Barbara Loden
Barbara Ann Loden<ref>Loden, Barbara (1932–1980) | Encyclopedia.com. Abgerufen am 25. Januar 2021.</ref> (* 8. Juli 1932 in Marion, North Carolina; † 5. September 1980 in New York City, New York) war eine US-amerikanische Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin. Bekannt wurde sie insbesondere durch den von ihr geschriebenen und inszenierten Spielfilm Wanda (1970), in dem sie auch die Titelrolle übernahm.
Leben[Bearbeiten]
Barbara Loden arbeitete in den späten 1940er Jahren zunächst als Model und Tänzerin, bevor sie sich der Schauspielerei zuwandte und Mitglied des renommierten Actors Studio in New York wurde. 1967 heiratete sie den Regisseur Elia Kazan; aus ihrer Beziehung stammte der Sohn Leo. Aus einer früheren Ehe mit dem Fernsehproduzenten Laurence Joachim († 2013) hatte Loden einen weiteren Sohn, den späteren Folksänger Marco Joachim.
1978 wurde bei Loden Brustkrebs diagnostiziert, an dessen Folgen sie zwei Jahre später im Alter von 48 Jahren starb. Zum Zeitpunkt ihres Todes lebte sie von Kazan getrennt; das bereits eingeleitete Scheidungsverfahren war wegen ihrer Erkrankung nicht abgeschlossen worden.
Wirken[Bearbeiten]
Ihre erste größere Aufmerksamkeit als Schauspielerin erhielt Loden 1956 durch Auftritte in der Fernsehshow des Komikers Ernie Kovacs. Ihr Filmdebüt gab sie 1960 als Sekretärin der von Montgomery Clift gespielten Hauptfigur in Elia Kazans Filmdrama Wilder Strom. Im folgenden Jahr besetzte Kazan sie in Fieber im Blut als Schwester der von Warren Beatty dargestellten Figur. 1964 spielte Loden am Broadway in der Uraufführung von Arthur Millers autobiografisch geprägtem Stück After the Fall unter Kazans Regie<ref>Über Maggies Leiche. In: Der Spiegel. 28. Januar 1964, abgerufen am 14. Juli 2026.</ref> und wurde für ihre Darstellung mit einem Tony Award ausgezeichnet.<ref name="AllMovie">Vorlage:AllMovie</ref>
Nach ihrer Heirat mit Kazan zog sich Loden weitgehend von der Schauspielerei zurück und begann, eigene Filmprojekte zu entwickeln. Daraus entstand 1970 das unabhängig produzierte Filmdrama Wanda, für das sie das Drehbuch schrieb, Regie führte und die Hauptrolle übernahm. Der mit einem Budget von nur wenig mehr als 100.000 US-Dollar gedrehte Film gewann bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig den Pasinetti-Preis für den besten ausländischen Film. Wanda wurde später als ein Klassiker des unabhängigen amerikanischen Kinos wiederentdeckt und 2017 in das National Film Registry aufgenommen.
Loden wurde aufgrund von Wanda häufig mit dem unabhängigen Filmemacher John Cassavetes verglichen, konnte danach jedoch keinen weiteren Langspielfilm verwirklichen. 1975 inszenierte sie die beiden Kurzfilme The Frontier Experience und The Boy Who Liked Deer. In den 1970er Jahren unterrichtete sie vor allem Schauspiel und führte bei Theaterproduktionen am Off-Broadway Regie. Daneben schrieb sie weiterhin Drehbücher und entwickelte Pläne für weitere Filme. Gegen Ende der 1970er Jahre arbeitete sie an einer Verfilmung von Kate Chopins Roman Das Erwachen, die sie vor ihrem Tod nicht mehr realisieren konnte.<ref name="AllMovie" />
Filmografie[Bearbeiten]
Als Schauspielerin
- 1956: The Ernie Kovacs Show (Fernsehserie)
- 1957: Studio One (Fernsehserie, eine Folge)
- 1960: Wilder Strom (Wild River)
- 1961: Fieber im Blut (Splendor in the Grass)
- 1962: Alcoa Premiere (Fernsehserie, eine Folge)
- 1962: Gnadenlose Stadt (Naked City; Fernsehserie, eine Folge)
- 1963: Kraft Television Theatre (Fernsehserie, eine Folge)
- 1966: The Glass Menagerie (Fernsehfilm)
- 1968: Fade-In (Fernsehfilm)
Als Regisseurin
- 1970: Wanda (Langspielfilm, auch Drehbuch und Hauptrolle)
- 1975: The Frontier Experience (Kurzfilm, auch Schauspielerin und Produzentin)
- 1975: The Boy Who Liked Deer (Kurzfilm, auch Produzentin)
Literatur[Bearbeiten]
- Marguerite Duras und Elia Kazan: Conversation on Wanda by Barbara Loden. In: Cahiers du cinéma, Juni–August 2003. ― Auszüge daraus bereits in Cahiers du cinéma vom Dezember 1980, in deutscher Übersetzung in Filmkritik vom März 1981.
- Amelie Hastie: The Vulnerable Spectator. In: Film Quarterly, Band 72, Nr. 2, 2018, S. 81–84.
- Nathalie Léger: Supplément à la vie de Barbara Loden. Gallimard/Folio, Paris 2013, ISBN 978-2-07-045322-1. Englische Ausgabe: Suite for Barbara Loden. Dorothy Project, St. Louis 2016.
- Luise Mörke: What’s in a Cone? Barbara Loden’s Wanda Between Weakness and Resilience. In: Senses of Cinema, 2020.
- Hans Schifferle: Barbara Loden. In: Hans Helmut Prinzler, Gabriele Jatho (Hrsg.): New Hollywood 1967–1976: Trouble in Wonderland. Bertz + Fischer Verlag, Berlin 2004, S. 152–153.
- David Thomson: Her Way. In: Film Comment, Band 53, Nr. 4, Juli–August 2017, S. 50–53.
Dokumentarfilm[Bearbeiten]
- Katja Raganelli, Konrad Wickler: I Am Wanda. Diorama Film, München 1991.<ref>I Am Wanda. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 16. Juli 2026.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Loden, Barbara |
| ALTERNATIVNAMEN | Loden, Barbara Ann |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanische Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin |
| GEBURTSDATUM | 8. Juli 1932 |
| GEBURTSORT | Marion, North Carolina |
| STERBEDATUM | 5. September 1980 |
| STERBEORT | New York City, New York |