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Bartgras

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Bartgras
Datei:Bothriochloa ischaemum1.JPG

Bartgras

Systematik
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Panicoideae
Gattung: Bothriochloa
Art: Bartgras
Wissenschaftlicher Name
Bothriochloa ischaemum
(L.) Keng

Das Bartgras (Bothriochloa ischaemum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Keng) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Süßgräser (Poaceae). Es bestehen auch die Bezeichnungen Gemeines oder Gewöhnliches Bartgras. Für die Schweiz ist auch die Bezeichnung Hühnerfuss belegt.<ref name="Pritzel-Jessen1882" /> Als Synonym des wissenschaftlichen Namens besteht auch die Bezeichnung Andropogon ischaemum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. bzw. Dichanthium ischaemum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Roberty.

Beschreibung[Bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die ausdauernde Pflanze erreicht Höhen zwischen 15 und 60 (bis 100) Zentimetern.<ref name="Conert1979" /> Sie ist ein Hemikryptophyt. Die Stängel sind meist gekniet-aufsteigend, sind glatt und kahl und tragen 4 bis 12 Knoten.<ref name="Conert1979" /> Die Blätter des Bartgrases sind graugrün, 8 bis 20 Zentimeter lang und 2 bis 4 Millimeter breit<ref name="Conert1979" />, die Blatthäutchen sind als Haare ausgebildet.

Datei:Bothriochloa ischaemum sl17.jpg
Habitus
Datei:Bothriochloa ischaemum sl15.jpg
Vegetative Teile des Bartgrases

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütezeit ist Juli bis Oktober. Der Blütenstand besteht aus (2-) 3 bis 6 (bis 10) ährenförmigen Blütentrauben. Sie sind hellviolett gefärbt. Die Trauben sind fast fingerförmig angeordnet, jede ist 3 bis 8 Zentimeter lang und steil aufrecht gerichtet.<ref name="Conert1979" /> Die Traubenachse ist zwischen den Ährchenpaaren dicht mit 2 bis 3 Millimeter langen Haaren besetzt. Diese Achse zerfällt zur Reifezeit.<ref name="Conert1979" /> Die Ährchen sind in Paaren angeordnet; das eine ist sitzend und begrannt, das andere gestielt und unbegrannt. Die Ährchen sind 3,5-4,5 mm lang, schmal elliptisch, aber zugespitzt. Die Granne des sitzenden Ährchens ist 8 bis 16 Millimeter lang. Die Hüllspelzen sind fast gleich und 3 bis 4 Millimeter lang.<ref name="Conert1979" /> Die Deckspelze des unteren, männlichen oder sterilen Blütchens ist 3 bis 3,5 Millimeter lang, durchsichtig und an den Rändern kurz behaart.<ref name="Conert1979" /> Die Deckspelze des oberen, zwittrigen Blütchens ist etwa 1,5 Millimeter lang, 0,5 Millimeter breit und läuft in die lange gedrehte Granne aus.<ref name="Conert1979" /> Auch das gestielte Ährchen ist zweiblütig. Seine Hüllspelzen sind denen des sitzenden Ährchens ähnlich. Das untere Blütchen ist männlich; seine Staubbeutel sind 1,5 bis 2 Millimeter lang oder wie das obere verkümmert und steril.<ref name="Conert1979" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie[Bearbeiten]

Das Bartgras entfaltet sich erst im Sommer und Herbst.

Vorkommen[Bearbeiten]

Das Bartgras kommt in den gemäßigten Zonen Eurasiens und in Nordwestafrika vor. In Amerika ist es ein Neophyt.<ref name="WCSP" /> Es wächst auf sommerwarmen, aber nicht zu trockenen, mageren, basenreichen, meist kalkhaltigen, neutralen bis milden, humosen, lockeren, flachgründigen Steinböden oder tiefgründigen Sand- oder Lössböden. Es gedeiht in Mitteleuropa in Gesellschaften der Klasse Festuco-Brometea, oft etwa im Xerobrometum.<ref name="Oberdorfer2001" /> Es steigt in den Alpen oberhalb Tartsch bis 1350 Meter im Kanton Wallis bei Törbel bis 1400 Meter Meereshöhe auf. Im Kaukasus werden Höhen von 1830 Meter, in Turkestan 2650 Meter und in Tibet sogar 4000 Meter erreicht.<ref name="Conert1979" /> Dagegen steigt die Art in Bayern nur bis 500 Meter auf.<ref name="Conert1979" />

In Deutschland ist das Bartgras im Süden nur vereinzelt vertreten. Die Nordgrenze der Verbreitung in Deutschland verläuft vom Raum Bonn nach Sachsen-Anhalt mit den Gebieten um Halberstadt, Staßfurt und Halle (Saale). In Sachsen kommt es im Bereich von Dresden, Meißen und Bautzen vor. In gebirgigen Gebieten der Region fehlt es. Conert vermutet, dass dieses Fehlen mit lokalklimatischen Ansprüchen der Art und eventuell besonders zeitweiser Luftfeuchtigkeit zusammenhängt, was noch genauerer Untersuchung bedarf.<ref name="Conert1979" />

In Österreich tritt das Bartgras im pannonischen Gebiet zerstreut, sonst nur selten in der collinen bis submontanen Höhenstufe auf. Die Vorkommen erstrecken sich auf alle Bundesländer außer Salzburg, in Vorarlberg ist es ausgestorben. Das Bartgras gilt im westlichen Alpengebiet Österreichs sowie im nördlichen Alpenvorland als gefährdet.<ref name="Fischadler2008" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1+ (trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Verwendung[Bearbeiten]

Aus den Wurzeln (als italienische Reiswurzeln bekannt) werden Borsten für Bürsten hergestellt.<ref>Der Grosse Brockhaus. Band 1, 1952, S. 636.</ref> In der Heilkunde wurde das Bartgras als Ersatz für Kamelgras verwendet und wie dieses lateinisch als Juncus odoratus bezeichnet.<ref>Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 145.</ref>

Bilder[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • W.D. Clayton: Dichanthium Willemet. In: Thomas Gaskell Tutin u. a.: Flora Europaea. Band 5, Seite 266. Cambridge University Press, 1980, ISBN 0-521-20108-X.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Pritzel-Jessen1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 27, online. </ref> <ref name="Fischadler2008"> </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 267. </ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="InfoFlora"> Bothriochloa ischaemum (L.) Keng In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Conert1979">Hans Joachim Conert: Familie Poaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band I, Teil 3, Seite 15-18. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1979. ISBN 3-489-52020-3.</ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Bartgras – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Bartgras – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen