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Benedikt Baur

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Datei:Benedikt Baur.jpg
Erzabt Benedikt Baur OSB (um 1960)

Benedikt Baur OSB (* 9. Dezember 1877 in Mengen als Karl Borromäus Baur; † 10. November 1963 in Beuron) war ein deutscher Benediktiner und Theologieprofessor. Er war 5. Erzabt der Erzabtei Beuron.

Leben[Bearbeiten]

Karl Borromäus Baur trat 1897 in die Benediktiner-Erzabtei St. Martin zu Beuron ein, wo er von Erzabt Placidus Wolter den Ordensnamen des Ordensgründers Benedikt erhielt und am 5. Oktober 1898 dort die einfache Profess ablegte. Anschließend absolvierte er das Studium der Philosophie und der Theologie in Maria Laach, Beuron und in S. Anselmo in Rom. Die feierliche Profess legte Frater Benedikt am 5. Oktober 1901 ab, schließlich empfing er am 20. September 1903 Priesterweihe. Im Folgejahr 1904 wurde er in Rom zum Dr. theol. promoviert. In sein Heimatkloster zurückgekehrt, lehrte er dort an der Theologischen Hochschule Beuron von 1905 bis 1912/1913 Dogmatik und Kirchenrecht. Von 1907 bis 1910 war er zugleich auch Klerikerpräfekt. Von 1912 bis 1916 wiederum in der Rom leitete Baur dort als Rektor das Päpstliche Griechische Kolleg. Danach übernahm er die Dozentur für Philosophie in Engelberg in der Schweiz, wonach er 1922 zum Subprior in Beuron ernannt wurde.<ref>Den unberechenbaren Tod täglich vor Augen haben. Necrologium Beuronense 1863–2013. Hrsg. von Theodor Hogg und Jakobus Kaffanke, Beuroner Kunstverlag, Beuron 2013, S. 149 Nr. 262; Beuron. 1863-1963. Festschrift zum hundertjährigen Bestehen der Erzabtei St. Martin. Beuroner Kunstverlag, Beuron 1963, S. 461</ref> Im Jahr 1924 übersiedelte Benedikt Baur nach Salzburg, wo er bis 1931 sowohl als Dozent an der Theologischen Hochschule Salzburg als auch als erster Spiritual des neu gegründeten Kollegs St. Benedikt wirkte.<ref>Korbinian Birnbacher: Bildteil / Obere, Dienste und Kleriker des Kollegs. In: Ders. (Hrsg.): Erinnerung und Vergegenwärtigung. 100 Jahre Kolleg St. Benedikt in Salzburg. EOS Verlag, St. Ottilien 2026, S. 65–122, hier: S. 65 (Foto) und 103; vgl. Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige, Bde. 56-58. Anton Pustet, Salzburg 1938, S. 21</ref> Von 1931 bis 1938 war er Professor für Dogmatik an der römischen Ordenshochschule, dem Päpstlichen Athenaeum Sant’Anselmo<ref name="Lob">Brigitte Lob: Albert Schmitt OSB, Abt in Grüssau und Wimpfen. Böhlau Verlag 2000, S. 316.</ref> 1937 wurde Benedikt Baur erneut zum Subprior in Beuron bestellt und am 18. Januar 1938 durch Papst Pius XI. zum neuen Erabt ernannt.<ref> Beuron, 1863-1963: Festschrift zum hundertjährigen Bestehen der Erzabtei St. Martin, Beuroner Kunstverlag, Beuron 1963, S. 172;</ref> Vom 18. Januar 1938 bis zum 1. Januar 1956 war er fünfter Erzabt von Beuron.<ref name="Lob"/> Nach seiner Installation am 6. Februar des Jahres erteilte ihm Erzbischof Conrad Gröber am 24. Februar 1938 die Abtsweihe.<ref name="Mohr">Hubert Mohr: Katholische Orden und deutscher Imperialismus, Akademie-Verlag 1965, Seite 294; Necrologium Congregationis Benedictinae Beuronensis O.S.B. 1863–2018. Hrsg. im Auftrage des Generalkapitels durch Franziskus Berzdorf OSB, Beuron 2018. EOS, St. Ottilien 2018, S. 54, Nr. 0265.</ref> Seinen äbtlichen Dienst stellte Erzabt Benedikt unter das Leitwort Christi pascimur cruce – Wir leben vom Kreuz Christi (Augustinus).<ref>Franziskus Berzdorf (Hrsg.): Album Heraldicum Beuronense O.S.B., Beuron 2020, S. 25, Nr. 2.5.</ref>

Baur erwarb sich große Verdienste um die Erzabtei Beuron und die Beuroner Kongregation. Er engagierte sich vor allem für die Liturgie und die Handschriftenforschung und war Gründer des Vetus-Latina-Instituts.<ref>Baden-Württemberg, Baden-Württembergische Verlagsanstalt 1963, S. 33</ref> Benedikt Baur galt als Gegner des NS-Regimes.<ref>Bernd Ottnad: „Baden-Württembergische Biographien, Band 4“, W. Kohlhammer 2007, S. 425</ref><ref name="Mohr"/>

Er veröffentlichte zahlreiche Werke und Schriften zu geistlichen Themen, die in mehreren Sprachen erschienen sind. Nach seinem Heimgang am 10. November 1963 wurde der Erzabt in der Krypta der Beuroner Abteikirche beigesetzt.

Schriften[Bearbeiten]

  • Grundriss der Philosophie, 1919, zusammen mit Sigisbert Cavelti (OSB)
  • Ich bin der Weinstock Ihr seid die Rebzweige, Joh. 15.5: Erwägungen zu Füssen des Tabernakels. Kösel, München 1920.
  • Werde Licht! – Liturgische Betrachtungen an den Sonn- und Wochentagen des Kirchenjahres – 1. Teil: Advents- und Weihnachtszeit. Herder, Freiburg im Breisgau 1938.
  • Werde Licht! – Liturgische Betrachtungen an den Sonn- und Wochentagen des Kirchenjahres – III. Teil: Osterfestkreis – Die Nachpfingstzeit. Herder, Freiburg m Breisgau 1937.
  • Werde Licht! – Liturgische Betrachtungen an den Sonn- und Wochentagen des Kirchenjahres – II. Teil – Osterfestkreis. Herder, Freiburg im Breisgau 1940.
  • Still mit Gott: Gedanken für die Stunden der Einkehr. Verlag St. Andreas, Krefeld-Traar 1940.
  • Die häufige Beicht – Belehrungen, Betrachtungen und Gebete für den öfteren Empfang des heiligen Bußsakramentes. Herder, Freiburg im Breisgau 1946.
  • Ave Maria. Gedanken über das Geheimnis der Jungfrau. Beuroner Kunstverlag, Beuron 1954.
  • Kardinal Ildefons Schuster: Ein Lebensbild. St. Gabriel-Verl., Mödling b. Wien 1961.
  • Wie bete ich den Rosenkranz. Beuroner Kunstverlag, Beuron 1963.
  • Kein Maß kennt die Liebe. Das Leben der ehrwürdigen Dienerin Gottes Ulrika Nisch, Kreuzschwester von Hegne. Hrsg. von P. Maternus Eckardt OSB. Provinzhaus, Allensbach-Hegne 7. Aufl. 1985

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

VorgängerAmtNachfolger
Raphael WalzerErzabt von Beuron
1938–1956
Benedikt II. Reetz

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references/>

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