden.<ref name="Podlech1980" /> Auf dem einzigen Fruchtknoten befinden sich drei federige Griffel.
Die einfächerige Kapselfrucht ist gleich lang wie oder etwas länger als die Blütenhüllblätter, ist dreikantig-eiförmig, trägt eine kurze Stachelspitze ist rot- bis schwarz-braun, an der Spitze schwarzglänzend.<ref name="Podlech1980" /> Die durchscheinend-rotbraunen Samen haben eine netzige Oberfläche und sind bei einer 0,5 bis 0,6 Millimeter lang<ref name="Podlech1980" /> länglich bis eiförmig.<ref name="FoNA2000" />
Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 20; es liegt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 40 vor.<ref name="Oberdorfer2001" /><ref name="FoNA2000" /><ref name="FloraWeb" />
Ökologie[Bearbeiten]
Bei der Alpen-Binse handelt es sich um einen helomorphen, skleromorphen, plurienn-pollakanthen Hemikryptophyten.<ref name="FloraWeb" />
Die Bestäubung erfolgt meist durch den Wind. Es liegt Selbstkompatibelität vor. Sowohl Selbst- als auch Fremdbefruchtung sind häufig.<ref name="FloraWeb" />
Die Diasporen werden durch den Wind (Anemochorie) und Epichorie ausgebreitet.<ref name="FloraWeb" />
Standortbedingungen in Mitteleuropa[Bearbeiten]
Die Alpen-Binse wächst in Flach- oder Quellmooren, auf feuchten Matten, nassen Wiesen und in Gräben. Sie gedeiht meist auf nassen, mäßig nährstoffreichen, meist kalkhaltigen Schlamm- und sandigen Schwemmböden. Sie kommt von der collinen bis in die subalpine, selten auch in der alpinen Höhenstufe vor. Sie kommt in den Alpen vorwiegend auf Moorstandorten bis etwa 2000 Meter vor. In den Alpen steigt sie am Fimberpass und am Stilfser Joch bis 2500 Meter auf;<ref name="Podlech1980" /> in den Allgäuer Alpen steigt sie am Haldenwanger Eck in Bayern bis zu einer Höhenlage von 1900 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert2001" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4+w (nass aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental), Salztoleranz 1 (tolerant).<ref name="InfoFlora" />
Pflanzensoziologisch ist sie eine Charakterart der Assoziation des Juncetum alpini Phil. 60 (Verband Caricion bicolori-atrofuscae), sie kommt aber auch in Pflanzengesellschaften der Verbände Caricion lasiocarpae, Caricion fuscae oder Agropyro-Rumicion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />
Sie gilt in der Roten Liste der Pflanzenarten Deutschlands nach Metzing et al. 2018 für selten und ist in der Vorwarnliste; die Situation hat sich seit 1998 verbessert.<ref name="FloraWeb" />
Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]
Die Erstveröffentlichung von Juncus alpinoarticulatus erfolgte 1785 durch Dominique Chaix in Plantae Vapincenses, Seite 74.<ref name="Euro+Med" /><ref name="POWO" /> Synonyme für Juncus alpinoarticulatus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Chaix sind: Juncus alpinus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Vill. nom. superfl., Juncus alpinus subsp. mucroniflorus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Clairv.) Lindm., Juncus fuscoater var. minor Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Spenn., Juncus acutiflorus var. alpinus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Gaudin, Juncus mucroniflorus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Clairv. nom. superfl., Juncus ustulatus var. alpinus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Vill.) Gaudin.<ref name="POWO" /> Das Artepitheton alpinoarticulatus setzt sich zusammen „aus den Alpen“ und der Art Juncus articulatus ähnlich.
Die Alpen-Binse ist in den gemäßigten Gebieten der nördlichen Nordhalbkugel weitverbreitet. Sie kommt in Eurasien, Nordamerika, Grönland und in Marokko vor.<ref name="POWO" /><ref name="FoNA2000" /> In Europa fehlt sie nur in den Ländern Portugal, Irland, im früheren Jugoslawien und in Moldau.<ref name="Euro+Med" /> Sie ist in Mitteleuropa südlich der Donau und im Oberrheingebiet verbreitet, nördlich davon selten bis zerstreut. In Schleswig-Holstein ist sie ausgestorben oder verschollen.
Je nach Autor gibt es etwa sechs Unterarten,<ref name="POWO" /> die von anderen Autoren nicht anerkannt sind:<ref name="FoNA2000" />
- Juncus alpinoarticulatus subsp. alpestris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Hartm.) Hämet-Ahti: Sie kommt von Island über Nord- bis Nordosteuropa vor.<ref name="POWO" />
- Juncus alpinoarticulatus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Chaix subsp. alpinoarticulatus (Syn.: Juncus fuscoater Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schreb.): Sie kommt von Europa bis zum Kaukasusraum und in Marokko vor.<ref name="FloraWebUnterartAlpinoarticulatus" /><ref name="POWO" />
- Juncus alpinoarticulatus subsp. americanus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Farw.) Hämet-Ahti: Sie kommt in Russlands Fernem Osten und vom subarktischen Nordamerika bis in die zentralen Vereinigten Staaten vor.<ref name="POWO" />
- Juncus alpinoarticulatus subsp. fischerianus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Turcz. ex V.I.Krecz.) Hämet-Ahti: Sie kommt von Nordosteuropa bis in Russlands Fernem Osten und in der chinesischen Provinz Hebei vor.<ref name="POWO" />
- Juncus alpinoarticulatus subsp. fuscescens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Fernald) Hämet-Ahti: Sie kommt von den nördlichen bis zu zentralen Vereinigten Staaten vor.<ref name="POWO" />
- Juncus alpinoarticulatus subsp. rariflorus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Hartm.) Holub: Sie kommt von Nordeuropa bis Sibirien vor.<ref name="POWO" />
Literatur[Bearbeiten]
- Ralph E. Brooks, Steven E. Clemants: Juncus Linnaeus. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 22: Magnoliophyta: Alismatidae, Arecidae, Commelinidae (in part), and Zingiberidae, Oxford University Press, New York und Oxford, 2000, ISBN 0-19-513729-9. Juncus alpinoarticulatus Chaix. S. 254 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="FloraWeb"> Juncus alpinoarticulatus Chaix, Alpen-Binse auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FloraWebUnterartAlpinoarticulatus"> Juncus alpinoarticulatus subsp. alpinoarticulatus, Alpen-Binse (Unterart) auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Juncus alpinoarticulatus Chaix In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert2001"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 301. </ref> <ref name="Podlech1980"> Dietrich Podlech: Familie Juncaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band II, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1980, ISBN 3-489-54020-4, S. 387–388. </ref> <ref name="FoNA2000"> Ralph E. Brooks, Steven E. Clemants: Juncus Linnaeus. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 22: Magnoliophyta: Alismatidae, Arecidae, Commelinidae (in part), and Zingiberidae, Oxford University Press, New York und Oxford, 2000, ISBN 0-19-513729-9. Juncus alpinoarticulatus Chaix. S. 254 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Euro+Med"> World Checklist of Selected Plant Families 2010, The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. In: Datenblatt Juncus alpinoarticulatus In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="POWO"> Datenblatt Juncus alpinoarticulatus bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> </references>