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Arthur Simon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Hinweisbaustein Arthur Johann Caspar Peter Simon (* 25. Februar 1893 in Barmen; † 5. Mai 1962 in Dresden) war ein deutscher Chemiker und Hochschullehrer an der TH Dresden.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Arthur Simon studierte ab 1912 Chemie an der Universität München. Während seines Studiums wurde er im Wintersemester 1912/13 Mitglied der Münchener Burschenschaft Arminia.<ref>Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934, S. 468.</ref><ref>Karl Gareis: Die Münchner Burschenschaft Arminia – Werden und Schicksal. München 1967, S. 176.</ref> Wegen eines tödlichen Unfalls bei einer Mensur wurde er zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt. Er wurde begnadigt, als er 1914 als Soldat im Ersten Weltkrieg diente. Dabei wurde er mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. 1919 setzte er das Studium an der Universität Göttingen fort. Dort wurde er 1922 bei Richard Zsigmondy<ref name="werner">Helmut Werner: Geschichte der anorganischen Chemie. Die Entwicklung einer Wissenschaft in Deutschland von Döbereiner bis heute. Wiley-VCH, Weinheim 2016, ISBN 978-3-527-69310-8 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref> promoviert, wurde anschließend Assistent an der Bergakademie Clausthal, wechselte an die TH Stuttgart und habilitierte sich dort 1927 bei Ernst Wilke-Dörfurt,<ref name="werner" /> wo er auch 1929 zum außerordentlichen und 1930 zum ordentlichen Professor ernannt wurde.

Von 1932 bis 1960 war er als Nachfolger von Fritz Foerster Professor für Anorganische Chemie und anorganisch-technische Chemie an der TH Dresden. Im November 1933 unterzeichnete Simon das Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler. Er war Mitglied im NS-Lehrerbund und Förderndes Mitglied der SS.<ref>Reiner Pommerin (Hrsg.): Geschichte der TU Dresden 1828–2003, Böhlau, Köln 2003, S. 171</ref> 1945 bis 1949 war Simon Herausgeber des Chemischen Zentralblatts.<ref name="Kießling">Renate Kießling: Die Chemische Gesellschaft der DDR:Teil 1 – Die Gründungsgeschichte, Mitteilungen, Gesellschaft Deutscher Chemiker / Fachgruppe Geschichte der Chemie (Frankfurt/Main), Bd. 23 (2013), S. 145–175.</ref> Von 1946 bis 1951 reorganisierte er als ehrenamtlicher Ministerialdirektor im Sächsischen Ministerium für Volksbildung und Abteilungsleiter für die Hochschulen das sächsische Hochschulsystem.

Seit 1948 war er Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und deren Vizepräsident von 1956 bis 1962. 1954 wurde er Mitglied der Leopoldina und 1956 ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. 1953 wurde mit dem Nationalpreis der DDR, III. Klasse<ref>Nationalpreisträger Parteifreund Professor Dr. Simon. In: LDPD-Informationen. 7. Jg., Heft 17, 1953, S. 323 f.</ref> ausgezeichnet „für seine hervorragenden Arbeiten auf dem Gebiet der anorganischen Chemie, insbesondere der Raman-Spektroskopie, die es ermöglicht, die Struktur komplizierter anorganischer Verbindungen zu klären“. 1956 erhielt er die Clemens-Winkler-Medaille. 1958 wurde er Ehrendoktor der TH Darmstadt. Er erhielt die Alexander-von-Humboldt-Medaille der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin (1959) und den VVO in Silber (1959).

Zusammen mit Gerhard Müller erfand er 1925 den elektrischen Simon-Müller-Ofen, einen Tiegelofen zur Porzellanherstellung. Im Jahr 1927 wurde eine weitere Erfindung Simons, der Simon-Kryostat, patentiert.<ref>Wladimir Reschetilowski: Arthur Simons apparative Erfindungen. In: Dresdner UniversitätsJournal. Band 20, Nr. 1, 2009, S. 10 (online [PDF; abgerufen am 14. Januar 2023]).</ref>

Schriften[Bearbeiten]

  • Beiträge zur quantitativen chemischen Analyse des Antimons und zur Kenntnis der Antimonpentoxyd-Hydrate, 1923
  • Über den Raman-Effekt, 1938
  • Gitteraufbau und Katalyse bei der Gasentschwefelung, 1961

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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