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Ann Widdecombe

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Datei:Official portrait of Ann Widdecombe as an MEP.jpg
Ann Widdecombe (2019)

Ann Noreen Widdecombe (* 4. Oktober 1947 in Bath, Somerset, England; † 8. Juli 2026 in Haytor, Devon, England) war eine britische Politikerin, vormals Mitglied der Conservative Party, ab 2019 Mitglied der Brexit Party (seit 1/2021 Reform UK) sowie Autorin. Sie war von 1987 bis 2010 Mitglied des britischen Unterhauses, von 1993 bis 1995 Beschäftigungsministerin und von 1995 bis 1997 Gefängnisministerin. Von 2019 bis zum Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union 2020 war sie Mitglied des Europäischen Parlaments.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Besuch einer Konfessionsschule studierte sie an der University of Birmingham sowie der University of Oxford, ehe sie 1973 ihre berufliche Laufbahn bei Unilever begann. Danach war sie zwischen 1975 und 1987 als Administratorin der University of London tätig.

Nach zwei vergeblichen Kandidaturen wurde sie als Kandidatin der Conservative Party bei den Unterhauswahlen 1987 erstmals zum Mitglied in das Unterhaus (House of Commons) gewählt. Dort vertrat sie zunächst bis 1997 den Wahlkreis Maidstone sowie danach bis zur Unterhauswahl 2010 den Wahlkreis Maidstone and The Weald.

1990 übernahm sie erstmals ein Juniorministeramt in der von Premierminister John Major gebildeten britischen Regierung und war zunächst bis 1993 Parlamentarische Unterstaatssekretärin im Ministerium für soziale Sicherheit. Im Anschluss wurde sie Parlamentarische Unterstaatssekretärin im Beschäftigungsministerium, ehe sie 1994 Staatsministerin im Ministerium für Beschäftigung wurde. Danach war Ann Widdecombe von 1995 bis 1997 Staatsministerin für Gefängnisse im Innenministerium (Home Office) und wurde dabei aufgrund ihrer ausgesprochen konservativen Ansichten von einigen Politikern in der Nachfolge von Margaret Thatcher gesehen.

Datei:Ann Widdecombe.jpg
Ann Widdecombe (2006)

Bei der vernichtenden Wahlniederlage der konservativen Tories bei der Unterhauswahl 1997 konnte sie ihr Mandat im Unterhaus verteidigen und wurde danach zur „Gesundheitsministerin“ im Schattenkabinett von William Hague berufen, ehe sie von 1999 bis 2001 Schatten-„Innenministerin“ war.

2001 lehnte sie eine Kandidatur als Nachfolgerin von Hague als Vorsitzende der Conservative Party ab, so dass stattdessen Iain Duncan Smith am 13. September 2001 neuer Parteivorsitzender wurde.

Neben ihrer politischen Laufbahn war Ann Widdecombe auch als Schriftstellerin tätig und veröffentlichte neben Inspired and Outspoken (1999) auch die Romane The Clematis Tree (2000), An Act of Treachery (2002), Father Figure (2005) sowie An Act of Peace (2005). Außerdem trat sie mehrmals im Fernsehen auf, unter anderem als Aushilfsmoderatorin der Panel-Show Have I Got News for You und 2010 als Teilnehmerin bei Strictly Come Dancing sowie 2018 in der Reality-Show Celebrity Big Brother.<ref name=":0" /> 2007 hatte sie einen Gastauftritt in der Fernsehserie Dr. Who.<ref>Ann Widdecombe bei IMDb, aufgerufen am 17. März 2011.</ref>

Widdecombe, die 1993 die Church of England verließ und sich der römisch-katholischen Kirche anschloss, trat in der Öffentlichkeit zudem für den christlichen Glauben ein. Sie arbeitete unter anderem an Fernsehdokumentationen über das Christentum und die Bibel und verteidigte im Rahmen einer Intelligence-Squared-Debatte gemeinsam mit Erzbischof John Onaiyekan die katholische Kirche gegen Stephen Fry und Christopher Hitchens.<ref>The Catholic Church is a force for good in the world. Intelligence²-Debatte. Intelligence 2 Ltd, 19. Oktober 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. Juni 2010; abgerufen am 17. März 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im April 2019 gab Widdecombe ihre Rückkehr in die aktive Politik bekannt und teilte mit, dass sie bei der anstehenden EU-Wahl für die Brexit Party kandidieren werde.<ref>Ann Widdecombe: Former Tory MP to stand for Brexit Party. BBC, 24. April 2019, abgerufen am selben Tage (englisch).</ref> Sie war eine von insgesamt 29 Abgeordneten der Brexit Party im Europäischen Parlament.<ref>Ann Widdecombe: Abgeordneten-Profil Europäisches Parlament, 4. Juli 2019, abgerufen am selben Tage.</ref> Ihre Antrittsrede im Europaparlament sorgte für Kritik, da sie den Brexit mit der Auflehnung von Sklaven gegen ihre Herren und der Befreiung von Kolonien auf eine Stufe stellte.<ref>Daniel Boffey: Ann Widdecombe likens Brexit to emancipation of slaves. In: theguardian.com. 4. Juli 2019, abgerufen am 5. Juli 2019 (englisch).</ref> 2023 trat sie der nationalistischen Partei Reform UK des Rechtspopulisten Nigel Farage bei.<ref name=":0" />

Am Morgen des 9. Juli 2026 wurde Ann Widdecombe tot in ihrem Haus im Dorf Haytor nahe dem Dartmoor-Nationalpark aufgefunden. Aufgrund des Vorliegens schwerer Kopfverletzungen ermittelt die Polizei von Cornwall und Devon wegen Mordes.<ref>Imogen James, Marita Moloney: Police launch murder investigation into Ann Widdecombe's death. In: bbc.com. 10. Juli 2026, abgerufen am 10. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Polizei gab bekannt, dass man die Attacke auf Widdecombe auf den 8. Juli 2026 gegen 12:30 Uhr Ortszeit datiere.<ref>Geraldine McKelvie, Nadeem Badshah: Man, 28, arrested over murder of former MP Ann Widdecombe. In: The Guardian. 11. Juli 2026, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 15. Juli 2026]).</ref> Am 10. Juli gab die Polizei von Devon und Cornwall die Festnahme eines 26-Jährigen als Tatverdächtigen bekannt, der am 11. Juli jedoch wieder entlassen wurde.<ref name=":0">Zeno Geisseler, David Signer: Mordfall Ann Widdecombe: Britische Ex-Ministerin tot aufgefunden. In: nzz.ch. 11. Juli 2026, abgerufen am 11. Juli 2026.</ref> Am 11. Juli 2026 wurde in South Yorkshire ein 28-Jähriger festgenommen; wenig später wurde er wieder freigelassen.<ref>Harry Sekulich: Man arrested on suspicion of murder of Ann Widdecombe. In: BBC News. 11. Juli 2026, abgerufen am 11. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Polizei ging bei dem Verbrechen zunächst nicht von einem politischen Motiv aus.<ref>Tod von Brexit-Politikerin Ann Widdecombe – Polizei ermittelt wegen Mordes. In: spiegel.de. 10. Juli 2026, abgerufen am 10. Juli 2026.</ref> Am 13. Juli wurde die Führung der Ermittlungen durch die Antiterror-Kooperation der britischen Polizeien übernommen. Der 28-Jährige wurde erneut festgenommen.<ref>Mordfall Widdecombe: Terrorabwehr übernimmt Ermittlungen. In: tagesschau.de. 13. Juli 2026, abgerufen am 16. Juli 2026.</ref>

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

Sachbuch
  • Sackcloth and Ashes. Penance and penitence in a self-centered world. Bloomsbury Continuum, London 2013, ISBN 978-1408187166.
  • Strictly Ann: The Autobiography. Weidenfeld & Nicolson, London 2014, ISBN 978-1780220925.
Roman
  • The Clematis Tree. Weidenfeld & Nicolson, London 2001, ISBN 978-0297645726.
  • Father Figure. Weidenfeld & Nicolson, London 2005, ISBN 978-0297829621.
  • An Act of Peace. Weidenfeld & Nicolson, London 2013, ISBN 978-1780226835.
  • An Act of Treachery. Weidenfeld & Nicolson, London 2014, ISBN 978-1780226828.
  • The Dancing Detective. CreateSpace Independent Publishing 2014, ISBN 978-1500247621.

Literatur[Bearbeiten]

  • John Simmons (Hrsg.): Inspired and Outspoken: The Collected Speeches of Ann Widdecombe. Politico's Publishing 1999, ISBN 978-1902301228.
  • Chambers Biographical Dictionary, Edinburgh 2002, ISBN 0-550-10051-2, S. 1597.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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