Barney Frank
Barney Frank (* 31. März 1940 in Bayonne, New Jersey; † 19. Mai 2026 in Ogunquit, Maine) war ein US-amerikanischer Politiker (Demokratische Partei). Von 1981 bis 2013 vertrat er den vierten Kongresswahlbezirk des Bundesstaates Massachusetts im US-Repräsentantenhaus. Er war dort von 2007 bis 2011 Vorsitzender des Finanzausschusses.
Frühe Jahre[Bearbeiten]
Frank studierte nach seiner Schulausbildung an der Harvard University, wo er 1962 seinen Bachelor-Abschluss erreichte. Während seines Promotionsstudiums der Politikwissenschaft gab er als Lehrassistent Unterricht für Studenten der unteren Studienjahre. Noch vor Erreichen des Ph.D. verließ er Harvard jedoch 1968, um Administrative Assistant des Bostoner Bürgermeisters Kevin White (Demokratische Partei) zu werden. Nach drei Jahren kehrte er kurz an die Universität zurück, bevor er 1971 als Mitarbeiter zum Kongressabgeordneten Michael J. Harrington (ebenfalls Demokrat) wechselte.
1972 wurde Frank selbst als Abgeordneter der Demokratischen Partei in das Repräsentantenhaus von Massachusetts gewählt, wo er acht Jahre tätig war. Während dieser Zeit besuchte er die Harvard Law School und machte 1977 seinen Abschluss.
In diesen Jahren unterrichtete er zeitweise auch an der University of Massachusetts Boston, an der zur Harvard University gehörenden John F. Kennedy School of Government und an der Boston University. Frank veröffentlichte mehrere politische Artikel. 1992 veröffentlichte er ein Essay unter dem Titel Speaking Frankly über die Rolle der Demokratischen Partei, die diese in den 1990er Jahren spielen sollte.
Kongressabgeordneter[Bearbeiten]
Im November 1980 – zeitgleich mit der ersten Wahl Ronald Reagans zum Präsidenten – wurde Frank in den US-Kongress gewählt. Als Vertreter des 4. Wahlkreises von Massachusetts übernahm er den Sitz seines Parteikollegen Robert Drinan, der sein Mandat aufgegeben hatte. 1982 wurde Frank wiedergewählt und besiegte die republikanische Gegenkandidatin Margaret Heckler, die später Gesundheitsministerin wurde. Barney Frank wurde bei 15 aufeinanderfolgenden Wahlen als Kongressabgeordneter seines Wahlkreises bestätigt, meist mit mehr als zwei Drittel der abgegebenen Stimmen. Bei mehreren Wahlen stellten die Republikaner keinen Gegenkandidaten auf. Seine letzte Wiederwahl war am 2. November 2010.
1987 machte Frank auf eigenen Wunsch seine Homosexualität publik. Er gründete 1998 die Organisation Stonewall Democrats, die sich für die Rechte von Homosexuellen einsetzt. Nach den Wahlen zum Repräsentantenhaus 2002 (in der Mitte der ersten Amtszeit George W. Bushs als Präsident) wurde Frank im Januar 2003 Ranking member, d. h. führender Vertreter der Demokraten, die damals in der Minderheit waren, im United States House Committee on Financial Services. Diese Position behielt er für zwei Legislaturperioden bis Anfang 2007.
Im Jahr 2003 opponierte Frank als Sprecher seiner Fraktion im House Financial Services Committee gegen die Bemühungen der Bush-Regierung und der republikanischen Kongressabgeordneten, die Hausfinanzierungsbranche stärker zu regulieren, um eine drohende Finanzkrise abzuwenden, was einen der größten Staatseingriffe seit der Savings-and-Loan-Krise ausgemacht hätte.<ref>NY Times, 11. Sept. 2003: New Agency Proposed to Oversee Freddie Mac and Fannie Mae</ref> Zu diesem Zweck sollte eine Behörde innerhalb des Finanzministeriums geschaffen werden, die Fannie Mae und Freddie Mac beaufsichtigen sollte, zwei von der Regierung finanzierte Unternehmen, die zu den größten Unternehmen im amerikanischen Hypothekarkreditwesen gehörten. Frank sagte während einer Debatte: „Diese zwei Unternehmen, Fannie Mae und Freddie Mac, steuern auf keine Art von finanzieller Krise zu.“ Er fügte an: „Je mehr Leute diese Probleme aufbauschen, je mehr Druck auf diesen Unternehmen lastet, umso weniger Ergebnisse werden wir hinsichtlich erschwinglichen Hausbaus sehen.“<ref>New Agency Proposed to Oversee Freddie Mac and Fannie Mae. In: New York Times. 28. September 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. September 2008; abgerufen am 21. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Unter anderem aus diesen Gründen wurde ihm wiederholt eine aktive Mitschuld an der Finanzkrise ab 2007 vorgeworfen.<ref>Foxnews.com, 19. Sept. 2008</ref><ref> Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.WBZTV, 1. Okt. 2008 ( vom 3. Oktober 2008 im Internet Archive)</ref><ref> Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Boston Herald, 23. Sept. 2008 ( vom 6. November 2011 im Internet Archive)</ref>
Bei der Midterm-Wahl 2006 gewannen die Demokraten die Mehrheit der Sitze im Repräsentantenhaus. Im Januar 2007 übernahm Frank daraufhin den Vorsitz im House Financial Services Committee, den er auch während der folgenden Legislaturperiode behielt. Nachdem die Republikaner bei der Repräsentantenhauswahl 2010 wieder die Mehrheit erlangten, war Frank ab Januar 2011 erneut Ranking member, also Sprecher der Minderheitsfraktion, im selben Ausschuss. Bei der Repräsentantenhauswahl 2012 trat Frank nicht mehr an,<ref>Barney Frank Will Not Seek Reelection In 2012. In: The Huffington Post. 28. November 2011 (huffingtonpost.com [abgerufen am 21. Mai 2026]).</ref> damit schied er zum Jahresanfang 2013 aus dem Kongress aus. Zum Nachfolger in seinem bisherigen Wahlkreis wurde sein Parteikollege Joe Kennedy gewählt.
Am 7. Juli 2012 heiratete Frank in Newton (Massachusetts) seinen langjährigen Lebenspartner und ging damit die erste gleichgeschlechtliche Ehe eines amtierenden Kongressabgeordneten ein.<ref>The Boston Globe, 8. Juli 2012.</ref>
Frank stammte aus einer jüdischen Familie und fühlte sich dem Judentum kulturell verbunden, auch wenn er die Religion nicht mehr praktizierte. Nach seinem Ausscheiden aus dem Kongress erklärte er 2013 bei einem Gastauftritt in der Bill-Maher-Show, nicht an Gott zu glauben. Er identifizierte sich aber nicht als Atheist, weil er nicht annahm zu wissen, dass es keinen Gott gibt. Nur sehr wenige amerikanische Politiker seiner Generation bekannten sich öffentlich dazu, nichtgläubig zu sein.<ref>Isaac Kramnick and R. Laurence Moore: Is Atheism the Last Unforgivable Sin of American Politics? Lithub, 16. August 2018.</ref>
Frank starb im Alter von 86 Jahren am 19. Mai 2026 in Ogunquit.<ref>Katharine Q. Seelye: Barney Frank, Gay Pioneer and Liberal Stalwart in Congress, Dies at 86. The New York Times, 20. Mai 2026, abgerufen am 20. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Auszeichnungen[Bearbeiten]
- 2014 wurde er zum Humanist of the Year durch die American Humanist Association gewählt.
Literatur[Bearbeiten]
- Stuart E. Weisberg: Barney Frank: the story of America's only left-handed, gay, Jewish congressman, University of Massachusetts Press, 2009, ISBN 1-55849-721-8
Weblinks[Bearbeiten]
- Barney Frank im Biographical Directory of the United States Congress (englisch)
- On the Issues - Barney Frank Positionen und Stellungnahmen
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
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1. Distrikt: F. Ames | Sedgwick | Skinner | Sedgwick | J. Bacon | Eustis | Quincy | Ward Jr. | Mason | Gorham | Webster | Gorham | N. Appleton | Gorham | A. Lawrence | Fletcher | A. Lawrence | Winthrop | N. Appleton | Winthrop | S. Eliot | W. Appleton | Scudder | T.D. Eliot | Hall | T.D. Eliot | Buffinton | Crapo | R. Davis | Randall | Wright | G. Lawrence | Treadway | Heselton | Conte | Olver | Neal • 2. Distrikt: Goodhue | Dexter | W. Lyman | Shepard | J. Crowninshield | Story | Pickman | W. Reed | Pickering | Silsbee | Barstow | B. Crowninshield | Choate | Phillips | Saltonstall | King | Rantoul | Fay | S. Crocker | Buffinton | O. Ames | B. Harris | Long | E. Morse | Gillett | Churchill | Bowles | Kaynor | Granfield | Clason | Furcolo | Boland | Neal | McGovern • 3. Distrikt: Gerry | Goodhue | S. Lyman | Mattoon | Cutler | Nelson | Livermore | White | Pickering | Nelson | J. Varnum | Nelson | Osgood | Cushing | A. Abbott | Duncan | Edmands | Damrell | C. Adams | Thomas | A. Rice | Twichell | Whiting I | Pierce | Field | B. Dean | Field | Ranney | Morse | J. Andrew | J. Walker | J.R. Thayer | R. Hoar | C. Washburn | J.A. Thayer | Wilder | Paige | F. Foss | Casey | Philbin | Drinan | Donohue | Early | Blute | McGovern | N. Tsongas | Trahan
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 4. Distrikt: Sedgwick | Holten | Foster | L. Lincoln | S. Hastings | J.B. Varnum | W. Richardson | Dana | Stearns | T. Fuller | E. Everett | S. Hoar I | Parmenter | B. Thompson | Palfrey | B. Thompson | Sabine | Walley | Comins | A. Rice | Hooper | Frost | J. Abbott | L. Morse | Collins | O’Neil | Apsley | Weymouth | Tirrell | J. Mitchell | Wilder | Winslow | Stobbs | P. Holmes | Donohue | Drinan | Frank | J.P. Kennedy III | Auchincloss • 5. Distrikt: Partridge | Bourne | Foster | Freeman | L. Williams | T. Dwight | W. Ely | Mills | Lathrop | Sibley | J. Davis | L. Lincoln Jr. | Hudson | C. Allen | W. Appleton | Burlingame | W. Appleton | Hooper | Alley | Butler | Gooch | Banks | Bowman | L. Morse | Hayden | Banks | S. Hoar II | M. Stevens | Knox | B. Ames | J. Rogers | E. Rogers | F. B. Morse | Cronin | P. Tsongas | Shannon | Atkins | Meehan | N. Tsongas | Markey | Clark • 6. Distrikt: G. Thatcher | Leonard | W. Lyman | J. Reed Sr. | Smith | Taggart | S. Allen | Locke | J.G. Kendall | Grennell | Alvord | Baker | Ashmun | G. Davis | C. Upham | T. Davis | Alley | Gooch | Banks | Butler | C. Thompson | Loring | Stone | H. Lovering | Lodge | Cogswell | Moody | A. Gardner | Lufkin | A. Andrew | G. Bates | W. Bates | Harrington | Mavroules | Torkildsen | Tierney | Moulton Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 7. Distrikt: Leonard | Ward | Sedgwick | Leonard | Bullock | Bishop | N. Mitchell | Barker | W. Baylies | Turner | W. Baylies | Hulbert | Shaw | H. Dwight | S. Allen | Grennell | Briggs | J. Rockwell | Goodrich | Banks | Gooch | Boutwell | Brooks | Esty | E. Hoar | Tarbox | Butler | W. Russell | Stone | Cogswell | W. Everett | Barrett | Roberts | Phelan | Maloney | W. Connery | L. Connery | Lane | Macdonald | Markey | Capuano | Pressley • 8. Distrikt: Grout | G. Thatcher | Ward | F. Ames | Otis | Eustis | L. Williams | Green | G. Gardner | Green | J. Reed Jr. | W. Baylies | Sampson | Hobart | Lathrop | I. Bates | Calhoun | J.Q. Adams | Mann | Wentworth | Knapp | Train | Baldwin | G. Hoar | J. Williams | Warren | Claflin | Candler | W. Russell | C.H. Allen | Greenhalge | M. Stevens | McCall | Deitrick | Dallinger | H. Thayer | Dallinger | Healey | Goodwin | Macdonald | O’Neill | J.P. Kennedy II | Capuano | Lynch • 9. Distrikt: Bourne | J.B. Varnum | Bishop | J. Dean | Wheaton | J. Reed Jr. | Folger | J. Reed Jr. | H. Dwight | Briggs | Jackson | W. Hastings | H. Williams | Hale | Fowler | Little | De Witt | E. Thayer | G. Bailey | A. Walker | W. Washburn | A. Crocker | G. Hoar | W. Rice | T. Lyman | F. Ely | Burnett | Candler | G. Williams | O’Neil | Fitzgerald | Conry | Keliher | Murray | Roberts | A. Fuller | Underhill | Luce | R. Russell | Luce | T.H. Eliot | Gifford | Nicholson | Keith | McCormack | Hicks | Moakley | Lynch | Keating Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 10. Distrikt: Coffin | Goodhue | Sewall | Read | S. Hastings | J. Upham | J. Allen | Brigham | Wheaton | Morton | F. Baylies | J. Bailey | H.A. Dearborn | W. Baylies | Borden | H. Williams | Borden | Burnell | Grinnell | Scudder | Dickinson | Chaffee | Delano | Dawes | A. Crocker | C. Stevens | Seelye | Norcross | W. Rice | J.E. Russell | J. Walker | McEttrick | Atwood | Barrows | Naphen | McNary | O’Connell | Curley | Murray | Tague | Fitzgerald | Tague | Douglass | Tinkham | Herter | Curtis | Martin | Heckler | Studds | Delahunt | Keating • 11. Distrikt: H. Dearborn | Bradbury | Bartlett | Cutler | Stedman | A. Bigelow | Brigham | B. Adams | J. Russell | Hobart | J. Richardson | J.Q. Adams | J. Reed Jr. | Burnell | Goodrich | Trafton | Dawes | Chapin | Robinson | Whiting II | Wallace | Coolidge | Draper | Sprague | Powers | Sullivan | Peters | Tinkham | Douglass | Higgins | Flaherty | Curley | J.F. Kennedy | O’Neill | Burke | Donnelly • 12. Distrikt: G. Thatcher | H. Dearborn | I. Parker | Lee | S. Thatcher | Skinner | Larned | Bidwell | E. Bacon | Dewey | Hulbert | Strong | J. Kendall | L. Bigelow | F. Baylies | Hodges | J.Q. Adams | Robinson | F. Rockwell | Crosby | E. Morse | W. Lovering | Powers | Weeks | Curley | Gallivan | McCormack | Keith | Studds Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 13. Distrikt: Wadsworth | Seaver | Ruggles | Dowse | Eustis | J. Reed Jr. | Randall | Simpkins | Greene | Weeks | J. Mitchell | Carter | Luce | Wigglesworth | Burke • 14. Distrikt: Cobb | G. Thatcher | Cutts | King | J. Holmes | W. Lovering | E. Foss | R. Harris | Gilmore | Olney | Frothingham | Wigglesworth | Martin • 15. Distrikt: Wadsworth | Ilsley | Whitman | Widgery | Bradbury | Whitman | Greene | Leach | Martin | Gifford • 16. Distrikt: S. Thatcher | Cook | Tallman | S. Davis | Brown | Orr | Hill | Thacher | Walsh | Gifford • 17. Distrikt: Bruce | Chandler | Gannett | F. Carr | Wood | J. Carr | Wilson | Kinsley • 18. Distrikt: Wilson | T. Rice | J. Parker • 19. Distrikt: J. Parker | Conner | Gage | Cushman • 20. Distrikt: Hubbard | Parris | E. Lincoln Vorlage:Klappleiste/Ende
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Frank, Barney |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Politiker (Demokratische Partei) |
| GEBURTSDATUM | 31. März 1940 |
| GEBURTSORT | Bayonne, New Jersey |
| STERBEDATUM | 20. Mai 2026 |
| STERBEORT | Ogunquit, Maine |
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