Andrew Raffo Dewar
Andrew Raffo Dewar (* 1975 in Rosario (Santa Fe)) ist ein US-amerikanischer Jazz- und Improvisationsmusiker (Sopransaxophon, Komposition) und Musikethnologe.
Wirken[Bearbeiten]
Dewar studierte zunächst Anthropologie, Musik und Asienkunde an der University of Minnesota (Bachelor), um dann seinen Master und 2009 seine Promotion in Musikkomposition und Musikethnologie an der Wesleyan University zu erwerben. Unterricht hatte er bei Steve Lacy, Anthony Braxton, Phillip Greenlief, Alvin Lucier, Bill Dixon und Milo Fine. Seine Dissertation behandelte das Kollektiv „Sonic Arts Union“ um die Komponisten Robert Ashley, David Behrman, Alvin Lucier und Gordon Mumma, das sich in den 1960er Jahren mit „handgemachter“ elektronischer Musik beschäftigte.<ref>Andrew Raffo Dewar: Handmade Sounds: The Sonic Arts Union and American Technoculture. Wesleyan University, 2009 (jaimeoliver.pe [PDF]).</ref> Daneben arbeitete er ab 1995 in der Musikszene in Minneapolis, dann in New Orleans, in der San Francisco Bay Area und New York City.
Dewar komponierte zunächst für verschiedene Ensembles in Indonesien, USA und Japan; außerdem erhielt er Stipendien von Arts International, Meet The Composer und der Getty Foundation. Dewar gehörte u. a. zum Anthony Braxton 12+1tet (9 Compositions (Iridium) 2006, 12+1tet (Victoriaville) 2007) und zum Bill Dixon Orchestra (17 Musicians in Search of a Sound: Darfur, 2007). Er schrieb Originalmusik für seine Ensembles in San Francisco, New York City und Hamburg sowie Musik für Film und Theater, aber auch Kompositionen, die ethnografische Interviews einbeziehen.
Dewar ist Assistant Professor für Interdisziplinäre Künste am New College und an der School of Music der University of Alabama. Er publizierte zu ethnografischen Forschungen zur Intermedia-Kunst der 1970er Jahre in Argentinien während der Militärdiktatur; zu philosophischen Fragen der Ontologie in den Bereichen Aufführung und Musiktechnologien; Biofeedback sowie interdisziplinäre Installationen und Performances mit elektronischer Musik unter Verwendung von 3D-Raumklang.
Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]
2019 erhielt Dewar den Robert M. Stevenson Prize der Society for Ethnomusicology, 2020 den The University of Alabama’s President’s Research Award.
Diskographische Hinweise[Bearbeiten]
- Six Lines of Transformation / Music for Eight Bamboo Flutes (Porter Records, 2008)
- Steve Swell, Andrew Raffo Dewar, Garrison Fewell: Estuaries (dEN Records 2013)
- Andrew Raffo Dewar / Kyle Bruckmann / Gino Robair / John Shiurba: Interactions Quartet (Rastascan Records 2014)
- Andrew Raffo Dewar, Andrea Centazzo, Anne LeBaron: Encantamientos (pfMENTUM 2017)
- Ekphrasis Suite (Rastascan Records 2021)
- Andrew Raffo Dewar / John Hughes / Chad Popple: Reflejos IV–VII (Waveform 2023)
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Dewar, Andrew Raffo |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Jazzmusiker und Musikethnologe |
| GEBURTSDATUM | 1975 |
| GEBURTSORT | Rosario (Santa Fe) |