Anbay
Anbay (sabäisch ʿNBY „der Sprechende/der Verkündende“ (?)<ref>Höfner 1970, S. 246. Die zugrundeliegende Wurzel ist im Altsüdarabischen jedoch nicht belegt.</ref> arabisch أنباي, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) ist eine in Qataban im heutigen Jemen häufig erwähnte Gottheit.<ref name=Hoefner>Maria Höfner, Südarabien in Dietz Otto Edzard, Götter und Mythen im Vorderen Orient S. 496 f. (online)</ref>
In den offiziellen Anrufungen folgt er dem Reichs- und Mondgott Amm (zitiert als RES 3854 und 3945). Häufig wurde er sogar gemeinsam mit Ḥawkam (auch Ḥaukim) angerufen, als "derjenige des Befehls und der Willensentscheidung".<ref name=Ryckmans>Jacques Ryckmans, Die Altsüdarabische Religion, (siehe Lit.), S. 112</ref> Der Name Ḥawkam deutet auf Weisheit hin. Diese beiden stellten möglicherweise zwei Aspekte einer Gottheit dar, die mit dem assyro-babylonischen Gott Nabû vergleichbar ist, als Sprecher der Götter, dem Schicksal und der Wissenschaft verbunden.<ref name=Ryckmans /> Anbay wurde oft als Šāyim (šym) = Patron<ref>Maria Höfner, Südarabien in Dietz Otto Edzard, Götter und Mythen im Vorderen Orient S. 533 (online).</ref><ref>M. Höfner führt dazu aus: In der Bundesformel (Bundesschließung) wird šym (Patron) von ʿl (=Gott) unterschieden. Der Begriff šym drücke keine Kategorie im Rang niederer anzusiedelnder Götter aus, denn auch die großen Götter, wie Athtar und Almaqah, seien als šym bezeichnet worden. Dies verdeutliche eine Funktions- nicht eine Rangbezeichnung. In der Funktion käme vielmehr ein bestimmtes Verhältnis beziehungsweise eine bestimmte Stellung eines Gottes zu den Menschen zum Ausdruck (Ausführung auf S. 533).</ref> angesprochen und fehlte nie im qatabanischen Rechtsverkehr bezüglich Kaufurkunden für Häuser und Gräber (Klausel: bḥg ʿNBY = nach dem Gesetz des Anbay); dies mit der Bedeutung, dass Käufe erst dann rechtskräftig waren (zitiert als RES 3540).<ref name=Hoefner />
An der Stelle des heutigen Ḥeid bin ʿAqīl hatte Anbay einen Tempel. An dieser Stelle befand sich zugleich die Nekropole der qatabanischen Hauptstadt Timna.<ref name=Hoefner />
Literatur[Bearbeiten]
- Jacques Ryckmans: Die Altsüdarabische Religion. In: Werner Daum: Jemen, Umschau, Frankfurt/Main, ISBN 3-7016-2251-5; S. 111–115
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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