Astrapotheria
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| Astrapotheria | ||||||||||||
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| Datei:MEF Astrapotherium.jpg
Schädel von Astrapotherium | ||||||||||||
| Zeitliches Auftreten | ||||||||||||
| Oberes Paläozän bis Oberes Miozän (Tortonium) | ||||||||||||
| 58,7 bis 7,25 Mio. Jahre | ||||||||||||
| Fundorte | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Astrapotheria | ||||||||||||
| Lydekker, 1894 | ||||||||||||
Die Astrapotheria sind eine vollständig ausgestorbene Ordnung pflanzenfressender Säugetiere aus der Überordnung der Südamerikanischen Huftiere (Meridiungulata). Sie lebten vor 58,7 bis 7,25 Millionen Jahren, also vom oberen Paläozän bis zum Miozän, auf dem südamerikanischen Kontinent. Wahrscheinlich stellen sie eine Schwestergruppe der Xenungulata dar.
Beschreibung[Bearbeiten]
Die höher entwickelten Astrapotheria (Astrapotheriidae) hatten einen oft groß dimensionierten und länglichen Körper auf vergleichsweise schlanken Gliedmaßen. Das Körpergewicht war teilweise beträchtlich und reichte von rund 320 kg bis 500 kg bei Comahuetherium über 4,1 t bei Parastrapotherium bis hin zu 6,4 t bei Hilarcotherium. Vor allem die späten Vertreter der Astrapotherien, bei denen Riesenformen gleich mehrfach belegt sind, stellten die größten landlebenden, endemischen Säugetiere ihrer Zeit in Südamerika dar.<ref name="Kramarz et al. 2011"/><ref name="Pareja et al. 2015"/><ref name="Carrillo et al. 2018"/> Der Hals war teilweise verlängert und endete mit einem recht großen und schwer gebauten Kopf. Aus der Schädelstruktur, insbesondere aus den zurückversetzten Nasenknochen lässt sich auf das Vorhandensein eines kurzen, kräftigen Rüssels schließen. Oberflächlich betrachtet hatten die Astrapotheria eine Ähnlichkeit mit rezenten Tapiren, ohne näher mit diesen verwandt zu sein. Die Eckzähne (Dentes canini) waren stoßzahnartig verlängert, an sie schloss sich eine breite Lücke (ein sogenanntes Diastema) vor den Backenzähnen (Prämolaren und Molaren) an. Die Molaren des Oberkiefers zeigten auf den Kauflächen ein Muster, das in etwa dem auf Backenzähnen der Nashörner ähnelte. Vor allem die späten Astrapotherien hatten teilweise eine reduzierte Anzahl an Prämolaren.<ref name="Kramarz et al. 2009"/> Die Funktion der Eckzähne ist unbekannt. Der Unterkieferknochen ragte weit über den Oberkiefer hinaus. Es scheint, dass die Astrapotheriidae durch konvergente Evolution einen Habitus zwischen dem der heutigen Nashörner und Elefanten entwickelt hatten und eine vergleichbare Lebensweise aufwiesen. Die ebenfalls zu den Südhuftieren gehörenden Pyrotheria waren allerdings Elefanten noch ähnlicher.
Innere Systematik[Bearbeiten]
Die frühen Eoastrastylopidae waren die kleinsten und primitivsten unter den Astrapotheria. Von ihnen ist nur eine Art bekannt. Sie lebten vom Paläozän bis ins frühe Eozän vor etwa 55 Millionen Jahren. Die Trigonostylopidae wurden lange als eigene Ordnung angesehen.<ref name="Simpson 1967"/> Sie sind bis vor 45 Millionen Jahren verbürgt. Der im Wesentlichen aus Schädelfunden bekannte Trigonostylops aus dem Paläozän wird jetzt als primitive Form der Astrapotherien angesehen. Er war mit etwa 1,5 Metern Länge deutlich kleiner als die zu den Astrapotheriidae gehörenden Xenastrapotherium, Uruguaytherium und das 2,5 bis 3 Meter große Astrapotherium. Vor allem die späteren, stärker spezialisierten und großen Vertreter der Astrapotheriidae prägen das Bild der Astrapotheria. Diese werden in zwei Unterfamilien unterteilt. Dabei waren die Astrapotheriinae weitgehend auf Patagonien beschränkt, während die Uruguaytheriinae weiter nördlich vorkamen bis hin ins nördliche Südamerika. Studien zur stammesgeschichtlichen Verwandtschaft ergaben, dass beide jeweils eine monophyletische Gruppe bilden.<ref name="Johnson et al. 1997"/><ref name="Kramarz et al. 2011"/> Die Astrapotherien starben am Ende des Miozäns vor rund 10 Millionen Jahren aus.
Innere Systematik der Astrapotheria nach Vallejo-Pareja et al. 2015<ref name="Pareja et al. 2015"/>
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Die Innere Systematik nach McKenna & Bell:<ref name="McKenna et al. 1997"/>
- Ordnung Astrapotheria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Lydekker, 1894
- Notorhinus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Roth, 1903
- Blastoconus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Roth, 1903
- Familie Eoastrastylopidae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Soria & Powell, 1981
- Eoastropostylops Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Soria & Powell, 1981
- Trigonostylopidae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ameghino, 1901
- Shecenia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Simpson, 1935
- Tetragonostylops Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Paula Couto, 1963
- Trigonostylops Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ameghino, 1897
- Astrapotheriidae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ameghino, 1887
- Antarctodon Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Bond, Kramarz, MacPhee & Reguero, 2011<ref name="Bond et al. 2011"/>
- Scaglia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Simpson, 1957
- Albertogaudrya Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ameghino, 1901
- Isolophodon Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Roth, 1903
- Monoeidodon Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Roth, 1898
- Astraponotus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ameghino, 1901
- Maddenia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kramarz & Bond, 2009<ref name="Kramarz et al. 2009"/>
- Comahuetherium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kramarz & Bond, 2011<ref name="Kramarz et al. 2011"/>
- Parastrapotherium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ameghino, 1895
- Unterfamilie Uruguaytheriinae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kraglievich, 1928
- Uruguaytherium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kraglievich, 1928
- Hilarcotherium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Vallejo-Pareja, Carrillo, Moreno-Bernal, Pardo-Jaramillo, Rodriguez-Gonzalez & Muñoz-Duran, 2015<ref name="Pareja et al. 2015"/>
- Granastrapotherium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Johnson & Madden, 1997<ref name="Johnson et al. 1997"/>
- Xenastrapotherium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kraglievich, 1928
- Unterfamilie Astrapotheriinae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ameghino, 1887
- Astrapotherium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Burmeister, 1879
- Astrapothericulus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ameghino, 1901
Quellen[Bearbeiten]
- Malcolm C. McKenna, Susan K. Bell: Classification of mammals above the species level. Revised edition. Columbia University Press, New York NY 2000, ISBN 0-231-11013-8.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="McKenna et al. 1997">Malcolm C. McKenna und Susan K. Bell: Classification of mammals above the species level. Columbia University Press, New York, 1997, S. 1–631 (S. 466–468)</ref> <ref name="Bond et al. 2011">Mariano Bond, Alejandro Kramarz, Ross D. E. MacPhee und Marcelo Reguero: A new astrapothere (Mammalia, Meridiungulata) from La Meseta Formation, Seymour (Marambio) Island, and a reassessment of previous records of Antarctic astrapotheres. American Museum Novitates 3718, 2011, S. 1–16</ref> <ref name="Pareja et al. 2015">M. C. Vallejo-Pareja, J. D. Carrillo, J. W. Moreno-Bernal, M. Pardo-Jaramillo, D. F. Rodriguez-Gonzalez und J. Muñoz-Duran: Hilarcotherium castanedaii, gen. et sp. nov., a new Miocene astrapothere (Mammalia, Astrapotheriidae) from the Upper Magdalena Valley, Colombia. Journal of Vertebrate Paleontology 2015, doi:10.1080/02724634.2014.903960.</ref> <ref name="Kramarz et al. 2011">Alejandro Kramarz und Mariano Bond: A new early Miocene astrapotheriid (Mammalia, Astrapotheria) from Northern Patagonia, Argentina. Neues Jahrbuch für Geologie und Paläontologie Abhandlungen 260, 2011, S. 277–287</ref> <ref name="Kramarz et al. 2009">Alejandro Kramarz und Mariano Bond: A new Oligocene astrapothere (Mammalia, Meridungulata) from Patagonia and a new appraisal of astrapothere phylogeny. Journal of Systematic Palaeontology 7, 2009, S. 117–128</ref> <ref name="Simpson 1967">George Gaylord Simpson: The beginning of the age of mammals in South America Part II. Bulletin of the American Museum of Natural History 137, 1967, S. 1–259 (S. 209–235)</ref> <ref name="Johnson et al. 1997">Steven J. Johnson und Richard H. Madden: Uruguaytheriine astrapotheres of tropical South America. In: Richard F. Kay, Richard H. Madden, Richard L. Cifelli und John J. Flynn (Hrsg.): Vertebrate Paleontology in the Neotropics. The Miocene Fauna of La Venta, Colombia. Smithsonian Institution Press, Washington, 1997, S. 355–382</ref> <ref name="Carrillo et al. 2018">Juan D. Carrillo, Eli Amson, Carlos Jaramillo, Rodolfo Sánchez, Luis Quiroz, Carlos Cuartas, Aldo F. Rincón und Marcelo R. Sánchez-Villagra: The Neogene record of northern South American native ungulates. Smithsonian contributions to paleobiology 101, 2018, S. 1–67</ref>
</references>
Weblinks[Bearbeiten]
- The Paleobiology Database: Astrapotheria