Alte Garnisonkirche (Hannover)
Die Garnisonkirche in Hannover, anfangs Heilig-Geist-Kirche und später auch Alte Garnisonkirche genannt,<ref name="Kasties">Rainer Kasties M.A.: Heilig-Geist-Spital u. Stift. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 280; Vorschau über Google-Bücher</ref> war die ältere der beiden Garnisonkirchen in der Geschichte der Stadt Hannover.<ref name="Garnisonkirchen">Florian Hoffmann, Waldemar R. Röhrbein: Garnisonkirche(n). In: Stadtlexikon Hannover, S. 201.</ref> Standort des bereits im Mittelalter eingerichteten Sakralgebäudes<ref name="Stöber">Martin Stöber (Niedersächsisches Institut für Historische Regionalforschung e. V., Redaktion): Stift zum Heiligen Geist. In: Armenstiftungen im Wandel der Jahrhunderte. 750 Jahre Tradition und Verantwortung in Hannover, Dokumentation zur gleichnamigen Ausstellung, hrsg. vom Stift zum Heiligen Geist, St. Nikolai Stift zu Hannover, Johann-Jobst Wagener’sche Stiftung, Landeshauptstadt Hannover, Hannover 2008, S. 22–27</ref> war die Schmiedestraße Ecke Knochenhauerstraße in der Altstadt, im heutigen Stadtteil Mitte der niedersächsischen Landeshauptstadt.<ref name="Kasties"/>
Geschichte[Bearbeiten]
Nachdem das seit Mitte des 13. Jahrhunderts nahe dem Steintor von Bürgern gestiftete und vom Rat der Stadt Hannover errichtete Hospital Sankt Spiritus ab dem Jahr 1256 Lahmen und Blinden zur Pflege sowie Reisenden als Unterkunft gedient hatte,<ref name="Kasties"/> wurde im Jahr 1297 zusätzlich eine eigene Kirche errichtet,<ref name="Stöber"/> die damalige Heilig-Geist-Kirche (Sankt Spiritus).<ref name="Kasties"/>
Nach der Reformation blieb die Kirche bis nach dem Dreißigjährigen Krieg ungenutzt, bis im Jahr 1656 in dem Kirchengebäude eine evangelisch-lutherische Kirchengemeinde für Angehörige der späteren Kurhannoverschen Armee eingerichtet wurde. Diese bestand mehr als zwei Jahrhunderte, bis die Garnisonsgemeinde durch die Annexion des Königreichs Hannover durch Preußen 1867 aufgehoben wurde. Für die Angehörigen der dann Preußischen Armee, die mehrheitlich wiederum evangelisch uniert waren, bildete sich eine eigene Gemeinde, die anfangs in der Schlosskirche des Leineschlosses untergebracht wurde.<ref name="Garnisonkirchen"/> Unterdessen verkaufte die Stadt Hannover das bis dahin in ihrem Eigentum stehende Gebäude der Alten Garnisonskirche, die 1875 schließlich abgebrochen wurde.
Nachdem die Garnisonsgemeinde inklusive zahlreicher preußischer Zivilbeamter bis Anfang der 1890er Jahre auf rund 7.000 Mitglieder angewachsen war, erhielt der Architekt Christoph Hehl den Auftrag zu der 1896 neu errichteten Garnisonkirche am Goetheplatz.<ref name="Garnisonkirchen"/>
Grabmäler und Epitaphe[Bearbeiten]
- Ein Stein vor dem Altar soll das seit 1740 gegründete Erbbegräbnis des Adelsgeschlechtes von Ilten markiert haben.<ref name="Nöldeke">Arnold Nöldeke (Bearb.): Hospital St. Spiritus (abgebrochen 1894) und Heilige-Geist-Kirche, spätere Garnisonkirche (abgebrochen 1875), in ders: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, hrsg. vom Provinzialausschuss und Landesdirektorium der Provinz Hannover, Teil 1: Regierungsbezirk Hannover, Heft 2 in zwei Teilen (= Heft 19 des Gesamtwerkes), Hannover: Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Theodor Schulzes Buchhandlung, Hannover, 1932, S. 230–236</ref>
- An der nördlichen Seitenwand der Kirche
- hing das aus Holz gefertigte – und durch Wurmfrass beschädigte – Epitaph des 1738 gestorbenen Generals von Swaan<ref name="Nöldeke"/>
- war das marmorne Denkmal des 1748<ref name="Nöldeke"/> oder 1749 gestorbenen<ref>Georg Schnath: Jobst Hermann von Ilten. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 10. Duncker & Humblot, Berlin 1974, ISBN 3-428-00191-5, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).</ref> Stadtkommandanten Johann Georg von Ilten<ref name="Nöldeke"/>
- fand sich das aus Marmor gehauene Denkmal des 1776 gestorbenen Feldmarschalls Friedrich von Spörcken. Vor dem Abbruch der Kirche wurde der vierseitige Obelisk, an dessen Basis soldatische Embleme geformt waren und unter dem eine Inschriftentafel angebracht war, in die Halle des Engesohder Friedhofes transloziert. Das Denkmal wurde später auch als „[...] zur Gartenkirche gehörig“ beschrieben.<ref name="Nöldeke"/>
Literatur[Bearbeiten]
- Arnold Nöldeke (Bearb.): Hospital St. Spiritus (abgebrochen 1894) und Heilige-Geist-Kirche, spätere Garnisonkirche (abgebrochen 1875), in ders: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, hrsg. vom Provinzialausschuss und Landesdirektorium der Provinz Hannover, Teil 1: Regierungsbezirk Hannover, Heft 2 in zwei Teilen (= Heft 19 des Gesamtwerkes), Hannover: Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Theodor Schulzes Buchhandlung, Hannover, 1932, S. 230–236
- Jürgen Ritter (Bearb.), Hans-Hermann Brambach et al. (Mitarb.): Garnison-Kirchenbuch Hannover 1690-1811 (= Sonderveröffentlichung, Bd. 18), vier Bände, Hannover: Niedersächsischer Landesverein für Familienkunde, 1988–1991
- Werner Trolp: Die Militärseelsorge in der hannoverschen Armee. Betreuung innerhalb der allgemeinen Strukturen der Kirche unter Berücksichtigung von Besonderheiten der Armee (= Studien zur Kirchengeschichte Niedersachsens, Bd. 45), zugleich Dissertation 2012 an der Universität Hannover, Göttingen: V & R Unipress, 2012, ISBN 978-3-8471-0067-6 und ISBN 3-8471-0067-X; Inhaltsverzeichnis und Inhaltstext
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Koordinaten: 52° 22′ 27″ N, 9° 44′ 2,3″ O
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