Arens-Fort-Raum
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Der Arens-Fort-Raum, benannt nach den Mathematikern R. F. Arens und M. K. Fort, ist ein speziell konstruiertes Beispiel eines topologischen Raumes, der auf Grund seiner Eigenschaften oft als Gegenbeispiel verwendet wird.
Definition[Bearbeiten]
Die zugrunde liegende Menge ist <math>\N^2</math>, also die Menge aller Paare <math>(m,n)</math> natürlicher Zahlen <math>m,n = 0,1,2,3,4,....</math>. Die Teilmenge <math>\{(m,n); n\in \N\}</math> heißt <math>m</math>-te Spalte. Die Menge <math>\N^2</math> wird zu einem topologischen Raum, dem Arens-Fort-Raum, indem die folgenden Mengen als offen erklärt werden:
- Jede Menge in <math>\N^2</math>, die den Nullpunkt <math>(0,0)</math> nicht enthält.
- Jede Menge, die den Nullpunkt und alle bis auf endlich viele Punkte in allen außer endlich vielen Spalten enthält.
Topologische Eigenschaften[Bearbeiten]
- Der Arens-Fort-Raum ist ein normaler Hausdorff-Raum.
- Jeder Punkt ist abzählbarer Durchschnitt abgeschlossener Umgebungen.
- Der Arens-Fort-Raum ist ein Lindelöf-Raum.
- Genau die endlichen Teilmengen sind kompakt.
- Der Arens-Fort-Raum ist hemikompakt.<ref>Joshi 1983, Chapter 4, Section 2, Example 10</ref>
Fehlende Eigenschaften[Bearbeiten]
- Der Arens-Fort-Raum genügt weder dem ersten noch dem zweiten Abzählbarkeitsaxiom.
- Der Arens-Fort-Raum ist nicht metrisierbar.
- Der Arens-Fort-Raum ist nicht kompakt.
Gegenbeispiele[Bearbeiten]
- In metrischen Räumen folgt aus der Separabilität das zweite Abzählbarkeitsaxiom. Der Arens-Fort-Raum zeigt, dass dies im Allgemeinen nicht gilt, denn er ist separabel (er besteht selbst nur aus abzählbar vielen Punkten), genügt aber nach Obigem nicht dem zweiten Abzählbarkeitsaxiom.
- Zählt man die Punkte aus <math>\N^2\setminus \{(0,0)\}</math> wie bei Cantors erstem Diagonalargument ab, so erhält man eine Folge <math>(x_n)_n</math>, die immer wieder Folgenglieder in jeder Spalte und damit in jeder Nullumgebung hat.
- <math>
\begin{array}{cccccccccc}
x_6 \\
\uparrow & \searrow \\
x_5 & & x_7 & & \ddots \\
& \nwarrow & & \searrow & & \nwarrow \\
x_1 & & x_4 & & x_8 & & x_{11} \\
& \searrow & & \nwarrow & & \searrow & & \nwarrow \\
& & x_2 & \rightarrow & x_3 & & x_9 & \rightarrow & x_{10}
\end{array}
</math>
- <math>(0,0)</math> ist einziger Häufungspunkt dieser Folge, aber keine Teilfolge dieser Folge konvergiert gegen <math>(0,0)</math>.
- Unterräume von Kelley-Räumen sind im Allgemeinen keine Kelley-Räume. Der Arens-Fort-Raum ist kein Kelley-Raum, denn die kompakten Teilmengen sind genau die endlichen, er ist aber mittels Stone-Čech-Kompaktifizierung Unterraum eines kompakten und damit eines Kelley-Raums.
- Aus der kompakten Konvergenz folgt nicht die lokal gleichmäßige Konvergenz. Betrachtet man die durch
- <math>f_k(m,n)=\begin{cases} 1 & \mbox{falls } m+n \mbox{ ungerade und } m+n\le k\\ 0, & \mbox{sonst} \end{cases}</math>
- und
- <math>f(m,n)=\begin{cases} 1 & \mbox{falls } m+n \mbox{ ungerade} \\ 0, & \mbox{sonst} \end{cases}</math>
- definierten Funktionen <math>\N^2\rightarrow \R</math>, so konvergiert die Funktionenfolge <math>(f_k)_{k\in \N}</math> punktweise gegen <math>f</math>. Da genau die endlichen Mengen kompakt sind, liegt sogar kompakte Konvergenz vor. Jede Funktion <math>f_k</math> ist stetig, denn sie ist auf der Nullumgebung <math>\{(0,0)\}\cup (\N^2\setminus \{0,\ldots, k\}^2)</math> konstant gleich 0, aber die Grenzfunktion <math>f</math> ist unstetig, da sie in jeder Nullumgebung den Wert 1 annimmt. Insbesondere liegt keine lokal gleichmäßige Konvergenz vor, denn sonst müsste die Grenzfunktion stetig sein.
Literatur[Bearbeiten]
- Richard Arens: Note of Convergence in Topology. In: Mathematics Magazine. Bd. 23, Nr. 5, 1950, S. 229–234, doi:10.2307/3028991.
- Lynn Arthur Steen, J. Arthur Seebach: Counterexamples in Topology. 2nd edition. Springer, New York NY u. a. 1978, ISBN 0-387-90312-7.
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Einzelnachweise[Bearbeiten]
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