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Arnegisclus

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Arnegisclus (auch Arnigisclus und weitere Schreibungen, vermutlich ursprünglich Arnigiselus; gestorben 447 n. Chr.) war ein römischer Offizier der Spätantike. Er erreichte in den 440er Jahren das hohe Amt eines Heermeisters (magister militum) im Oströmischen Reich.

Arnegisclus trug einen germanischen Namen, den wir nur in seiner römischen Interpretation kennen, der aber etwa Arnigiselus gelautet haben dürfte.<ref>Moritz Schönfeld: Arnigiselus. In: Moritz Schönfeld: Wörterbuch der altgermanischen Personen- und Völkernamen nach der Überlieferung des klassischen Altertums. Heidelberg 1911, S. 29 f.</ref> Er war vielleicht gotischer Abstammung, könnte aber auch Hunne gewesen sein.<ref>Die Hunnentheorie vertritt Alexander Demandt: Magister 5a. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Supplementband XII, Stuttgart 1970, Sp. 553–790, hier Sp. 745, 768.</ref> Er wird im Jahr 441 als Offizier in Thrakien erwähnt, wo er den magister militum Johannes ermordete oder beseitigte. Der Hintergrund dieser Aktion ist unklar, sie könnte jedoch im Zusammenhang mit dem Einfall der Hunnen unter Attila in Thrakien 441 stehen.<ref>So Alexander Demandt: Magister 5a. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Supplementband XII, Stuttgart 1970, Sp. 553–790, hier Sp. 745.</ref> Sein weiterer Aufstieg im Heer deutet darauf hin, dass es sich um einen angeordneten Mord handelte. 443 fungierte Arnegisclus als General in Thrakien und erlitt zusammen mit den römischen Heermeistern Aspar und Areobindus eine Niederlage gegen den Hunnenherrscher Attila.<ref>Theophanes 5942.</ref> Ob er 443 nur als comes in Thrakien war oder das Heermeisteramt des Johannes 441 direkt übernommen hatte, ist umstritten.<ref>Als comes für 443 ordnet ihn ein: John Robert Martindale: Arnegisclus. In: The Prosopography of the Later Roman Empire (PLRE). Band 2, Cambridge University Press, Cambridge 1980, ISBN 0-521-20159-4, S. 151. Für eine direkte Übernahme als magister militum treten ein: Otto Seeck: Arnegisclus. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band II,1, Stuttgart 1895, Sp. 1203. und Alexander Demandt: Magister 5a. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Supplementband XII, Stuttgart 1970, Sp. 553–790, hier Sp. 745.</ref>

Im Jahr 447 erscheint er jedenfalls sicher als magister militum per Thracias. In diesem Jahr führte er von Marcianopolis aus einen Vorstoß gegen Attila und wurde von diesem in der Schlacht am Utus besiegt und getötet.<ref>Marcellinus Comes sub anno 447; Jordanes, Römische Geschichte 331; Chronicon Paschale 586,5.</ref> Sein Nachfolger im Heermeisteramt Thrakiens wurde Theodolus.<ref>Alexander Demandt: Magister 5a. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Supplementband XII, Stuttgart 1970, Sp. 553–790, hier Sp. 745.</ref>

Sein Sohn Anagastes war Heermeister in Thrakien 468/469.

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

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