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Anfangszahl

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Der Begriff der Anfangszahl ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) entstammt der Mengenlehre. Hier versteht man unter einer Anfangszahl die kleinste Ordinalzahl einer Mächtigkeitsklasse.

Der Begriff hängt direkt mit der Klasseneinteilung der unendlichen Ordinalzahlen nach ihrer Mächtigkeit zusammen. In jeder der dabei gebildeten Zahlklassen ist die Anfangszahl die (eindeutig bestimmte) kleinste Ordinalzahl innerhalb ihrer Klasse. Anfangszahlen und Alephs stehen zueinander in umkehrbar eindeutiger Beziehung (Bijektion).

Definition[Bearbeiten]

Einer beliebigen unendlichen Kardinalzahl <math>\mathfrak{m}</math> wird eine Klasse <math>Z(\mathfrak{m})</math> von Ordinalzahlen zugeordnet, die auch als Zahlklasse zu <math>\mathfrak{m}</math> bezeichnet wird, die alle <math>\eta \in \mathbf{On}</math> enthält, für die <math>\left|\eta\right| = \mathfrak{m}</math> gilt. Die Zahlklasse <math>Z(\mathfrak{m})</math> enthält ein eindeutig bestimmtes Minimum, das mit <math>\omega(\mathfrak{m})</math> notiert wird und die zu <math>\mathfrak{m}</math> gehörige Anfangszahl<ref>Kamke: S. 174</ref> oder die Anfangszahl der Mächtigkeit <math>\mathfrak{m}</math><ref>Alexandroff: S. 79</ref> genannt wird.

Ist <math>\mathfrak{m} = \aleph_{\alpha}</math> für <math>\alpha \in \mathrm{On}</math>, so setzt man <math>\omega_{\alpha} = \omega(\aleph_{\alpha}) </math>.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Die Anfangszahlen haben folgende Eigenschaften:<ref>Alexandroff: S. 79 ff.</ref><ref>Fraenkel: S. 192 ff.</ref><ref>Kamke: S. 174 ff.</ref><ref>Hrbacek-Jech: S. 132 ff.</ref><ref>Oberschelp: S. 189 ff.</ref><ref>Sierpiński: S. 391 ff.</ref>

  1. Keine Anfangszahl ist gleichmächtig einer Ordinalzahl, welche innerhalb der Ordinalzahlen <math>\mathrm{On}</math> echt kleiner ist als sie selbst.
  2. <math>\omega_0 = \omega</math><ref><math>\omega_0</math> besteht also genau aus den natürlichen Zahlen.</ref>
  3. Bezeichnet man mit <math>h</math> die Hartogs-Zahl-Funktion, so ist stets <math>\omega_{\tau + 1} = h(\omega_{\tau})</math>.
  4. <math>\omega_{\lambda} = \sup \{\,\omega_{\tau} | \tau < \lambda \,\}</math>, falls <math>\lambda</math> eine Limeszahl ist
  5. <math>\left|\omega_{\tau}\right| = \aleph_{\tau} </math>
  6. <math>Z(\aleph_{\tau} ) = \{\, \eta \in \mathrm{On} \mid \omega_{\tau} \le \eta < \omega_{\tau + 1} \,\}</math>
  7. Zu jeder Anfangszahl <math>\alpha</math> gibt es ein <math>\tau \in \mathrm{On}</math> mit <math>\alpha= \omega_{\tau}</math>.
  8. Jede Anfangszahl ist eine Limeszahl.
  9. Für jedes <math>\tau \in \mathrm{On}</math> hat <math>Z(\aleph_{\tau} )</math> den Ordnungstypus <math>\omega_{\tau + 1}</math> und somit die Mächtigkeit <math>\aleph_{\tau + 1} </math>.
  10. Für <math>\sigma, \tau \in \mathrm{On}</math> gilt <math>\omega_{\sigma} =\omega_{\tau}</math> genau dann, wenn <math>\sigma = \tau</math>.
  11. Für <math>\sigma, \tau \in \mathrm{On}</math> gilt <math>\omega_{\sigma} < \omega_{\tau}</math> genau dann, wenn <math>\sigma < \tau</math>.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Neben der Schreibung <math>\omega_{\tau}</math> findet man auch die Schreibung <math>\Omega_{\tau}.</math><ref>Klaua: S. 289</ref>
  2. Manche Autoren fassen die Begriffe Aleph und Anfangszahl gleich auf.<ref>Ebbinghaus: S. 134 ff.</ref><ref>Hrbacek-Jech: S. 135</ref>
  3. Die erste obige Eigenschaft (1.) ist in gewissem Sinne charakteristisch für die Anfangszahlen, könnte also zur Definition herangezogen werden.<ref>Vgl. Hrbacek-Jech: S. 133</ref> Geht man so vor, so hat man auch endliche Anfangszahlen, also die natürlichen Zahlen, zu betrachten.
  4. Georg Cantor folgend bezeichnet man als erste Zahlklasse die Menge der natürlichen Zahlen, während man <math>Z(\aleph_0)</math> die zweite Zahlklasse nennt.<ref>Kamke: S. 181</ref><ref>Klaua: S. 290</ref> Die erste Zahlklasse hat demnach die Mächtigkeit <math>\aleph_0</math>, die zweite Zahlklasse die Mächtigkeit <math>\aleph_1</math>. Das berühmte Kontinuumsproblem lässt sich daher auch mit der Frage gleichsetzen, ob die zweite Zahlklasse die Mächtigkeit des Kontinuums hat.<ref>Kamke: S. 181</ref>
  5. Im Zusammenhang mit den Anfangszahlen hat Felix Hausdorff den nach ihm benannten Satz von Hausdorff formuliert.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />