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Anita Garibaldi

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Datei:Anita Garibaldi Photo BW.JPG
Anita Garibaldi (Foto um 1848)

Anita Garibaldi, gebürtig Ana Maria de Jesus Ribeiro da Silva (* 30. August 1821 in Laguna, Santa Catarina; † 4. August 1849 in Mandriole bei Ravenna), war eine in Italien eingebürgerte brasilianische Revolutionärin. Ab 1842 war Anita – auch die Heroine zweier Welten genannt – mit dem Freiheitskämpfer Garibaldi verheiratet.

Leben[Bearbeiten]

Die Eltern Bento Ribeiro da Silva und Maria Antonia de Jesus Antunes, verarmte portugiesische Einwanderer von den Azoren, hatten sechs Kinder – drei Mädchen und drei Jungen. Die Söhne starben im Kindesalter. Der Vater starb 1834 an Typhus. Auf Drängen der Mutter heiratete Anita an ihrem 14. Geburtstag den Lagunaer Schuster Manuel Duarte de Aguiar. Dieser verließ seine Frau und trat in die kaiserliche Armee ein.

Anita war von den gegen den Kaiser von Brasilien gerichteten revolutionären Ereignissen im südlichen Brasilien hingerissen und sah dort Giuseppe Garibaldi<ref group="A" name="A1" /> zum ersten Mal, am 22. Juli 1839, in der Lagunaer Kirche. Bereits am nächsten Tag soll ihr Garibaldi gesagt haben: Devi essere mia (Du musst mein sein). Anita war zu dem Zeitpunkt allerdings noch verheiratet.

Im November 1839 beteiligte sich Anita an den Kämpfen bei Imbituba und Laguna an der Seite des Geliebten. Im Januar 1840 geriet die Kämpferin während der Schlacht von Curitibanos<ref group="A" name="A2" /> in Gefangenschaft, konnte sich aber durch eine List befreien und fand Giuseppe wieder. Am 16. September 1840 wurde ihr erstes Kind Domenico<ref group="A" name="A3" /> († 1903) geboren. Garibaldi nannte den Jungen „Menotti“ – zu Ehren des gleichnamigen Freiheitskämpfers. Ab 1841 hielt sich das Paar in Uruguay auf.<ref group="A" name="A4" /> Nachdem ihr Ehemann gestorben war, konnte Anita Giuseppe am 26. März 1842 in Montevideo heiraten und sie brachte drei weitere Kinder zur Welt: Rosita (1843–1845), Teresita (1845–1903) und Ricciotti<ref group="A" name="A5" /> (1847–1924). Nachdem Pius IX. zu Beginn seines Pontifikats 1846 italienische Revolutionäre amnestiert hatte, ging Anita mit Giuseppe und den Kindern nach Italien.

Im Ersten italienischen Unabhängigkeitskrieg kämpfte Garibaldi in Rom für die Einheit Italiens. In den letzten Tagen<ref>Huch, S. 253, 1. Z.v.u. und S. 257 unten</ref> des drei Monate währenden Kampfes gegen den Angreifer General Oudinot beteiligte sich die schwangere<ref>Huch, S, 254, 12. Z.v.u.</ref> Anita in Garibaldis Nähe an den Kämpfen. Als die französischen Streitkräfte mit ihrem Expeditionskorps Rom einnahmen, flohen Anita und Giuseppe Garibaldi in Richtung Toskana und von dort weiter in Richtung Venedig,<ref>Huch, S. 318, 16. Z.v.u.</ref> um österreichischen Truppen zu entkommen.<ref>Huch, S. 328</ref>

Anita Garibaldi starb Anfang August 1849 auf der Flucht in der Nähe von Ravenna an Malaria.<ref>Huch, S. 328, 3. Z.v.u. und S. 331, 2. Z.v.o.</ref>

Adaptionen[Bearbeiten]

Musiktheater[Bearbeiten]

  • 2. September 1950, Teatro Carlos Gomes, Blumenau (Brasilien): Anita Garibaldi<ref group="A" name="A6" /> – Oper in drei Akten von Heinz Geyer<ref group="A" name="A7" />, Libretto: José Ferreira da Silva. Norma Cresto sang die Anita, Lubo Maciuk den Giuseppe Garibaldi, und der Komponist dirigierte zum 100. Geburtstag von Blumenau.

Verfilmungen[Bearbeiten]

Würdigungen[Bearbeiten]

Im Zentrum von Ravenna ist die Piazza Anita Garibaldi nach ihr benannt. Auf dem Gianicolo in Rom steht ein Denkmal für sie (1932 eingeweiht, der Bildhauer ist Mario Rutelli).

Literatur[Bearbeiten]

  • Matthias von Hellfeld: Anita Garibaldi – Die italienische Freiheitskämpferin. In: ders.: 1848 in 48 Kapiteln. Geschichte einer Revolution. Herder, Freiburg 2022, ISBN 978-3-451-39155-2, S. 119–123.
  • Ricarda Huch: Die Geschichten von Garibaldi. Insel-Verlag, Leipzig 1986, ISBN 3-7351-0006-6 (mit einem Nachwort von Günter Adler)
  • Anita Garibaldi. In: Die Gartenlaube. Heft 10, 1888, S. 163 (Volltext [Wikisource]).

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Anita Garibaldi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

<references group="A"> <ref group="A" name="A1"> Für seine Teilnahme an einem Aufstand im Piemont im Jahr 1834 war Garibaldi zum Tode verurteilt worden. 1836 aber war ihm die Flucht nach Südamerika gelungen. Dort beteiligte er sich am Aufstand der Gaúchos im Süden Brasiliens. </ref> <ref group="A" name="A2"> port. Curitibanos </ref> <ref group="A" name="A3"> ital. Menotti Garibaldi </ref> <ref group="A" name="A4"> span. Die Garibaldis in Uruguay </ref> <ref group="A" name="A5"> ital. Ricciotti Garibaldi </ref> <ref group="A" name="A6"> port. Anita Garibaldi </ref> <ref group="A" name="A7"> port. Heinz Geyer </ref> <ref group="A" name="A8"> ital. Camicie rosse </ref> <ref group="A" name="A9"> ital. Anita Garibaldi </ref> <ref group="A" name="A10"> engl. Anita e Garibaldi </ref> <ref group="A" name="A11"> engl. Ana Paula Arósio </ref> <ref group="A" name="A12"> engl. Gabriel Braga Nunes </ref> </references>

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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