Auguste Baison
Auguste Baison, verehelichte Auguste Hofmann (* 1. Juni 1846 in Frankfurt am Main; † 4. Oktober 1916 in Berlin-Wilmersdorf<ref>Sterberegister StA Wilmersdorf, Nr. 1144/1916</ref>) war eine deutsche Theaterschauspielerin.
Leben[Bearbeiten]
Baison, Tochter von Jean Baptist und Caroline Baison, wurde von ihrem Vater für die Theaterlaufbahn vorbereitet. Sie betrat in Kinderrollen im Jahre 1858 zum ersten Mal am Prager deutschen Landestheater die Bühne.<ref name="Eisenberg">Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Mit einem Titelbild. Verlagsbuchhandlung Paul List, Leipzig 1903, S. 42 f.</ref><ref name="Totenschau">Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger, Berlin (Hrsg.): Deutsches Bühnen-Jahrbuch. Theatergeschichtliches Jahr- und Adressenbuch. Gegründet 1889. 29. Jahrgang. F. A. Günther & Sohn, Berlin 1918, Totenschau, S. 152.</ref><ref name="Kosch">Wilhelm Kosch: Deutsches Theater-Lexikon. Biographisches und bibliographisches Handbuch. 8./9. Lieferung Hahn – Hurk. Ferd. V. Kleinmayr Verlag, Klagenfurt, Wien August 1953, S. 822 f.</ref>
Nachdem sie dort zwei Jahre tätig gewesen und an die Rolle der „jugendlichen Liebhaberin“ herangeführt worden war, wurde sie 1860 an das Victoria-Theater in Berlin verpflichtet, das ihr die Aneignung weiterer Rollenfächer ermöglichte, bis sie 1862 in den Verband des Carltheaters Wien trat.<ref name="Eisenberg" /> Julie Rettich bildete sie hier weiter aus.<ref name="Flüggen">O. G. Flüggen: Biographisches Bühnen-Lexikon der deutschen Theater. Von Beginn der deutschen Schauspielkunst bis zur Gegenwart. 1. Jahrgang. A. Bruckmann’s Verlag, München 1892, S. 11 (statt „Karl Jenke“ steht dort: „Jencke, München“).</ref> Sie blieb ein Jahr in Wien, nahm 1863 ein Engagement in Bremen an, darauf 1864 eines in Nürnberg, 1865 in Mainz und 1866 bis 1868 am Hoftheater in München,<ref name="Eisenberg" /> wo sich Karl Jenke ihrer annahm.<ref name="Flüggen" /> Von dort wurde sie zu einem längeren Gastspiel, zunächst als „Louise“ in Kabale und Liebe, ans Hoftheater St. Petersburg berufen,<ref name="Eisenberg" /><ref name="Kosch" /> das ihr den Titel „kaiserlich-russische Hofschauspielerin“ verlieh.<ref name="Brief">Brief von Auguste Baison an Otto Devrient vom 13. März 1878, Archiv der Akademie der Künste, Berlin, Konvolut Otto Devrient 92.</ref><ref name="Straubing">Historischer Verein für Straubing und Umgebung (Hrsg.): Jahres-Bericht des historischen Vereins für Straubing und Umgebung. Zum 44. – 51. Jahrgang 1941–1948. Oskar Beck, Straubing 1949, Theaternachrichten von 1860 bis 1880, S. 80 (Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.freundeskreis-theater-sr.de ( vom 7. September 2014 im Internet Archive) [PDF; 14,9 MB; abgerufen am 6. September 2014]).</ref>
Nach Deutschland zurückgekehrt, erschien sie fortan nur noch als Gast in Königsberg,<ref name="Eisenberg" /> Danzig (1869)<ref>Lilli Lehmann: Mein Weg. Hirzel, Leipzig 1913, DNB 361145144, Danzig. Herbst 1868 bis Frühling 1869 (zeno.org [abgerufen am 6. September 2014] siehe Brief „Zu meiner Mutter Geburtstag. Danzig, 27. März 1869“, verschiedene Neuauflagen).</ref>, Prag,<ref name="Eisenberg" /> Straubing (1870),<ref name="Straubing" /> Breslau (1871, als „Deborah“ und als „Maria Stuart“)<ref>Ludwig Sittenfeld: Geschichte des Breslauer Theaters von 1841 bis 1900. Verlag von Preuß & Jünger, Breslau 1909, S. 156 (Textarchiv – Internet Archive).</ref>, Mannheim, Köln und Augsburg,<ref name="Eisenberg" /> bis sie, in ihrer Vaterstadt angelangt, sich entschloss, daselbst ein längeres Engagement im Tragödinnen-Fach<ref name="Kosch" /> anzunehmen.<ref name="Eisenberg" /> Am 25. Dezember 1872 beging Auguste Baison als „Maria Stuart“ ihren offiziellen Bühnenabschied in Frankfurt.<ref name="Eisenberg" />
Sie hatte aufgehört, weil ihr Regisseur Schweigert sie zu sehr auf das eine Fach festgelegt hatte, das sie künstlerisch nicht ausfüllte. Sie nahm kein neues festes Engagement an einer anderen Bühne an, um nicht von ihrem ebenfalls schauspielenden Mann getrennt zu sein. Sie gab nur noch unverbindliche Gastspiele. Das Umherziehen gefiel ihr allerdings nicht. Im März 1878 gastierte sie in Stettin, während ihr Gatte wieder am Städtischen Theater in Frankfurt angestellt war. Deshalb bat sie den Intendanten Otto Devrient, auf ihre große Verbundenheit mit der Stadt hinweisend, sie ins Ensemble aufzunehmen.<ref name="Brief" /> Nach weiteren Jahren des Gastierens, in denen ihr in ihren besonders zu Frankfurter Zeiten entwickelten Glanzrollen „Maria Stuart“, „Deborah“, „Medea“ und „Sappho“<ref name="Eisenberg" /><ref name="Brief" /> Anerkennung zuteilgeworden war,<ref name="Eisenberg" /> ließ sie sich um 1897/98 in Berlin nieder, wo sie noch mehrmals innerhalb der Stadt umzog, ehe sie um 1906/1907 im Bayerischen Viertel heimisch wurde.<ref>Siehe die Ausgaben des Neuen Theater-Almanachs der betreffenden Jahre. Letzter Umzug:Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (Hrsg.): Neuer Theater-Almanach. Theatergeschichtliches Jahr- und Adressen-Buch. Begründet 1889. Achtzehnter Jahrgang. F. A. Günther & Sohn, Berlin 1907, S. 648.</ref> Bis 1912 war sie noch als Gelegenheitsschauspielerin, Dramatische Lehrerin und Rezitatorin aktiv.<ref>Diverse Ausgaben des Neuen Theater-Almanachs.</ref>
Verheiratet war sie mit dem ebenfalls in Frankfurt am Main geborenen Schauspieler Jean Hofmann; die Ehe wurde später geschieden.<ref name="Eisenberg" /><ref name="Totenschau" /> Ihre beiden Töchter wirkten am Deutschen Theater Berlin.<ref name="Totenschau" /> Sie war die Schwiegermutter des Heldentenors Ernst Kraus (1863–1941).
Ihre Stimme ist durch eine Privataufnahme bei der Gramophone Company dokumentiert.
Literatur[Bearbeiten]
- Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Verlag von Paul List, Leipzig 1903, S. 42 f.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Baison, Auguste |
| ALTERNATIVNAMEN | Hofmann, Auguste |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Theaterschauspielerin |
| GEBURTSDATUM | 1. Juni 1846 |
| GEBURTSORT | Frankfurt am Main |
| STERBEDATUM | 4. Oktober 1916 |
| STERBEORT | Berlin-Wilmersdorf |