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Autonomes Waffensystem

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Ein Beispiel für ein großes autonomes Waffensystem (AWS) als Entwicklungs- bzw. Testobjekt: Das unbemannte, autonome Testsystem Valkyrie startet ein unbemanntes ALTIUS-600 System, welches Aufklärungsnachrichten in Echtzeit erfassen soll.

Autonome Waffensysteme ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) und {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) sind spezielle unbemannte Systeme, die für militärische Zwecke eingesetzt werden, entweder unbewaffnet oder bewaffnet (d. h. mit oder ohne Sprengkopf).<ref></ref> Diese Waffensysteme können unabhängig agieren oder mit menschlicher Unterstützung (z. B. durch Fernsteuerung).

Beschreibung und Einsatzzwecke[Bearbeiten]

Autonome Waffensysteme zeichnen sich durch fortschrittliche Eigenschaften und Fähigkeiten aus, die insbesondere die autonome Steuerung betreffen. Sie sind Echtzeitsysteme, die moderne künstliche Intelligenz nutzen, um in kurzer Zeit eigenständig Entscheidungen zu treffen. Im Grunde genommen handelt es sich um unbemannte Systeme mit intelligenten Fähigkeiten. Umgangssprachlich spricht man in Bezug auf landbasierte AWS häufig von „Killerrobotern“ oder Militärrobotern.<ref></ref> Allerdings umfassen diese Systeme weit mehr Anwendungsbereiche als nur Roboter.

AWS können konventionelle Waffensysteme ergänzen. Die Entwicklung dieser Systeme ist Teil einer Rüstungsinitiative verschiedener Staaten seit etwa den 2000er Jahren. Das Spektrum reicht von kleinen, kostengünstigen Geräten bis hin zu großen, teureren Systemen. Die meisten dieser Systeme befinden sich allerdings noch in der Entwicklung.

Im bewaffneten Einsatz sollen AWS in der Lage sein, militärische Ziel auswählen, angreifen und zerstören. Im unbewaffneten Zustand übernehmen diese Systemen jedoch andere wichtige Aufgaben, die auf dem Gefechtsfeld entscheidend sein können. Dazu zählen etwa die Aufklärung (vgl. auch Fernmelde- und Elektronische Aufklärung) sowie die Teilnahme am elektronischen Krieg.<ref>Für die Erfüllung des Auftrags: Drohnen bei der Bundeswehr. Bundeswehr, 16. Februar 2021, abgerufen am 20. Oktober 2025.</ref>

Systemeigenschaften[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu anderen Waffensystemen zeichnen sich Autonome Waffensysteme dadurch aus, dass sie eigene Daten verarbeiten und damit „intelligente“ (gegebenenfalls autonome) Entscheidungen treffen können. Weitere nicht gewaltsame Anwendungen umfassen beispielsweise die Datenerfassung und Überwachung von Objekten oder Zielen. AWS stellen eine moderne Weiterentwicklung unbemannter Systeme dar und weisen Ähnlichkeiten mit diesen auf.

AWS sollen in der Luft, an Land, zu Wasser, unter Wasser oder im Weltraum betrieben werden. Diese neuen und intelligenten Waffensysteme können selbstständig Daten erfassen, analysieren und dadurch sich in einem Einsatzgebiet selbstständig (autonom) bewegen und Entscheidungen treffen. Dies ermöglicht es dem System, sich selbstständig in seiner Umwelt zu bewegen, wie es bei selbstfahrenden Autos der Fall ist. AWS können auch fest installierte Geräte sein, zum Beispiel auf Kriegsschiffen, entlang von Grenzen oder in der Nähe schützenswerter militärischer oder ziviler Einrichtungen.<ref>Jan Dirk Herbermann und Frank Herold: Konferenz über Killerroboter – Die dritte Revolution der Kriegsführung. In: Der Tagesspiegel. 16. November 2017, abgerufen am 23. Januar 2018.</ref> Bewaffnete Systeme sollen die ihnen zur Verfügung stehenden Waffen wie z. B. Maschinengewehre, Kanonen oder Raketen möglichst eigenständig steuern.

Forschung und Entwicklung[Bearbeiten]

Die Entwicklung solcher komplexer und autonom agierender Systeme (Autonome Waffensysteme) findet im Rahmen der Luft- und Raumfahrt sowie Wehrtechnik (vgl. Rüstungsindustrie) statt. Sie werden durch technische Fortschritte in allen Bereichen der Ingenieurwissenschaften (Elektronik, Halbleitertechnik, Kommunikationstechnik, Materialwissenschaften, Robotik, Software, Sensorfusion, Satellitentechnik und seit c. 2020 auch der „neuen“ Künstlichen Intelligenz (KI), vgl. auch Deep Learning oder Large Language Model) ermöglicht oder begleitet.<ref></ref> Auch Start-up-Unternehmen entwickeln vereinzelt an derartigen Systemen, beispielsweise die Firma Helsing oder Origin Robotics.<ref name=":0">How a European cottage industry is fighting Russian drone incursions. NBC, 12. November 2025, abgerufen am 14. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Rüstungskontrolle & Sicherheitsaspekte[Bearbeiten]

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Sicherheitsdilemma[Bearbeiten]

Diese Autonomen Waffensysteme – zusammen mit anderen Militärentwicklungen – haben bereits Auswirkungen auf die moderne Kriegsführung und beeinflussen die Militärstrategien der Zukunft.<ref>Sam White: WHAT IS THE ARMY OF 2040? In: War Room – U.S. Army War College. 31. Juli 2025, abgerufen am 13. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref></ref> Das Problem dieser Systeme im Zusammenhang mit moderner künstlicher Intelligenz betrifft nach Aussagen mancher Personen jedoch eine völlig neue Dimension der globalen Sicherheitspolitik:<ref>Bernie Sanders warns AI could deepen inequality and reshape war. NBC News, 18. November 2025, abgerufen am 20. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

“Right now, politicians — at least sometimes — have to worry about loss of life when they decide to go to war. If you don’t have to worry about loss of life, and what you worry about is loss of robots, what does that mean for issues of war and peace globally? It’s a big issue.”

„Derzeit müssen Politiker – zumindest manchmal – mit dem Verlust von Menschenleben rechnen, wenn sie sich für einen Krieg entscheiden. Wenn man sich keine Gedanken über den Verlust von Menschenleben machen muss, sondern nur über den Verlust von Robotern, was bedeutet das dann für Fragen von Krieg und Frieden auf globaler Ebene? Das ist ein großes Problem.“

– Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Bernie Sanders, 2025

Rüstungskontrolle[Bearbeiten]

Die Existenz und der potenzielle Einsatz dieser selbstständigen Waffensysteme wirft zahlreiche rechtliche, ethische und sicherheitspolitische Fragen auf, über die bei den Vereinten Nationen (VN oder UN) in Genf diskutiert worden ist.<ref>Sollen Killerroboter verboten werden? In: sueddeutsche.de. 13. November 2017, ISSN 0174-4917 (Online [abgerufen am 23. Januar 2018]).</ref><ref></ref><ref></ref> Beispielsweise stellt die autonome Zielsuche ein Problem dar.<ref></ref> Die UN betreibt für Rüstungskontrolle das Büro der Vereinten Nationen für Abrüstungsfragen (UNODA) sowie die Conference on Disarmament (CD).

Seit 2014 gibt es keinen rechtlichen Rahmen (vgl. Rüstungskontrolle), der den Einsatz der AWS oder vergleichbaren Systeme ausdrücklich verbietet oder regelt. AWS unterliegen wie alle anderen Waffensysteme geltendem Völkerrecht, wie es in Artikel 36 des Zusatzprotokolls I der Genfer Konventionen niedergelegt ist.<ref></ref> Diese verpflichten Staaten dazu „zu prüfen, ob der Einsatz neuer Waffen oder Mittel der Kriegsführung mit dem humanitären Völkerrecht vereinbar ist.“<ref>Crawford Emily: Geneva Conventions Additional Protocol I (1977). In: Max Planck Encyclopedia of Public International Law. Oxford University Press, 2015, ISBN 978-0-19-923169-0, doi:10.1093/law:epil/9780199231690/e1804.</ref> Ein Verbot steht aber nicht zur Debatte.<ref>Ingvild Bode: Verhandlungen über Killerroboter in Genf. In: heise online. 18. November 2017, abgerufen am 18. November 2017.</ref><ref>Autonome Waffensysteme – Die Schweiz lehnt ein Verbot von Killerrobotern ab. SRF, 4. Dezember 2021, abgerufen am 15. Oktober 2025.</ref><ref>United Nations Office of Geneva: Where global solutions are shaped for you | Disarmament | 2017 Group of Governmental Experts on Lethal Autonomous Weapons Systems (LAWS). Abgerufen am 18. November 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Verschiedene Nichtregierungsorganisation oder öffentliche Vereine versuchen auf die Thematik aufmerksam zu machen.<ref>Stop Killer Robots – Less Autonomy, More humanity. Campaign to Stop Killer Robot, abgerufen am 13. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Killer Roboter stoppen! – Kampagne gegen autonome Waffensysteme unterstützt von Facing Finance e.V. FACING FINANCE e.V., 7. Oktober 2025, abgerufen am 13. Oktober 2025.</ref>

Verhandlungen über das Ächten entsprechender Autonomer Waffensystem (AWS) in Genf wurden 2018 ergebnislos abgebrochen. Die USA und andere Staaten lehnten eine internationale Gesetzgebung ab.<ref>heise online: Killerroboter: Verhandlungen ohne Einigung beendet. Abgerufen am 10. September 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Haltung Deutschlands war ambivalent.<ref>Andrian Kreye: Deutschland spielt ein doppeltes Spiel. In: sueddeutsche.de. 29. November 2018, ISSN 0174-4917 (Online [abgerufen am 30. November 2018]).</ref> Anfang 2020 sprach sich der Deutsche Bundestag gegen eine Ächtung aus.<ref>Felix Richter: Bundestag gegen Ächtung autonomer Waffensysteme. netzpolitik.org, abgerufen am 2. Juli 2020.</ref> 2021 sprach sich das internationale rote Kreuz für eine Regulierung aus und lehnte den gezielten Einsatz gegen Menschen ab.<ref>ICRC position on autonomous weapon systems. In: www.icrc.org. International Committee of the Red Cross, 12. Mai 2021, abgerufen am 25. Mai 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Entwicklungen[Bearbeiten]

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Autonome Waffensysteme stellen ein neues Militärpotenzial und aus Sicht von Fachleuten ein Sicherheits- und Proliferationsrisiko dar.<ref>Lethal Autonomous Weapons Exist; They Must Be Banned – IEEE Spectrum. Abgerufen am 13. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Pistorius zur Drohnenabwehr der Nato: „Wir hinken alle hinterher“. zdfheute, 29. September 2025, abgerufen am 14. Oktober 2025.</ref> Experten diskutieren über die Abwehr von luftbasierten Drohnen.<ref></ref><ref>Molly Campbell, Charles Horn: Sharper: Defending Against Drones. Center for a New American Security (CNAS), 18. September 2025, abgerufen am 20. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref></ref><ref>Drohnen im deutschen Luftraum: Dobrindt setzt nun auf die Bundeswehr. Ist das möglich? zdfheute, 2. Oktober 2025, abgerufen am 20. Oktober 2025.</ref> Andererseits entwickeln Fachleute neue Kampfdrohnen für verteidigungstechnische Zwecke.<ref name=":0" />

Es wird von der Notwendigkeit eines „Drohnenwall“ gesprochen.<ref>Leaked: EU plans functional 'drone wall' against Russia by end of 2027. Euronews, 15. Oktober 2025, abgerufen am 20. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Bundeswehr plant die Bestellung des sogenannten „Skyranger“ Abwehrsystems.<ref>Bundeswehr will mehr Flugabwehrpanzer bestellen. Tagesschau, 10. Oktober 2025, abgerufen am 20. Oktober 2025.</ref>

Anfang 2026, im Zuge des Irankriegs, kommt es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Pentagon<ref>Bisher: Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten; inoffiziell als Teil der Trump II Administration: Kriegsministerium der Vereinigten Staaten</ref> und verschiedenen KI-Herstellern.<ref>The Military’s Use of AI, Explained | Brennan Center for Justice. In: Brennan Center for Justice at New York University School of Law. 11. März 2026, abgerufen am 1. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Gericht stoppt vorerst Pentagon-Sperre gegen KI-Firma Anthropic. In: Tagesschau. 27. März 2026, abgerufen am 1. April 2026.</ref><ref>What to know about Defense Protection Act and the Pentagon's Anthropic ultimatum. In: AP. 26. Februar 2026, abgerufen am 2. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Technologie soll für verschiedene militärische Zwecke eingesetzt werden.<ref>Philipp Weimar, Kira Drössler und Jasmin Klofta NDR: KI im Krieg: Wie Algorithmen Angriffe beschleunigen. NDR, 23. April 2026, abgerufen am 26. April 2026.</ref> Die Hersteller lehnen jedoch den Einsatz für autonome Waffen und zur Massenüberwachung ab.


Trivia[Bearbeiten]

  • In dem Sci-Fi Film Terminator aus den 1980er Jahren kämpfen in einer dystopischen Zukunft Kampfmaschinen gegen Menschen. Erstere werden durch ein „intelligentes“ System, dass sogenannte „Skynet“ kontrolliert und geführt. In der Fortsetzung Terminator 2 – Judgment Day befindet sich die Menschheit nach einem Atomkrieg im Kampf gegen bewaffnete Maschinen wie Roboter, Drohnen usw.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

  • Ines-Jacqueline Werkner, Marco Hofheinz (Hrsg.): Unbemannte Waffen und ihre ethische Legitimierung: Fragen zur Gewalt • Band 5 (= Gerechter Frieden). Springer Fachmedien Wiesbaden, Wiesbaden 2019, ISBN 978-3-658-26946-3, doi:10.1007/978-3-658-26947-0.
  • Schweizer Armee: Drohnen und Roboter in den Streitkräften: Die Waffen des 21. Jahrhunderts? Bundesamt für Rüstung Armasuisse, 2024 (admin.ch [PDF] Kostenpflichtiger Report).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />