Zum Inhalt springen

Böcklweiher

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Böcklweiher
Datei:Herbstspiegel.jpg
Böcklweiher mit Teilspiegelung des Watzmanns im Herbst 2014
Geographische Lage Nördliche Ostalpen

Bayern

Abfluss Böcklmühlgraben u. a. → Bischofswieser Ache → Ramsauer Ache → Berchtesgadener Ache → Salzach → Inn → Donau → Schwarzes Meer
Daten
Koordinaten 47° 38′ 12,5″ N, 12° 57′ 50,1″ OKoordinaten: 47° 38′ 12,5″ N, 12° 57′ 50,1″ O
 {{#coordinates:47,636803|12,963922|primary
dim=128 globe= name=Böcklweiher region=DE-BY type=waterbody
  }}
Höhe über Meeresspiegel 608 m ü. NHN<ref name="DE-BY_BV">BayernAtlas der Bayerischen Staatsregierung (Hinweise)</ref>
Fläche 1,3 ha<ref name="DE-BY_BV">BayernAtlas der Bayerischen Staatsregierung (Hinweise)</ref>
Maximale Tiefe 2,5 m<ref>Böcklweiher. In: www.anglermap.de. Abgerufen am 10. September 2024.</ref>

Besonderheiten

dystroph

Oberer Böcklweiher
Abfluss … → Böcklweiher → …
Daten
Koordinaten 47° 38′ 6,6″ N, 12° 57′ 43,6″ O
 {{#coordinates:47,63516|12,96212|
dim=52 globe= name=Oberer Böcklweiher region=DE-BY type=waterbody
  }}
Höhe über Meeresspiegel 612 m ü. NHN<ref name="DE-BY_BV">BayernAtlas der Bayerischen Staatsregierung (Hinweise)</ref>
Fläche 0,22 ha<ref name="DE-BY_BV">BayernAtlas der Bayerischen Staatsregierung (Hinweise)</ref>

Der Böcklweiher ist ein ca. 1,3 ha großer dystropher<ref name="bfn">Moore und Extensivwiesen bei Berchtesgaden. Bundesamt für Naturschutz, abgerufen am 8. September 2024.</ref> Weiher mit einer Wassertiefe von maximal 2,5 Meter, zu dem noch ein etwa 70 Meter von seinem Westufer entfernt liegender, mit 0,22 ha deutlich kleinerer Oberer Böcklweiher gehört. Die beiden Weiher liegen innerhalb der Bischofswiesener Gnotschaft Strub im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land. Bekannt ist der Böcklweiher u. a. für seine Spiegelung des Watzmanns.<ref name="bgd">Böcklmoos und Böcklweiher – Moorlandschaft am Böcklweiher, online unter berchtesgaden.de</ref>

Die dem Weiher benachbarte Siedlung Böcklweiher liegt ebenfalls innerhalb von Strub und umfasst u. a. durch den VdK errichtete Geschosswohnungsbauten.<ref>Amtsblatt Nr. 14 vom 3. April 2012 für den Landkreis Berchtesgadener Land und die Städte, Märkte, Gemeinden und kommunalen Zweckverbände im Landkreis, PDF, S. 5 u. 6 von 9 Seiten, online unter lra-bgl.de</ref><ref>Amtsblatt Nr. 30 vom 24. Juli 2012 für den Landkreis Berchtesgadener Land und die Städte, Märkte, Gemeinden und kommunalen Zweckverbände im Landkreis, PDF, S. 3 von 10 Seiten, online unter lra-bgl.de</ref>

Weiher[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Böcklweiher liegt auf einer Höhe von 608 m ü. NHN und wird zur Bischofswieser Ache hin entwässert, unter anderen durch den Böcklmühlgraben.<ref>Böcklweiher (Landkreis Berchtesgadener Land) im BayernAtlas, online unter geoportal.bayern.de</ref><ref>Vorlage:Bavarikon Ort</ref> Ein weit kleinerer, Oberer Böcklweiher liegt nur weniger als 100 Meter Luftlinie westlich vom Böcklweiher entfernt.<ref>Oberer Böcklweiher, im BayernAtlas, online über geoportal.bayern.de.</ref><ref>Gemeinde Bischofswiesen, Karte mit Flächennutzungs- und Lageplan, online unter gemeinde.bischofswiesen.de.</ref>

Südlich beider Weiher liegt ein Hochmoor, das „Böcklmoos“, in dem sich der einzige Latschenbestand in Tallage verbreitet und das auch sonst über eine „sehenswerte“ Fauna und Flora verfügt.<ref name="bgd" /> Es gehört zum mehrteiligen FFH-Gebiet Moore und Extensivwiesen bei Berchtesgaden,<ref name="bfn" /> das sich über mehrere Gemeinden<ref>Siehe (hell-)grün angezeigte Flächen in Moore und Extensivwiesen bei Berchtesgaden – 555522253, online unter protectedplanet.net.</ref> des Berchtesgadener Landes erstreckt.

Geschichte/Nutzung[Bearbeiten]

Am Böcklweiher gab es eine vom Klosterstift Berchtesgaden als Mautmühle betriebene „Böcklmühle“ (früher auch „Pöklmühle“ oder „pröpstliche Mühle“ genannt), die 1452 zu den Bedingungen des Landbriefs samt der Schwarzbachalm als zugehöriger Grundbesitz vom Klosterstift verkauft wurde.<ref name="AHelm">Hellmut Schöner (Hrsg.), A. Helm: Das Berchtesgadener Land im Wandel der Zeit. Reprint von 1929; S. 51</ref>

Als 1634 in München, Salzburg und Hallein die Pest wütete, sollte am Böcklweiher vorsorglich ein Pestkrankenhaus errichtet werden.<ref>Die Geschichte der Fachklinik Berchtesgaden – „Das Gesundheitswesen in Berchtesgaden“ (1102 – heute), Webseite der Kliniken Südostbayern, online unter kliniken-suedostbayern.de.</ref> Im November 1634 bekam dann auch ein Zimmermeister von der Fürstpropstei Berchtesgaden den Auftrag, am Böcklweiher Holz dafür zu fällen<ref name="AHelm" /> – allerdings ist nicht bekannt, ob dieses Pestkrankenhaus je erbaut wurde.

Vor 1929 wurde am Böcklweiher auch eine Badeanstalt betrieben.<ref name="AH-17">Hellmut Schöner (Hrsg.), A. Helm: Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Reprint von 1929. Verein für Heimatkunde d. Berchtesgadener Landes. Verlag Berchtesgadener Anzeiger sowie Karl M. Lipp Verlag, München 1973, S. 17.</ref>

Am 15. Juli 1958 stürzte ein Transportflugzeug der Luftwaffe vom Typ Nord 2501D Noratlas der Flugzeugführerschule „S“ aus Memmingen gegen 14.15 Uhr am Böcklweiher ab. Bei dem Absturz kam die sechsköpfige Besatzung ums Leben. Am Moorlehrpfad Böcklmoos erinnert ein Mahnmal an die Katastrophe.<ref name="bgd" />

Siedlung[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

In dem vermutlich bereits ab Ende des 14. Jahrhunderts ausgewiesenen 3. Gnotschaftsbezirk Strub der Urgnotschaft Bischofswiesen, die 1812 zur Gemeinde Bischofswiesen wurde, waren 1698 u. a. auch anderthalb Höfe namens Böckl und Böcklweiher (Weihererlehen) aufgeführt.<ref>Statistische Übersicht im Historischen Atlas von Bayern in der Bayerischen Staatsbibliothek nach dem Stand von 1698. 1. Land= und Pfleggericht Berchtesgaden. Gnotschaft Bischofswiesen. Dritter Gnotschafterbezirk = heutige Gnotschaft Strub, online unter geschichte.digitale-sammlungen.de</ref>

Den Grundstein für die Siedlung am Böcklweiher legten 48 Wohneinheiten, die im Rahmen des 1955 beschlossenen Programm zur Auflösung des Lagers im nahegelegenen Gemeindeteil Winkl errichtet und 1958 bezogen wurden.<ref>Hellmut Schöner: Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Ergänzungsband I. 1982, S. 221–222.</ref>

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Bischofswiesen #Strub

  • Wohnteil des Böckllehens eines ehemaligen Einödhofes; zweigeschossiger mit Flachsatteldach, Obergeschoss in Blockbau verputzt aus dem 17./18. Jahrhundert, Umbau bezeichnet „1845“.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Böcklweiher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />