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Bandylith

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Bandylith
Datei:Bandylite-177426.jpg
Blaugrüner Bandylith aus der „Queténa Mine“, Chuquicamata, Región de Antofagasta, Chile (Größe: 11,9 × 7,0 × 5,0 cm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Bny<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel Cu[Cl|B(OH)4]<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Borate (ehemals Carbonate, Nitrate und Borate)
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

Vc/A.06
V/G.08-010

6.AC.35
25.01.04.02
Kristallographische Daten
Kristallsystem tetragonal
Kristallklasse; Symbol tetragonal-dipyramidal; 4/n
Raumgruppe (Nr.) P4/n<ref name="StrunzNickel" /> (Nr. 85)
Gitterparameter a = 6,17 Å; c = 5,59 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 2<ref name="StrunzNickel" />
Häufige Kristallflächen {001}, {111}, {201}, {110}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 2,5
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,810; berechnet: 2,81<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit vollkommen nach {001}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Bruch; Tenazität Spaltblättchen biegsam<ref name="Rösler" />
Farbe dunkelblau bis grünlich
Strichfarbe hellblau
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Glanz Glasglanz, Perlglanz, matt
Kristalloptik
Brechungsindizes nω = 1,691 bis 1,692
nε 1,640 bis 1,641<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ = 0,051
Optischer Charakter einachsig negativ
Pleochroismus stark: O = dunkelblau; E = hellgrünlichgelb
Weitere Eigenschaften
Chemisches Verhalten wasserlöslich<ref name="Handbookofmineralogy" />

Bandylith ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Borate“ (ehemals Carbonate, Nitrate und Borate, siehe Klassifikation). Es kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Cu[Cl|B(OH)4]<ref name="StrunzNickel" />, ist also chemisch gesehen ein basisches Kupfer-Borat mit zusätzlichen Chlor-Ionen.

Bandylith ist durchsichtig bis durchscheinend und entwickelt nur kleine, tafelige oder pyramidale Kristalle von wenigen Millimetern Größe, die meist in radialstrahligen Gruppen angeordnet oder zu flechtenartigen Aggregaten verwachsen sind. Seine Farbe variiert zwischen Dunkelblau und Grünlichblau, wobei der grünliche Farbton umso stärker wird, je mehr Atacamit-Einschlüsse er enthält. Unverletzte und unverwitterte Kristallflächen weisen einen glasähnlichen Glanz auf, Spaltflächen schimmern dagegen eher perlmuttartig.

Besondere Eigenschaften[Bearbeiten]

Bandylith ist vollkommen spaltbar senkrecht zur c-Achse. Dünne Spaltblättchen sind sehr biegsam und leicht verformbar. In Wasser zersetzt sich das Mineral und an der Luft verwittert es mit der Zeit zu Eriochalcit.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals entdeckt wurde Bandylith 1935 in der „Queténa Mine“ nahe Chuquicamata in der Atacama-Wüste im Norden Chiles und beschrieben 1938 durch Charles Palache und William F. Foshag, die das Mineral nach seinem Entdecker Mark Chance Bandy benannten.

Klassifikation[Bearbeiten]

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Bandylith zur Mineralklasse der „Borate“ und dort zur Abteilung „Inselborate (Nesoborate)“, wo er gemeinsam mit Cahnit und Teepleit in der „Bandylith-Cahnit-Gruppe“ mit der Systemnummer Vc/A.06 steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer V/G.08-010. Dies entspricht der Klasse der „Nitrate, Carbonate und Borate“ und dort der Abteilung „Inselborate“, wo Bandylith zusammen mit Cahnit und Teepleit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer V/G.08 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Bandylith in die Klasse der „Borate“ und dort in die Abteilung „Monoborate“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „B(O,OH)4, ohne und mit zusätzlichen Anionen; 1(T), 1(T) + OH usw.“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 6.AC.35 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Bandylith die System- und Mineralnummer 25.01.04.02. Das entspricht der Klasse der „Carbonate, Nitrate und Borate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Borate mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserfreie Borate mit Hydroxyl oder Halogen“ in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 25.01.04, in der auch Teepleit eingeordnet ist.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Datei:Eriochalcite-Bandylite-178906.jpg
Pseudomorphose von Eriochalcit (Antofagastit) nach Bandylith aus der „Queténa Mine“, Chuquicamata, Región de Antofagasta, Chile (Gesamtgröße: 7,8 × 5,2 × 3,0 cm)

Bandylith bildet sich sekundär in der Auslaugungszone oberhalb massiver Eisensulfate. Als Begleitminerale kann neben Atacamit und dem Verwitterungsprodukt Eriochalcit unter anderem noch Starkeyit auftreten.

Neben seiner Typlokalität „Queténa Mine“ ist bisher (Stand 2013) nur noch die Umgebung der ebenfalls in der Región de Antofagasta im Norden Chiles liegende Hafenstadt Taltal als Fundort bekannt.<ref name="Mindat" />

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Bandylith kristallisiert tetragonal in der Raumgruppe P4/n (Raumgruppen-Nr. 85)Vorlage:Raumgruppe/85 mit den Gitterparametern a = 6,17 Å und c = 5,59 Å sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • C. Palache, W. F. Palache: Antofagastite and bandylite, two new copper minerals from Chile, In: American Mineralogist, Band 23 (1938), S. 85–90 (PDF 361 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Bandylite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> Bandylite, In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America, 2001 (PDF 68,4 kB) </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="Mindat"> Mindat - Bandylite </ref> <ref name="Rösler"> Hans Jürgen Rösler: Lehrbuch der Mineralogie. 4. durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S. 727. </ref> <ref name="StrunzNickel"> Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 336. </ref> </references>