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Prostaglandin E1

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(Weitergeleitet von Alprostadil)
Strukturformel
Strukturformel von Prostaglandin E1
Allgemeines
Freiname Alprostadil
Andere Namen
  • (11α,13E,15S)-11,15-Dihydroxy-9-oxoprost-13-enoicsäure
  • 7-[(1R,2R,3R)-3-Hydroxy-2-[(1E,3S)-3-hydroxyoct-1-enyl]-5-oxocyclopentyl]heptansäure
  • PGE1
Summenformel C20H34O5
Kurzbeschreibung

Weißes<ref name="Sigma" /> bis schwach gelbliches Pulver<ref name="ep8.4">Europäisches Arzneibuch, 8. Ausgabe, 4. Nachtrag S. 6839 (Monographie Alprostadil).</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 212-017-2
ECHA-InfoCard 100.010.925
PubChem 5280723
ChemSpider 4444306
DrugBank DB00770
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Arzneistoffangaben
ATC-Code
Eigenschaften
Molare Masse 354,48 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="Sigma" />

Schmelzpunkt

113–116 °C<ref name="Sigma" />

Löslichkeit
  • löslich in Ethanol zu 1 g·l−1<ref name="Sigma" />
  • leicht löslich in Ethanol 96 %<ref name="ep8.4" />
  • teilweise löslich in Wasser<ref name="Sigma" />
  • praktisch unlöslich in Wasser<ref name="ep8.4" />
  • löslich in Aceton<ref name="Sigma" />
  • schwer löslich in Ethylacetat<ref name="ep8.4" />
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Prostaglandin E1, powder, γ-irradiated, BioXtra, suitable for cell culture bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301
P: 301+310+330<ref name="Sigma" />
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Prostaglandin E1 ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Prostaglandine. Es ist ein Bestandteil des Arachidonsäure-Stoffwechsels. Prostaglandin E1 kommt natürlich in Tieren vor und ist eine körpereigene Substanz des Menschen.

Wirkmechanismus[Bearbeiten]

Prostaglandin E1 bindet an Rezeptoren in der Muskelschicht der Blutgefäße. Dadurch wird eine Weitstellung der Gefäße erreicht. Zugleich hat der Stoff eine blutgerinnungshemmende Wirkung.

Im Penis bewirkt Prostaglandin E1 eine Erschlaffung in den Muskelzellen des Schwellkörpers und der kavernösen Arterien, wodurch sich diese weiten. Es strömt vermehrt Blut in den Schwellkörper ein, wodurch die kavernösen Venen abgedrückt und der Blutabfluss behindert wird. Es resultiert eine Erektion.

Medizinische Verwendung[Bearbeiten]

Synthetisch erzeugtes Prostaglandin E1 (Freiname: Alprostadil) wird wegen seiner gefäßerweiternden (vasodilatierenden) und blutgerinnungshemmenden (thrombozytenaggregationshemmenden) Wirkung als Arzneistoff zur Behandlung unterschiedlicher Krankheitsbilder eingesetzt.

In der Urologie dient Alprostadil als lokal anwendbares Therapeutikum bei erektiler Dysfunktion (ED). Der Arzneistoff kann sowohl bei gefäß- als auch bei neurologisch oder psychisch bedingter Erektionsstörung beim Mann angewendet werden. Die Wirkung setzt innerhalb weniger Minuten ein und kann so in vielen Fällen eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion bewirken. Das Risiko systemischer Nebenwirkungen ist gering.<ref name=":0">B. Cuzin: Alprostadil cream in the treatment of erectile dysfunction: clinical evidence and experience. In: Ther Adv Urol. Nr. 8(4), 2016, S. 249–256, doi:10.1177/1756287216644116, PMC 5131739 (freier Volltext).</ref> Wechselwirkungen mit Medikamenten, Lebensmitteln und Alkohol sind nicht bekannt. Eine Einschränkung für Herzpatienten, die mit Nitraten oder Alpha-Blockern behandelt werden, besteht nicht. Anders als PDE-5-Hemmer erzeugt lokal verabreichtes Alprostadil eine Erektion auch ohne sexuelle Stimulation.

Alprostadil gibt es in drei Darreichungsformen für die Behandlung der ED: Zum einen kann es mittels Injektion in den Penis gespritzt werden (Schwellkörper-Autoinjektionstherapie, SKAT) oder als Stäbchen in die Harnröhre eingeführt werden (Medikamentöses Urethrales System zur Erektion, MUSE). Weniger invasiv ist die Applikation als Creme, die in die Mündung der Harnröhre geträufelt wird. Die Absorption von Alprostadil über die Schleimhaut der Harnröhre wird über den in der Creme enthaltenen Permeationsverstärker Dodecyl(N,N-dimethyl-DL-alaninat)-hydrochlorid (DDAIP) begünstigt. Im Gegensatz zur SKAT oder der Anwendung des MUSE kann eine mechanische Verletzung der Schwellkörper oder der Harnröhre bei Alprostadil Creme ausgeschlossen werden.<ref>V. Hanchanale, I. Eardley: Alprostadil for the treatment of impotence. In: Expert Opinion on Pharmacotherapy. Nr. 15:3, 2014, S. 421–428, doi:10.1517/14656566.2014.873789.</ref><ref name=":0" />

In der Angiologie wird Alprostadil zur Behandlung der chronischen arteriellen Verschlusskrankheit eingesetzt. Hauptmechanismen sind Vasodilatation (Gefäßerweiterung) und Thrombozytenaggregationshemmung durch die Aktivierung des Prostaglandin-E1-Rezeptors.

In der Notfallmedizin kann der Wirkstoff eingesetzt werden, um bei Neugeborenen den Ductus arteriosus Botalli offenzuhalten.<ref>Uni-due.de: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Alprostadil (Memento vom 26. September 2013 im Internet Archive), zuletzt eingesehen am 27. November 2012.</ref> Diese Maßnahme kann vorübergehend (beispielsweise bei der Transposition der großen Arterien) notwendig sein, um einen tödlichen Verschluss des Ductus Botalli solange zu verzögern, bis andere Möglichkeiten, um das Überleben des Kindes zu sichern (beispielsweise Ballonseptostomie), verfügbar sind.

Handelsnamen[Bearbeiten]

Zur Behandlung der erektilen Dysfunktion: Vitaros Creme, Caverject, MUSE.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />