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Ausdauernde Ochsenzunge

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Ausdauernde Ochsenzunge
Datei:Overblijvende ossentong Pentaglottis sempervirens closeup.jpg

Ausdauernde Ochsenzunge (Pentaglottis sempervirens)

Systematik
Euasteriden I
Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Unterfamilie: Boraginoideae
Tribus: Boragineae
Gattung: Pentaglottis
Art: Ausdauernde Ochsenzunge
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Pentaglottis
Tausch
Wissenschaftlicher Name der Art
Pentaglottis sempervirens
(L.) L.H.Bailey

Die Ausdauernde Ochsenzunge (Pentaglottis sempervirens), auch Spanische Ochsenzunge oder Immergrüne Fünfzunge<ref name="FloraWeb" /> genannt, ist die einzige Art der Pflanzengattung Pentaglottis innerhalb der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae).<ref name="Cecchi2015" /><ref name="Euro+Med" /> Sie ist in Südwesteuropa verbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Green Alkanet (Pentaglottis sempervirens) (3470921387).jpg
Habitus
Datei:Green Alkanet (Pentaglottis sempervirens) - geograph.org.uk - 801261.jpg
Blütenstand mit radiärsymmetrischen Blüten und großen Tragblättern
Datei:Emily Stackhouse - Ever Green Alkanet - Anchusa Semperviren.jpeg
Illustration
Datei:-2022-04-14 Green Alkanet (Pentaglottis sempervirens), Trimingham, Norfolk.JPG
Habitus, Laubblätter und Blüten

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Ausdauernde Ochsenzunge wächst als immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von selten 10 bis, meist 40 bis 100 Zentimetern erreicht.<ref name="FloraWeb" /><ref name="FloraWeb" /> Das Rhizom besitzt einen Durchmesser von 1 bis 2 Zentimetern.<ref name="FloraVascular" /> Die oberirdischen Pflanzenteile sind dicht borstig behaart.<ref name="FloraVascular" /> Der aufrechte oder aufsteigende Stängel ist<ref name="FloraVascular" /> unverzweigt und behaart.<ref name="FloraWeb" />

Die in einer grundständigen Rosette und wechselständig am Stängel verteilt angeordnet Laubblätter sind dicht behaart, besonders an den Blattnerven auf der Blattunterseite.<ref name="FloraVascular" /> Die Grundblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel der Grundblätter ist meist 4,4 bis 14,3 (3,8 bis 18 Zentimeter lang. Die einfache Blattspreite der Grundblätter ist bei einer Länge von meist 15,3 bis 30,6 (11,3 bis 33,5) Zentimetern sowie einer Breite von meist 3,7 bis 7,3, selten bis zu bis 9 Zentimetern eiförmig bis länglich-eiförmig mit spitzem oberen Ende und sie verschmälert allmählich in den Blattstiel.<ref name="FloraWeb" /><ref name="FloraVascular" /> Die Stängelblätter sind kurz gestielt oder die obersten sitzend. Die einfache Blattspreite der Stängelblätter ist 6,5 bis 9,8, selten bis zu 12 Zentimeter lang sowie 1,8 bis 3, selten bis zu 4,5 Zentimeter breit.<ref name="FloraVascular" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni.<ref name="FloraWeb" /> Die stechend borstig behaarten Blütenstandsschäfte sind unverzweigt aufsteigend und stehen in den Achseln der Laubblätter. 5 bis 17 Blüten stehen über je einem großen Tragblatt in einem trugdoldigen Blütenstand zusammen.<ref name="FloraWeb" /><ref name="FloraVascular" /> Das Tragblatt ist bei einer Länge von 3 bis 11 Millimetern sowie einer Breite von 1 bis 4 Millimetern eiförmig-lanzettlich mit spitzem oberen Ende.<ref name="FloraVascular" /> Der mehr oder weniger aufrechte Blütenstiel ist während der Anthese 1 bis 2 Millimeter lang und verlängert sich bis zur Fruchtreife auf eine Länge von 3 bis 5 Millimetern.<ref name="FloraVascular" />

Die zwittrige<ref name="FloraWeb" /> Blüte ist radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind glockenförmig verwachsen. Der haltbare Kelch ist während der Anthese meist 4,5 bis 8 (4 bis 8,5) Millimeter lang, zur Fruchtzeit ist er meist 8 bis 9,3 (7,2 bis 11,4) Millimeter lang.<ref name="FloraVascular" /> Die rau behaarten Kelchlappen sind lanzettlich oder elliptisch-lanzettlich mit spitzem oberen Ende.<ref name="FloraVascular" /> Die fünf Kronblätter sind stieltellerförmig verwachsen. Die tiefblaue Blütenkrone weist einen Durchmesser von meist 6,5 bis 11,5 (5,8 bis 12) Millimetern auf.<ref name="FloraWeb" /><ref name="FloraVascular" /> Die Kronröhre ist etwa 2 Millimeter lang. Die Schlundschuppen sind weiß. Die fünf Kronlappen sind bei einer Länge von 3 bis 5 Millimetern eiförmig.<ref name="FloraVascular" /> Die Staubblätter überragen die Kronröhre nicht und sind mehr oder weniger gleich lang. Die dunklen Staubbeutel sind 0,6 bis 0,8 Millimeter lang.<ref name="FloraVascular" />

Die gestielten Klausen sind bei einer Länge von 3,5 bis 4 Millimetern sowie einem Durchmesser von 2 bis 2,7 Millimetern eiförmig mit dreieckigem Anhängsel.<ref name="FloraVascular" />

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 11; es liegt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 22 vor.<ref name="FloraVascular" /><ref name="FloraWeb" /><ref name="IPCN" />

Ökologie[Bearbeiten]

Bei der Ausdauernden Ochsenzunge handelt es sich um einen mesomorphen Hemikryptophyten. Als Speicherorgan wird eine Rübe aus der verdickte Hauptwurzel einschließlich des verdickten Hypokotyls und Epikotyls gebildet.<ref name="FloraWeb" /> Die „Wurzeln“ brechen leicht ab und treiben leicht wieder aus, dies führt zu einer vegetativen Vermehrung.

Pentaglottis sempervirens ist homogam: die zwittrigen Blüten sind gleichzeitig männlich und weiblich.<ref name="FloraWeb" /> Bei ausbleibender Fremdbestäubung kann auch Selbstbestäubung zu einer Befruchtung führen. Meist erfolgt aber eine Bestäubung durch Insekten. Als Belohnung für die Bestäuber wird Nektar gebildet. Blütenökologisch handelt es sich bei Pentaglottis sempervirens um Blumen mit völlig verborgenem Nektar und Stieltellerblumen, bei denen Staubblätter und Narbe in der Kronröhre angeordnet sind und diese nicht überragen. Als Bestäuber wirken Bienen, Hummeln, Wespen, Wollschweber (Bombyliidae) sowie Syrphiden.<ref name="FloraWeb" />

Die Klausenfrucht ist Bruchfrucht, die in vier einsamige, geschlossenbleibende Teilfrüchte = Klausen zerfällt. Die Klausen sind die Diasporen. Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt durch den Mund von Tieren oder Klett- und Klebausbreitung auf der Oberfläche von Tieren (Epichorie).<ref name="FloraWeb" /> Die Ausdauernde Ochsenzunge kann durch Selbstaussaat „lästig“ werden.<ref name="FloraWeb" />

Vorkommen[Bearbeiten]

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Ausdauernden Ochsenzunge liegt in Südwesteuropa, vom zentralen Portugal über Spanien bis ins südwestliche Frankreich und bis Belgien.<ref name="Euro+Med" /> Pentaglottis sempervirens ist ein Neobiota in Großbritannien, Irland, Schweden, Deutschland, Italien,<ref name="Cecchi2015" /> Kanada und in den westlichen Vereinigten Staaten.<ref name="GRIN" /> In den gemäßigten Gebieten, beispielsweise in Nordamerika und Mitteleuropa wird Pentaglottis sempervirens selten als Zierpflanze verwendet und verwildert auch gelegentlich.<ref name="GRIN" /><ref name="HEAR" /> In Deutschland kommt die Ausdauernde Ochsenzunge nur selten und an isolierten Fundorten vor: Baden-Württemberg bei Karlsruhe, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hessen bei Frankfurt, Sachsen-Anhalt bei Halle und Schleswig-Holstein.<ref name="Schmeil-Fitschen2024" />

Sie gedeiht auf Dünen sowie an Wald- und Wiesenrändern.

Systematik[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Anchusa sempervirens durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 134.<ref name="Tropicos" /> Das Artepitheton sempervirens bedeutet „immerlebend“. Die Neukombination zu Pentaglottis sempervirens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Tausch ex L.H.Bailey wurde 1949 durch Liberty Hyde Bailey: Manual of Cultivated Plants Most Commonly Grown in the Continental United States and Canada, 2. Auflage, S. 837 veröffentlicht und Ignaz Friedrich Tausch zugeschrieben.<ref name="Tropicos" /> Die Gattung Pentaglottis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Tausch wurde 1829 durch den böhmischen Botaniker Ignaz Friedrich Tausch in Flora, Band 12, S. 643 aufgestellt. Der Gattungsname Pentaglottis setzt sich aus den Wörtern penta für „fünf“ und glotta (glossa) für „Zunge“. Weitere Synonyme für Pentaglottis sempervirens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Tausch ex L.H.Bailey sind: Buglossum sempervirens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) All., Caryolopha sempervirens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Fisch. & Trautv.<ref name="Euro+Med" />

Pentaglottis sempervirens ist die einzige Art der Gattung Pentaglottis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Tausch aus der Tribus Boragineae in der Unterfamilie Boraginoideae innerhalb der Familie Boraginaceae.<ref name="Cecchi2015" /><ref name="GRIN" /> Ein Synonym für Pentaglottis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Tausch ist Caryolopha Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Fisch. ex Trautv.

Nutzung[Bearbeiten]

Pentaglottis sempervirens wird als Zierpflanze verwendet.<ref name="PFAF" />

Die Blüten von Pentaglottis sempervirens können roh gegessen werden und sollen einen milden Geschmack aufweisen.<ref name="PFAF" />

Literatur[Bearbeiten]

  • A. O. Chater: Pentaglottis. In:
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Portrait. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2. 2., korrigierte und erweiterte Auflage. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8001-4990-2.)
  • Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi, Arno Wörz (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 5: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklasse Asteridae): Buddlejaceae bis Caprifoliaceae. Eugen Ulmer, Stuttgart 1996, ISBN 3-8001-3342-3.
  • Lorenzo Cecchi: Boraginaceae in Italy – II. In: Plant Biosystems, Volume 149, Issue 4, 2015, S. 1–46. doi:10.1080/11263504.2015.1057261

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Pentaglottis sempervirens (L.) L. H. Bailey, Immergrüne Fünfzunge auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Tropicos"> Pentaglottis sempervirens bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="IPCN"> Pentaglottis sempervirens bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="PFAF"> Pentaglottis sempervirens bei Plants For A Future, abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Euro+Med"> Benito Valdés, 2011: Boraginaceae.: Datenblatt Pentaglottis sempervirens In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="FloraVascular"> Datenblatt mit Verbreitung auf der Iberischen Halbinsel bei Flora Vascular. </ref> <ref name="HEAR"> Pentaglottis sempervirens Datenblatt bei HEAR - Global Compendium of Weeds. </ref> <ref name="Cecchi2015"> Lorenzo Cecchi, F. Selvi: Boraginaceae in Italy – II. In: Plant Biosystems, Volume 149, Issue 4, 2015, S. 1–46. doi:10.1080/11263504.2015.1057261 </ref> <ref name="Schmeil-Fitschen2024"> Jens G. Rohwer: Boraginaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 648. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Ausdauernde Ochsenzunge (Pentaglottis sempervirens) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien