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Bahnhof Deidesheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Deidesheim
Deidesheim Bahnhof mit NW Zug.JPG
Deidesheimer Bahnhof von Osten (2007)
Daten
Lage im Netz Zwischenbahnhof
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung RDM
IBNR 8001399
Preisklasse 6
Eröffnung 6. Mai 1865
Profil auf bahnhof.de Deidesheim
Lage
Stadt/Gemeinde Deidesheim
Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink Rheinland-Pfalz
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 24′ 30″ N, 8° 11′ 33″ OKoordinaten: 49° 24′ 30″ N, 8° 11′ 33″ O
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Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Deidesheim
Bahnhöfe in Rheinland-Pfalz

Der Bahnhof Deidesheim – anfangs Deidesheim-Forst – ist der Bahnhof der rheinland-pfälzischen Landstadt Deidesheim. Er liegt im Verbundgebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN) und hat zwei Bahnsteiggleise. Der Bahnhof steht an der Pfälzischen Nordbahn Neustadt–Monsheim. Eröffnet wurde er am 6. Mai 1865, als der Abschnitt Neustadt–Dürkheim in Betrieb ging. Zunächst wurden am Deidesheimer Bahnhof auch Güter umgeschlagen, der Güterverkehr wurde mittlerweile aber eingestellt. Der Bahnhof dient heute ausschließlich dem Personenverkehr.

Lage[Bearbeiten]

Der Bahnhof befindet sich am nordöstlichen Siedlungsrand der Stadt, das ehemalige Empfangsgebäude hat die Adresse „Am Bahnhof 1“. Zum Zeitpunkt seiner Inbetriebnahme 1865 lag der Bahnhof noch ein gutes Stück außerhalb Deidesheims, was dazu führte, dass die heutige Bahnhofstraße ausgebaut wurde, um die Zufahrt zum Bahnhof zu erleichtern.<ref name="karn_mertzenich">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783884621196 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Planung, Bau, Eröffnung und erste Jahrzehnte[Bearbeiten]

Datei:Deidesheim 1872 Nicolaus Berkhout.jpg
Deidesheim von Südosten mit Bahnlinie, am rechten Bildrand ist der Bahnhof. Bild von Nicolaus Berkhout (1872).
Datei:Deidesheim Bahnhof 1910.png
Empfangsgebäude um 1910
Datei:Bahnhof Deidesheim um 1910.jpg
Bahnhof um 1910 – damals noch mit Zwischenbahnsteig

Einige Gemeinden entlang der Haardt, darunter Dürkheim und Deidesheim, strebten Mitte des 19. Jahrhunderts nach einem Anschluss an das Eisenbahnnetz. Im Jahr 1860 wurde ein achtköpfiges Komitee gebildet, das sich für den Bau einer Eisenbahnlinie einsetzen sollte; aus Deidesheim war Ludwig Andreas Jordan darunter. Zunächst war unklar, ob die südöstlich von Deidesheim liegende Gemeinde Ruppertsberg westlich oder östlich umfahren werden sollte; die Entscheidung zugunsten der ersten Variante hatte Auswirkungen auf den Standort des Deidesheimer Bahnhofs.<ref>Werner Schreiner: Paul Camille von Denis. Europäischer Verkehrspionier und Erbauer der pfälzischen Eisenbahnen. 2010, S. 105 f.</ref> Am 28. August 1862 gab der bayerische König Maximilian II. die Erlaubnis, eine Aktiengesellschaft zum Bau und Betrieb einer Eisenbahnlinie von Neustadt nach Dürkheim zu bilden,<ref>Joachim Kermann: Wirtschaftliche und soziale Entwicklung 1816 bis 1914. In: Kurt Andermann, Berthold Schnabel (Hrsg.): Deidesheim – Beiträge zu Geschichte und Kultur einer Stadt im Weinland. Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1995, ISBN 3-7995-0418-4, S. 227.</ref> die Neustadt-Dürkheimer Eisenbahn-Gesellschaft (NDE), die später in der Gesellschaft der Pfälzischen Nordbahnen aufging.

Am 6. Mai 1865 fand die Freigabe der Strecke statt. Der Eröffnungszug begann seine Fahrt um 5:30 Uhr in Dürkheim und wurde bei seiner Ankunft in Deidesheim euphorisch begrüßt. Der mit Flaggen geschmückte Deidesheimer Bahnhof wurde unter Böllerschüssen eröffnet.<ref>Werner Schreiner: Paul Camille von Denis. Europäischer Verkehrspionier und Erbauer der pfälzischen Eisenbahnen. 2010, S. 107 f.</ref><ref>Heinz Schmitt: Geißbock, Wein und Staatsbesuche – Deidesheim in den letzten 150 Jahren. Hrsg.: Stadt Deidesheim. Verlag Pfälzer Kunst, Landau in der Pfalz 2000, ISBN 3-922580-82-3, S. 15.</ref> Neben Mussbach-Gimmeldingen und Wachenheim war der damalige Bahnhof Deidesheim-Forst einer von insgesamt drei Unterwegsbahnhöfen.<ref>kbaystb.de: Die Bahnhöfe der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen - linksrheinisch (bayerische Pfalz) - Contwig bis Friesenheim i.d.Pf.:. Abgerufen am 8. Januar 2017.</ref> 1873 war die Verlängerung der Strecke bis ins rheinhessische Monsheim fertig gestellt.

Anfang des 20. Jahrhunderts erhielt der Bahnhof, wie alle in der Pfalz, Bahnsteigsperren.<ref>Heinz Sturm: Die pfälzischen Eisenbahnen. 2005, S. 265.</ref><ref>Heinz Sturm: Geschichte der Maxbahn 1855–1945. In: Modell- und Eisenbahnclub Landau in der Pfalz e. V. (Hrsg.): 125 Jahre Maximiliansbahn Neustadt/Weinstr.–Landau/Pfalz. 1980, S. 75.</ref><ref name="MEC33">Heinz Sturm: Geschichte der Maxbahn 1855–1945. In: Modell- und Eisenbahnclub Landau in der Pfalz e. V. (Hrsg.): 125 Jahre Maximiliansbahn Neustadt/Weinstr.–Landau/Pfalz. 1980, S. 88.</ref> Während dieser Zeit wurde der Bahnhof von der Betriebs- und Bauinspektion Neustadt verwaltet und gehörte zum Zuständigkeitsbereich der Bahnmeisterei Bad Dürkheim.<ref>Heinz Sturm: Die pfälzischen Eisenbahnen. 2005, S. 267.</ref> Bestrebungen, die in den Jahren 1890 und 1911 in zwei Etappen eröffnete schmalspurige Bahnstrecke Ludwigshafen–Meckenheim bis nach Deidesheim durchzubinden, blieben jedoch erfolglos.<ref>Heinz Schmitt: Geißbock, Wein und Staatsbesuche – Deidesheim in den letzten 150 Jahren. Hrsg.: Stadt Deidesheim. Verlag Pfälzer Kunst, Landau in der Pfalz 2000, ISBN 3-922580-82-3, S. 16.</ref> In der Folgezeit wurde der Bahnhofsname in Deidesheim abgeändert.

Zeit nach dem Ersten Weltkrieg[Bearbeiten]

1922 wurde der Bahnhof der neu gegründeten Reichsbahndirektion Ludwigshafen zugeordnet. Ein Jahr später wurden die am Bahnhof beschäftigten Eisenbahner im Zuge des von Frankreich durchgeführten, bis 1924 dauernden Regiebetriebs ausgewiesen. Danach kehrten sie zurück.<ref>Albert Mühl: Die Pfalzbahn. 1982, S. 38 f.</ref> Im Zuge der schrittweisen Auflösung der Reichsbahndirektion Ludwigshafen wechselte der Bahnhof zum 1. Februar 1937 in den Zuständigkeitsbereich der Reichsbahndirektion Mainz und des Betriebsamtes (RBA) Neustadt.<ref>Fritz Engbarth: Von der Ludwigsbahn zum Integralen Taktfahrplan – 160 Jahre Eisenbahn in der Pfalz. 2007, S. 13.</ref><ref>bahnstatistik.de: Königlich Bayerische Eisenbahndirektion Ludwigshafen a. Rhein - Zeittafel: Errichtungen – Bezeichnungen – Auflösungen. Abgerufen am 6. Januar 2017.</ref>

Die französische Besatzungsmacht ordnete nach dem Zweiten Weltkrieg alle Bahnanlagen im nördlichen Teil ihrer Besatzungszone der Eisenbahndirektion Mainz zu, so auch den Bahnhof Deidesheim. Mit der schrittweisen Auflösung der Mainzer Direktion in den Jahren 1971/72 fiel die Zuständigkeit für den Bahnhof zum 1. Juni 1971 an die Bundesbahndirektion Karlsruhe.<ref>Bundesbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Bundesbahndirektion Mainz vom 23. November 1970, Nr. 52. Bekanntmachung Nr. 351, S. 351–356 (353); ebd., vom 30. Dezember 1970, Nr. 60, Bekanntmachung Nr. 402, S. 408–410.</ref>

Zur selben Zeit wurden die Bahnsteigsperren aufgehoben. Seit 1990 liegt der Bahnhof im Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN).<ref>vrn.de: hinundweg - Das Kundenmagazin des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Mai 2012; abgerufen am 30. Mai 2014.</ref> Im Zuge der Auflassung des Bahnhofs Königsbach und des Rückbaus des Bahnhofs Wachenheim zum Haltepunkt stellt der Bahnhof Deidesheim zwischen Mußbach und Bad Dürkheim mittlerweile die einzige Möglichkeit für Zugkreuzungen dar.<ref>Eisenbahnatlas Deutschland. Schweers + Wall, Eupen 2002, ISBN 3-89494-133-2, S. 84.</ref><ref>Eisenbahnatlas Deutschland. Schweers + Wall, Eupen 2002, ISBN 3-89494-133-2, S. 144.</ref>

Anfang der 1990er Jahre wurde der Bahnhof neu gestaltet, dabei wurde der Zwischenbahnsteig an Gleis 2 zurückgebaut und auf der anderen Seite des östlichen Gleisstrangs ein neuer Bahnsteig angelegt. Der Bahnsteig auf der Westseite wurde ebenfalls erneuert. Nach elfmonatiger Bauzeit wurde der modernisierte Bahnhof 1993 eingeweiht.<ref>Verbandsgemeinde Deidesheim (Hrsg.): Die Geschichte der Verbandsgemeinde Deidesheim. 2023, S. 16.</ref>

Verkehr[Bearbeiten]

Personenverkehr[Bearbeiten]

Nach der durchgehenden Eröffnung der Strecke im Jahr 1873 fuhren die Personenzüge mehrere Jahrzehnte lang bis Marnheim an der Bahnstrecke Monsheim–Langmeil.<ref>Heinz Sturm: Die pfälzischen Eisenbahnen. 2005, S. 265.</ref><ref name="mühl141">Albert Mühl: Die Pfalzbahn. 1982, S. 141.</ref> Nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerten sich die Verkehrsströme im nördlichen Streckenabschnitt in Richtung Ludwigshafen/Frankenthal, weshalb die Personenzüge in Richtung Norden lediglich bis nach Freinsheim gelangten. Die Strecke wird mittlerweile im Halbstundentakt bedient; jeder zweite Zug fährt über Freinsheim hinaus bis nach Grünstadt. Der im Sommerhalbjahr unter anderem auf der Nordbahn angebotene Ausflugszug „Elsass-Express“ Mainz–Wissembourg hält ebenfalls in Deidesheim. Somit stellt er die einzige umsteigefreie Verbindung über Grünstadt hinaus her.

Güterverkehr[Bearbeiten]

In den ersten Betriebsjahren existierten keine reinen Güterzüge. Der Fahrplan von 1871 weist pro Richtung täglich fünf gemischte Züge auf, die sich in Deidesheim eine Minute lang aufhielten.<ref>Pfälzische Eisenbahnen: Fahrordnung der Züge. Dienstbuch für das Personal. Sommerdienst vom 15. Juli 1871 anfangend. 1871, S. 150 ff.</ref> In der Folgezeit entwickelte sich der Deidesheimer Bahnhof zu einem bedeutenden Empfänger für Stalldünger, der zur Kultivierung der Weinreben verwendet wurde; mengenmäßig hatte Deidesheim 1890 die wichtigste, 1900 nach dem Ludwigshafener Hauptbahnhof die zweitwichtigste Bahnstation in der Pfalz, die Dünger empfing. Neben dem Bahnhof gab es damals größere Lagermöglichkeiten für den Dünger.<ref>Joachim Kermann: Wirtschaftliche und soziale Entwicklung 1816 bis 1914. In: Kurt Andermann, Berthold Schnabel (Hrsg.): Deidesheim – Beiträge zu Geschichte und Kultur einer Stadt im Weinland. Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1995, ISBN 3-7995-0418-4, S. 228 f.</ref><ref>Verkehrsverbund Rhein-Neckar (Hrsg.): …an einem Strang. Eisenbahngeschichte im Rhein-Neckar-Dreieck. 2004, S. 32.</ref>

Ab 1911 gab es eine Drahtseilbahn, die den Basaltsteinbruch beim nahegelegenen Pechsteinkopf mit dem Bahnhof verband.<ref>Joachim Kermann: Wirtschaftliche und soziale Entwicklung 1816 bis 1914. In: Kurt Andermann, Berthold Schnabel (Hrsg.): Deidesheim – Beiträge zu Geschichte und Kultur einer Stadt im Weinland. Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1995, ISBN 3-7995-0418-4, S. 182.</ref> Die Drahtseilbahn wurde mittlerweile wieder zurückgebaut. Am 30. Mai 1976 wurden sämtliche Bahnhöfe außerhalb von Eisenbahnknotenpunkten als eigenständige Gütertarifpunkte geschlossen, wovon auch der Bahnhof Deidesheim betroffen war.<ref>Werner Schreiner: Die Maximiliansbahn von 1945 bis heute. In: Modell- und Eisenbahnclub Landau in der Pfalz e. V. (Hrsg.): 125 Jahre Maximiliansbahn Neustadt/Weinstr.-Landau/Pfalz. 1980, S. 108.</ref> Fortan bedienten Übergabezüge den Bahnhof, der ab dieser Zeit als Satellit des Neustadter Hauptbahnhofs fungierte.<ref>Michael Heilmann, Werner Schreiner: 150 Jahre Maximiliansbahn Neustadt-Straßburg. 2005, S. 103.</ref> Der Güterverkehr wurde mittlerweile komplett eingestellt.

Bauwerke und Anlagen[Bearbeiten]

Datei:Hauptbahnhof - panoramio (9)-1.jpg
Ehemaliges Empfangsgebäude (2010)

Das ehemalige Empfangsgebäude, zuletzt im Eigentum der Stadt Deidesheim, besitzt für den Bahnbetrieb keine Bedeutung mehr und wurde 2013<ref name="Rheinpfalz">8000 Artikel für den Weinkeller. In: Die Rheinpfalz, Mittelhaardter Rundschau. Nr. 238, 14. Oktober 2019.</ref> an einen privaten Investor verkauft. Außerdem besaß der Bahnhof ein Stellwerk, das als Einheitsbauart ausgeführt wurde. Es wurde am 25. Juli 2004 außer Betrieb genommen.<ref name="stellwerke.de">stellwerke.de: Liste Deutscher Stellwerke – Einträge D-Do. Abgerufen am 6. Januar 2017.</ref><ref>stellwerke.de: Liste Deutscher Stellwerke – Abkürzungen. Abgerufen am 6. Januar 2017.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Bahnhof Deidesheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz Sturm: Die pfälzischen Eisenbahnen (= Veröffentlichungen der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften. Band 53). pro MESSAGE, Ludwigshafen am Rhein 2005, ISBN 3-934845-26-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />