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Zwergmisteln

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Zwergmisteln
Datei:Arceuthobium oxycedri2.jpeg

Arceuthobium oxycedri, auf Juniperus oxycedrus

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Sandelholzartige (Santalales)
Familie: Sandelholzgewächse (Santalaceae)
Gattung: Zwergmisteln
Wissenschaftlicher Name
Arceuthobium
M.Bieb.

Die Zwergmisteln (Arceuthobium) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Sandelholzgewächse (Santalaceae). Es sind parasitische Pflanzen, die auf Kieferngewächsen (Pinaceae) und Zypressengewächsen (Cupressaceae) wachsen. Sie dürfen nicht mit der Art Viscum minimum verwechselt werden, die auch manchmal als Zwergmistel bezeichnet wird.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Vertreter der Gattung sind in Nord- und Mittelamerika, Afrika und Asien verbreitet. Die meisten Arten sind in Nordamerika heimisch. In Europa kommen nur zwei Arten vor.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die immergrünen Arten dieser Gattung besitzen sehr reduzierte Triebe und Blätter. Der größte Teil der Pflanzen lebt halbparasitisch an Koniferen. Die sichtbaren Pflanzensprosse werden je nach Art 1 cm bis 70 cm groß. Bei der kleinsten Art Arceuthobium minutissimum sind sie lediglich 1 cm groß; diese in Asien heimische Art lebt auf der Tränenkiefer (Pinus wallichiana). Beim größten Vertreter der Gattung, Arceuthobium globosum subsp. grandicaule, werden die Sprosse bis zu 70 cm groß. Die gegenständigen Blätter sind meist zu Schuppen reduziert.

Die Pflanzen sind zweihäusig (diözisch), es gibt also männliche und weibliche Exemplare auf verschiedenen Wirtspflanzen. Die Blüten erscheinen end- oder achselständig, einzeln oder in Zymen. Die eingeschlechtlichen, sitzenden bis kurz gestielten Blüten besitzen eine einfache Blütenhülle. Es sind 2–7 Tepalen vorhanden. Die männlichen Blüten besitzen bis zu 7 meist sitzende Staubblätter, die einthekigen Antheren besitzen nur ein Mikrosporangium. Die weiblichen Blüten besitzen einen einkammerigen, unterständigen Fruchtknoten mit sitzender bis fast sitzender, leicht zweilappigen Narbe. Weibliche Blüten erzeugen an der Narbe ein „Bestäubungströpfchen“ (Exsudat), ähnlich wie bei den Gymnospermen an der Mikropyle. Es sind Nektarien in den männlichen Blüten vorhanden. Nach der Blüte sterben die männlichen Triebe oft bzw. werden abgeworfen. Die weiblichen Triebe sterben manchmal, nachdem die Samen entlassen wurden.

Die reifen, meist ein- bis zweisamigen Früchte, Beeren, bauen im Inneren einen hydrostatischen Druck auf. Wenn sich dieser Druck entlädt, werden die Samen mit meistens hoher Geschwindigkeit von der Pflanze weggeschleudert. Diese Misteln benötigen also für ihre Samenausbreitung keine fruchtverzehrenden Vögel, diese verbreiten die Samen nur wenn sie am Gefieder anhaften. Die Samen ohne Samenschale sind umgeben von einem klebrigen Mesokarp. Das Haustorium der Samen bohrt sich bei der Keimung in die Borke der Wirtspflanze.

Datei:Arceuthobiumamericanum.jpg
Arceuthobium americanum
Datei:Arceuthobium abietinum 4.jpg
Arceuthobium campylopodum subsp. abietinum
Datei:Arceuthobium divaricatum 5.jpg
Arceuthobium divaricatum
Datei:Arceuthobium pusillum 1377003.jpg
Arceuthobium pusillum

Systematik[Bearbeiten]

In der Gattung werden 42 Arten unterschieden. Die größte Artenvielfalt zeigt die Gattung in Amerika; 34 Arten sind in Nordamerika heimisch. In Europa kommen nur zwei Arten vor: Arceuthobium azoricum und Arceuthobium oxycedri.<ref name="FE1-2" />

Hier eine Artenauswahl:<ref name="GRIN" /><ref name="Forestryimages" /><ref name="itis" />

Forstwirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten]

Vertreter dieser Gattung sind die Forstschädlinge, die den wirtschaftlich größten Schaden an forstlich bedeutsamen Nadelbaumarten in Nord- und Mittelamerika anrichten. Befallene Nadelbäume, vor allem Fichten, Kiefern und Tannen, zeigen verkrüppelten Wuchs, außerdem werden sie oft zusätzlich von anderen Baumkrankheiten befallen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Daniel L. Nickrent, Miguel A. García, Maria P. Martín, Robert L. Mathiasen: A phylogeny of all species of Arceuthobium (Viscaceae) using nuclear and chloroplast DNA sequences. In: American Journal of Botany. Band 91, Nr. 1, 2004, S. 125–138, doi:10.3732/ajb.91.1.125.,
  • Frank G. Hawksworth, Delbert Wiens: Dwarf Mistletoes. USDA, Agriculture Handbook 709, 1998, ISBN 0-7881-4201-1.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Zwergmisteln (Arceuthobium) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="FE1-2">P. W. Ball, J. R. Akeroyd: Arceuthobium Bieb. In: </ref> <ref name="GRIN">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden., Liste Arten im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.</ref> <ref name="Forestryimages"> Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Eintrag bei forestryimages.org (Memento vom 27. Juni 2007 im Internet Archive).</ref> <ref name="itis">Arceuthobium im Integrated Taxonomic Information System (ITIS)</ref> <ref name="FNA"> Daniel L. Nickrent: Arceuthobium M. Bieberstein bei Flora of North America, Vol. 12.</ref> <ref name="Hooker"> Joseph Dalton Hooker: Flora of British India. Band 5, 1886, S. 227, online auf biodiversitylibrary.org.</ref> </references>