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Assia Djebar

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Assia Djebar (1992)
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Signatur

Assia Djebar (bürgerlich Fatima-Zohra Imalayène; * 30. Juni 1936 in Cherchell bei Algier; † 6. Februar 2015 in Paris) war eine in französischer Sprache schreibende algerische Schriftstellerin, Regisseurin, Historikerin und Hochschullehrerin. Sie gilt als eine der renommiertesten Autorinnen aus dem Maghreb. 2005 wurde sie als erste Autorin oder Autor des Maghreb in die Académie française gewählt.<ref name="lemonde-2005-06-17">Catherine Bédarida: L’Académie française ouvre ses portes à Assia Djebar. In: Le Monde. 17. Juni 2005, abgerufen am 30. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ihre Werke sind in mehr als 20 Sprachen übersetzt worden.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Leben[Bearbeiten]

Geboren wurde Assia Djebar als Fatima-Zohra Imalayène in eine Großfamilie mit traditionellen Strukturen. Ihre Mutter Bahia Sahraoui entstammte einer Berberfamilie, ihr Vater Tahar Imalayène war einer der wenigen einheimischen Lehrer an einer Grundschule der französischen Kolonialmacht und bezeichnete sich als Sozialist.<ref name="academie-francaise-2006-06-22">Pierre-Jean Rémy: Réponse au discours de réception de Mme Assia Djebar. In: Académie française. 22. Juni 2006, abgerufen am 30. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Fatima-Zohra besuchte sowohl eine Koranschule als auch die Schule, an der ihr Vater unterrichtete. Sie wuchs zwischen der mütterlichen Welt der Berge und der väterlich geprägten Schulwelt der kolonialen Städte auf.<ref name="academie-francaise-2006-06-22" /> Anschließend konnte sie als eine von wenigen arabischen Schülerinnen ein französischsprachiges Gymnasium absolvieren.

Ihr Vater ermöglichte ihr auf der einen Seite den Erwerb von Bildung und die Möglichkeit, sich relativ frei im öffentlichen Raum zu bewegen.<ref>Judith von Sternburg: Assia Djebar ist tot. Eine Frau und frei sein. Frankfurter Rundschau online, 8. Februar 2015.</ref> Er weckte früh ihren Geschmack an Büchern und führte sie an die französischsprachige Bildung heran.<ref name="academie-francaise-2006-06-22" /> Auf der anderen Seite unterband er jedoch strikt jeden Versuch, mit dem anderen Geschlecht Kontakt aufzunehmen. In ihrem Roman L’Amour, la fantasia (1985) beschreibt Djebar unter anderem ihre Kindheit zwischen Tradition und Moderne unter der Herrschaft des französischen Kolonialismus.

Nach einer Hypokhâgne am Lycée Bugeaud in Algier wechselte sie im Oktober 1954 ans Lycée Fénelon in Paris, wo unter anderem Dina Dreyfus zu ihren Lehrerinnen gehörte.<ref name="academie-francaise-2006-06-22" /> 1955 trat sie in die École normale supérieure de jeunes filles in Sèvres ein, studierte dort Geschichte und wurde damit zur ersten Algerierin, die in Frankreich an der École normale supérieure aufgenommen wurde.<ref name="lemonde-2005-06-17" /> Sie engagierte sich gemeinsam mit anderen algerischen Studenten im antikolonialistischen Kampf, nahm an einem Studentenstreik teil, legte keine Prüfungen ab und musste die Hochschule 1958 verlassen.<ref name="academie-francaise-2006-06-22" /> 1959 wurde auf Betreiben Charles de Gaulles ihre Wiederaufnahme veranlasst, nachdem sie bereits als literarisches Talent wahrgenommen worden war.<ref name="lemonde-2005-06-17" />

Während des Studentenstreiks schrieb sie ihren ersten Roman La soif (dt. Durst, 2002), der 1957 in Paris erschien.<ref name="academie-francaise-2006-06-22" /> Um ihre Familie nicht zu verletzen und zu gefährden, nahm sie den Namen Assia Djebar an; Assia steht für Trost, Djebar für Unnachgiebigkeit.<ref name="academie-francaise-2006-06-22" /> Es handelt sich um eine Liebesgeschichte ohne Bezug auf den aktuellen antikolonialen Kampf, in der sie auch die Beschreibung von Sexualität nicht ausspart. Dieses Buch machte sie in Frankreich schnell bekannt. Sie wurde dort mit Françoise Sagan verglichen. Unter Algeriern stieß sie auf heftige Ablehnung. Die einen bezeichneten sie als unmoralisch, ja sogar „Hure“, während andere ihren „kleinbürgerlichen“ Hintergrund monierten.<ref>Die Träume eines muslimischen Mädchens. Die algerische Schriftstellerin Assia Djebar. In: Hassouna Mosbahi: Die rebellischen Töchter Scheherezades. Arabische Schriftstellerinnen der Gegenwart. München 1997, S. 57 ff.</ref> 1958 kam Les impatients (dt. Die Ungeduldigen, 2000) heraus. Dort schreibt sie über die Situation arabischer Frauen im damals noch kolonisierten Algerien. Protagonistin ist eine junge gebildete Frau, die ihrem Geliebten nach Paris folgt. Djebar thematisiert erneut erotische Fragen und die Enge der algerischen Gemeinschaft, aber auch „das Recht der Kolonisierten auf Emanzipation“.<ref>Sabine Kebir: Algerische Liebschaften. In: Zeit. Nr. 43, 18. Oktober 2000.</ref>

Im selben Jahr zog sie mit ihrem damaligen Ehemann, dem algerischen Freiheitskämpfer Walid Garn, der in Frankreich verfolgt wurde, ins Exil nach Tunesien. Dort schloss sie ihr Studium ab und arbeitete als Journalistin für El Moudjahid; zu ihren frühen Reportagen gehörten Berichte über Flüchtlingslager nach dem Bombardement von Sakiet Sidi Youssef.<ref name="academie-francaise-2006-06-22" /> Für kurze Zeit hatte sie anschließend an der Universität von Rabat (Marokko) einen Lehrauftrag. Nach der Unabhängigkeit kehrte sie am 1. Juli 1962 als Reporterin nach Algier zurück und wechselte kurz darauf an die Universität Algier.<ref name="academie-francaise-2006-06-22" /> Dort lehrte sie Geschichte – insbesondere moderne und zeitgenössische Geschichte Algeriens und des Maghreb – sowie Theaterwissenschaften.<ref name="academie-francaise-2006-06-22" /> Sie war zunächst die einzige Lehrende für moderne und zeitgenössische Geschichte Algeriens.<ref name="academie-francaise-2006-06-22" /> Als die algerische Regierung 1965 verlangte, Geschichte auf Arabisch zu unterrichten, protestierte Djebar und ging erneut nach Frankreich.<ref name="lemonde-2005-06-17" />

In den 1970er Jahren verfasste Djebar keine Romane, hielt sich häufig in Algerien zu Recherchen auf, schuf zwei erfolgreiche Dokumentarfilme in arabischer und berberischer Sprache und arbeitete als Regisseurin und Regieassistentin in weiteren Filmen. Sie hatte zuvor klassische arabische Studien betrieben. „In ihren späteren Romanen bereicherte sie denn auch die französische Sprache durch Klänge und Rhythmen des Arabischen.“<ref name="Unionsverlag">Assia Djebar: Ausführliche Biografie, Unionsverlag</ref> 1974 kehrte sie erneut nach Algerien zurück.<ref name="lemonde-2005-06-17" />

Nach ihrer Scheidung 1975 lehrte sie Theaterwissenschaft an der Universität in Algier. 1980 heiratete sie den algerischen Schriftsteller Malek Alloula. Das Ehepaar wohnte vorwiegend in Paris, besuchte aber häufig die algerische Heimat. Zu Beginn der 1980er Jahre ging sie wieder nach Frankreich; den Schritt verband sie mit der zunehmenden Verdrängung von Frauen aus dem öffentlichen Raum in Algier.<ref name="lemonde-2005-06-17" /> Ab den 1990er Jahren mussten diese Besuche aus politischen Gründen unterbleiben.

Ab Anfang der 1980er Jahre veröffentlichte sie wiederum Romane, Erzählungen und Essays, darunter ihr Hauptwerk, das Algerische Quartett: 1985 L’amour, la fantasia (dt. Fantasia, 1993); 1987 Ombre Sultane (dt. Die Schattenkönigin, 1991); 1995 Vaste est la prison (dt. Weit ist mein Gefängnis, 1997). Der vierte Band blieb unveröffentlicht. 1994 schloss sie sich unmittelbar nach dessen Gründung dem Parlement international des écrivains an, in dem sie Fragen sprachlicher und kultureller Vielfalt vertrat.<ref name="lemonde-2005-06-17" /> 2007 erschien ihre Autobiografie Nulle part dans la maison de mon père (dt. Nirgendwo im Haus meines Vaters, 2009) über ihre Kindheit und frühe Jugend im Maghreb.<ref>Iris Radisch: Assia Djebar. Die Welt besteht doch nur aus Geschichten, die sich aus Geschichten ergeben. Zeit online, 3. Dezember 2009.</ref>

1997 erhielt Assia Djebar eine Professur am Zentrum für französische und frankophone Studien der Louisiana State University; in Baton Rouge lehrte sie in den 1990er Jahren an der Seite von Édouard Glissant.<ref name="lemonde-2005-06-17" /> Von 2001 bis zu ihrem Tod lehrte sie am Department of French Studies der New York University, zuletzt als Professorin für französische Literatur.<ref name="guardian-2015-02-09">Alison Flood: Assia Djebar, Algerian novelist, dies aged 78. In: The Guardian. 9. Februar 2015, abgerufen am 30. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sie lebte in Paris und New York.<ref name="Unionsverlag" /><ref>culturebase.net: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Die klare zerbrechliche Kraft des Schreibens (Memento vom 16. Juni 2010 im Internet Archive)</ref>

Assia Djebar starb am 6. Februar 2015 in Paris.<ref>Jürg Altwegg: Zum Tod von Assia Dsebar. Auf Französisch schreiben, auf Arabisch beten. FAZ online, 7. Februar 2015.</ref><ref>Algerische Schriftstellerin Assia Djebar ist tot. Zeit online, 7. Februar 2015.</ref> Nach ihrem Tod würdigte der französische Präsident François Hollande die Vielschichtigkeit ihres Werks zwischen Algerien und Frankreich sowie zwischen berberischer, arabischer und französischer Sprache.<ref name="guardian-2015-02-09" /> Beerdigt wurde sie in ihrer Heimatstadt Cherchell bei Algier.<ref>Assia Djebar †. Sie kämpfte für die Emanzipation in Algerien. Welt online, 7. Februar 2015.</ref>

Werk[Bearbeiten]

Bereits 1957 wurde Assia Djebar mit ihrem ersten Roman La Soif in Frankreich berühmt. Ihr Werk behandelt immer wieder die Geschichte Algeriens, die Situation von Frauen und die Konflikte um Sprache.<ref name="lemonde-2005-06-17" /> Sie beschreibt in La Soif den Emanzipationsversuch einer jungen arabischen Frau in Algerien, kurz vor dem Unabhängigkeitskrieg. Auch ihr zweites Buch befasst sich mit dem Streben nach Freiheit, dem Aufbegehren gegen die Grenzen der patriarchalischen Tradition. In den beiden folgenden Werken verknüpft sie Schicksale von Frauen, die im Schatten stehen, mit der algerisch-französischen Geschichte. In Les enfants du nouveau monde (1962) rückte sie Frauen in einer ländlichen algerischen Stadt in den Blick, deren Lebenswege in den Widerstand hineinführen.<ref name="guardian-2015-02-09" />

Die frühen Romane weisen eine kontinuierliche Erzählstruktur auf. Die Gefühle und Wünsche eines Teils (vorwiegend intellektueller) arabischer Frauen, die sich nicht selbst äußern konnten, werden thematisiert. Von Kritikern sah sich Assia Djebar mit dem Vorwurf konfrontiert, sie stelle die Geschlechterfrage in den Mittelpunkt ihrer Romane, anstatt sich vornehmlich mit dem Freiheitskampf des algerischen Volkes zu beschäftigen. Außerdem schreibe sie in der Sprache des Feindes.

Djebar setzte sich daraufhin intensiv mit der Sprache ihrer Literatur auseinander, die sie einerseits als Medium der Kolonialisten ansah, andererseits aber als Instrument zum Transport freiheitlicher, emanzipatorischer Ideen einer arabischen intellektuellen Frau. Die Sprachkonflikte Algeriens blieben ein zentrales Thema; in Le Blanc de l’Algérie verband sie die Krise ihres Landes ausdrücklich mit ungelösten Sprachproblemen.<ref name="lemonde-2005-06-17" />

Sie legte eine literarische Schaffenspause ein. Anfang der 1970er Jahre studierte sie klassisches Arabisch. Ihre Dokumentarfilme in arabischer Sprache bezogen sich auf die Lebenswirklichkeit in Algerien. Hier lag ihr Schwerpunkt bei der Darstellung der Äußerungen vergessener algerischer Frauen, zum Teil mit berberischem Hintergrund.<ref>Rede in deutscher Übersetzung anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2000 während der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche: Laudatio, Rede und Übersetzung der Rede (PDF-Datei), S. 16f.</ref>

Ab den 1980er Jahren publizierte Djebar erneut in französischer Sprache, benutzte jedoch häufig arabische oder berberische Wendungen. Auch ihr Rhythmus erinnert an das Arabische und Berberische. Sie war sich des Problems bewusst, Gedanken und Gefühle beispielsweise berberischer Frauen, die in einem Kontext ohne Schriftsprache stehen, über das Arabische ins Französische zu transportieren und dabei Unschärfen hinnehmen zu müssen.

Djebar, die mit ihren neuen Romanen weltweit bekannt wurde, wendete nun verfeinerte, partiell postmoderne Stilmittel an. Die stringente Erzählweise wich einem gebrochenen hybriden, bilderreichen Sprachduktus. Stimmen unterschiedlicher Protagonistinnen werden mit historischen Diskursen der Kolonialgeschichte und des Befreiungskampfes verknüpft.<ref>So in ihrem als bedeutend rezipierten Roman Fantasia (franz. 1985). Vgl.: Annika Nickenig: Diskurse der Gewalt. Spiegelung von Machtstrukturen im Werk von Elfriede Jelinek und Assia Djebar. Marburg 2007, S. 32.</ref> Auf diese Weise sollte die erzwungene bleierne Stummheit der algerischen Frauen aufgehoben und das Schweigen über die Verbrechen des Kolonialsystems gebrochen werden. In den Erzählungen des Bandes Oran, langue morte behandelte sie das Leid von Frauen zur Zeit des islamistischen Integrismus der 1990er Jahre.<ref name="lemonde-2005-06-17" /> Die zahlreichen kulturellen und historischen Anspielungen, Quellen und Eigennamen, teilweise im Original in arabischer oder berberischer Sprache, sind für westliche Rezipienten nicht ohne weiteres verständlich, sodass ihren Büchern häufig ein Glossar angefügt ist. Hinzu kommt die besondere Problematik, ihre Werke durch Übersetzung in einer weiteren, der vierten, Sprache zugänglich zu machen.

Assia Djebar ist als Autorin und intellektuelle Frau im nicht definierten Raum zwischen arabischer und westlicher Kultur umstritten. Auf der einen Seite war sie eine renommierte, vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin, die Leser im westlichen Kulturkreis und auch eine Minderheit in den arabischen Ländern, für die ihre Bücher erreichbar sind, mit ihren Werken berührt. In den USA war ihr Werk in vielen universitären Französischabteilungen präsent, was zu ihrer zeitweilig stärkeren Anerkennung im Ausland als in Frankreich beitrug.<ref name="lemonde-2005-06-17" /> Andererseits wurde kritisiert, sie ordne sich westlichen Wert- und Kulturstandards unter, lehne bewährte Traditionen ab und diskreditiere damit ihre Herkunft.

Die Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels wurde von Barbara Frischmuth unter anderem mit den Worten begründet: „Sie hat in ihrem Werk ein Zeichen der Hoffnung gesetzt für die demokratische Erneuerung Algeriens, für den inneren Frieden in ihrer Heimat und für die Verständigung zwischen den Kulturen. Den vielfältigen Wurzeln ihrer Kultur verpflichtet, hat Assia Djebar einen wichtigen Beitrag zu einem neuen Selbstbewusstsein der Frauen in der arabischen Welt geleistet.“<ref>Laudatio anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2000 während der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche: Laudatio, Rede und Übersetzung der Rede (PDF-Datei)</ref> Assia Djebar widmete ihre Dankesrede unter dem Titel Sprache des Exils – Sprache der Unbeugsamkeit drei 1993/94 in Algerien ermordeten Schriftstellern.

Zitate[Bearbeiten]

„Ich wurde in einem muslimischen Glauben erzogen, der seit Generationen der Glauben meiner Vorfahren war, der mich emotional und geistig geprägt hat und gegen den ich mich, eingestandenermaßen, auflehne wegen seiner Verbote, aus denen ich mich bisher nicht völlig lösen konnte. Ich schreibe also, doch auf Französisch, in der Sprache des ehemaligen Kolonisators, die jedoch, und zwar unverrückbar, zur Sprache meines Denkens geworden ist, während meine Sprache der Liebe, des Leidens und auch des Gebets (manchmal bete ich) das Arabische, meine Muttersprache, ist. Und da ist noch die berberische Sprache meiner Heimatregion…, eine Sprache, die ich nicht vergessen kann, deren Rhythmus mir stets gegenwärtig ist…, in der ich, ohne es zu wollen, in meinem Innern «Nein» sage; als Frau und vor allem in meinem andauernden Bemühen als Schriftstellerin.“

– Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Assia Djebar: bei der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels, Oktober 2000

„Es berührt mich, dass die Akademie mich als Nachfolgerin von Georges Vedel aufgenommen hat. Ich bin kein Symbol. Ich schreibe nur. Jedes meiner Bücher ist ein Schritt zum Verständnis der maghrebinischen Identität, und ein Versuch, in die Moderne einzutreten. Wie jeder Schriftsteller arbeite ich mit meiner Kultur und führe vielfältige Motive und Welten zusammen.“

– Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Assia Djebar: nach ihrer Wahl in die Académie française, Juni 2005

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1962 wurde Djebar mit dem Französischen Kulturpreis für Les enfants du nouveau monde<ref>Dt. Die Kinder der neuen Welt, bisher keine deutschsprachige Ausgabe.</ref> ausgezeichnet. 1979 bekam sie den „Preis der internationalen Kritik“ auf der Biennale in Venedig für ihren Film La Nouba des Femmes du Mont Chenoua. 1989 erhielt sie für ihr Werk Die Schattenkönigin den LiBeraturpreis.<ref name="Unionsverlag" /> Die Universität Wien zeichnete sie 1995 mit der Ehrendoktorwürde aus.<ref>Regina Keil-Sagawe: Schattenstimmen der Schattenfrauen – Friedenspreis des deutschen Buchhandels. In: freitag.de. 13. Oktober 2000, abgerufen am 23. Januar 2016.</ref> Den Prix Maurice Maeterlinck bekam sie ebenfalls 1995 in Brüssel. Ein Jahr später wurde ihr in den USA der Neustadt International Prize for Literature für ihr Gesamtwerk verliehen.<ref name="Unionsverlag" /> 1997 erhielt sie in Boston den Marguerite Yourcenar Prize. Ihr Name wurde wiederholt mit dem Nobelpreis für Literatur in Verbindung gebracht.<ref name="guardian-2015-02-09" />

1999 wurde Djebar Mitglied der Königlichen Belgischen Académie für französische Sprache und Literatur und wurde mit der Médaille de Vermeil de la francophonie der Académie française ausgezeichnet.<ref name="Unionsverlag" /> Im Jahr 2000 erhielt sie den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.<ref>Assia Djebar. Friedenspreis des deutschen Buchhandels, 2000, (PDF-Datei)</ref> Anlässlich der Frankfurter Buchmesse mit dem Schwerpunkt Arabische Literatur im Oktober 2004 fand eine Lesung mit Assia Djebar statt. Die Universität Osnabrück – Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaft – verlieh ihr im Juni 2005 die Ehrendoktorwürde.<ref>Oliver Schmidt: Universität Osnabrück verleiht Nobelpreiskandidatin Assia Djebar die Ehrendoktorwürde. idw. Informationsdienst Wissenschaft, vom 21. Juni 2005.</ref> Im selben Jahr erhielt sie in Italien den Pablo Neruda-Preis und im folgenden Jahr in Turin den Grinzane Cavour-Preis.

Am 16. Juni 2005 wurde Assia Djebar als erste Autorin oder Autor des Maghreb in die Académie française (Fauteuil 5) gewählt.<ref>Kurzbiografie und Werkliste der Académie française (französisch) einschließlich Auszeichnungen</ref><ref name="lemonde-2005-06-17" /> Sie war die fünfte Frau, die in die Académie française gewählt wurde.<ref name="guardian-2015-02-09" />

Werke[Bearbeiten]

Erzählungen und Novellen[Bearbeiten]

Romane[Bearbeiten]

Theaterstücke[Bearbeiten]

  • gemeinsam mit Walid Garn: Rouge l’abue. Piece en 4 actes et 10 tableaux. SNED, Algier 1969 (französisch)
    • Deutsch: Morgenröte. Stück in 4 Akten und 10 Bildern. In: Joachim Fiebach (Hrsg.): Stücke Afrikas. Henschelverlag, Berlin 1974, S. 257–323 (übersetzt von Bernd Schirmer)

Filme[Bearbeiten]

  • La Nouba des femmes du Mont Chenoua. Drehbuch und Regie, Algerien 1978 (Preis der internationalen Kritik auf der Biennale in Venedig 1979)
  • La Zerda ou les chants de l’oubli. Drehbuch und Regie, Algerien 1982 (Sonderpreis der Berlinale 1982 für den besten historischen Film)

Hörspiele[Bearbeiten]

Reden und Essays[Bearbeiten]

Lesungen[Bearbeiten]

  • Fantasia (L’amour, la fantasia), Sprecherin: Birgitta Assheuer, SWR 2002 (veröffentlicht in der SWRedition, ISBN 978-3-95615-095-1, erhältlich bei allen gängigen Audio-Portalen)

Literatur[Bearbeiten]

(alphabetisch geordnet und kommentiert)

  • Souad Belkhira: Die Rezeption der algerischen französischsprachigen Literatur in den deutschsprachigen Ländern. Dargelegt am Beispiel von Assia Djebar, Azouz Begag und Maïssa Bey. PDF-Datei, Dissertation, Osnabrück 2013
  • Beida Chikhi: Les romans d’Assia Djebar. Offices des publications universitaires, Algier 1990 (Analyse des Werks der Autorin).
  • Jeanne-Marie Clerc: Assia Djebar : écrire, transgresser, résister. L’Harmattan, Paris/Montréal 1997 (Analyse ihrer Werke, einschließlich des filmischen Schaffens)
  • Bettina Flitner: Frauen mit Visionen - 48 Europäerinnen. Mit Texten von Alice Schwarzer. Knesebeck, München 2004, ISBN 3-89660-211-X, S. 68–71.
  • Claudia Gronemann: A hybrid gaze from Delacroix to Djebar: Visual encounters and the construction of female/other in colonial discourse of Maghreb (orientalist painting, photography and film). In: Harald Fischer-Tiné, Susanne Gehrmann (Hrsg.): Empires and Boundaries. Rethinking Race, Class, and Gender in Colonial Settings (= Routledge Studies in Cultural History. Bd. 9). Routledge, New York/London 2009, ISBN 978-0-415-96089-2, S. 148–167 (englisch).
  • Claudia Gronemann: Postmoderne/postkoloniale Formen der Autobiographie in der französischen und maghrebinischen Literatur. Autofiction – Nouvelle Autobiographie – Double Autobiographie – Aventure du Texte. Georg Olms Verlag, Hildesheim 2003, ISBN 3-487-11742-8 (zugleich Dissertation Universität Leipzig, 2002).
  • Alfred Hornung, Ernstpeter Ruhe: Postcolonialisme et autobiographie. Albert Memmi, Assia Djebar, Daniel Maximim. Series Editors C.C. Barfoot and Theo D’haen, Amsterdam – Atlanta 1998. (Studies in comparative literature 20) (Gegenüberstellung und Diskussion des Werkes mehrerer Autoren)
  • Susanne Kaiser: Körper erzählen: Der postkoloniale Maghreb von Assia Djebar und Tahar Ben Jelloun. Transcript, Bielefeld 2015, ISBN 978-3-8394-3141-2 (auch als E-Book).
  • Kian-Harald Karimi: ‚Comme l’arabe avait disparu dans l’Espagne‘. Das Mittelmeer als streitbare Mitte zwischen Orient und Okzident in Texten von Assia Djebar und Amin Maalouf. In: Jürgen Erfurt (Hrsg.): Migration – Hybridität – kulturelle Artikulation. Multikulturelle Diskurse in frankophonen Räumen. Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main 2005, S. 159–185.
  • Fritz Peter Kirsch: Quelques réflexions sur l’Histoire dans les œuvres narratives d’Assia Djebar. In: Chroniques allemandes no 8-2000 : Assia Djebar en pays de langue allemande. Centre d’études et de recherches allemandes et autrichiennes contemporaines (CERAAC) de l’Université Stendhal-Grenoble III, S. 91–103.
  • Stephan Leopold: Figures d’un impossible retour. L’inaccessible Algérie chez Assia Djebar. In: Wolfgang Asholt, Mireille Calle-Gruber, Dominique Combe (Hrsg.): Assia Djebar, littérature et transmission. (Colloque de Cerisy). Presses de la Nouvelle Sorbonne, Paris 2010, ISBN 978-2-87854-487-9, S. 141–156 (französisch).
  • Hassouna Mosbahi: Die rebellischen Töchter Scheherezades. Arabische Schriftstellerinnen der Gegenwart. C. H. Beck, München 1997, ISBN 3-406-42001-X, S. 57–65.
  • Annika Nickenig: Diskurse der Gewalt. Spiegelung von Machtstrukturen im Werk von Elfriede Jelinek und Assia Djebar. Tectum Verlag, Marburg 2007, ISBN 978-3-8288-9218-7.
  • Claudia Nieser: Hagars Töchter. Der Islam im Werk Assia Djebars (= Theologie Literatur. Band 25). Grünewald, Ostfildern 2011, ISBN 978-3-7867-2871-9 (zugleich Dissertation Universität Tübingen 2010. Rezension von Markus Kneer als PDF-Datei; rpi virtuell, 28. Oktober 2011).
  • Elke Richter: Ich-Entwürfe im hybriden Raum – Das Algerische Quartett von Assia Djebar. Lang, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-631-57195-8 (Dissertation an der Universität Göttingen 2004). Französisch: L’écriture du ‘je’ hybride. Le Quatuor Algérien d’Assia Djebar. Universität Montpellier 2004.
  • Priscilla Ringrose: Sistre and the Semiotic: Reinscribing Desire into Language. In: Ernstpeter Ruhe: Assia Djebar (= Studien zur Literatur und Geschichte des Maghreb. Band 5). Königshausen & Neumann, Würzburg 2001, ISBN 3-8260-2145-2, S. 91–105 (englisch).
  • Ernstpeter Ruhe: Fantasia en Alsace. Les Nuits de Strasbourg d’Assia Djebar. In: Chroniques allemandes. no 8-2000 : Assia Djebar en pays de langue allemande. Centre d’études et de recherches allemandes et autrichiennes contemporaines (CERAAC) de l’Université Stendhal-Grenoble III, S. 105–121.
  • Ernstpeter Ruhe (Hrsg.): Europas islamische Nachbarn. Studien zur Literatur und Geschichte des Maghreb. Band 1 (1993), Band 2 (1995), Königshausen & Neumann, Würzburg, ISBN 3-88479-821-9 (Band 1) und ISBN 3-8260-1137-6 (Band 2).
  • Ernstpeter Ruhe (Hrsg.): Assia Djebar (= Studien zur Literatur und Geschichte des Maghreb. Band 5). Königshausen & Neumann, Würzburg 2001, ISBN 3-8260-2145-2.
  • Brigitte Sändig: Zerstörte Menschen, gestörte Schrift. Assia Djebar „Le Blanc d’Algérie“. In: Brigitte Sändig, Christa Ebert (Hrsg.): Literatur und soziale Erfahrung am Ausgang des 20. Jahrhunderts. Scrîpvaz, Berlin 2004, ISBN 3-931278-40-9.
  • Beatrice Schuchardt: Schreiben auf der Grenze. Postkoloniale Geschichtsbilder bei Assia Djebar. Böhlau, Köln 2006, ISBN 3-412-32005-6.
  • Veronika Thiel: Assia Djebar. La polyphonie comme principe générateur de ses textes. Edition Praesens, Wien 2005, ISBN 3-7069-0325-3 (französisch).
  • Veronika Thiel: Une voix, ce n’est pas assez… La narration multiple dans trois romans francophones des années 1980. Le Temps de Tamango de Boubacar B. Diop, L’Amour, la fantasia d’Assia Djebar et Solibo Magnifique de Patrick Chamoiseau. Dissertation, Universität Wien, 2011.
  • Esther Winkelmann: Assia Djebar. Schreiben als Gedächtnisarbeit. Pahl-Rugenstein, Bonn 2000, ISBN 3-89144-279-3.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Assia Djebar – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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