Andreas Wunn
Andreas Wunn (* 19. Januar 1975 in Neustadt an der Weinstraße<ref>Andreas Wunn | Kommunikationskongress 2013. 14. März 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. März 2013; abgerufen am 25. Februar 2018.</ref>) ist ein deutscher Journalist, Buchautor und TV-Moderator. Beim ZDF leitet er die Redaktion des ZDF-Morgenmagazins und -Mittagsmagazins und moderiert das Morgenmagazin.
Leben und Wirken[Bearbeiten]
Ausbildung[Bearbeiten]
Wunn wuchs in der Nähe von Trier im rheinland-pfälzischen Konz auf und legte 1994 am dortigen Gymnasium das Abitur ab. 1991/1992 verbrachte er ein Jahr als Austauschschüler in Kalifornien. 1994–1996 leistete er einen Sozialen Dienst im Ausland in Sucre in Bolivien. Die dortige Erfahrung prägte seine spätere Beschäftigung mit Lateinamerika und Brasilien.
Von 1996 bis 2000 studierte Wunn Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin. Parallel zu seinem Studium sammelte er journalistische Erfahrungen. 1997 nahm er am Arthur F. Burns Fellowship des Internationalen Journalisten-Programms teil und arbeitete bei KQED Radio in San Francisco. Von 1997 bis 1999 war er außerdem Mitarbeiter im Berliner Büro der Frankfurter Rundschau und als Reporter für Antenne Brandenburg, das Hörfunkprogramm des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB), tätig.
Von 1999 bis 2000 studierte Wunn an der Graduate School of Asia-Pacific Studies der Waseda-Universität in Tokio. Während seines Aufenthalts in Japan arbeitete er als Nachrichtenredakteur beim deutschen Kurzwellenprogramm von Radio Japan, dem internationalen Angebot des japanischen Rundfunks NHK.
Journalistische Laufbahn[Bearbeiten]
Nach seiner Rückkehr nach Deutschland arbeitete Wunn bis 2002 als Redakteur beim ZDF-Morgenmagazin in Berlin sowie bei Antenne Brandenburg. Von 2002 bis 2003 absolvierte er beim ZDF ein Redaktionsvolontariat. Anschließend war er bis 2005 als Reporter in der ZDF-Hauptredaktion Außenpolitik tätig und berichtete unter anderem aus Pakistan, Afghanistan, Ägypten, der Türkei und Osteuropa. Von 2005 bis Mai 2007 moderierte er die ZDF-Sendung heute - in Europa und übernahm vertretungsweise auch Moderationen des auslandsjournals. Im Juni 2007 wurde Wunn innerhalb der ZDF-Chefredaktion zum Chef vom Dienst berufen. In dieser Funktion war er bis 2010 mit der Organisation und Steuerung des Informationsprogramms des Senders befasst.
Von 2010 bis 2016 war Wunn Südamerika-Korrespondent des ZDF und leitete das ZDF-Studio in Rio de Janeiro. In dieser Zeit berichtete er über zahlreiche politische und gesellschaftliche Ereignisse in Südamerika sowie über internationale Großereignisse in Brasilien. Zu seinen Berichten gehörten unter anderem die Rettung der 33 verschütteten Bergleute im chilenischen Bergwerk San José im Jahr 2010, der Tod des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez 2013, die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien und die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro. Er berichtete außerdem über den kolumbianischen Konflikt und besuchte 2016 noch vor dem Friedensabkommen zwischen der kolumbianischen Regierung und den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) ein geheimes Dschungelcamp der marxistischen Guerillaorganisation.
Für seine Fernsehreportagen und Dokumentationen aus Südamerika wurde Wunn mehrfach ausgezeichnet.
Während seiner Zeit als Korrespondent setzte er sich auch publizistisch mit Brasilien auseinander. In seinem humoristischen Buch In Brasilien geht’s ohne Textilien<ref>Carolin Gasteiger: Karneval in Rio. "Nur nicht Samba tanzen". In: SZ. 9. Februar 2013, abgerufen am 2. September 2026.</ref> und dem Länderportrait Brasilien für Insider<ref>Eva Karnofsky: Umfassender Einblick in ein vielschichtiges Land. 31. Mai 2014, abgerufen am 2. September 2026.</ref> schilderte er persönliche Erfahrungen und Beobachtungen aus seinem Leben und seiner journalistischen Arbeit in dem südamerikanischen Land.
Zum 1. Dezember 2016 übernahm Wunn in Berlin die Leitung der Redaktion des ZDF-Morgenmagazins. Mit dem Umzug des ZDF-Mittagsmagazins von Mainz nach Berlin im April 2018 wurden die redaktionellen Strukturen der beiden Sendungen in der neuen Redaktion Tagesmagazine Berlin gebündelt. Wunn übernahm auch deren Leitung. Daneben tritt er regelmäßig als Moderator des ZDF-Morgenmagazins in Erscheinung und führt dort unter anderem Live-Interviews mit Politikerinnen und Politikern.
Tätigkeit als Autor[Bearbeiten]
2018 veröffentlichte Wunn das autobiografisch geprägte Memoir Mutters Flucht, in dem er sich mit der Fluchtgeschichte seiner Mutter, die in der Nachkriegszeit als Kleinkind einer donauschwäbischen Familie für mehrere Jahre in Lagern leben musste bis diese aus dem damaligen Jugoslawien in die Pfalz floh, und den Auswirkungen dieser Familiengeschichte auseinandersetzt.<ref>Mutters Flucht. Eine Reise zurück entlang der Balkanroute. Der Spiegel, 12. Dezember 2018, abgerufen am 2. September 2026.</ref> Mit Saubere Zeiten<ref>Andreas Wunn schreibt Roman mit autobiografischen Zügen. SWR, 13. Februar 2023, abgerufen am 2. September 2026.</ref> erschien 2023 Wunns erster Roman. Das Buch entwickelte sich zum Bestseller. Im September 2026 folgte mit Die Brüder, die wir waren sein zweiter Roman.
Veröffentlichungen[Bearbeiten]
Sachbücher und Memoir
- In Brasilien geht's ohne Textilien: Ein Deutscher in Rio de Janeiro. Heyne Verlag 2013, ISBN 978-3-453-60251-9
- Brasilien für Insider: Nahaufnahme eines Sehnsuchtslandes. Heyne Verlag 2014, ISBN 978-3-453-20057-9
- Mutters Flucht. Aufbau Verlag 2018, ISBN 978-3-550-05036-7
Romane
- Saubere Zeiten. Aufbau Verlag 2023, ISBN 978-3-351-03890-8
- Die Brüder, die wir waren. Pfaueninsel 2026, ISBN 978-3-69131-027-6
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Andreas Wunn im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Vorlage:IMDb/1
- Biographie beim ZDF
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wunn, Andreas |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Fernsehmoderator und Journalist |
| GEBURTSDATUM | 19. Januar 1975 |
| GEBURTSORT | Neustadt an der Weinstraße |