Beat Wyss
Beat Wyss (* 29. Oktober 1947 in Basel<ref name="ham">Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften im Spiegel ihrer Antrittsreden 1944–2008. Winter, Heidelberg 2009, S. 47.</ref>) ist ein Schweizer Kunsthistoriker und emeritierter Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG Karlsruhe).
Leben[Bearbeiten]
Beat Wyss studierte Kunstgeschichte, Philosophie und deutsche Literatur in Zürich. Er war von 1980 bis 1983 Stipendiat des Schweizerischen Nationalfonds an der Freien Universität Berlin und am Istituto Svizzero di Roma. Von 1986 bis 1989 war er als Lektor beim Artemis Verlag (Zürich und München) tätig sowie als Lehrbeauftragter für Architektur- und Kulturgeschichte an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH).
Nach einer Vertretungsprofessur an der Universität Bonn und einem Aufenthalt als Visiting Scholar am Getty Center in Santa Monica wurde Wyss 1991 als Professor für Kunstgeschichte an das Kunstgeschichtliche Institut der Ruhr-Universität Bochum berufen. Auf eine Gastprofessur an der Cornell University, Ithaca, N.Y. (1996) folgte ein Ruf an die Universität Stuttgart, wo er bis 2003 das Institut für Kunstgeschichte leitete. Von 2003 an war er Professor für Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, wo er bis 2009 zudem als Sprecher des Graduiertenkollegs „Bild – Körper – Medium. Eine anthropologische Perspektive“ fungierte.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Bildwissenschaften und Bildanthropologie(n) – Eine Bilanz im Rückblick nach vorn ( vom 3. Oktober 2013 im Internet Archive)</ref> Von 2008 bis 2011 war er Professorial Fellow am Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft in Zürich.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.www.sik-isea.ch ( vom 21. März 2012 im Internet Archive)</ref> Von Februar bis Juni 2013 war er Kress Fellow in the Literature of Art am Sterling and Francine Clark Art Institute, Williamstown (Massachusetts).<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Beat Wyss ( vom 13. März 2013 im Internet Archive)</ref> Er ist seit 2001 ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.<ref name="ham" /> Im selben Jahr wurde Wyss mit dem Kunst- und Kulturpreis der Stadt Luzern ausgezeichnet.
Rezeption[Bearbeiten]
Wyss gilt als Kritiker des kommerzialisierten Kunstbetriebs. Andreas Dorschel wandte ein, Wyss’ Kritik dieses Betriebs folge dessen Muster; sein Begriff der "Sinnschöpfung"<ref>Beat Wyss, Die Wiederkehr des Neuen. Philo & Philo Fine Arts, Hamburg 2007 (= Fundus-Bücher 163), passim.</ref> sei nach dem ökonomischen Vorbild der "Wertschöpfung" gebildet.<ref>Andreas Dorschel, 'Sinnschöpfung. Der Kunst- und Medientheoretiker Beat Wyss über das kulturelle Erbe.' In: Süddeutsche Zeitung Nr. 90 (19. April 2007), S. 14.</ref>
Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]
- Trauer der Vollendung. Von der Ästhetik des Deutschen Idealismus zur Kulturkritik an der Moderne. Matthes & Seitz, München 1985 (= Debatte 14), ISBN 3-88221-357-4.
- Neuausgabe als: Trauer der Vollendung. Zur Geburt der Kulturkritik. DuMont, Köln 1997, ISBN 3-7701-4271-3.
- Der Wille zur Kunst. Zur ästhetischen Mentalität der Moderne. DuMont, Köln 1996, ISBN 3-7701-3769-8.
- Die Welt als T-Shirt. Zur Ästhetik und Geschichte der Medien. DuMont, Köln 1997, ISBN 3-7701-4020-6.
- Vom Bild zum Kunstsystem. 2 Bände. König, Köln 2006 (= Kunstwissenschaftliche Bibliothek 32), ISBN 3-86560-030-1.
- Die Wiederkehr des Neuen. Philo & Philo Fine Arts, Hamburg 2007 (= Fundus-Bücher 163), ISBN 978-3-86572-533-2.
- Nach den großen Erzählungen. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2009 (= edition suhrkamp 2549), ISBN 978-3-518-12549-6.
- Bilder von der Globalisierung. Die Weltausstellung von Paris 1889. Insel, Berlin 2010 ISBN 978-3-458-17485-1.
- Renaissance als Kulturtechnik. Philo Fine Arts, Hamburg 2013 (= Fundus-Bücher 204), ISBN 978-3-86572-689-6.
- Das Genie des Abendlands. Zur Weltgeschichte der Bürgerlichkeit. 2 Bände. König, Köln 2026, ISBN 978-3-7533-0497-7.
Literatur[Bearbeiten]
- Jürgen Stöhr: Auch Theorien haben ihre Schicksale: Max Imdahl – Paul de Man – Beat Wyss. Eine Einfühlung in die Kunstgeschichtsschreibung der Moderne. transcript, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-8376-1403-9.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wyss, Beat |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 29. Oktober 1947 |
| GEBURTSORT | Basel |
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