Zum Inhalt springen

Barry Jenkins

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Barry Jenkins (cropped).jpg
Barry Jenkins (2009)

Barry Jenkins (* 19. November 1979 in Miami) ist ein US-amerikanischer Regisseur und Drehbuchautor, der bei der Oscarverleihung 2017 für die Adaption des Drehbuchs seines Films Moonlight einen Oscar erhielt. In der Kategorie „Bester Film“ gewann Moonlight ebenfalls den Oscar.

Leben[Bearbeiten]

Barry Jenkins wurde in Miami geboren<ref>Michael E. Miller: Barry Jenkins: Borscht Film Fest's real star. In: miaminewtimes.com, 21. April 2011.</ref> und wuchs dort in der Liberty Square Neighborhood auf, die von den Menschen umgangssprachlich Pork & Beans (deutsch Schweinefleisch & Bohnen) genannt wird.<ref>Rebecca Keegan: Telluride Film Festival audiences take a shine to Barry Jenkins' 'Moonlight'. In: Los Angeles Times, 4. September 2016.</ref> Der Liberty Square ist ein 753 Einheiten umfassender öffentlicher Apartment-Komplex in Miami. Das am Martin Luther King Jr. Boulevard in Liberty City im Jahr 1937 angelegte Wohnungsbauprojekt war für Schwarze im Süden der USA das erste seiner Art.<ref>Francisco Alvarado: Alleged Gang War Has Liberty City Under Deadly Siege. In: miaminewtimes.com, 10. Juli 2012.</ref> Das Stadtviertel weist die höchste Konzentration von Afroamerikanern im Süden Floridas auf. Jenkins kannte nach eigenen Aussagen keine Weißen, bis er aufs College kam.<ref>Susanne Burg: 'Moonlight'-Regisseur Barry Jenkins: 'Ich kannte keine Weißen, bis ich aufs College kam'. In: Deutschlandradio Kultur, 4. März 2017.</ref> Später studierte er an der Florida State University in Tallahassee. Jenkins lebt heute in Los Angeles.<ref>Andreas Borcholte: 'Moonlight'-Regisseur Barry Jenkins. 'Hollywood ist viel weiter, als man glaubt'. In: Spiegel Online, 8. März 2017.</ref>

Ende Juni 2017 wurde Jenkins ein Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences.<ref>Adam Chitwood: Oscars Break Record with 774 New Member Invites, Including Jordan Peele & Gal Gadot. In: collider.com, 28. Juni 2017.</ref>

Karriere[Bearbeiten]

Nach mehreren Kurzfilmen drehte Jenkins mit Medicine for Melancholy 2008 seinen ersten Spielfilm.<ref>Kevin B. Lee: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Barry Jenkins’ shorts keep intimacy in cinema alive (Memento vom 14. September 2016 im Internet Archive). In: fandor.com, 15. Juli 2014.</ref> Hierbei handelte es sich um einen Mumblecore.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Moonlight (Memento vom 6. September 2016 im Internet Archive) In: tiff.net. Abgerufen am 6. September 2016.</ref> Jenkins' zweiter Spielfilm Moonlight wurde am 2. September beim Telluride Film Festival erstmals gezeigt und im September 2016 beim Toronto International Film Festival vorgestellt.<ref>Kate Erbland: TIFF Announces Platform Titles, Including 'Jackie', 'Moonlight', 'Daguerrotype' and More. In: indiewire.com, 11. August 2016.</ref> Er arbeitete hierfür ein zweites Mal mit dem Kameramann James Laxton zusammen, der ebenfalls die Filmschule an der Florida State University besuchte und mit dem ihn auch privat eine Freundschaft verbindet.<ref>Sean Axmaker: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Barry Jenkins: Long Story Short (Memento vom 18. Oktober 2016 im Internet Archive). In: fandor.com, 15. Juli 2014.</ref> Der Film basiert auf dem Theaterstück In Moonlight Black Boys Look Blue Tarell Alvin McCraney, das in drei Kapiteln die Geschichte von Chiron erzählt, der als Afroamerikaner mit kaputter Kindheit inmitten des Gedränges und des Drogenkrieges der 80er Jahre in Miami aufwächst.<ref name="latimes">Mark Olsen: Watch: Barry Jenkins' anticipated indie drama 'Moonlight' starring Mahershala Ali and Janelle Monáe. In: Los Angeles Times, 11. August 2016.</ref> Die Zusammenarbeit von Jenkins mit dem mehrfach ausgezeichneten Dramatiker war bereits 2012 bekannt geworden. Jenkins und McCraney, die ungefähr im gleichen Alter sind, wuchsen unweit voneinander auf.<ref>Michael E. Miller: Barry Jenkins and Tarell Alvin McCraney Teaming Up To Make Film About Liberty City. In: miaminewtimes.com, 15. März 2012.</ref> Aus dem IndieWire’s 2016 Critics Poll ging Jenkins als Bester Regisseur hervor.<ref>Steve Greene: 2016 IndieWire Critics Poll: Full List of Results. In: indiewire.com, 19. Dezember 2016.</ref> Im Dezember 2016 erhielt Jenkins für seine Arbeit an Moonlight zwei Nominierungen im Rahmen der Golden Globe Awards, für die Beste Regie und für das Beste Drehbuch, und im Januar 2017 eine Nominierung für die Beste Filmproduktion für den Directors Guild of America Award. Am 24. Januar 2017 erhielt Jenkins im Rahmen der Oscarverleihung 2017 für seine Arbeit als Regisseur und Drehbuchautor des Films Oscar-Nominierungen und konnte im Februar diesen renommierten Filmpreis in der Kategorie „Drehbuch“ in Empfang nehmen.

Neben der angekündigten Comic-Verfilmung A Contract with God, bei der Jenkins gemeinsam mit Tze Chun als Regisseur fungiert, arbeitet er als Drehbuchautor an einem Film über Amerikas erste Olympia-Goldmedaillistin im Boxen Claressa “T-Rex” Shields.<ref>Mike Fleming Jr: 'Moonlight's Barry Jenkins To Script Story Of First American Female Gold Medal Boxer Claressa 'T-Rex' Shields. In: deadline.com, 7. Oktober 2016.</ref> Im März 2017 wurde bekannt, dass Jenkins für Amazon eine Miniserie nach dem Roman The Underground Railroad schreiben und inszenieren wird.<ref>Nach Oscar: Moonlights Barry Jenkins dreht für Amazon The Underground Railroad. In: moviepilot.de. 28. März 2017 (moviepilot.de [abgerufen am 28. März 2017]).</ref> Sein Film If Beale Street Could Talk, der auf einem gleichnamigen Roman von James Baldwin basiert, startete am 7. März 2019 in deutschen Kinos.

2017 wurde Jenkins bei den 70. Internationalen Filmfestspielen von Cannes als Jurymitglied des Kurzfilmwettbewerbs und der Reihe Cinéfondation ausgewählt.

Mit der im Mai 2021 angelaufenen Serie The Underground Railroad realisierte Jenkins eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Colson Whitehead.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Datei:Barry Jenkins at the 2024 Toronto International Film Festival 3.jpg
Barry Jenkins beim Toronto International Film Festival 2024

Als Regisseur und Drehbuchautor

Als Produzent

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

African American Film Critics Association Award

Black Film Critics Circle Award

Black Reel Award

British Academy Film Award

British Independent Film Award

Chicago Film Critics Association Award

Chlotrudis Award

  • 2017: Auszeichnung als Bester Regisseur (Moonlight)

Critics’ Choice Movie Award

Directors Guild of America Award

Georgetown Independent Film Festival

  • 2003: Auszeichnung mit dem Special Jury Prize (My Josephine)

Golden Globe Award

Gotham Award

Independent Spirit Award

London Critics' Circle Film Award

London Film Festival

  • 2016: Nominierung in der Kategorie Bester Film im Wettbewerb (Moonlight)

Los Angeles Film Critics Association Award

und Greg Evans: Los Angeles Film Critics Name ‘Moonlight’ Best Picture Of The Year. In: deadline.com, 4. Dezember 2016.</ref>

Los Angeles Film Festival

  • 2008: Nominierung für den Filmmaker Award (Medicine for Melancholy)

NAACP Image Award

  • 2017: Auszeichnung in der Kategorie Outstanding Writing in a Motion Picture (Moonlight)
  • 2017: Auszeichnung als Bester Regisseur (Moonlight)<ref>McKenna Aiello: NAACP Image Awards 2017 Winners: The Complete List. In: eonline.com, 12. Februar 2017.</ref>

National Board of Review Award

New York Film Critics Circle Award

Online Film Critics Society Award

  • 2017: Auszeichnung als Bester Regisseur (Moonlight)
  • 2017: Nominierung für das Beste adaptierte Drehbuch (Moonlight)<ref>2016 Awards. In: ofcs.org. Abgerufen am 4. Januar 2017.</ref>
  • 2019: Auszeichnung für das Beste adaptierte Drehbuch (If Beale Street Could Talk)

Oscar

Toronto International Film Festival

  • 2016: Nominierung für den Platform Prize (Moonlight)

USC Scripter Award

Washington DC Area Film Critics Association Award

  • 2016: Nominierung als Bester Regisseur (Moonlight)
  • 2016: Nominierung für das Beste Originaldrehbuch (Moonlight)<ref>The 2016 WAFCA Awards. In: dcfilmcritics.com. Abgerufen am 7. Dezember 2016.</ref>

Writers Guild of America Award

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Barry Jenkins – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references responsive />

Vorlage:Hinweisbaustein