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AnNa R.

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AnNa R. bei einem Konzert in Dresden mit der Band Silly 2022. AnNa R. hält ein Mikrofon. Sie hat auffällige Tätowierungen am linken Arm, darunter ein prominentes Design mit einem Herzen, das mit einem Pentagramm kombiniert ist. Sie trägt ein schwarzes ärmelloses Oberteil, eine Uhr am linken Handgelenk und eine Halskette mit einer Kette und einem Anhänger. Der Hintergrund ist rötlich neblig, vermutlich aufgrund von Bühnenbeleuchtung und Rauch der Bühneneffekte.
AnNa R. (2022)
Autogramm Anna R.
Autogramm Anna R.

AnNa R. (bürgerlich Andrea Neuenhofen, * 25. Dezember 1969 als Andrea Rosenbaum in Ost-Berlin; † vor oder am 16. März 2025 in Berlin) war eine deutsche Sängerin und Texterin. Sie wurde als Mitglied des Duos Rosenstolz bekannt. Daneben war sie auch als Solokünstlerin aktiv und gründete die Band Gleis 8. Von 2019 bis 2022 war sie zudem Sängerin der Band Silly.

Leben[Bearbeiten]

Jugend und Ausbildung[Bearbeiten]

AnNa R.von Rosenstolz live in Leipzig am 6. Mai 2006. AnNa R., die auf einer Bühne steht und die Arme ausbreitet, während des Konzertes. Sie trägt eine schwarze Jacke, ein schwarz-weiß gestreiftes Oberteil, einen schwarzen Rock mit einem geschichteten, gerafften Design und Netzstrumpfhosen. Rechts im Bild befindet sich ein Mikrofon auf einem Ständer und ein Klavier oder Keyboard ist sichtbar. Der Hintergrund ist sehr dunkel.
AnNa R. (2006)

AnNa R. wurde 1969 im Berliner Stadtbezirk Friedrichshain geboren und wuchs in Ost-Berlin, „am Ende der Leninallee, […] [qu]asi am Dreiländereck zwischen Friedrichshain, Prenzlauer Berg und Lichtenberg“<ref name=":7">„Man findet das Glück, wenn man nicht danach sucht“. In: web.de. 24. September 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. September 2011; abgerufen am 13. September 2026.</ref> auf.<ref name=":7" /><ref name=":0" /> Ihre Mutter arbeitete als Chemielaborantin an der Akademie der Wissenschaften der DDR, ihr Vater im VEB Werkzeugmaschinenkombinat „7. Oktober“ Berlin.<ref name=":8" details="12:45-13:00, 13:20-13:26, 14:10-14:23">Born in the GDR - Podcast von Antje Riis: Rosenstolz, Gleis 8, Silly, Solo: Ausnahme-Sängerin AnNa R. im Gespräch mit Antje Riis. 21. November 2024, abgerufen am 13. September 2026.</ref>

Nach eigenen Angaben hat AnNa R. „schon immer gesungen.“<ref name=":8" details="05:55" /> Mit dem Schulchor trat sie am Wochenende „relativ häufig“<ref name=":8" details="11:14" /> im Palast der Republik auf.<ref name=":8" details="11:13-11:16" /> Bereits zu DDR-Zeiten versuchte sie, im Musikleben Fuß zu fassen, stieß aber durch ihre kritischen Texte immer wieder auf Schwierigkeiten.<ref name=":0">Rosenstolz Star Porträt. In: elixic.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. September 2008; abgerufen am 28. März 2008.</ref> 1981 sang sie zur Eröffnung des Sport- und Erholungszentrums (SEZ) in Berlin-Friedrichshain.<ref>Marc Boettcher: Rosenstolz - Wir sind Wir! - Die Erfolgsgeschichte eines Pop Duos | DOKU HD | ARD. 20. Oktober 2011, abgerufen am 4. November 2025.</ref>

Nach Abschluss der Polytechnischen Oberschule ermutigte ihr Chorleiter AnNa R., mit dem Singen weiterzumachen. Deswegen war sie kurzzeitig im Berliner Lehrerensemble, hörte jedoch schnell wieder auf, weil sie nicht mit ihren ehemaligen Lehrerinnen zusammen singen wollte.<ref name=":8" details="09:05-09:45" /><ref name=":3" details="S. 23f.">Rosenstolz: Lieb mich, wenn du kannst, nimm mich, nimm mich ganz: Leben, Geschichten, Lieder. Hrsg.: Kai Precht (= dtv. Nr. 20058). 3. Auflage. dtv, München 1998, ISBN 978-3-423-20058-5.</ref><ref name=":9" details="17:32-17:35">Road to Glory - Promi-Talk mit Alexander Nebe: #112 AnNa R.: Mit dem Glauben an Gott & der Suche nach einem höheren Sinn kann ich nichts anfangen. 12. September 2023, abgerufen am 13. September 2026.</ref> AnNa R. bewarb sich erfolglos mit Saving All My Love To You von Whitney Houston an der Musikschule Friedrichshain. Danach nahm sie privaten Gesangsunterricht, welchen ihre Mutter anfangs mitfinanzierte, und an Gesangswettbewerben teil, wurde bei letzteren jedoch immer abgelehnt.<ref name=":8" details="09:45-09:53" /><ref name=":3" details="S. 25–27." />

Parallel zum Gesangsunterricht fing AnNa R. eine Ausbildung als Chemielaborantin an der Akademie der Wissenschaften der DDR an. Da ihre Mutter dort im selben Beruf arbeitete, erschien AnNa R. dies „am praktischsten“<ref name=":8" details="12:54" />.<ref name=":8" details="12:45-13:00" /> AnNa R. wollte eigentlich etwas künstlerisches, handwerkliches machen, doch die siebenjährige Ausbildung zur Maskenbildnerin dauerte ihr zu lange und für Korb- oder Hutmacherin gab es keine Ausbildung.<ref name=":8" details="12:45-13:25" /> Zudem war AnNa R. nach eigener Aussage in der Schule gut in Chemie.<ref name=":8" details="15:00" /><ref name=":9" details="21:24-21:31" /> Sie wurde im Institut für anorganische Chemie eingesetzt und testete Werkstoffe, was sie auf Dauer langweilte.<ref name=":8" details="15:04-15:32" /> Der spätere Autor und Journalist Maxim Leo besuchte mit ihr in derselben Ausbildungsklasse, beide freundeten sich an.<ref name=":8" details="16:20-16:30" /> Sie war jedoch nicht am selben Institut wie ihre Mutter und fing auch täglich eher mit dem Arbeiten an, um nicht mit ihrer Mutter S-Bahn zu fahren.<ref name=":8" details="13:30-14:05" />

Nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss arbeitete AnNa R. noch ein Jahr in der Akademie der Wissenschaften der DDR und managte nebenbei die Rap-Gruppe Eastside Attacks, später Down Town Lyrics, die sich aus Teilen ihrer Jugendclique geformt hatte. Weil sie mit ihrem Beruf unzufrieden war, wechselte sie stattdessen als ungelernte Musikalienhändlerin im Musikhaus Carl Friedrich Zelter und forcierte in dieser Zeit den Plan, Barsängerin zu werden. Dafür suchte sie einen Pianisten. Über einen gemeinsamen Bekannten lernte sie Peter Plate kennen.<ref name=":8" details="18:05-19:55" /><ref name=":3" details="S. 27–30." />

Karriere[Bearbeiten]

Nach der Wiedervereinigung gründete sie 1991 gemeinsam mit Plate die Gruppe Rosenstolz, deren Sängerin und Texterin sie wurde.<ref name=":0" /> Über die Jahre wurde die Band zu einem der erfolgreichsten Pop-Acts in Deutschland und verkaufte über 6 Millionen Tonträger.<ref name=":2" /><ref name=":14" />

Neben ihrer Arbeit für Rosenstolz war sie auch für andere Kulturprojekte tätig. So sang sie Background bei Knorkator und schrieb 1998 mit an der Rosenstolz-Biographie Lieb mich, wenn du kannst, nimm mich, nimm mich ganz.<ref name=":0" /><ref name=":3" details="S. 147" /> Sie las unter anderem in der Münchner Langen Nacht der Bücher 2002 Texte von Oscar Wilde.<ref>Die Lange Nacht der Bücher. In: muenchner.de. Münchner Kultur GmbH, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. Juni 2008; abgerufen am 22. März 2008.</ref> 2004 covert AnNa R. als Teil des Punk-Projektes Missy and the Fits fünf englischsprachige Lieder, die ursprünglich zwischen 1967 und 1983 entstanden waren, unter anderem Death of a Clown von The Kinks. Vorbild für das Projekt war die Horrorpunkband Misfits.<ref>Michael Edele: „Der Traum vom Bandbus rückt in weite Ferne“. In: laut.de. 5. August 2022, abgerufen am 13. September 2026.</ref><ref>Alexander Kern: AnNa R.: Erinnerungen an die unvergessene Stimme von Rosenstolz. Originalausgabe, 1. Auflage. riva, München 2026, ISBN 978-3-7423-0473-5, S. 109.</ref>

2005 war sie für drei Konzerte Gastsängerin bei der deutschen Band Silly.<ref>Silly begrüßen Rosenstolz-Sängerin AnNa R. als Gastsängerin (Pressemitteilung). In: meistersingerkonzerte.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. Juni 2008; abgerufen am 22. März 2008.</ref> AnNa R. hatte Respekt vor der Kooperation, da Silly für sie „perfekte Musiker“<ref name=":8" details="34:20-34:22" /> waren und Silly sie, neben Pankow, 100 Tonnen Obst und Sandow, musikalisch in der Zeit nach dem Fall der Berliner Mauer prägten.<ref name=":8" details="31:55-32:35" /> Die Musiker von Silly waren angetan von AnNa R. und sagten, sie singe nicht die Melodie, sie singe die Texte.<ref name=":8" details="05:35-05:38" />

Im Dezember 2012 gab Rosenstolz bekannt, getrennte Wege zu gehen.<ref name=":10">Matthias Halbig: Die Weichen sind gestellt. In: rnd.de. 4. März 2016, abgerufen am 13. September 2026.</ref> AnNa R. sagte rückblickend, Peter Plate und ihr ging es in den letzten Rosenstolz-Jahren vor allem um Arbeit und dass sie den Erfolg nicht genießen konnten.<ref name=":10" /><ref name=":9" details="06:25-07:00 " />

Im Frühjahr 2013 meldete sich AnNa R. als Sängerin der neuen Band Gleis 8 zurück.<ref>Die neue Band „Gleis 8“ von AnNa R. In: Universal Music. 13. März 2013, abgerufen am 13. September 2026.</ref> Gleis 8 veröffentlichte zwei Alben (Bleibt das immer so (2013) und Endlich (2016)), beide erreichten die Top 10 der deutschen Charts.<ref>Offizielle Deutsche Charts: Gleis 8. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. Februar 2025; abgerufen am 13. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Von 2019 bis 2022 war sie erneut Sängerin bei Silly, diesmal zusammen mit Julia Neigel; 2021 erschien das Album Instandbesetzt.<ref>Matthias Jordan: Silly: „Instandbesetzt“, das neue Album, ist draußen. In: kulturnews.de. Kulturnews, 17. September 2021, abgerufen am 18. Dezember 2021.</ref> Für die Silly-Tour 10 Alben – 10 Konzerte mussten AnNa R. und Julia Neigel je 30 Lieder lernen.<ref name=":8" details="34:34-34:52" />

Während oder nach der COVID-19-Pandemie zog sich das Gleis 8-Bandmitglied Timo Dorsch aus der Gruppe und dem Musikgeschäft zurück.<ref name=":4" details="Loesl, Michael. Nachwort. S. 125." /> Nach einiger Zeit entschloss sich AnNa R. als Solokünstlerin zu veröffentlichen, obwohl sie sich selbst eher als „Teamplayer“<ref name=":9" details="3:58" /> sah. Bis auf Dorsch waren alle Gleis 8-Musiker an dem Soloprojekt beteiligt.<ref name=":9" details="03:50-04:28" /> Offiziell wurde Gleis 8, genau wie Rosenstolz, nie aufgelöst.<ref name=":9" details="32:40-33:26" /><ref name=":10" /><ref name=":4" details="Loesl, Michael. Nachwort. S. 125." /><ref>Kevin Drewes: AnNa R. stellt klar: Gleis 8 existiert weiterhin – in ihrem Soloprojekt | Medien-Puls. In: Medien-Puls. 17. August 2023, abgerufen am 13. September 2026.</ref> Rückblickend sagte AnNa R., dass den „Beteiligten [Gleis 8] aus den Händen glitt“<ref name=":11" />.<ref name=":11">Michael Loesl: „Ich bin so verletzbar wie jede andere auch“. In: SZ - Sächsische Zeitung. 30. September 2023, S. 23 (saechsische.de [abgerufen am 13. September 2026]).</ref>

Im Herbst 2023 veröffentlichte AnNa R. das Soloalbum König:in.<ref name=":5" /> Es erreichte Platz acht der deutschen Albumcharts und wurde positiv besprochen.<ref name=":12">Sven Kabelitz: Die Rosenstolz-Sängerin schlägt den richtigen Pfad ein. In: laut.de. 22. September 2023, abgerufen am 13. September 2026.</ref><ref>Christopher Filipecki: AnNa R. - König:in. In: minutenmusik. 23. September 2023, abgerufen am 13. September 2026.</ref><ref>AnNa R. - König:in. In: hitparade.ch. 2023, abgerufen am 12. März 2026.</ref> Viele der Lieder waren für das dritte Gleis 8-Album geschrieben, welches aufgrund der Pandemie und Dorschs’ Austritt nicht mehr aufgenommen wurde.<ref name=":4" details="Loesl, Michael. Nachwort. S. 125." /><ref name=":12" /> An diese personelle und textliche Kontinuität erinnert die Billiardkugel mit der Nummer 8, welche auf dem Albumcover zu sehen ist.<ref name=":4" details="Loesl, Michael. Nachwort. S. 128." /> Für alle weiteren Lieder schrieb vor allem AnNa R. die Texte und Manne Uhlig die Musik.<ref>Nico Schimmelpfennig: „Mit Gleis 8 hat das nicht mehr viel zu tun“. In: Tag24. 13. September 2026, abgerufen am 13. September 2026.</ref>

Im Februar 2025 wurde AnNa R. zur „Joseph-Breitbach-Poetikdozentin des Jahres 2025“ ernannt.<ref name=":1">„Du bist eine Königin“: AnNa R. wird Joseph-Breitbach-Poetikdozentin in Koblenz. 25. Februar 2025, abgerufen am 4. November 2025.</ref> Die seit 2021 in gemeinsamer Trägerschaft der Stadt und Universität Koblenz organisierte Dozentur „zeichnet Persönlichkeiten aus, die sich mit ihren lyrischen oder dramatischen Texten für die internationale und interkulturelle Verständigung einsetzen“.<ref name=":1" /><ref>Katharina Göbel-Backendorf: Gedenken für AnNa R.: „Sie wollte einfach ihre Lieder singen“. In: News Koblenz. 26. Mai 2025, abgerufen am 4. November 2025.</ref>

Im Oktober 2025 wurde posthum das Album Mut zur Liebe veröffentlicht.<ref name=":6" /> Es erreichte Platz drei der deutschen Albumcharts, was zugleich ihre erfolgreichste Platzierung als Solokünstlerin darstellt. Mit Rang 25 in Österreich konnte sie sich posthum erstmals in ihrer Solokarriere in diesen Albumcharts platzieren.<ref>AnNa R. - Mut zur Liebe. In: hitparade.ch. 2025, abgerufen am 12. März 2026.</ref> Das Album erhielt überwiegend positive Kritiken.<ref>Mathias Mauersberger: Von Pop bis Rock und Chanson: AnNa R.s Album "Mut zur Liebe" erscheint posthum. In: NDR.de. 10. Oktober 2025, abgerufen am 13. September 2026.</ref><ref>Plattentests online-Team: AnNa R. - Mut zur Liebe - Plattentests.de-Rezension. 2025, abgerufen am 13. September 2026.</ref><ref>Manuel Brug WELT: „Mut zur Liebe“: Letzte Lieder - Da ist der ganze AnNa R.-Zauber wieder. In: welt.de. 22. Oktober 2025, abgerufen am 13. September 2026.</ref><ref>Philipp Kause: Diese posthume Platte hinterlässt einen Nachgeschmack. In: laut.de. 2025, abgerufen am 13. September 2026.</ref><ref>Matthias Halbig: „Es ist oft so, als wäre sie mit im Raum“: Die letzten zehn Songs von AnNa R. erscheinen. In: rnd.de. 12. Oktober 2025 (rnd.de [abgerufen am 13. September 2026]).</ref> Für den Musikkritiker Michael Loesl ist Mut zur Liebe „das profunde Erbe einer bedeutenden Künstlerin.“<ref name=":4" details="Loesl, Michael. Nachwort. S. 130." />

Im Februar 2026 erschien in der Reihe Universal-Bibliothek des Reclam Verlages das Buch Mut zur Liebe. Es enthält eine kommentierte Sammlung von 40 Liedtexten, die AnNa R. (mit-)verfasste – darunter alle Texte ihrer zwei Soloalben sowie die meisten der Band Gleis 8.<ref name=":4">AnNa R.: Mut zur Liebe. Songtexte. Hrsg.: Michael Loesl (= Reclams Universal-Bibliothek. Nr. 14888). 1. Auflage. Reclam, Ditzingen 2026, ISBN 978-3-15-014888-4.</ref><ref>Gleis 8 - Bleibt Das Immer So. In: discogs.com. 2013, abgerufen am 15. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Gleis 8 - Endlich. In: discogs.com. 2016, abgerufen am 15. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name=":5">AnNa R. - König:in. In: discogs.com. 22. September 2023, abgerufen am 15. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name=":6">AnNa R. - Mut Zur Liebe. In: discogs.com. 10. Oktober 2025, abgerufen am 15. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Stefan Neuhaus, der Mitorganisator der Joseph-Breitenbach-Poetikdozentur, analysiert in einem zusätzlichen Essay die Poetik im Werk von AnNa R.<ref name=":4" details="Neuhaus, Stefan: Das Poetische, das Private und das Politische: Die Songtexte von AnNa R. im Kontext. S. 137–154." /> Neuhaus hebt darin hervor, dass sich die Lieder von AnNa R. durch „kunstvoll-spielerische Kontrafaktur und Kritik“<ref name=":4" details="Neuhaus, Stefan: Das Poetische, das Private und das Politische: Die Songtexte von AnNa R. im Kontext. S. 142." /> auszeichnen und das Thema Liebe „zur zentralen Metapher“<ref name=":4" details="Neuhaus, Stefan: Das Poetische, das Private und das Politische: Die Songtexte von AnNa R. im Kontext. S. 148." /> wird.<ref name=":4" details="Neuhaus, Stefan: Das Poetische, das Private und das Politische: Die Songtexte von AnNa R. im Kontext. S. 142, 148." />

AnNa R. litt nach eigener Aussage zeitlebens „an Unterschätzung und an Lampenfieber“<ref name=":8" details="04:04-04:08" />.<ref name=":9" details="31:22-32:30" /> Sie wollte aber „schon immer Leute anrühren oder berühren“<ref name=":8" details="41:05-41:07" /> ging jedoch nicht davon aus, dass sie mit ihrer Musik helfen könne<ref name=":8" details="41:20-41:28" /> – „letztendlich ist es nur Musik.“<ref name=":8" details="41:30-41:32" />

Dass AnNa R. ihre ganze Karriere lang Popmusik machte, war nicht beabsichtigt. 2023 sagte sie dazu: „Ich werde aus Versehen immer Popmusik machen, obwohl ich privat lieber zu Chanson, Folk und Jazz greife. Ich bleibe wohl mein Leben lang vor allem eine Pop-Maus.“<ref name=":11" />

Künstlername[Bearbeiten]

Im Juli 2013 berichtete sie in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung, der ihr von Wikipedia zugeschriebene zweite Vorname Natalie sei eine Erfindung. Das großgeschriebene „N“ in ihrem Künstlernamen stehe nicht für einen Vornamen. Die Schreibweise „AnNa“ sei von ihr 1992 lediglich gewählt worden, weil sie diese „sehr hübsch“ fand.<ref>Repertoiresuche. In: portal.gema.de. Abgerufen am 10. August 2026.</ref> Den Namen Natalie habe sich „jemand ausgedacht, der dem großen N offenbar eine Bedeutung geben wollte“.<ref name="noz">Marcus Tackenberg: Ex-Rosenstolz-Sängerin heißt nicht Natalie. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 5. Juli 2013, abgerufen am 2. Februar 2019.</ref> Dessen ungeachtet wird sie auch im 2006 veröffentlichten Handbuch Wer war wer in der DDR? unter dem Namen „Rosenbaum, Andrea Natalie“ geführt.<ref>Jan Wielgohs: Rosenbaum, Andrea Natalie (»AnNa R.«). In: Wer war wer in der DDR? 5. Auflage. Band 2. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4, S. Vorlage:VonBis (bundesstiftung-aufarbeitung.de). S. 841 der Printausgabe von 2006, hrsg. von Helmut Müller-Enbergs.</ref>

Die Schreibweise AnNa R. wurde nicht durchgängig verwendet. In allen Rosenstolz-Alben und -Singles von 1993 bis 1998, beginnend mit der Single Schlampenfieber (1993) bis einschließlich der Single Nur einmal noch / Herzensschöner (1998), wird bei den Textcredits die Variante „Anna Err“ benutzt. In den Gesamtcredits findet sich hingegen stets die Schreibweise AnNa R.<ref>Rosenstolz. 2006. Nur einmal noch (CD-Booklet). MFE Musik für Erwachsene. EAN: 4 012176 612327.</ref><ref>Rosenstolz - Mittwoch Is' Er Fällig. In: discogs.com. 1995, abgerufen am 16. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Rosenstolz. 1996. Objekt der Begierde (CD-Booklet). Polydor. EAN: 7 31453 17372 9.</ref><ref>Rosenstolz - Die Schlampen Sind Müde. In: discogs.com. 2. Juli 2025, abgerufen am 16. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Rosenstolz. 2007. Die Singles 92-07. Universal Music Group. EAN: 0602517448711.</ref> Im Booklet zum ersten Livealbum der Band Zuckerschlampen:Live (1999) steht als Gesang „Anna R.“, bei den Texten dagegen AnNa R.<ref>Rosenstolz. 1999. Zuckerschlampen:Live (CD-Booklet). Polydor. EAN: 7 314547 89424.</ref>

Politisches Engagement und Ansichten[Bearbeiten]

Ab den frühen 1990er-Jahren setzte AnNa R. sich zusammen mit Plate für Menschen mit HIV und AIDS ein. Rosenstolz sammelte auf den Konzerten Spenden und veranstalteten Benefizkonzerte. AnNa R. war überdies Gründungsmitglied des Kuratoriums der Berliner Aids-Hilfe.<ref>Jens Petersen: Zum Tod von AnNa R. - Eine Stimme der Hoffnung und Solidarität. In: Berliner Aids-Hilfe e.V. 17. März 2025, abgerufen am 4. November 2025.</ref> 2011 erhielt sie zusammen mit Plate den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für ihre Bemühungen im Kampf gegen AIDS.<ref name=":2" />

AnNa R. war Mitglied bei Sea-Watch.<ref name=":4" details="S. 75" /> Sie bezeichnete es als „eine weltweite Katastrophe, dass es scheinbar völlig egal ist, wie viele Menschen nach wie vor auf der Flucht in den Meeren ertrinken“<ref name=":13">Dennis Ebbecke: "Weil ich es muss": Frühere Rosenstolz-Sängerin AnNa R. erklärt, warum sie Tiktok nutzt. In: web.de. 22. September 2023, abgerufen am 13. September 2026.</ref> und griff das Thema in ihrem Lied Meer voller Seelen (2023) auf.<ref name=":12" /> Dennoch glaubte sie daran, „dass die Menschlichkeit eines Tages siegen wird.“<ref name=":13" />

Trotz des Albumtitels König:in (2023) stand sie dem Gendern eher kritisch gegenüber. Es verhindere nicht, dass die männliche Form zuerst komme.<ref name=":11" /><ref name=":13" /> Mit dem Albumtitel wolle sie zum Nachdenken darüber anregen.<ref name=":13" />

Unverständnis äußerte AnNa R. auch gegenüber einigen Gesten und Debatten in feministischen und emanzipatorischen Bewegungen: „Der gesellschaftliche Mief vergangener Zeiten lässt sich weder durchs Gendern noch durch sogenannte ‚feministische Außenpolitik' umkehren. Ich genieße meine Weiblichkeit, stehe aber oft rätselnd vor den Emanzipationszeichen unserer Zeit.“<ref name=":11" /> Wichtiger sei, dass die queere Szene zusammenarbeite, mit einer Stimme spreche und sich nicht gegenseitig blockiere oder zerrede.<ref name=":9" details="38:50-40:23" />

AnNa R. positionierte sich 2023 gegen die „polarisierenden Poltergeistern unserer Zeit“<ref name=":11" />, gegen den Fokus auf „Identitäten, die längst überholt sind“<ref name=":11" /> sowie gegen die Tendenz, dass sich einige Menschen „für besser oder gleicher als andere Menschen empfinden“<ref name=":9" details="37:09-37:17" />.<ref name=":11" /> Sie könne das „absolut nicht nachvollziehen“.<ref name=":9" /> Kritik an Nationalismus und Rechtspopulismus äußerte sie auch in ihrem Lied Nicht meins (2023).<ref name=":12" />

Sie warnte zudem davor, „wie Stimmung zum Monster werden kann, wie einfach man Menschen beeinflussen kann.“<ref name=":10" /> Dies wurde ihr bei Rosenstolz-Konzerten in den großen Arenen klar, als alle ihre Äußerungen „bejaht und abgefeiert“<ref name=":10" /> wurden.<ref name=":10" />

AnNa R. kritisierte Social-Media-Plattformen, weil deren Schnelligkeit und Unmittelbarkeit dazu beitrüge, interne Regierungskonflikte (gezielt) nach außen dringen zu lassen. Obwohl die dadurch entstandene Transparenz positiv sei, schwäche dies das Vertrauen in die Politik und lenke den Fokus auf die Konflikte statt auf die eigentliche Arbeit.<ref name=":9" details="43:00-46:42" /> Zudem würden die Plattformen ein ungesundes Vergleichen mit anderen Menschen in Bereichen wie Körper und Karriere fördern.<ref name=":9" details="08:55-12:20" />

Religion und Spiritualität spielte für AnNa R. nie eine Rolle. In ihrer Jugend beschäftigte sie sich oberflächlich damit, kam aber zu dem Schluss, es war „alles nix für mich“<ref name=":8" details="17:57-17:58" />.<ref name=":9" details="48:47-49:19, 54:23-56:24" />

Privatleben und Tod[Bearbeiten]

AnNa R. auf einer Bühne, die ein Mikrofon hält und in es singt, beim Abschlusskonzert ihrer König:in-Tour in Bremen 2024. Sie trägt ein kariertes Kleid mit weitem Rock und hat ein Haarband oder eine Tiara auf. Der Hintergrund ist von lila und blauen Bühnenlichtern beleuchtet, die eine rauchige Atmosphäre erzeugen. Hinter ihr ist ein Mann in schwarzem Hemd und mit roten Hosenträgern an einem roten Keyboard zu sehen. Die Momentaufnahme aus der Live-Performance wird durch die dramatische Beleuchtung und Bühnenpräsenz hervorgehoben.
AnNa R. (2024)

2002 heiratete sie ihren langjährigen Partner, den MTV-Senior-Producer und Regisseur Nilo Neuenhofen,<ref>Victoria Berg: Rosenstolz – So sind wir privat. In: super-illu.de. 25. März 2006, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. Dezember 2008; abgerufen am 21. März 2008.</ref> der auch in vielen Videos der Gruppe Rosenstolz Regie führte (z. B. Ich will mich verlieben). Als er 2023 starb, war das Paar getrennt, aber noch befreundet gewesen.<ref>Christian Gehrke: Rosenstolz-Sängerin AnNa R.: So zurückgezogen lebte sie kurz vor ihrem Tod in Friedrichshain. In: Berliner Zeitung. 18. März 2025, abgerufen am 18. März 2025.</ref>

AnNa R. lebte in Berlin-Friedrichshain. Sie wurde im März 2025 in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Sie war infolge einer Erkrankung im Alter von 55 Jahren gestorben.<ref>AnNa R. verstorben. In: Berliner Zeitung. 23. März 2025, abgerufen am 26. März 2025.</ref> Vor dem Theater des Westens in Berlin-Charlottenburg wurde ein temporärer Gedenkort für sie eingerichtet.<ref>Nach Tod von AnNa R.: Gedenkort am Berliner Theater des Westens. In: Musikexpress. 19. März 2025, abgerufen am 4. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Diskografie[Bearbeiten]

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Studioalben[Bearbeiten]

  • 2023: König:in
  • 2025: Mut zur Liebe

Singles[Bearbeiten]

Als Leadmusikerin[Bearbeiten]

Als Gastmusikerin[Bearbeiten]

Hörbücher[Bearbeiten]

  • 2001: Die Nachtigall und die Rose<ref>Oscar Wilde, AnNa R. - Die Nachtigall Und Die Rose. In: discogs.com. 2001, abgerufen am 13. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • 2002: Was denkst Du (zusammen mit Olli Dittrich)<ref>Kati Naumann: Vita. Abgerufen am 13. September 2026.</ref>

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Neuhaus, Stefan: Das Poetische, das Private und das Politische: Die Songtexte von AnNa R. im Kontext. In: AnNa R.: Mut zur Liebe. Songtexte. Hrsg.: Michael Loesl, S. 137–154. 1. Auflage. Reclam, Ditzingen 2026 (= Reclams Universal-Bibliothek. Nr. 14888), ISBN 978-3-15-014888-4.
  • Jan Wielgohs: Rosenbaum, Andrea Natalie (»AnNa R.«). In: Wer war wer in der DDR? 5. Auflage. Band 2. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4, S. Vorlage:VonBis (bundesstiftung-aufarbeitung.de).

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: AnNa R. – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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