Bahnhof Weidenthal
| Weidenthal | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Weidenthal 02.jpg Nördliches Bahnhofsende, im Hintergrund der Gipp-Tunnel
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| Daten | ||||||
| Betriebsstellenart | Bahnhof | |||||
| Bahnsteiggleise | 2 | |||||
| Abkürzung | RWD<ref>Übersicht der Betriebsstellen und deren Abkürzungen aus der Richtlinie 100. (PDF; 720 kB) db-netz.de, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. Dezember 2014; abgerufen am 10. Dezember 2013.</ref> | |||||
| IBNR | 8006261<ref>IBNR-Onlinesuche. michaeldittrich.de, abgerufen am 10. Dezember 2013.</ref> | |||||
| Preisklasse | 5 | |||||
| Eröffnung | 25. August 1849 | |||||
| Profil auf bahnhof.de | Weidenthal | |||||
| Architektonische Daten | ||||||
| Baustil | Spätklassizismus | |||||
| Lage | ||||||
| Stadt/Gemeinde | Weidenthal | |||||
| Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink | Rheinland-Pfalz | |||||
| Staat | Deutschland | |||||
| Koordinaten | 49° 24′ 52″ N, 8° 0′ 11″ O
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dim=2000 | globe= | name=Weidenthal | region=DE-RP | type=railwaystation
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| Eisenbahnstrecken | ||||||
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| Bahnhöfe in Rheinland-Pfalz | ||||||
Der dreigleisige Bahnhof Weidenthal liegt an der Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken, die im Wesentlichen aus der Pfälzischen Ludwigsbahn Ludwigshafen–Bexbach hervorging. Eröffnet wurde er am 25. August 1849, als die Ludwigsbahn auf voller Länge in Betrieb genommen wurde. Sein Empfangsgebäude steht unter Denkmalschutz.
Als 2003 der Betrieb der S-Bahn RheinNeckar aufgenommen wurde, wurden die bislang dem Personenverkehr dienenden Anlagen aufgelassen und im nördlichen Bereich des Bahnhofs neue eröffnet. Dieser liegt im Verbundgebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN).<ref>Regionales Schienennetz und Wabenplan. (PDF; 1,9 MB) vrn.de, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. September 2013; abgerufen am 9. Dezember 2013.</ref>
Lage[Bearbeiten]
Der Bahnhof befindet sich am südöstlichen Siedlungsrand von Weidenthal. Er umfasst drei Gleise und ist 800 Meter lang. Das frühere Empfangsgebäude samt den ehemaligen Bahnsteigen befinden sich auf Höhe der Bahnhofstraße. Die derzeitige Verkehrsstation liegt rund 800 Meter weiter nördlich im Sensental. Die Magistrale von Mannheim nach Saarbrücken verläuft im Bereich des Bahnhofs von Südost nach Westnordwest. Annähernd parallel zu den Gleisen verlaufen die Bundesstraße 39 und der Hochspeyerbach. Unmittelbar nördlich des Bahnhofs schließt sich der Gipp-Tunnel an. Das frühere Empfangsgebäude befindet sich beim Streckenkilometer 63,4, der Haltepunkt für Personenzüge bei Kilometer 62,6.<ref>Eisenbahnatlas Deutschland. Schweers + Wall, Eupen 2002, ISBN 3-89494-133-2, S. 83.</ref><ref>Die Kursbuchstrecke 670 – Streckenverlauf -- Betriebsstellen. kbs-670.de, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. Dezember 2013; abgerufen am 10. Dezember 2013.</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Ursprünglich sollte sich der Standort auf der Höhe des Sensentals befinden, ehe die Wahl auf einen Standort weiter südlich fiel.<ref name="weidenthal.de">Chronologie einer Waldgemeinde – Ein Stück Weidenthaler Chronik. weidenthal.de, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 8. Juli 2015; abgerufen am 25. September 2013.</ref> Die durchgehende Eröffnung der Strecke durch schwieriges Terrain fand schließlich am 25. August 1849 statt.<ref>Heinz Sturm: Die pfälzischen Eisenbahnen. 2005, S. 96.</ref> Auf dem neu eröffneten Teilstück war der Bahnhof Weidenthal neben Lambrecht eine von zwei Zwischenstationen. Anfang des 20. Jahrhunderts erhielt der Bahnhof wie alle in der Pfalz Bahnsteigsperren.<ref>Heinz Sturm: Die pfälzischen Eisenbahnen. 2005, S. 265.</ref><ref>Heinz Sturm: Geschichte der Maxbahn 1855–1945. In: Modell- und Eisenbahnclub Landau in der Pfalz e. V. (Hrsg.): 125 Jahre Maximiliansbahn Neustadt/Weinstr.–Landau/Pfalz. 1980, S. 75.</ref> Während dieser Zeit wurde der Bahnhof von der Betriebs- und Bauinspektion Neustadt a Hardt verwaltet und gehörte zum Zuständigkeitsbereich der Bahnmeisterei Lambrecht.<ref>Heinz Sturm: Die pfälzischen Eisenbahnen. 2005, S. 267.</ref>
1922 erfolgte die Eingliederung des Bahnhofs in die neu gegründete Reichsbahndirektion Ludwigshafen. Im Zuge von deren Auflösung wechselte er zum 1. April 1937 in den Zuständigkeitsbereich der Direktion Mainz.<ref>Königlich Bayerische Eisenbahndirektion Ludwigshafen a. Rhein – Zeittafel: Errichtungen – Bezeichnungen – Auflösungen. bahnstatistik.de, abgerufen am 10. Dezember 2013.</ref><ref>Fritz Engbarth: Von der Ludwigsbahn zum Integralen Taktfahrplan – 160 Jahre Eisenbahn in der Pfalz. 2007, S. 13.</ref> Ein Jahr später wurden die am Bahnhof beschäftigten Eisenbahner im Zuge des von Frankreich durchgeführten, bis 1924 dauernden Regiebetriebs ausgewiesen. Danach kehrten sie zurück.<ref>Albert Mühl: Die Pfalzbahn. 1982, S. 38 f.</ref>
Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Bahnhof der Bundesbahndirektion Mainz zugeordnet, der das Détachement d’Occupation des Chemins de fer Français alle Bahnstrecken innerhalb des neuen Bundeslandes Rheinland-Pfalz zuteilte. 1964 erhielt der Bahnhof ein Drucktastenstellwerk des Typs „Dr S 2“.<ref>Bundesbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Bundesbahndirektion Mainz vom 31. Januar 1964, Nr. 5. Bekanntmachung Nr. 70, S. 26.</ref>
Mit der schrittweisen Auflösung der Bundesbahndirektion Mainz in den Jahren 1971/72 fiel die Zuständigkeit für den Bahnhof zum 1. Juni 1971 an die Bundesbahndirektion Karlsruhe.<ref>Bundesbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Bundesbahndirektion Mainz vom 23. November 1970, Nr. 52. Bekanntmachung Nr. 351, S. 351–356 (353); ebd., vom 30. Dezember 1970, Nr. 60, Bekanntmachung Nr. 402, S. 408–410.</ref> Zur selben Zeit wurden die Bahnsteigsperren aufgehoben. Im Zuge der Planungen der S-Bahn RheinNeckar war vorgesehen, die Strecke zunächst bis Kaiserslautern und später bis Homburg in dieses Nahverkehrssystem zu integrieren. Da die Anlagen des Personenverkehrs weitab des Ortszentrums lagen, wurde im Zeitraum ab 1998 im nördlichen Bahnhofsbereich neue Bahnsteige errichtet, die Ende 2003 mit Eröffnung des S-Bahn-Betriebs bis Kaiserslautern eröffnet wurden.<ref>Haltepunkt Weidenthal. ibes-gmbh.de, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. Dezember 2013; abgerufen am 10. Dezember 2013.</ref>
Verkehr[Bearbeiten]
Personenverkehr[Bearbeiten]
1865 fuhren drei Zugpaare der Relation Worms–Neunkirchen.<ref>Die Kursbuchstrecke 670 – Betrieb -- Betriebsablauf und Verkehr: Regionalverkehrsentwicklung. kbs-670.de, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. Mai 2015; abgerufen am 4. Juni 2015.</ref> Die Nahverkehrszüge fuhren im Jahr 1884 primär in der Relation Neunkirchen–Worms. Zusätzlich gab es Züge, die ausschließlich Teilabschnitte wie Neustadt–Kaiserslautern und Kaiserslautern–Worms befuhren. Manche hielten nicht an allen Unterwegsbahnhöfen, ebenso wurde Weidenthal nicht von allen Nahverkehrszügen angefahren.<ref>Heinz Sturm: Die pfälzischen Eisenbahnen. 2005, S. 190.</ref>
Die Züge auf der Alsenztalbahn fuhren im Sommer 1914 auf der Relation Bad Münster–Neustadt, machten im Bahnhof Hochspeyer „Kopf“ und hielten auch in Frankenstein.<ref name="hauth171">Ulrich Hauth: Von der Nahe in die Ferne. Zur Geschichte der Eisenbahnen in der Nahe-Hunsrück-Region. 2011, S. 164.</ref> Während des Ersten Weltkriegs und der Zwischenkriegszeit beschränkte sich der Nahverkehr weitgehend auf die Relation Neustadt–Kaiserslautern. Mitten im Zweiten Weltkrieg befuhren entlang der Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken die meisten Nahverkehrszüge ausschließlich Teilabschnitte. In westlicher Richtung gelangten sie in der Regel maximal bis Homburg.<ref>279 Ludwigshafen (Rhein) – Neustadt (Weinstraße) – Kaiserslautern – Saarbrücken. pkjs.de, abgerufen am 1. Juni 2015.</ref> In der Nachkriegszeit war der Verkehr größtenteils erneut auf den Abschnitt Neustadt–Kaiserslautern beschränkt. Ab 1991 verkehrten Züge der Relation Trier–Offenburg, die östlich von Kaiserslautern überall und somit auch in Weidenthal hielten. Einige Jahre später kamen Züge der Relation Homburg–Neckarelz–Osterburken beziehungsweise –Heilbronn hinzu. Ab 2001 fuhren die Züge, die bislang bis Offenburg verkehrten, größtenteils ausschließlich bis Karlsruhe.<ref>Die Kursbuchstrecke 670 – Betrieb -- Betriebsablauf und Verkehr: Regionalverkehrsentwicklung. kbs-670.de, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. Mai 2015; abgerufen am 5. Juni 2015.</ref>
| Linie | Verlauf | Takt
Vorlage:Linienverlauf S-Bahn Rhein-Neckar Vorlage:Linienverlauf S-Bahn Rhein-Neckar |
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Güterverkehr[Bearbeiten]
Wie alle Bahnhöfe entlang der damaligen Ludwigsbahn verfügte der Bahnhof über eine Güterabfertigung. Der örtliche Steinbruch war mit seinen eigenen Anschlussgleisen ein wichtiger Güterkunde. An ihm wurden Schleifsteine und Mühlsteine produziert und verladen.<ref name="weidenthal.de" /> 1871 hielten am Bahnhof die normalen Güterzüge auf der Ludwigsbahn in den Relationen Kaiserslautern–Mainz, Homburg–Frankenthal. Ludwigshafen–Neunkirchen, Worms–Homburg zwischen drei und fünf Minuten. Hinzu kam ein Steinzug der Relation Kaiserslautern–Ludwigshafen, der sich am Bahnhof insgesamt 15 Minuten aufhielt. Im Dienstbuch für das Personal befand sich folgende Bemerkung: „Steinzug 41 hat die am Katharinenwoog geladenen Steinwagen in folgender Weise mitzunehmen: Die Maschine fährt vom Bahnhof Frankenstein im Süd-Geleise nach dem Bruch und bringt in demselben Geleise die geladenen Wagen nach dem Bahnhof Frankenstein, um sie dem Steinzug anzuschliessen. Wenn Personenzug 6 dem Steinzug nicht auf der Strecke begegnet ist, muss ersterer vor dem Steinbruch Weidenthal anhalten, bis Steinzug abgefahren ist.“ Kohlenzüge hielten sich am Bahnhof zwischen drei und vier Minuten auf.<ref>Pfälzische Eisenbahnen: Fahrordnung der Züge. Dienstbuch für das Personal. Sommerdienst vom 15. Juli 1871 anfangend. 1871, S. 34 ff.</ref>
Ab den 1980er Jahren bedienten Übergabezüge den Bahnhof, der zu dieser Zeit keinen eigenen Gütertarifpunkt mehr bildete. Seine Bedienung fand vom Neustadter Hauptbahnhof statt, als dessen Satellit er fungierte.<ref>Michael Heilmann, Werner Schreiner: 150 Jahre Maximiliansbahn Neustadt-Straßburg. 2005, S. 103.</ref> Zurzeit wird von Weidenthal aus das Anschlussgleis der im benachbarten Neidenfels ansässigen Feinpapierfabrik Glatz bedient.<ref>Strecke 3280: Lichtensteiner Kopf-Tunnel. eisenbahn-tunnelportale.de, abgerufen am 10. Dezember 2013.</ref>
Bauwerk und Gleisanlagen[Bearbeiten]
Beim früheren, Empfangsgebäude handelt es sich um einen spätklassizistischen Putzbau, der in den Jahren 1848 und 1849 entstand. Es wurde 1896 erweitert. Auf dem Bahnhofsvorplatz befindet sich ein Gedenkstein, der dem Haus Wittelsbach gewidmet ist. Der besteht aus einer Eisenplatte und wurde 1880 aufgestellt. Beide Bauwerke stehen unter Denkmalschutz.<ref>Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler – Kreis Bad Dürkheim. (PDF; 1,6 MB) denkmallisten.gdke-rlp.de, abgerufen am 9. Dezember 2013.</ref> Der Bahnhof selbst wurde seit 1965 durch ein Drucktastenstellwerk von Siemens ohne Weichenselbstlauf gesteuert.<ref>Liste Deutscher Stellwerke – Einträge W-We. stellwerke.de, abgerufen am 10. Dezember 2013.</ref><ref>Liste Deutscher Stellwerke – Abkürzungen. stellwerke.de, abgerufen am 10. Dezember 2013.</ref> Seit 1999 ist ein Elektronisches Stellwerk in Betrieb, das aus der Betriebszentrale Karlsruhe gesteuert wird.<ref>stellwerke.info. Abgerufen am 10. April 2024.</ref>
Der Bahnhof selbst verfügt derzeit (2013) über drei Bahngleise, von denen das Mittlere als Überholgleis fungiert.<ref>Fotogalerie – Bahnhöfe und Haltepunkte -- Weidenthal. kbs-670.de, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. Dezember 2013; abgerufen am 10. Dezember 2013.</ref> Auf diese Weise stellt er eine von insgesamt drei Möglichkeiten für Zugüberholungen zwischen Neustadt und Kaiserslautern dar.<ref>Die Kursbuchstrecke 670 – Streckenverlauf -- Fahrtbericht. kbs-670.de, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. Dezember 2013; abgerufen am 10. Dezember 2013.</ref> Die beiden äußeren Gleise – als Gleis 1 und 2 bezeichnet – verfügen über einen Außenbahnsteig. Am südöstlichen Ende gibt es außerdem das nicht elektrifizierte Nebengleis 4. Güterverkehrsanlagen sind nicht mehr vorhanden. In beiden Richtungen beträgt die zulässige Höchstgeschwindigkeit durch den Bahnhof 90 Kilometer pro Stunde.<ref>Die Kursbuchstrecke 670 – Streckenverlauf -- Geschwindigkeitstabelle Fahrtrichtung Mannheim. kbs-670.de, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. Dezember 2013; abgerufen am 10. Dezember 2013.</ref><ref>Die Kursbuchstrecke 670 – Streckenverlauf -- Geschwindigkeitstabelle Fahrtrichtung Saarbrücken. kbs-670.de, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. Dezember 2013; abgerufen am 10. Dezember 2013.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Heinz Sturm: Die pfälzischen Eisenbahnen (= Veröffentlichungen der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften. Band 53). Neuausgabe. pro MESSAGE, Ludwigshafen am Rhein 2005, ISBN 3-934845-26-6.
Weblinks[Bearbeiten]
- Bahnhofsplan, vrn.de
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />