Berfes
Berfes ist eine niederrheinische Bezeichnung für Bergfried, ein zumeist in Fachwerkbauweise errichtetes wehrturmartiges Gebäude.
Bezeichnung[Bearbeiten]
Ein Berfes ist ein mehrstöckiges Gebäude, auf einer rechteckigen Grundfläche, mit massiver Unterkonstruktion. Der Gebäudetyp wurde im Erdgeschossbereich entsprechend massiv ausgelegt, damit dieser eine gewisse Grundsicherheit gegenüber Einbrüchen und feindlichen Angriffen von außen bot. Ein Berfes wurde in der Regel so errichtet, dass dieser von der eigentlichen Hofanlage baulich getrennt auf einer Motte oder künstlichen Aufschüttung angelegt wurde<ref name=":0">Jens Wroblewski, André Wemmers: Theiss-Burgenführer Niederrhein. Hrsg.: Joachim Zeune. Konrad Theiss, Stuttgart 2001, ISBN 3-8062-1612-6, S. 118–119.</ref>. Zusätzlich wurden oft auch noch Wassergräben zur weiteren Absicherung um das Gebäude angelegt. Die bevorzugte bauliche Trennung zwischen Hofanlage und Berfes bestand darin, einen besseren Schutz vor Bränden und Plünderungen zu gewährleisten, da meistens landwirtschaftliche Güter und Wertgegenstände in einem Berfes gelagert wurden, die so besser vor Verlust geschützt werden konnten. Gleichzeitig dienten diese Gebäude aufgrund ihrer Bauform als bäuerlicher Wehrspeicher<ref name=":0" />.
Aus dem Burgenführer Niederrhein können wir entnehmen, dass im Umland von Kempen 15 Berfesse durch wissenschaftliche Untersuchungen nachgewiesen wurden<ref name=":0" />. Diese lagen alle im Bereich von Landwehren, was wiederum neben der Funktion als Speicher und Lager für die erweiterte Funktion der Landverteidigung spricht<ref name=":0" />. Im Rheinland sind zwei dieser Funktionsbauten noch in ihrer originalen Struktur erhalten geblieben. Bei St. Hubert (Kempen) steht auf dem Raveshof ein Berfes, der spätestens zu Beginn des 16. Jahrhunderts entstanden ist<ref name=":0" />. Im LVR-Freilichtmuseum Kommern kann ein Wehrspeicher begutachtet werden, der ursprünglich aus Mönchengladbach-Lürrip stammte und in das 15. Jahrhundert datiert. Die Wehrspeicher trugen regional unterschiedliche Bezeichnungen. Im Raum Kempen/Krefeld trugen die Gebäude die Bezeichnung Berfes, in der Region um Mönchengladbach wiederum wurde die Bezeichnung Spieker (niederdeutscher Ausdruck für Speicher) verwendet<ref name=":0" />.
Im späteren Verlauf der Geschichte wurde der Berfes oftmals zu einem kombinierten Wohn- und Lagergebäude erweitert, da die einstige Schutzfunktion nicht mehr benötigt wurde. Dabei verlor der Berfes in der Regel sein ursprüngliches typisches Aussehen. Als Beispiel für einen solchen veränderten Berfes kann der Gelleshof bei Tönisvorst genannt werden. Trotz der Erweiterungen ist ein Merkmal des ursprünglichen Berfes erhalten geblieben. Das Gebäude ist heute noch getrennt von der restlichen Anlage.
Bauwerke[Bearbeiten]
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
- Raveshof bei St. Hubert (Kempen), Denkmal Nr. 19
- Gelleshof im Kehn, Denkmal Nr. 27
- Wehrspeicher im LVR-Freilichtmuseum in Kommern.
Literatur[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
- „Berfes in Kempen-St. Hubert“ (Sehenswürdigkeit in Kempen)
- „Gelleshof im Kehn“ (Sehenswürdigkeiten in Tönisvorst)
- „LVR-Freilichtmuseum in Kommern“
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />