Zum Inhalt springen

Amt Osterode

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Das Amt Osterode war ein historisches Verwaltungsgebiet des Fürstentums Grubenhagen, später des Königreichs Hannover bzw. der preußischen Provinz Hannover. Sitz des Amt war die Stadt Osterode am Harz.

Geschichte[Bearbeiten]

Um die 1151 bezeugte Burg Osterode bildete sich ein mittelalterliches Gericht, das mit der Aufgabe der Burg Anfang des 16. Jahrhunderts wieder einging. Erst ab etwa 1561 entstand um das neue fürstliche Schloss wieder ein Amtsbezirk, der 1750 um das Gericht Eisdorf, 1800 um das Dorf Schwiegershausen und 1832 das Dorf Dorste erweitert wurde.

1806 kam das Amt Herzberg an das Königreich Westphalen. Dort wurden die bisherigen Ämter abgeschafft. Für die Verwaltung entstand der Kanton Osterode in Distrikt Osterode im Departement des Harzes. Die Rechtsprechung übernahm das Friedensgericht Osterode. Mit dem Ende der französischen Herrschaft 1813 wurden die alten Ämter wieder gebildet.

Nach der Revolution von 1848 wurden im Königreich Hannover die Rechtsprechung von der Verwaltung getrennt und die Patrimonialgerichtsbarkeit abgeschafft.<ref>Gesetz über die Gerichtsverfassung vom 8. November 1850 (Gesetz-Sammlung für das Königreich Hannover, S. 207http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10510358~SZ%3D239~doppelseitig%3D~LT%3DGesetz-Sammlung%20f%C3%BCr%20das%20K%C3%B6nigreich%20Hannover%2C%20S.%20207~PUR%3D)</ref> Die Verwaltung blieb beim Amt Osterode, die Rechtsprechung ging an das neu geschaffene Amtsgericht Osterode.

1859 wurden das Amt Westerhof und die Vogtei Katlenburg aus dem bisherigen Amt Katlenburg-Lindau eingegliedert. 1885 wurde das Gebiet um Katlenburg (ohne das Dorf Wulften) wieder abgetrennt und der Rest des Amts Osterode in die Kreisverfassung überführt.

Gemeinden[Bearbeiten]

Bei seiner Aufhebung (1885) gehörten dem Amt Osterode folgende Gemeinden an:

(*) Aus dem ehemaligen Amt Westerhof; (**) aus dem ehemaligen Amt Katlenburg-Lindau.

Vorlage:Hinweis Seiten-Koordinaten

Amtmänner[Bearbeiten]

  • Um 1555: Rothe
  • Um 1609: Günzel Wacker
  • Um 1626: Statius Julius Borcholt; Marquard von Hodenberg
  • Um 1639: Hinrich Giesecke
  • Um 1642: Johann Henning
  • Um 1644: Johannes Dulk
  • 1668–1672: Johann von Mengershausen
  • 1673–1676: Johann Georg von Beller
  • 1676–1680: Johann Georg Ruperti
  • 1680: Johann Tiemann
  • 1680–1688: Johann Otto von Bonn
  • ab 1689: Justus Jonas Rettberg
  • 1707–1717: J. H. E. von Sobbe
  • 1717-: Statius Georg Nanne
  • 1729–1731: von Steinberg
  • 1732: Alberti
  • 1734–1748: Heider
  • 1770: Isenbart, Amtmann und Stadtschultheiß
  • 1776–1793: Alberti
  • - 1797: Heinrich Georg Anton Meyer
  • 1797–1835: Johann Friedrich Kern, Oberamtmann (1752–1836)
  • 1837: vakant
  • 1839–1853: Albrecht Friedrich von Münchhausen, Kammerrat, ab 1851 Drost
  • 1853–1868: Gustav Friedrich von Hinüber, Amtmann
  • 1868–1876: Franz Carl Bollert, Amtmann
  • 1876–1884: Julius Rasch, Amtmann, Kreishauptmann

Literatur[Bearbeiten]

  • Iselin Gundermann, Walther Hubatsch: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Reihe A: Preußen, Band 10: Hannover. Marburg (Lahn) 1981
  • Manfred Hamann: Übersicht über die Bestände des Niedersächsischen Hauptstaatsarchivs in Hannover. Dritter Band: Mittel- und Unterbehörden in den Landdrostei- bzw. Regierungsbezirken Hannover, Hildesheim und Lüneburg bis 1945. Göttingen 1983, S. 375–378.
  • Heinrich Wendt: Geschichte des Welfenfürstentums Grubenhagen, des Amtes und der Stadt osterode. Hildesheim, Zürich, New York 1988

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />