Andreas Mosbacher
Andreas Mosbacher (* 14. Februar 1967 in Mainz)<ref name="CV Gießen" /> ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und seit 2013 Richter am Bundesgerichtshof.
Universitärer Werdegang[Bearbeiten]
Mosbacher studierte von 1988 bis 1993 an den Universitäten Heidelberg und Köln Rechtswissenschaft und Philosophie.<ref name="CV Gießen">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Lebenslauf von Andreas Mosbacher ( vom 17. Juli 2016 im Internet Archive), biographische Informationen auf der Webseite der Universität Gießen, Stand 2010 (abgerufen am 18. Juli 2016)</ref> Anschließend war er von 1993 bis 1995 zwei Jahre lang als wissenschaftlicher Mitarbeiter von Georg Küpper am Lehrstuhl für Strafrecht und Strafprozessrecht der Universität Potsdam tätig,<ref name="CV Gießen" /> wo er im Jahre 1999 mit der seine beiden Studienfächer verbindenden Arbeit Strafrecht und Selbstschädigung: die Strafbarkeit „opferloser“ Delikte im Lichte der Rechtsphilosophie Kants zum Dr. jur. promoviert wurde.<ref name="CV Gießen" /><ref> Belegexemplar Strafrecht und Selbstschädigung: Die Strafbarkeit „opferloser“ Delikte im Lichte der Rechtsphilosophie Kants = DNB 960375724 im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek.</ref>
Justizlaufbahn[Bearbeiten]
1998 trat Mosbacher als Richter auf Probe in den Justizdienst ein und wirkte in der Folgezeit am Amtsgericht Charlottenburg, bei der Staatsanwaltschaft Berlin und am Landgericht Berlin.<ref name="PM-BGH">Pressemitteilung Nr. 82/2013 des Bundesgerichtshofs vom 2. Mai 2013 (abgerufen am 18. Juli 2016)</ref> Im Juni 2001 erfolgte seine Ernennung als Richter auf Lebenszeit zum Richter am Landgericht Berlin,<ref name="CV Gießen" /> wo er zunächst als Beisitzer einigen Zivil- und Strafkammern angehörte.<ref name="PM-BGH" /> Von April 2004 bis Dezember 2006 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den in Leipzig ansässigen 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs abgeordnet.<ref name="CV Gießen" /> Nach seiner Rückkehr an das Landgericht Berlin wurde ihm 2007 erst die kommissarische Leitung einer Großen Strafkammer und kurz darauf einer Wirtschaftsstrafkammer übertragen.<ref name="PM-BGH" /> Im Oktober 2007 wurde er zum Vorsitzenden Richter am Landgericht befördert,<ref name="PM-BGH" /> als welcher er verschiedene Strafkammern leitete,<ref name="PM-BGH" /> insbesondere eine große Wirtschaftsstrafkammer.<ref name="buj">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Referentenvorstellung Andreas Mosbacher zum Compliance Summit 2014 des Bundesverbands der Unternehmensjuristen ( vom 17. Juli 2016 im Internet Archive)</ref>
Im März 2012 wurde Mosbacher zum Richter am Bundesgerichtshof gewählt.<ref>Bundesgerichte: Neue Richter ernannt, juve.de, Tanja Podolski, 17. April 2012 (abgerufen am 18. Juli 2016)</ref> Am 2. Mai 2013 erfolgte seine Ernennung und seine Zuweisung an den 1. Strafsenat.<ref name="PM-BGH" /> Zum Jahr 2017 wechselte er in den 5. Strafsenat.<ref>Geschäftsverteilung 2017 des Bundesgerichtshofs (abgerufen am 9. März 2017) (PDF; 328 kB)</ref><ref>Geschäftsverteilung 2016 des Bundesgerichtshofs (abgerufen am 18. Juli 2016) (PDF; 328 kB)</ref>
Nebentätigkeiten[Bearbeiten]
Mosbacher ist Honorarprofessor für Strafrecht und Strafprozessrecht, insbesondere Wirtschaftsstrafrecht und Revisionsrecht, an der Universität Leipzig<ref>Universität Leipzig – Juristenfakultät – Honorarprofessoren (abgerufen am 18. Juli 2016)</ref> und war zudem als Lehrbeauftragter an der Universität Potsdam tätig.<ref name="buj" /> Des Weiteren ist er Mitherausgeber der Neuen Zeitschrift für Wirtschaftsstrafrecht (NZWiSt) und Redaktionsmitglied der Neuen Zeitschrift für Strafrecht (NStZ), publiziert in Kommentaren insbesondere zum Neben- und Wirtschaftsstrafrecht sowie in Handbüchern und Fachzeitschriften und hält regelmäßig Fachvorträge.<ref name="buj" /><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Lehrveranstaltungen als Lehrbeauftragter ( vom 17. Juli 2016 im Internet Archive), biographische Informationen auf der Webseite der Universität Gießen, Stand 2010 (abgerufen am 18. Juli 2016)</ref>
Mosbacher hat von Georg Küpper, seinem Doktorvater ein Lehrbuch zum Nebenstrafrecht übernommen, das 2022 im Springer Verlag erscheinen soll.<ref>Georg Küpper, Andreas Mosbacher: Nebenstrafrecht (= Springer-Lehrbuch). Springer-Verlag, Berlin Heidelberg, ISBN 978-3-540-89065-2 (springer.com [abgerufen am 24. September 2021]).</ref>
Sonstiges öffentliches Wirken[Bearbeiten]
Mosbacher gründete 2003 die Potsdamer Wilhelm von Humboldt Vereinigung zur Förderung der Rechtsphilosophie, deren Vorsitzender er seitdem ist.<ref name="CV Gießen" /> Als Mitglied im Arbeitskreis Corporate Compliance des Institute for European Affairs<ref> Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Arbeitskreis Corporate Compliance des INEA Institute for European Affairs ( vom 17. Juli 2016 im Internet Archive)</ref> ist er Mitverfasser des Kodex zur Abgrenzung von legaler Kundenpflege und Korruption.<ref>Kodex zur Abgrenzung von legaler Kundenpflege und Korruption des Arbeitskreises Corporate Compliance, 2010 (abgerufen am 18. Juli 2016) (PDF; 1460 kB)</ref> Im Jahr 2012 gründete Mosbacher die Berliner Walter-Serner-Gesellschaft zu Ehren des 1942 von den Nationalsozialisten erschossenen Autors.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Berliner Walter Serner Gesellschaft ( vom 17. Juli 2016 im Internet Archive) (abgerufen am 18. Juli 2016)</ref> Im Jahr 2016 verfasste er den Aufsatz „Wie primitive Urmenschen“ – eine späte Entschuldigung (Neue Juristische Wochenschrift 2016, S. 30 ff.), in welchem er sich im Namen des Bundesgerichtshofs für dessen in den 1950er Jahren gefällte „Zigeunerurteile“ entschuldigte.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Nach 60 Jahren: BGH-Richter Mosbacher entschuldigt sich für „Zigeuner-Urteile“ des Bundesgerichtshofs ( vom 27. August 2016 im Internet Archive), Robert Dübbers, www.jurion.de, 18. Januar 2016 (abgerufen am 18. Juli 2016)</ref>
Veröffentlichungen[Bearbeiten]
- Ignor, Alexander; Mosbacher, Andreas: Handbuch Arbeitsstrafrecht: Personalverantwortung als Strafbarkeitsrisiko, 3. Aufl., Verlag Boorberg, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-415-05520-9
- SchwarzArbG und AÜG in: Joecks, Wolfgang; Miebach, Klaus (Hrsg.): Münchener Kommentar zum Strafgesetzbuch Band 7 Nebenstrafrecht II, Verlag C.H.Beck, München 2015, ISBN 978-3-406-60297-9
- Kapitel 12.4. Illegale Beschäftigung von Ausländern in: Achenbach, Hans (Hrsg.): Handbuch Wirtschaftsstrafrecht, 4. Aufl., Verlag C.F. Müller, Heidelberg 2015, ISBN 978-3-8114-6019-5
- §§ 95 bis 98 AufenthG in: Fritz, Roland; Vormeier, Jürgen (Hrsg.): Gemeinschaftskommentar zum Aufenthaltsgesetz, Loseblatt, Verlag Luchterhand, ISBN 978-3-472-05322-4
- 12. Abschnitt des OWiG in: Scherf, Uwe; Schmieszek, Hans-Peter; Viefhues, Wolfram (Hrsg.): Elektronischer Rechtsverkehr, Verlag C.F. Müller, Heidelberg 2006, ISBN 978-3-8114-3321-2
- Lemke, Michael; Mosbacher, Andreas: Ordnungswidrigkeitengesetz Kommentar, 2. Aufl., Verlag C.F. Müller, Heidelberg 2005, ISBN 978-3-8114-0862-3
- Mosbacher, Andreas: Strafrecht und Selbstschädigung: die Strafbarkeit „opferloser“ Delikte im Lichte der Rechtsphilosophie Kants, Dissertation, Verlag Springer, Berlin 2001, ISBN 978-3-540-41615-9
Weblinks[Bearbeiten]
- Biographische Informationen auf der Webseite des Beckverlages
- Biographische Informationen auf der Webseite der Universität Gießen (Stand 2010)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mosbacher, Andreas |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Rechtswissenschaftler und Richter am Bundesgerichtshof |
| GEBURTSDATUM | 14. Februar 1967 |
| GEBURTSORT | Mainz, Rheinland-Pfalz, Deutschland |