Arraba
| Arraba عرّابة | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Verwaltung: | Datei:Flag of Palestine.svg Palästinensische Autonomiegebiete | |||||
| Gouvernement: | Dschenin | |||||
| Koordinaten: | 32° 24′ N, 35° 12′ O
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| Höhe: | 350 m | |||||
| Einwohner: | 9.920 (2007) | |||||
| Gemeindeart: | Stadt | |||||
Arraba (arabisch عرّابة, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), auch Arrabah, Arrabeh oder Arrabet Jenin, ist eine palästinensische Stadt im nördlichen Westjordanien, die 13 Kilometer südwestlich von Dschenin liegt. Sie liegt auf einer Höhe von 350 Metern über dem Meeresspiegel in der Nähe von Sahl Arraba, einer Ebene zwischen dem Berg Karmel und Nablus. Laut dem palästinensischen Zentralbüro für Statistik (PCBS) hatte Arraba im Jahr 2007 eine Bevölkerung von 9920 Einwohnern.<ref name="PCBS Jenin">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.2007 Locality Population Statistics ( des Vorlage:IconExternal vom 9. April 2019 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Palestinian Central Bureau of Statistics, 2008, (PDF; 2,41 MB)</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Arrabas Umgebung umfasst Khirbet al-Hamam und Tel el-Muhafer, nach der Tradition soll es sich um den Ort der kanaanäischen Stadt Arubboth aus den Büchern der Könige (Rubutu in den ägyptischen Dokumenten) und der Stadt Narbata der Römerzeit handeln.<ref name="Zertal 1984">Adam Zertal: Arubboth, Hepher, and the Third Solomonic District, 1984, S. 72–76, 112–114, 133–136.</ref><ref name="Na'aman 2005">Nadav Na'aman: Canaan in the second millennium B.C.E. 2005, S. 212.</ref> Tell Dothan liegt nordöstlich von Arraba.
Osmanische Ära (1517–1920)[Bearbeiten]
Arraba wurde wie der Rest Palästinas im Jahre 1517 in das Osmanische Reich eingegliedert. Im Census von 1596 befand sich das Dorf im „nahiya Jabal Sami in der Liwa von Nablus“. Es hatte eine Bevölkerung von 81 Haushalten und 31 Junggesellen, alle Muslime. Steuern wurden auf Weizen, Gerste, Sommerprodukte, Olivenbäume, gelegentliche Einnahmen, Ziegen und Bienenstöcke und eine Presse für Oliven oder Trauben bezahlt.<ref>Hütteroth und Abdulfattah, 1977, S. 128.</ref>
Arraba ist der Ursprung des Abd al-Hadi-Clans,<ref>Nadine Picaudou: Les Palestiniens – Un siècle d’histoire. 2. Auflage. Éditions Complexe, Paris 2003, ISBN 2-87027-962-0, S. 17.</ref> einst eine führende Landbesitzfamilie in den Bezirken von Afula, Baysan, Jenin und Nablus.<ref>Ann M. Lesch: Abd al-Hadi Family. In: Encyclopedia of the Modern Middle East and North Africa.</ref><ref name="Doumani4">Doumani, 1995, Chapter: Egyptian rule, 1831–1840.</ref> Der Clan war traditionell gegen den Tuqan-Clan von Nablus. In den 1850er Jahren zogen die osmanischen Herrscher ihre Soldaten aus dem Distrikt zurück, um sie im Krimkrieg zu verwenden. Danach brachen Feindseligkeiten zwischen den verschiedenen palästinensischen Fraktionen aus.<ref name="Scholch">Schölch, 1993, S. 211–227.</ref> Die Abd al-Hadis haben mehrere Dörfer übernommen. Dies wurde dem britischen Konsul Rogers mitgeteilt, als er 1856 Arraba besuchte.<ref name="Scholch" /><ref>Rogers, 1865, S. 236 ff</ref>
Im April 1859 führte eine Koalition von osmanischen Truppen und lokalen Führern einen Krieg gegen den Abd al-Hadi-Klan und stürmte Arraba. Mitglieder des Abd al-Hadi-Clans flohen oder wurden gefangen genommen. Währenddessen wurden die Befestigungen von Arraba zerstört und der Ort geplündert. Durch die Unterordnung von Arraba hatten die Osmanen die letzte Bastion der unabhängigen lokalen Herrschaft in der Nablus-Region zerstört.<ref name="Scholch" /><ref>Rogers, 1865, S. 414 ff, on the children of Salih Abd al-Hadi</ref><ref>Poujoulat, 1861, S. 291 ff: on Mahmoud Abd al-Hadi, exiled in Beirut</ref>
Der französische Forscher Victor Guérin besuchte das Dorf 1870 und beschrieb es so: „Diese Ortschaft liegt auf einem Plateau … Es ist in drei Viertel geteilt, von denen einer einst von einer Mauer umgeben war, die mit kleinen Türmen flankiert war. Diese Mauer ist jetzt in großem Teil zerstört, nachdem sie in einer Belagerung, die vor einigen Jahren während einer Revolte gegen den Caimacam von Nablus gestürzt worden war.“<ref>Guérin, 1875, S. 218 ff, as translated by Conder and Kitchener, 1882, SWP II, S. 154.</ref> Guérin schrieb auch: „Arrabeh ist sicherlich auf den Ruinen einer alten Stadt gebaut. Wahrscheinlich hat es den Namen der heutigen Stadt getragen. Verblieben sind noch die alten Zisternen, die in den Felsen geschnitten sind, und sehr viele bearbeitete Steine, die in den modernen Häusern eingebaut sind. Vor der islamischen Ära stand hier eine Kirche, aus den Materialien wurde eine Moschee errichtet. Am Eingang ist ein […] monolithischer Block aus weißem Marmor, in dessen Mitte früher ein Kreuz mit gleichen Balken eingraviert war. Die Kirche wurde im Inneren mit kannelierten Säulen mit korinthischen Kapitellen, halb spiralförmig, halb vertikal gestaltet, Fragmente der Schächte sind noch in der Moschee zu sehen“. Im Jahre 1882 beschrieb der Palästina Explorationsfonds Arraba als „ein sehr großes Dorf am Südhang eines Kamms, das nördlich mit Häusern auf der Hochebene bestückt ist. Es gibt eine kleine Moschee im Zentrum und ein oder zwei große Gebäude, darunter das Haus des Scheichs. Die Wasserversorgung ist ganz von den Brunnen innerhalb des Dorfes und auf der Straße nach Norden gesichert. Es gibt einen Kamm von sehr kahlen Felsen zwischen dem Dorf im Süden und der Ebene (Merj 'Arrabeh) im Norden. Zerstreute Oliven wachsen um das Dorf herum, aber die unmittelbare Nachbarschaft ist sehr nackt. Die Dorfbewohner sind turbulent und reich und besitzen sehr schöne Länder in der nördlichen Ebene.“<ref>Conder and Kitchener, 1882, SWP II, S. 154</ref> 1913 bis 1914 bauten die Osmanen durch Arraba die Samarienbahn, eine Zweigbahn mit Bahnhof von der Jesreʿeltalbahn, selbst ein Zweig der jetzt zerstörten Hedschasbahn, der in Nablus endete.<ref>Gad G. Gilbar: Ottoman Palestine, 1800–1914: Studies in Economic and Social History. 1990, S. 197.</ref>
Britische Ära 1920–1948[Bearbeiten]
In der Volkszählung von Palästina 1922, die von der britischen Mandatsregierung durchgeführt wurde,<ref>Geschichte von Israel: Die Briten in Palästina (1918–1948), abgerufen am 18. September 2017.</ref> hatte Arraba eine Bevölkerung von 2196 Einwohnern, die alle Muslime waren.<ref name="Census1922">Barron, 1923, Table IX, Sub-district of Jenin, S. 29</ref> In der Volkszählung von 1931 in Palästina hatte sich die Anzahl der Bevölkerung auf 2500 erhöht – noch alle Muslime, sie bewohnten 554 Häuser.<ref name="Census1931">Mills, 1932, S. 67</ref> Im Jahr 1945 bestand die Bevölkerung nach einer offiziellen Land- und Bevölkerungsumfrage aus 3810 Muslimen<ref name="DoS1945">Department of Statistics, 1945, S. 16</ref> mit 39.901 Dunam Land.<ref>Government of Palestine, Department of Statistics. Village Statistics, April, 1945. zitiert in Hadawi, 1970, S. 54</ref> 5 Dunams wurden für Zitrusfrüchte oder Bananen verwendet, 3.568 Dunams für Pflanzen und Bewässerungsland und 23.357 Dunams für den Getreideanbau,<ref>Government of Palestine, Department of Statistics. Village Statistics, April, 1945. zitiert in Hadawi, 1970, S. 98</ref> während 315 Dunams dicht bebautes Land waren.<ref>Government of Palestine, Department of Statistics. Village Statistics, April, 1945. zitiert in Hadawi, 1970, S. 148</ref>
Von 1948 bis zur Gegenwart[Bearbeiten]
Im Zuge des arabisch-israelischen Krieges und nach den Waffenstillstandsvereinbarungen 1949 kam Arraba unter die Herrschaft Jordaniens. Seit dem Sechs-Tage-Krieg im Jahre 1967 ist Arraba unter israelischer Besatzung.
Literatur[Bearbeiten]
- J. B. Barron (Hrsg.): Palestine: Report and General Abstracts of the Census of 1922. Government of Palestine, 1923 (archive.org).
- Claude Reignier Conder, Herbert Kitchener: The Survey of Western Palestine: Memoirs of the Topography, Orography, Hydrography and Archaeology. Band 2. Committee of the Palestine Exploration Fund, London 1882 (archive.org).
- Department of Statistics: Village Statistics, April, 1945. Government of Palestine, 1945 (org.il).
- James Finn: Stirring Times. Band 1. C.K. Paul & co, London 1878 (archive.org).
- James Finn: Stirring Times. Band 2. C.K. Paul & co, London 1878 (archive.org).
- Sami Hadawi: Village Statistics of 1945: A Classification of Land and Area ownership in Palestine. Palestine Liberation Organization Research Center, 1970 (palestineremembered.com).
- Wolf-Dieter Hütteroth, Kamal Abdulfattah: Historical Geography of Palestine, Transjordan and Southern Syria in the Late 16th Century. Hrsg.: Vorstand der Fränkischen Geographischen Gesellschaft. Sonderband 5. Erlanger Geographische Arbeiten, Erlangen 1977, ISBN 3-920405-41-2 (Google-Buch).
- E. Mills (Hrsg.): Census of Palestine 1931. Population of Villages, Towns and Administrative Areas. Government of Palestine, Jerusalem 1932 (archive.org).
- Edward Henry Palmer: The Survey of Western Palestine: Arabic and English Name Lists Collected During the Survey by Lieutenants Conder and Kitchener, R. E. Transliterated and Explained by E.H. Palmer. Committee of the Palestine Exploration Fund, 1881 (archive.org).
- Baptistin Poujoulat: La vérité sur la Syrie et l'expédition française. Gaume frères et J. Duprey, 1861 (archive.org).
- Mary Eliza Rogers: Domestic life in Palestine. Poe & Hichcock, 1865 (archive.org).
- Alexander Schölch: Palestine in Transformation, 1856–1882: Studies in Social, Economic, and Political Development. Institute for Palestine Studies, 1993, ISBN 0-88728-234-2 (Google-Buch).
Weblinks[Bearbeiten]
- Welcome To 'Arabba – Palestine remembered
- Survey of Western Palestine, Map 11: IAA, Wikimedia commons
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.The Municipality's official website ( vom 9. Februar 2012 im Internet Archive)
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Throne Village Palaces ( vom 3. Mai 2014 im Internet Archive), mit „Abdel-Hadi palaces“ in Aarrabeh, RIWAQ (PDF; 2,22 MB, S. 3)
- Beshara Doumani: Rediscovering Palestine. Enthält einen Text über die Verbindung zwischen Jabal Nablus und den Osmanen. (Volltext).
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.11 Stop Work Orders in the Villages of Barta’a Al Sharqiya and Arraba – Jenin Governorate ( vom 23. Mai 2012 im Internet Archive), 23. Februar 2012, Applied Research Institute – Jerusalem (ARIJ)
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Stop-work Orders for Commercial Structures in 'Arraba ( vom 15. April 2013 im Webarchiv archive.today) 17. Mai 2012, ARIJ
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
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