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Andreas Eis

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Andreas Eis (* 17. Mai 1968 in Erfurt) ist ein deutscher Politikdidaktiker. Er ist seit 2015 Professor für Politische Bildung an der Universität Kassel. Er ist aktiv im Forum kritische politische Bildung<ref name=":1">FKPB - Forum kritische politische Bildung | AkG. Abgerufen am 9. Juni 2026.</ref> und Mitherausgeber des Jahrbuchs für Pädagogik<ref name=":2">Jahrbuch für Pädagogik 2024: Deglobalisierung. 1. Auflage. Juventa Verlag, Weinheim 2025, ISBN 978-3-7799-8633-1.</ref>.

Leben[Bearbeiten]

Nach einer Tischlerlehre in Eisenach und anschließender Tätigkeit als Schreiner in Mannheim absolvierte Eis das Studium für Gymnasiallehramt mit den Fächern Sozialkunde und Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Auslandssemester absolvierte er am Institut d’Etudes Politiques in Rennes (Frankreich) und an der Michigan State University, East-Lansing, (Michigan, USA). Das zweite Staatsexamen legte er mit dem Referendariat in Stadtroda in den Fächern Ethik und Sozialkunde ab.<ref name=":0">Zur Person - FB05 - Uni Kassel. Abgerufen am 9. Juni 2026.</ref>

Forschung und Lehre[Bearbeiten]

Von 2004 bis 2008 arbeitete Eis als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Didaktik der Politik im Institut für Politikwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 2005 absolvierte er ein Graduiertenstudium für Empirische Didaktikforschung am Zentrum für Lehrerbildung und Didaktikforschung der FSU Jena<ref name=":0" />. Seine Promotion (2009) trug den Titel: „Europäische Bürgerschaftsbildung. Die Generierung konzeptuellen Deutungswissens im Politikunterricht als Neukonstruktion der Bürgerrolle im europäischen Mehrebenensystem“<ref>Europäische Bürgerschaftsbildung | 4575. Abgerufen am 9. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>.

Von 2009 bis 2011 übernahm Eis die Vertretungsprofessur für die Didaktik der Sozialwissenschaften und der Politischen Bildung an der Goethe-Universität Frankfurt/M., von 2011 bis 2015 war er als Juniorprofessur für Didaktik der politischen Bildung an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg tätig<ref name=":0" />. Gemeinsam mit David Salomon erhielt Eis 2015 den Walter-Jacobsen-Preis der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung in der Kategorie Innovation<ref>Martin: DVPB verleiht Walter-Jacobsen-Preis. In: DVPB. 16. März 2015, abgerufen am 9. Juni 2026.</ref>.

Seit 2015 ist Eis Professor für die Didaktik der politischen Bildung an der Universität Kassel. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind: Europapolitische Bildung, Transformationsprozesse und Vergesellschaftung in entgrenzten Demokratien, Diversität und partizipatorische Demokratiebildung und Qualitative Lern- und Unterrichtsforschung.<ref>Forschungsprojekte - FB05 - Uni Kassel. Abgerufen am 9. Juni 2026.</ref>

Er wirkte am 16. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung zur Förderung demokratischer Bildung im Kinder- und Jugendalter des BMFSFJ mit, der 2020 erschien.<ref>16. Kinder- und Jugendbericht. 11. November 2020, abgerufen am 9. Juni 2026.</ref>

Seit 2020 ist er Mitherausgeber des Jahrbuchs für Pädagogik.<ref name=":2" />

Eis ist einer der Betreuern im Graduiertenkolleg: „Just and sustainable transformation. Gerechte und nachhaltige Transformation.“<ref>Startseite - FORSCHUNG - Uni Kassel. Abgerufen am 9. Juni 2026.</ref> der Hans-Böckler-Stiftung. Eines seiner aktuellen Forschungsprojekte widmet sich dem Thema: „Shifting Borders of Transnational Democracy. Citizenship Education in Europe“.<ref>Shifting Borders of Transnational Democracy. Concepts, Conflicts and Practices of Citizenship Education in Europe - FB05 - Uni Kassel. Abgerufen am 9. Juni 2026.</ref>

Kritische politische Bildung[Bearbeiten]

Eis ist engagiert im Forum kritische politische Bildung<ref name=":1" /> und Mitinitiator der Frankfurter Erklärung für eine kritisch-emanzipatorische Politische Bildung (2015)<ref>Frankfurter Erklärung. Für eine kritisch-emanzipatorische Politische Bildung | AkG. Abgerufen am 10. Juni 2026.</ref>. 2024 war Eis Mitherausgeber des „Handbuch. Kritische politische Bildung“<ref>Handbuch kritische politische Bildung (= Politik und Bildung. Band 95). Völlig überarbeitete Neuauflage Auflage. Wochenschau Verlag, Frankfurt/M 2024, ISBN 978-3-7344-1594-4.</ref><ref>Handbuch kritische politische Bildung | Print | 41594. Abgerufen am 10. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>. Kritische politische Bildung zielt darauf ab, bestehende gesellschaftliche Macht- und Herrschaftsverhältnisse zu verstehen und verändernd in sie eingreifen zu können. Im Sinne einer menschenrechtsorientierten Bildung geht es ihr darum, demokratische, nachhaltige und inklusive Verhältnisse zu stärken. Sie zeichnet sich insbesondere durch machtanalytische und herrschaftskritische Positionen sowie emanzipatorische und antidiskriminierende Ansätze aus.<ref>Startseite - FB05 - Uni Kassel. Abgerufen am 10. Juni 2026.</ref>

Mitgliedschaften in Vereinen und Verbänden[Bearbeiten]

Andreas Eis ist Mitglied in folgenden Vereinen/Verbänden:

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Monographien & Herausgeberschaften[Bearbeiten]

  • Andreas Eis, Christian Grabau, David Salomon (Hrsg.): Jahrbuch für Pädagogik 2024. Deglobalisierung, Weinheim/Basel 2025.
  • Yasmine Chehata, Andreas Eis, Bettina Lösch, Stefan Schäfer, Sophie Schmitt, Andreas Thimmel, Jana Trumann, Alexander Wohnig (Hrsg.): Handbuch kritische politische Bildung, Frankfurt/M. 2024.
  • Andreas Eis, Marina Hethke, Ute Becker, Bernd Overwien, Eva-Maria Kohlmann (Hrsg.): Die politische Pflanze. Pflanzen, Wissen, Engagement! Entwicklung, Erprobung und Verbreitung innovativer Bildungsformate an Naturschutzakademien und Botanischen Gärten, Kassel 2023.
  • BMFSFJ (Hrsg.): Bericht über die Lage junger Menschen und die Bestrebungen und Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland – 16. Kinder- und Jugendbericht – Förderung demokratischer Bildung im Kindes- und Jugendalter, Drucksache des Deutschen Bundestages 19/24200, Berlin 2020 (Andreas Eis Mitautor und Mitglied der Sachverständigenkommission der Bundesregierung).
  • Andreas Eis, Jannis Eicker, Anne-Katrin Holfelder, Sebastian Jacobs, Sophie Yume, Konzeptwerk Neue Ökonomie (Hrsg.): Bildung Macht Zukunft: Lernen für die sozial-ökologische Transformation?, Frankfurt/M. 2020.
  • Andreas Eis, Claire Moulin-Doos (Hrsg.): Kritische politische Europabildung. Die multiple Krise Europas als kollektive Lerngelegenheit? Immenhausen 2018.
  • Andreas Eis, David Salomon (Hrsg.): Gesellschaftliche Umbrüche gestalten – Transformationen in der Politischen Bildung. Schwalbach/Ts. 2014.
  • Harald Büsing, Andreas Eis, Manfred Klöpper (Hrsg.): Demokratie in der Krise – Krisenpolitik und demokratische Legitimation. Oldenburg 2013.
  • Andreas Eis, Torsten Oppelland, Christian Tischner (Hrsg.): Politik kulturell verstehen. Politische Kulturforschung in der Politikdidaktik. Festschrift für Carl Deichmann zum 65. Geburtstag. Schwalbach/Ts. 2011.
  • Andreas Eis: Europäische Bürgerschaftsbildung. Die Neukonstruktion der Bürgerrolle im europäischen Mehrebenensystem. Schwalbach/Ts. 2010.
  • Andreas Eis: Kulturelle und politische Identität deutschsprachiger Minderheiten in Nordamerika. Der Gemeinschafts- und Politikbegriff der Amischen. Universität Jena 2001.

Mitwirkung an Bildungsmaterialien[Bearbeiten]

  • Andreas Eis, Jannis Eicker, Martin Gertenbach, Susanne Rosenkranz: Gesellschaft – Natur – Politik. In: Zeitschrift Wochenschau Politik und Wirtschaft unterrichten. Vertiefungsheft Sek. I Nr. 3/2022.
  • Andreas Eis, Christoph Hörnschemeyer, Johannes Krämer, Holger Oppenhäuser, Gunter Quaißer, Herbert Storn: Europa nach der Krise? Attac Bildung: Wirtschaft demokratisch gestalten lernen. Frankfurt/M. 2015.
  • Andreas Eis, Christoph Hörnschemeyer, Roland Jourdan, Frederik Metje, Holger Oppenhäuser, Gunter Quaißer: TTIP & Co: Handelsvertrag sticht Demokratie? Attac Bildung: Wirtschaft demokratisch gestalten lernen. Frankfurt/M. 2016.

Beiträge in Fachzeitschriften, Sammelbänden und Handbüchern (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Andreas Eis, Juliane Hammermeister: Herrschaftskritik und emanzipative Praxis: Hegemonie und Zivilgesellschaft als pädagogisches Verhältnis bei Antonio Gramsci. In: Markus Gloe, Tonio Oeftering (Hrsg.): Politische Bildung meets Politische Theorie. Schwalbach/Ts. 2017, S. 103–119.
  • Andreas Eis, Claire Moulin-Doos: Prekäre Verantwortung zwischen Entpolitisierung und politischer (Selbst)Steuerung. Verantwortungskonflikte in der Politischen Bildung. In: Anna Henkel, Niels Åkerstrøm-Andersen (Hrsg.): Precarious Responsibility: Attribution of Responsibility under Conditions of Trust in Systems. Soziale Systeme. Zeitschrift für Soziologische Theorie Jg. 19/Heft 2., Berlin/Boston: De Gruyter 2016, S. 405–429.
  • Andreas Eis: „Doing Identity“ statt Integration? – Postnationale Narrationen des Selbst als Gegenstand politischer Ethik und Aufgabe hermeneutischer Bildungsforschung. In: Ingo Juchler (Hrsg.): Hermeneutische Politikdidaktik: Perspektiven der politischen Ethik. Wiesbaden 2015, S. 121–138.
  • Andreas Eis: ‚Die Früchte gehören allen und die Erde niemandem!‘ – Translokale Kämpfe um Gemeingüter oder ‚universelle‘ Rechte auf Ausbeutung? Konflikte um Menschenrechte und Rechte der Natur im Globalen Lernen. In: Andreas Eis, Christian Grabau, David Salomon (Hrsg.): Jahrbuch für Pädagogik. Deglobalisierung. Weinheim/Basel 2025, S. 203–219.
  • Andreas Eis: Kritische europapolitische Bildung. In: Boris Brokmeier, Beate Rosenzweig (Hrsg.): Europas Zukunft nach der Wahl. Außerschulische Bildung. Zeitschrift der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung Nr. 4/2024, S. 36–43.
  • Andreas Eis, Eva-Maria Kohlmann: Pflanzen als Solidary Citizens: Soziale Kämpfe für eine solidarische Lebensweise oder universelle Rechte auf Ausbeutung der Natur?. In: Lara Kierot, Ulrich Brand, Dirk Lange (Hrsg.): Solidarität in Zeiten multipler Krisen. Wiesbaden 2023, S. 137–154.
  • Andreas Eis, Ralf Mayer Dirk Stederoth, Steffen Wittig: Bildungsregime und Transformationskrisen. In: Carsten Bünger, u. a. (Hrsg.): Jahrbuch für Pädagogik 2022. 30 Jahre und kein Ende der Geschichte, Weinheim/Basel 2023, S. 16–30.
  • Andreas Eis, Nilda Inkermann: Konzepte politischer Nachhaltigkeitsbildung. In: Politische Bildung. Aus Politik und Zeitgeschichte Nr. 48/2022, S. 29–34.
  • Andreas Eis, Sophie Schmitt: Politische Bildung in der Europäischen Union – Ansätze und Entwicklungstrends. In: Wolfgang Sander, Kerstin Pohl (Hrsg.): Handbuch politische Bildung. Frankfurt/M. 2022, S. 593–601.
  • Andreas Eis: Digitale Kommunikation und transnationale Öffentlichkeit(en): Analyse von Machtstrukturen und politischer Handlungsfähigkeit in sozialen Bewegungen, In: Manuel Hubacher, Monika Waldis Weber (Hrsg.): Politische Bildung für die digitale Öffentlichkeit. Umgang mit politischer Information und Kommunikation in digitalen Räumen. Wiesbaden 2021, S. 109–130.
  • Andreas Eis: „Politische Pflanzen“ verschieben die Grenzen der gemeinsamen Welt und die Aufgaben der politischen Bildung. In: Gesine Bade, Nicholas Henkel, Bernd Reef (Hrsg.): Politische Bildung: vielfältig – kontrovers – global. Festschrift für Bernd Overwien. Frankfurt/M. 2020, S. 119–134.
  • Andreas Eis, Frederik Metje: Zur Rolle von Wut und Empörung im Politischen. In: Anja Besand, Bernd Overwien, Peter Zorn (Hrsg.): Politik mit Gefühl. Vom Umgang mit Gefühlen und anderen Kleinigkeiten im Feld von Politik und politischer Bildung. Bonn 2019, S. 188–199.
  • Andreas Eis, Bettina Lösch: Kritische Gesellschaftsanalysen und globale politische Bildung. In: Kritik. Zeitschrift für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften Nr. 1/2018, S. 43–60.
  • Andreas Eis: Soziale Kämpfe um politische Alternativen verstehen und gestalten: Hegemoniekritik als Ansatz emanzipatorischer Europabildung. In: Andreas Eis, Claire Moulin-Doos (Hrsg.) (2018): Kritische politische Europabildung. Die Vielfachkrise Europas als kollektive Lerngelegenheit? Immenhausen 2018, S. 118–132.
  • Andreas Eis, Claire Moulin-Doos: Cosmopolitan Citizenship Education: realistic political program or program to disillusioned powerlessness? A plea for a critical power perspective within Global Citizenship Education. In: Constructing the Legitimate Knowledge. Journal for Social Science Education Nr. 4/2017, S. 49–59.

Weblinks[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

<references />

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