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Bach-Quellkraut

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Bach-Quellkraut
Datei:Montia.fontana2.-.lindsey.jpg

Bach-Quellkraut (Montia fontana)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Quellkrautgewächse (Montiaceae)
Gattung: Quellkräuter (Montia)
Art: Bach-Quellkraut
Wissenschaftlicher Name
Montia fontana
L.

Das Bach-Quellkraut (Montia fontana) ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Quellkrautgewächse (Montiaceae). Sie kommt fast weltweit in Bächen, Gräben und feuchten Äckern vor.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Illustration Montia fontana0.jpg
Illustration. Figur A (rechts) stellt das Acker-Quellkraut (Montia fontana subsp. chondrosperma) dar
Datei:Montia.fontana.-.lindsey.jpg
Blüte mit ungleichen, weißen Kronblättern

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Das Bach-Quellkraut wächst als einjährige bis ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 1 bis 30 Zentimetern. Sie bilden oft kleinere Bestände bis Matten. Die Stängel sind niederliegend bis aufrecht oder manchmal im Wasser flutend und an den unteren Knoten (Nodien) kann eine Bewurzelung erfolgen.<ref name="Jepson" />

Die gegenständigen, mehr oder weniger sitzenden Laubblätter besitzen eine Blattspreite, die bei einer Länge von 3 bis 20 Millimetern linealisch bis weit verkehrt-lanzettlich mit spitzem bis stumpfem oberen Ende und sich verjüngender Spreitenbasis.<ref name="Jepson" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütezeit reicht in Kalifornien<ref name="Jepson" /> und in Mitteleuropa<ref name="Düll2011" /> von Juni bis August. Die manchmal seitenständigen, traubigen Blütenstände enthalten ein bis acht Blüten. Die untersten Blüten stehen über ein bis zwei Tragblättern.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchblätter sind bei einer Länge von 1 bis 2 Millimeter rund und gestutzt. Die drei bis fünf mehr oder weniger ungleichen, weißen Kronblätter sind nur 1 bis 2 Millimeter lang. Es sind drei Staubblätter vorhanden. Der Fruchtknoten ist einkammerig. Der Griffel endet in drei Narbenlappen.<ref name="Jepson" />

Die 1 bis 2 Millimeter lange Kapselfrucht ist dreifächerig und enthält ein bis drei Samen. Die schwarzen Samen sind 0,5 bis 1,2 Millimeter lang mit mehr oder weniger rauer Samenschale (Testa), die spitze Warzen aufweist, und sie besitzen ein rundes oder flaches Anhängsel.<ref name="Jepson" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18 oder 20.<ref name="Jepson" />

Vorkommen[Bearbeiten]

Das Bach-Quellkraut kommt ursprünglich in Europa, im tropischen und im nördlichen Afrika, in der Türkei, in Sibirien, Indonesien, in Neuguinea, Australien, auf Inseln in der Subantarktis und auf Neuseeland, in Nordamerika, in Grönland, in Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien vor.<ref name="GRIN" /><ref Name="himi" /> In Europa kommt es in fast allen Ländern vor und fehlt nur in der Slowakei, in Ungarn, der Ukraine, Moldau, Bulgarien und dem europäischen Teil der Türkei.<ref name="Euro+Med" />

Datei:Montia fontana (mezenc, 43, France).JPG
Habitus im Habitat
Datei:Montia minor, klein bronkruid2.jpg
Illustration von Montia fontana subsp. chondrosperma

Ökologie[Bearbeiten]

Das Bach-Quellkraut ist eine Sumpfpflanze.<ref name="Düll2011" />

Die Blüten bleiben bei trübem Wetter geschlossen, neben der Selbstbestäubung unterliegen sie auch der Insektenbestäubung<ref name="Düll2011" />. Es erfolgt meist Selbstbestäubung (Kleistogamie)<ref name="Jepson" />.

Die fachspaltigen Kapselfrüchte bewirken eine Selbstausbreitung, indem die Samen durch Einrollung der drei Fruchtklappen und nachfolgendes Herauskatapultieren bis 2 Meter weit und bis 0,6 Meter hoch fortgeschleudert werden. Die Fruchtreife ist von Juli bis August.<ref name="Düll2011" />

Systematik[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Montia fontana erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 87. Synonyme für Montia fontana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind: Montia verna Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Neck., Montia rivularis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.C.C.Gmel.<ref name="Euro+Med" />

Beispielsweise anhand der Samenschale werden meist vier Unterarten unterschieden:<ref name="Jepson" /><ref name="Schmeil-Fitschen2024" />

  • Spitzsamiges Bach-Quellkraut<ref name="Schmeil-Fitschen2024" /> (Montia fontana subsp. amporitana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Sennen): Bei dieser Unterart sind die Samen wenigstens am Kiel mit spitzen oder stumpfen Warzen besetzt.<ref name="Schmeil-Fitschen2024" /> Es kommt in Mitteleuropa gern im Montio-Philonotidetum fontanae des Verbands der kalkarmen Quellfluren (Cardamino-Montion) vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Es hat die Chromosomenzahl 2n = 20.<ref name="IPCN" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für diese Unterart: Feuchtezahl F = 4+fw+ (nass aber stark wechselnd und im Bereich von fließenden Bodenwasser), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" /> Die Unterart ist in der Schweiz ausgestorben.<ref name="InfoFlora" />
  • Acker-Quellkraut (Montia fontana subsp. chondrosperma Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Fenzl) Walters, Syn.: Montia arvensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wallr.; Montia fontana subsp. minor Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(C.C.Gmel.) Schübl. & Martens non [var.]Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Walther 1802, nec Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schrad. 1806, nom. illeg.): Es ist in Mitteleuropa eine Nanocyperion-Verbandscharakterart und kommt gern im Stellario-Scirpetum setaceae oder im Centunculo-Anthoceretum vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.<ref name="IPCN" /> Es steigt in Mitteleuropa kaum bis zu Höhenlagen von 550 Metern auf, erreicht aber im Kanton Graubünden bei Misox den höchsten Wuchsort in Mitteleuropa mit 1820 Meter.<ref name="Jage1979" /> In der Schweiz ist es „vom Aussterben bedroht“. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für diese Unterart: Feuchtezahl F = 4w+ (sehr feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />
  • Glanzsamiges Bach-Quellkraut (Montia fontana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. subsp. fontana, Syn.: Montia lamprosperma Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Cham., Montia rivularis auct.)<ref name="Schmeil-Fitschen2024" />: Bei dieser Unterart sind die Samen stark glänzend und auch am Kiel glatt und ohne Warzen.<ref name="Schmeil-Fitschen2024" /> Es kommt in Mitteleuropa gern im Bryo-Philonotidetum seriatae der kalkarmen Quellfluren des Cardamino-Montion-Verbands vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.<ref name="IPCN" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für diese Unterart: Feuchtezahl F = 5fw+ (überschwemmt aber stark wechselnd und im Bereich von fließenden Bodenwasser), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />
  • Montia fontana subsp. variabilis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Walters: Sie kommt in Mitteleuropa oft im Montio-Philonotidetum fontanae des Verbands der kalkarmen Quellfluren (Cardamino-Montion) vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.<ref name="IPCN" /> Sie wird auch als Synonym zu Montia fontana subsp. amporitana gestellt.<ref name="Schmeil-Fitschen2024" />

Verwendung in der Küche[Bearbeiten]

Auf der Iberischen Halbinsel werden die jungen Stängel und Blätter vor der Blühphase als traditionelles Gemüse verzehrt. Bis in das 19. Jahrhundert wurde das Bach-Quellkraut in Deutschland als Wintergemüse auf Märkten angeboten und als Winzerlsalat oder Schnippchensalat in Bayern beziehungsweise Sachsen zubereitet.<ref name="Tardío2011" />

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="IPCN"> Montia fontana bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="InfoFlora"> Montia fontana L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Jage1979"> Gustav Hegi et al. 1979: Montia. In: . </ref> <ref name="Jepson"> Kenton L. Chambers: Datenblatt bei Jepson Flora Project. </ref> <ref name="Tardío2011"> J. Tardío, M. Molina, L. Aceituno-Mata, M. Pardo-de-Santayana, R. Morales, V. Fernández-Ruiz, P. Morales, P. García, M. Cámara, M. C. Sánchez-Mata: Montia fontana L. (Portulacaceae), an interesting wild vegetable traditionally consumed in the Iberian Peninsula. In: Genetic Resources and Crop Evolution. Volume 58, Issue 7, 2011, S. 1105–1118. </ref> <ref name="Düll2011">Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Portrait. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1. </ref> <ref name="Oberdorfer2001">Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 356–357. </ref> <ref name="himi">Australian Antarctic Program – Plants of HIMI, antarctica.gov.au, abgerufen am 13. Februar 2024. </ref> <ref name="Euro+Med"> Eckhard von Raab-Straube (2018+): Montiaceae. Datenblatt Montia fontana In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Schmeil-Fitschen2024"> Gerald Parolly: Montiaceae. S. 611. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage, Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Bach-Quellkraut (Montia fontana) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien