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Antonius Bregno

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Datei:Schloss Kaiserebersdorf.jpg
Schloss Kaiserebersdorf von Salomon Kleiner
Datei:Portal von Schloss Ebersdorf.jpg
Portal von Kaisersteinbrucher Meistern 1618 errichtet

Antonius Bregno (auch Prem, Premb; * um 1591 in Osteno am Luganersee; † 26. Oktober 1640 in Bruck an der Leitha, Niederösterreich<ref>Matriken Pfarre Bruck an der Leitha 1624–1649. S. 56. [1] Ist Herr Antony Steinmetz Bürger alhie gestorben.</ref>) war ein Hofsteinmetzmeister und Bildhauer des Barock.

Er war der Bruder von Hieronymus Bregno. Rund 50 Jahre zuvor, 1551, hatte Kaiser Karl V. (HRR) italienische Steinmetzen und Bildhauer eingeladen, in den dortigen Kalksteinbrüchen zu arbeiten. Viele Tessiner und Lombarden nahmen das Angebot an, sodass im Lauf der Jahre eine einzigartige Künstlerkolonie entstand, die bis zum Türkenkrieg 1663/1664 existierte.

Leben[Bearbeiten]

Antonius Bregno begann 1605 eine fünfjährige Lehrzeit bei Bernhard Tencalla im kaiserlichen Steinbruch am Leithaberg unweit von Wien. Er arbeitete mit am Schloss Kaiserebersdorf in Wien (1618), sowie an der Kaisersteinbrucher Kirche (1618–1633).

Familie[Bearbeiten]

  • Hofsteinmetzmeister Antonius Bregno, Witwer, wohnhaft in Kaisersteinbruch, heiratete in 2. (?) Ehe 1628 Juliana Magistrin, Witwe von Steinmetzmeister Pietro de Magistris. Juliana Bregnin ließ ihn im Grundbuch einschreiben und stiftete für die neue Kaisersteinbrucher Kirche einen Weingarten mit 7 Pfund im Breitenbrunner Gebiet gelegen. (1 Pfund Weingarten = Zählmaß für 240 Weinstöcke)
  • Tochter Elisabeth war in erster Ehe mit Steinmetzmeister Pangratz Rosso verheiratet. Nach Pongratz Tod 1640, ehelichte sie in der Kaisersteinbrucher Kirche den Gesellen Ambrosius Regondi. Sie brachte ein Haus samt Steinbruch in die Ehe ein, und ebnete, nach den Zunftregeln, seinen Weg zum Meister. Sie starb am 19. August 1642.<ref>Archiv Stift Heiligenkreuz, Rubr. 49 Königshofer Protocolle 1630–1651.</ref>

Kaiser Matthias bestätigt am 16. März 1617 eine Viertellade[Bearbeiten]

Datei:Wiener Neustadt - Dom (4).JPG
Dom von Wiener Neustadt

Die wahre Bedeutung der Steinmetz- und Maurermeister im kaiserlichen Steinbruch am Leithaberg, die Qualität des Steines und ihrer Arbeiten, wurde durch dieses Privilegium offenbar. Die Bruderschaft der Kaisersteinbrucher Meister war damit gegründet. Die Hauptlade war das Handwerk zu Wiener Neustadt.

Einige Artikel der Kaisersteinbrucher Ordnung (kleiner Auszug)

  • Wer ein Gebäude geführt hat, muß ein Jahr für dasselbe haften.
  • Ein Meister soll nur einen Lehrling haben, der Maurer 3, der Steinmetz 5 Jahre Lehrzeit …

Die Steinbrucher Meister fordern sofort das Recht, zwei Lehrlinge aufnehmen zu dürfen – weil bemelter Bruch fern von einer Stadt und Flecken liegen tut, und ein Lehrjunge bei solcher Beschaffenheit, weil man ihn täglich zur Holung allerlei Victualien und anderer Sachen gebrauchen muss, nichts erfahren oder lernen könnte. Sie erhielten diese Sondergenehmigung, die später von anderen auch verlangt wird.<ref>Wiener Neustadt Stadtarchiv: Steinmetzakten</ref>

Die niederösterreichische Regierung fordert die Weinsteuer[Bearbeiten]

Am 20. Februar 1618 berichtete der Rentmeister Johann Miller der niederösterreichischen Landesregierung, die energisch die Einhebung des Täz, der Weinsteuer einforderte, aus dem Steinbruch von fünf Steinmetzen und einem Bildhauer, so alle Welsche, darunter vier Meister von Ihro Kayserlichen Majestät,.. einer davon Antonius Bregno. Aber der Steinbruch liegt zur Gänze auf ungarischem Boden.<ref>Niederösterreichisches Landesarchiv: 1618, Einhebung des Täz im Steinbruch am Leithaberg, und Kaiserebersdorf, Antonius Bregno.</ref>

Handwerksordnung 1625[Bearbeiten]

Mordfall im Steinbruch[Bearbeiten]

Am 20. Oktober 1629 ereignete sich ein tragischer Vorfall im Steinbruch, der Knabe Carlo Bussi wurde durch einen Pistolenschuss getötet. Die Brüder Antonius und Hieronymus Bregno, seine leiblichen Vettern, nahmen sich seiner an und beschuldigten den Mathias Lorentisch der Tat. Lorentisch bestätigte, an diesem Tage einen Schuss abgegeben zu haben, doch der Steinmetzgeselle Christoff Khinners als Ohrenzeuge hatte zwei verschiedenartige Schüsse gehört. Pfarrer Gregor Paternitz konnte noch mit dem Knaben außerhalb der Beichte sprechen, dieser habe dem unbekannten Täter verziehen und vergeben. Weil nur Vermutungen vorlagen, schloss Abt Christoph Schäffer das Gerichtsverfahren, Mathias Lorentisch dürfe niemals von der Beschuldigung erfahren.

Nach Bruck an der Leitha[Bearbeiten]

Um 1633 verließ er endgültig Kaisersteinbruch und verfügte sich nach Bruck an der Leitha. Graf Harrach beauftragte den Hofsteinmetzmeister 1640 mit zwei Brunnen im Schloss Prugg.

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Stift Heiligenkreuz Archiv: Register, Steinmetz, Kirchenbau
  • Rubr. 49: Herrschaft Königshof: Register Nr. 1 v. hierin begriffene Fleckhen, Wilfersdorf, Stainbruch, Höflein, Arbesthal, u. Göttlesbrunn 1603–1714
  • Kaiser Steinbruch – Heiligenkreuzer Steinbruch, Antonius Tencalla und Giacomo Murato. In: Helmuth Furch, Mitteilungen des Museums- und Kulturvereines Kaisersteinbruch. Nr. 33, S. 14–19. ISBN 978-3-9504555-3-3.
  • Das gräflich Harrachsche Familienarchiv. In: Helmuth Furch, Mitteilungen des Museums- und Kulturvereines Kaisersteinbruch. Nr. 37, Juni 1995, S. 7–16.
  • Helmuth Furch: Historisches Lexikon Kaisersteinbruch. 2 Bände. Museums- und Kulturverein Kaisersteinbruch 2002–2004. ISBN 978-3-9504555-8-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />