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Aristostigmat

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Datei:Meyer Patent DE0125560 Aristostigmat scheme.jpg
Originalzeichnung aus dem Meyer-Patent für ein „Photographisches Doppelobjectiv“<ref name="DE125560">Patent DE125560C: Photographisches Doppelobjectiv. Angemeldet am 6. Juni 1900, veröffentlicht am 18. November 1901, Erfinder: Hugo Meyer.‌</ref>

Das Aristostigmat ist ein historisches Kameraobjektiv von Hugo Meyer (Görlitz). Technisch ist es eine Weiterentwicklung des Gaußschen Doppelobjektivs.

Zwar hatte der US-Amerikaner Alvan Graham Clark bereits im Jahre 1888 das Gaußsche Doppelobjektiv für die fotografische Verwendung vorgeschlagen<ref>US-Patent Nr. 399.499 vom 4. Oktober 1888.</ref>, doch wegen der fehlenden astigmatischen Korrektur wies es gegenüber den damals gebräuchlichen Aplanaten kaum Vorteile auf. Das von Paul Rudolph 1896 für Zeiss entwickelte Planar<ref>DRP 92.313 vom 14. November 1896</ref> bot zwar diese Korrektur des Astigmatismus (bei geringer restlicher Bildfeldwölbung), doch war dieses Objektiv mit seinen sechs Linsen und seiner für damalige Verhältnisse exorbitanten Öffnung von etwa 1:3,6 nicht für die breite Anwendung geeignet. Durch eine Beschränkung auf eine Öffnung von zunächst etwa 1:7,7<ref>Vgl. Aristostigmat f/7,7, Jahrbuch für Photographie und Reproduktionstechnik, 1901, S. 106ff.</ref> konnte die Firma Hugo Meyer mit ihrem Deutschen Reichspatent (D.R.P.) 125.560 vom 6. Juni 1900<ref name="DE125560" /> die sphärische, chromatische und astigmatische Korrektur ohne das Einbringen zusätzlicher Kittflächen in den Gaußtyp umsetzten. Das Objektiv wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit<ref>Kröger, Marco: Ein Blick in die Geschichte der Firma Hugo Meyer in Görlitz bis zum Beginn der 1950er Jahre. In: Zeissikonveb.de. Abgerufen am 4. Juni 2026.</ref> von Friedrich Kollmorgen gerechnet, ohne dass dies im Patent erwähnt wurde.

Der Aristostigmat besteht aus zwei weitgehend symmetrisch um die Blende angeordneten, nicht verkitteten, stark gekrümmten Linsenpaaren. Da es noch keine Antireflexbeschichtungen gab und die meniskenförmigen Linsen wie Hohlspiegel wirken konnten, lehnten einige Praktiker den Gebrauch solcher unverkitteter Objektive damals vehement ab.

Im Meyer-Katalog von 1936 wurden Aristostigmate der maximalen Öffnungen 1:4,5 (lichtstark, Bildwinkel 75 Grad) und 1:6,3 (Bildwinkel 90 Grad) – letzteres als Universalobjektiv für „Gruppen, Portraits, Innenräume und andere Gelegenheiten“ – angeboten.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Meyer-Katalog von 1936 (Memento vom 20. September 2011 im Internet Archive)</ref> Hinzu kommt ein Weitwinkel-Aristostigmat 1:9 mit 100 Grad – laut Eigendarstellung das damals beste Weitwinkelobjektiv.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Aristostigmat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />