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Amarant

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Amarant
Datei:2006-10-18Amaranthus01.jpg

Garten-Amarant (Amaranthus caudatus)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
Unterfamilie: Amaranthoideae
Gattung: Amarant
Wissenschaftlicher Name
Amaranthus
L.

Amarant (Amaranthus), auch Fuchsschwanz genannt,<ref name="blumeninschwaben" /> auch Amaranth geschrieben, ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Die 60 bis 98 Arten sind fast weltweit verbreitet.

Genutzt werden vor allem die feinkörnigen, an Hirse erinnernden Samen des Garten-Fuchsschwanzes (Amaranthus caudatus), in der Andenregion bis heute unter dem Namen Kiwicha (Aussprache: Kiwitscha) bekannt. Die Azteken nannten ihn huautli.<ref name="Miedaner2012" /> Anders als die echten Getreide, bei denen es sich um Einkeimblättrige handelt, gehört die Gattung Amaranthus zu den zweikeimblättrigen Pflanzen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Illustration Amaranthus retroflexus0.jpg
Amaranthus retroflexus, Illustration aus Thomé: Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz, 1885

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Bei Amaranthus-Arten handelt es sich meist um einjährige, selten mehrjährige, krautige Pflanzen. Die Stängel sind meist verzweigt. Sie sind niederliegend, aufsteigend oder aufrecht, kahl oder kraushaarig oder papillös.<ref name="Aellen1979" /> Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Sie sind ganzrandig und oft von rhombischer Gestalt.<ref name="Aellen1979" /> Sie sind kahl oder flaumig behaart und an der Spitze oft mehr oder weniger tief ausgerandet.<ref name="Aellen1979" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütenstände sind meist sehr vielblütig. Die Einzelblütenstände sind gabelig mit sehr kurzen Internodien. Sie sind daher oft dicht geknäuelt.<ref name="Aellen1979" /> Die Einzelblütenstände stehen bei vielen Arten in den Blattachseln; bei anderen Arten sind sie zu verlängerten, endständigen, blattlosen, einfachen oder rispig verzweigten Scheinähren vereinigt.<ref name="Aellen1979" /> Die Blüten sind immer eingeschlechtig. Die Pflanzen sind entweder (bei den Untergattungen Amaranthus und Albersia) einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch) oder (bei der Untergattung Acnida) zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Bei den weiblichen Blüten können Blütenhüllblätter fehlen, oder es sind ein bis fünf vorhanden und ein Stempel. Bei den weiblichen Blüten sind die Blütenhüllblätter gleich oder die äußeren sind größer als die inneren.<ref name="FNA"/> Bei den männlichen Blüten sind drei bis fünf Blütenhüllblätter und drei bis fünf Staubblätter vorhanden. Die Staubbeutel sind vierfächerig.<ref name="Aellen1979" /> Die Fruchtknoten sind eiförmig; die Griffel sind kurz oder fehlend. Es sind 2 bis 4 Narben vorhanden, die auf der Innenseite bärtig behaart sind.<ref name="Aellen1979" />

Die Früchte haben Deckelkapseln außer bei Amaranthus bouchonii, Amaranthus deflexus und Amaranthus blitum, bei denen die Früchte unregelmäßig aufreißen. Die Samen sind kugelig bis linsenförmig<ref name="FNA"/> und weniger als 1 mm dick.<ref>Martina Reinsch, Gabi Schwittek: Amarant. Hrsg.: Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg. 2. Auflage. Karlsruhe Mai 2015 (lehrer-online-bw.de [PDF; abgerufen am 10. April 2025]).</ref>

Vorkommen[Bearbeiten]

Weltweites Vorkommen[Bearbeiten]

Die Gattung Amaranthus umfasst 60 bis 98 Arten, die auf allen Kontinenten außer der Antarktis vorkommen. Amaranthus-Arten sind in den wärmeren Zonen der Erde verbreitet, meist in trockenen Steppengebieten, in Ödland und Kulturland. Die größte Artenvielfalt findet sich in der Neuen Welt; allein in Nordamerika gibt es etwa 38 Arten.

Europäisches Vorkommen[Bearbeiten]

Nach Euro+Med gibt es ursprüngliche Vorkommen von Amaranthus-Arten in Portugal, Spanien, Frankreich, Deutschland, Belgien, Großbritannien, Dänemark, Schweden, Finnland, Schweiz, Italien, Slowenien, Kroatien, Ungarn, Ukraine, Albanien, Nordmazedonien, Griechenland, Bulgarien und in der Türkei.<ref name="Euro+Med" /> Nach Ansicht anderer Autoren dürften nur Amaranthus graecizans Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. und Amaranthus blitum subsp. oleraceus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Costea in Südeuropa einheimisch sein.

Einige Amaranthus-Arten sind Kulturbegleitpflanzen. Fast alle in Europa vorkommenden Arten sind in den letzten zwei Jahrhunderten, vor allem aus der Neuen Welt, eingeschleppt worden. Die in Europa vorkommenden Arten lieben warme und nährstoffreiche Böden. Da sie zur Keimung höhere Temperaturen benötigen, findet man sie vor allem in spät angebauten Kulturen wie Gemüse, Mais, Rüben, Kartoffeln in Weinbergen u. Ä. Mit der Ausweitung des Maisanbaus nach Mittel- und Nordeuropa breiten sich auch die Amarant-Arten als Unkräuter aus.

Zu den in Mitteleuropa vorkommenden Arten zählen inzwischen: Weißer Amarant, Weißer Fuchsschwanz (Amaranthus albus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.), Niederliegender Amarant, Westamerikanischer Fuchsschwanz (Amaranthus blitoides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.S.Watson), Bouchons Amarant (Amaranthus bouchonii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Thell.), Krauser Amarant (Amaranthus crispus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Lesp. & Thév.) N.Terracc.), Herabgebogener Amarant (Amaranthus deflexus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.), Griechischer Amarant (Amaranthus graecizans Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.), Ausgebreiteter Amarant (Amaranthus hybridus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.), Grünähriger Amarant (Amaranthus powellii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.S. Watson), Zurückgebogener Amarant (Amaranthus retroflexus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.), Standleys Amarant (Amaranthus standleyanus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Covas).

Datei:Amaranthus albus 3.jpg
Amaranthus albus
Datei:Amaranth blit kz1.jpg
Westamerikanischer Fuchsschwanz (Amaranthus blitoides)
Datei:Amaranthus blitum subsp. emarginatus sl28.jpg
Amaranthus blitum subsp. emarginatus
Datei:Amaranthuscalifornicus.jpg
Amaranthus californicus
Datei:Amaranthus cruentus Foxtail 1.jpg
Rispiger Fuchsschwanz (Amaranthus cruentus)
Datei:Starr 040527-9001 Amaranthus dubius.jpg
Amaranthus dubius
Datei:Amaranthus fimbriatus 2.jpg
Amaranthus fimbriatus
Datei:Amaranthus palmeri.jpg
Amaranthus palmeri
Datei:Seabeach Amaranth.jpg
Küsten-Amarant (Amaranthus pumilus)
Datei:Amaranthus retroflexus bgiu.jpg
Zurückgebogener Amarant (Amaranthus retroflexus)
Datei:Amaranthus rosengurttii- Rocha, Sierra de Carapé, Suelo rocoso cercano a bosque serrano 1.jpg
Amaranthus rosengurttii
Datei:Amaranthus.spinosus1web.jpg
Dorniger Amarant (Amaranthus spinosus)
Datei:Amaranthus tricolor6.jpg
Gemüse-Amarant (Amaranthus tricolor)
Datei:Amaranthus.viridis1web.jpg
Grüner Amarant (Amaranthus viridis)

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Amaranthus wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 2, S. 989–991<ref name="biodiversitylibrary" />, aufgestellt. Ein Homonym ist Amaranthus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Adans., veröffentlicht in Michel Adanson: Familles des Plantes, 2, 1763, S. 269. Die Lectotypus-Art ist Amaranthus caudatus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.; sie wurde 1930 durch Hitchcock und Green in Prop. Brit. Botanists, S. 110–199, festgelegt.<ref name="tropicos" /> Synonyme für Amaranthus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind Acanthochiton Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Torr., Acnida Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L., Albersia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kunth, Amblogyna Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf., Euxolus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf., Goerziella Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Urb., Mengea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schauer, Montelia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.A. Gray, Sarratia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Moquin-Tandon und Scleropus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schrader.<ref name="GRIN" />

Die Gattung Amaranthus wird in drei Untergattungen gegliedert:<ref name="GRIN" />

Arten (Auswahl alphabetisch)[Bearbeiten]

Es gibt 60 bis 98 Amaranthus-Arten:

Datei:Amaranth Ursprung Verbreitung.png
Ursprungs- (Rot) und aktuelles Verbreitungsgebiet (Grün) des Garten-Fuchsschwanzes (Amaranthus caudatus)

Geschichte[Bearbeiten]

Amarant zählt zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschheit. Er wurde bereits von der Coxcatlán-Kultur in Tehuacán (Mexiko) kultiviert, und in fast 9000 Jahre alten Gräbern wurden Samen nachgewiesen. Bei den Azteken, Inka und Maya waren die getreideähnlichen Amarant-Körner neben Quinoa und Mais ein Hauptnahrungsmittel.

Wegen der auch religiösen Bedeutung des Amarants, unter anderem im Rahmen einer kommunionsähnlichen Zeremonie im Zusammenhang mit einem Fest zu Ehren des Aztekengottes Huitzilopochtli<ref>cervantesvirtual.com: Historia natural y moral de las Indias.</ref> (bei der auch Menschenblut zur Anwendung kam), wurde der Amarant-Anbau im 16. Jahrhundert von den Spaniern unter Androhung der Todesstrafe verboten. Nach Aufhebung des Verbots blieb der Nutzen der Pflanze für Jahrhunderte fast völlig vergessen.

Datei:Amaranth muesli.jpg
Amarant-Müslimischung

Wirtschaftlich genutzte Arten[Bearbeiten]

Einige Amarant-Arten sind Nutzpflanzen.

In der alten Welt: Aufsteigender Amarant oder Aufsteigender Fuchsschwanz (Amaranthus blitum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.), Gemüse-Amarant (Amaranthus tricolor Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.), Grüner Amarant (Amaranthus viridis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.)

In der neuen Welt: Garten-Fuchsschwanz (Amaranthus caudatus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.), Rispen-Fuchsschwanz (Amaranthus cruentus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.), Trauer-Fuchsschwanz (Amaranthus hypochondriacus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.), Dorniger Fuchsschwanz (Amaranthus spinosus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.), Zweifelhafter Fuchsschwanz (Amaranthus dubius Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Mart. ex Thell.)

Datei:Amaranthkorn.jpg
Amarant ganz
Datei:Amaranthflocken.jpg
Amarantflocken
Datei:Amaranthgepufft.jpg
Amarant gepufft
Datei:Amaranthmehl.jpg
Amarantmehl

Verwendung[Bearbeiten]

Die Samen des Garten- und Rispen-Fuchsschwanzes werden ähnlich wie Getreide verwendet. Botanisch allerdings ist Amarant ein Pseudogetreide: Es sieht zwar aus wie Getreide, und seine Samen werden auch so verwendet, aber es gehört nicht zu den Süßgräsern. Amarant ist glutenfrei. Dies macht es zu einem vollwertigen und verträglichen Getreideersatz bei Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie). Zudem ist der hohe Eisengehalt wertvoll bei Eisenmangelanämie und während der Schwangerschaft.<ref name="Vogelsang2008"> Harald Vogelsang: Zöliakie: Tendenz steigend. In: Journal für Ernährungsmedizin. Band 10(3), 2008, S. 12–15.</ref>

Die Blätter aller Amarant-Arten<ref name="Survival"/> werden außerdem als Gemüse gegessen; sie haben einen deutlichen Geruch nach Spinat (wenn man sie zerreibt) und schmecken nach sehr zartem Spinat oder Mangold.<ref name="Survival"/> Auch die jungen Blütenstände sind als Gemüse verwendbar.<ref name="Bissegger"/> Die Samen und Blüten schmecken nussig, und zu Keimlingen gezogen sind sie ebenfalls essbar. Die Pfahlwurzel schmeckt süßlich und nach Rote Bete oder Runkelrübe. Sie ist jedoch meist verholzt und muss zum Beispiel kleingerieben werden, um verwendet werden zu können.<ref name="Survival"/>

Die Nahrungsmittelindustrie verwendet Amarant heute in der Baby- und Kindernahrung, als Zumischung in Brot, Gebäck und Müsli, bei Eierkuchen und Pasta, auch in Wurstwaren sowie im Fast-Food-Bereich bei Riegeln und Snacks. Es gibt auch Versuche zur Herstellung von Getränken auf Basis von Amarant, unter anderem zum Brauen von glutenfreiem Bier.

Amarant entfaltet beim Kochen seinen typisch nussigen Geruch. Vorbereitend sollte Amarant mit Hilfe eines Haarsiebs und warmem Wasser ausgewaschen werden. Er kann im Müsli, als Grundlage in Salaten, in Gemüsepfannen oder als allgemeine Beilage verzehrt werden. Amarant-Mehl eignet sich pur nur begrenzt zum Backen, es sollte im Verhältnis 1:3 oder 1:2 mit glutenhaltigem Mehl vermischt werden, da das Kleberprotein sonst fehlt. Der Naturkosthandel führt Amarantkörner pur oder als Zutat (auch gepoppt) in Müsli-Mischungen.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Datei:Amaranth und WW.jpg
Vergleich Amarant (links) und Weichweizen (rechts)

Amarantkörner haben einen höheren Gehalt an Proteinen und Mineralstoffen als die meisten weltweit traditionell angebauten Getreidesorten. Die Proteine bestehen zu einem hohen Anteil aus essentiellen Aminosäuren, der Gehalt an Calcium, Magnesium, Eisen und Zink ist sehr hoch, vor allem wegen des hohen Eisenanteils wird Amarant besonders für Schwangere empfohlen.<ref>Amarant – eine der wichtigsten Eiweißquellen für Vegetarier In: Gesundheits Magazin. 16. Juli 2015.</ref> Im Verhältnis zu den Kohlenhydraten ist der Anteil der Ballaststoffe sehr hoch. Amarant enthält viele ungesättigte Fettsäuren.

Die Inhaltsstoffe sind in einem für die menschliche Ernährung günstigen Verhältnis kombiniert.

Allerdings enthält Amarant (es bleibt unklar, welcher Pflanzenteil, also Samen und/oder Blätter gemeint ist) bestimmte Gerbstoffe, die die Aufnahme und Verdauung von Vitaminen, Proteinen sowie Spurenelementen hemmen können. Zudem ist Amarant sehr reich an Oxalsäure, weswegen Personen, die zu oxalat-haltigen Nierensteinen neigen, von übermäßigem Verzehr absehen sollten.<ref>Oxalsäurehaltige Lebensmittel auf oxalsaeure.net.</ref>

Etymologie[Bearbeiten]

Das Wort „Amaranth“ entstammt dem Griechischen [ἀμάραντος oder Amarantos in lateinischer Umschrift]. Es ist zusammengesetzt aus zwei Wortteilen, dem Präfix (ἀ)a = un- und dem Verb (μαραίνω) maraino = vergehen. Dies bedeutet so viel wie „der/die Eine, der/die nicht vergeht/ewig blüht“. Eine Pflanze Amarant wurde von Dioskurides in seiner „Materia Medica“ beschrieben. Auch Plinius der Ältere erwähnt sie (als amarantus) in seiner Naturalis historia. Die antiken Namen beziehen sich nicht auf die moderne Gattung, von der zumindest eine Art, Amaranthus blitum, den antiken Autoren bekannt war. Die von Dioskurides beschriebene, gelb blühende Pflanze war vermutlich die Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium). Plinius beschreibt eine rot blühende Art („spica purpurea“), vermutlich Silber-Brandschopf (Celosia argentea) aus der Familie Amaranthaceae. In beiden Fällen handelt es sich um Pflanzen, deren Farbe beim Trocknen erhalten bleibt. Der Name blieb in der Antike und im Mittelalter für eine „immerwährende“ Pflanze gebräuchlich, der magische Eigenschaften zugesprochen wurden und die als Symbol für die Jungfrau Maria dienen konnte; es ist nicht in allen Fällen sicher, ob die literarischen Verwendungen des Namens sich überhaupt auf eine reale Pflanze bezogen oder eher mythisch-symbolisch gemeint waren.<ref>Mihai Costea, Francois J. Tardif: The name of the Amaranth: histories of meaning. In: Sida. 20(3), 2003, S. 1073–1083.</ref> Otto Beßler deutet eine als Floramor benannte Heilpflanze als „Amarantus spec.“<ref>Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 186.</ref>

Sonstiges[Bearbeiten]

In dem Lied „Amaranth“ der finnischen Band Nightwish wird diese Pflanze als Symbol für immerwährende Schönheit und Vollkommenheit verwendet. Diese Symbolik wurde bereits mehrere Jahre zuvor von der schwedischen Doom-Metal-Band Draconian verwendet. An den Namen ist außerdem der Titel des Enya-Albums „Amarantine“ angelehnt.

Nichts mit dieser Gattung zu tun hat:

Datei:Purpleheart wood.jpg
„Amaranth“-Holz

Als „Amaranth-Holz“ (englischsprachig Purpleheart) wird auch das Holz von Arten der Gattung Peltogyne aus der Unterfamilie der Johannisbrotgewächse (Caesalpinioideae) innerhalb der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) bezeichnet, das wegen seiner auffälligen Farbe gerne für Einlegearbeiten, aber auch beispielsweise für Messergriffe verwendet wird.<ref name="holzlexikon"> Amaranth-Holz.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Fangxiu Xu, Mei Sun: Comparative analysis of phylogenetic relationships of grain amaranths and their wild relatives (Amaranthus) using ITS, amplified fragment length polymorphism, and double-primer fluorescent intersimple sequence repeat markers. In: Molecular Phylogenetics and Evolution. Band 21, Nr. 3, 2001, S. 372–387.
  • Sergei L. Mosyakin, Kenneth R. Robertson: Amaranthus, S. 410 – textgleich online wie gedrucktes Werk, Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 4: Magnoliophyta: Caryophyllidae, part 1, Oxford University Press, New York und Oxford, 2003, ISBN 0-19-517389-9 (Abschnitt Beschreibung).
  • J. Marinelli: Stalking the Wild Amaranth: Gardening in the Age of Extinction. Henry Holt & Co., New York 1998, ISBN 0-8050-4415-9 (engl., Buch über die Suche nach dem seltenen Küsten-Amarant).
  • K. Pavlovic: Herstellung und Charakterisierung von fermentierten Getränken aus Körneramaranth. Diplomarbeit, Universität Wien, Wien 2002.
  • E. J. Jäger (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband, 20. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-8274-1606-3.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Amarant (Amaranthus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="blumeninschwaben">Datenblatt bei blumeninschwaben.de.</ref> <ref name="GRIN">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. (Update vom 9. Juni 2011)</ref> <ref name="tropicos">Amaranthus bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Miedaner2012">Thomas Miedaner, Friedrich Longin: Unterschätzte Getreidearten – Einkorn, Emmer, Dinkel & Co. Agrimedia, 2012, ISBN 978-3-86263-079-0, S. 99 ff.</ref> <ref name="Bissegger">Meret Bissegger: Meine wilde Pflanzenküche. Bestimmen, Sammeln und Kochen von Wildpflanzen. AT Verlag, Aarau/München 2011, 2. Auflage, ISBN 978-3-03800-552-0, S. 91.</ref> <ref name="Survival">Johannes Vogel: Pflanzliche Notnahrung. Survivalwissen für Extremsituationen. peitsch Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-613-50677-0, S. 84–86 & 117.</ref> <ref name="biodiversitylibrary">Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org.</ref> <ref name="POWO">Datenblatt Amaranthus bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> <ref name="Euro+Med">D.Iamonico (2015+): Amaranthaceae: Datenblatt Amaranthus In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> <ref name="Aellen1979">Gustav Hegi et al. 1979: Amaranthus. In: .</ref> <ref name="FNA">Sergei L. Mosyakin & Kenneth R. Robertson: Amaranthus Linnaeus. In: Flora of North America, vol. 4. [1].</ref> </references>