Aufplustern
Als Aufplustern, auch Plustern, bezeichnet man in der Ornithologie das Aufrichten des Gefieders. Umgangssprachlich wird der Begriff auch auf Menschen angewandt, die sich wichtigmachen.<ref>aufplustern. Duden online</ref> Überlieferte Wortformen aus früherer Zeit sind etwa das diphthongierte plaustern (um 1600) sowie plūster(e)n als Intensivbildung zu (ūte)plūsen ‚(aus)zupfen‘.<ref>plustern. In: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache.Vorlage:Abrufdatum</ref>
Allgemeines[Bearbeiten]
Beim Aufplustern werden die normalerweise der Körperkontur anliegenden Federn durch die Aktion der in die Lederhaut eingebetteten Federmuskeln aufgerichtet und dabei vom Körper abgespreizt. Der Vorgang wird über die als Mechanorezeptoren wirkenden sogenannten Herbst’schen Körperchen gesteuert.<ref>Franz-Viktor Salomon, Hans Geyer, Uwe Gille: Anatomie für die Tiermedizin. Thieme Verlag, 2015, ISBN 978-3-8304-1289-2, S. 812.</ref> Durch das Aufplustern wird die den Körper umgebende, ruhende Luftschicht verbreitert und damit die Wärmeabgabe des Körpers durch Konvektion vermindert. Dies entspricht funktional dem Sträuben der Haare bei Säugetieren.<ref>Winfried Ahne, Hans G. Liebich, Manfred Stohrer: Zoologie: Lehrbuch für Studierende der Veterinärmedizin und Agrarwissenschaften. Schattauer Verlag, 2000, ISBN 978-3-7945-1764-0, S. 141.</ref> Neben der Funktion bei der Thermoregulation dient das Aufplustern auch der Vergrößerung der Körperkontur, also um optisch größer zu erscheinen, bei der Balz, bei Konkurrenz- und Territorialkämpfen.<ref>Peter M Kappeler: Verhaltensbiologie. Springer-Verlag, 2016, ISBN 978-3-662-53145-7.</ref>
Aufplustern bei Wellensittichen[Bearbeiten]
Bei Wellensittichen wird bei dem Aufplustern von verschiedenen Befindenszuständen ausgegangen. Allerdings können auch Sachkundige nicht mit Sicherheit die Befindlichkeiten des Vogels deuten, da sie von Tier zu Tier variieren. Wellensittiche plustern sich häufig auf, wenn sie sich wohl fühlen, in diesem Zustand singen die Vögel häufig. Einen besonders flauschigen Eindruck machen die Tiere dann im Bereich der Kehltupfen und Wangenflecken und durch einen vermeintlich entspannten Blick. Die Haltung des Körpers wirkt locker und das Gefieder im Bereich des Nackens und des Kopfes ist aufgestellt. Häufig werden die Gesichtsfedern über den Schnabel gelegt, so dass dieser kaum sichtbar ist.
Literatur[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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