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Bergsattel

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Alpelsattel in den Allgäuer Alpen, von Osten gesehen, als Beispiel eines Bergsattels.

Ein Bergsattel<ref name="Flaig 77">Walther Flaig: Lechquellengebirge. Alpenvereinsführer. München: Bergverlag Rudolf Rother, 1. Auflage, 1977 - ISBN 3-7633-1230-7, S. 19.</ref> (auch: Einsatellung<ref name="Flaig 77"/>, kurz: Sattel<ref name="Flaig 77"/>) ist der Bereich um den tiefsten Punkt auf der Kammlinie zwischen zwei topographischen Erhebungen. Von einem Bergsattel wird insbesondere dann gesprochen, wenn seine geometrische Ausprägung der einer idealen Sattelfläche nahe kommt. Ein teilsynonymer Begriff ist der des Jochs. Bei einem scharfen Einschnitt in die Kammlinie wird stattdessen häufig von einer Scharte gesprochen. Über einen Bergsattel oder seine nähere Umgebung kann über einen Gebirgspass die Querung des Kamms möglich sein.

Geomorphologie[Bearbeiten]

Datei:Saddleroute3.JPG
Sattel als idealisierte Geländeform: Auf der hyperbolisch gekrümmten Fläche markiert der rote Punkt den Sattelpunkt und die grüne Linie den kürzesten Weg über den Sattel.
Datei:Wildspitze (r., top) with saddle Mittelbergjoch and ski lift in front.jpg
Der Sattel Mittelbergjoch (unterer Rand, links der Mitte) in den Ötztaler Alpen in Österreich. Er wird von Bergsteigern häufig als Pass durch die ihn umgebende Bergkette beim Aufstieg zur Wildspitze (3.768 m, rechte obere Ecke) genutzt.

Der Begriff Bergsattel leitet sich wegen der vergleichbaren Ausformung von Reitsattel ab. In der Sattelfläche verlaufen sowohl die Kammlinie als auch der Talweg durch die Horizontale, das heißt, Kamm- und Tallinie sind lokal U-förmig (letztere kopfstehend). Mathematisch exakt formuliert sind im Sattelpunkt die Flächennormale der Tangentialebene vertikal und die Hauptkrümmungen ungleichen Vorzeichens. Diese Geometrie wurde auch als grundlegendes Landschaftselement in die Allgemeinsprache sowie auch als Reliefelement in die Fachsprache übernommen.<ref name="Louis,Fischer 1979">Vergl. etwa Herbert Louis, Klaus Fischer: Allgemeine Geomorphologie. Band 2 Bilderteil. 4. Auflage. Verlag Walter de Gruyter, 1979, ISBN 978-3-11-007103-0 (Reihe Lehrbuch der allgemeinen Geographie, Erich Obst, ISSN 0458-9815), Bild 125 Transfluenzpaß und Karterrasse in den Radstätter Tauern, Ostalpen. S. 127 f (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.) – Bilder typischer Gletschersättel auch vorher und nachher.</ref>

Der Sattel ist neben der Scharte eine der beiden grundsätzlichen Passformen;<ref name="Louis,Fischer 1979" /> bei letzterer (zur Scharte in der Klinge) ist die Tallinie (umgekehrt) V-förmig, das heißt, es gibt keine ebene Fläche im tiefsten Punkt der Kammlinie (vgl. die Abgrenzung von Rücken und Grat innerhalb des Begriffes Kamm).<ref>Geländeformen. (PDF) alpenverein.at, OeAV Schulungsunterlage, S. 2.</ref> Von „Sattel“ und „Scharte“ spricht man bei der Beschreibung der Oberflächengestalt, das Wort „Pass“ (zu {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) ‚Schritt‘, ‚Bergübergang‘) vermeidet man diesbezüglich insofern, weil nicht jeder Pass wegbar ist und verkehrstechnisch die eigentliche Passhöhe nicht über den tiefsten Punkt laufen muss. Sonst werden Sattel und Scharte manchmal auch als jeweiliger Oberbegriff zueinander verwendet, so spricht man auch im Bezug zu einem Sattel von Schartenhöhe. Auf kleinster Skala betrachtet, haben selbst Scharten außer in extremem Felsgelände einen (geometrisch) ebenen Sattelpunkt, womit man auch Einsattelung als Oberbegriff verwenden kann. Landschaftlich ist ein Sattel allgemein als flacher zu sehen als eine Scharte, mit fließender Abgrenzung je nach regionaler Häufigkeit.<ref name="Lanser 1951">Otto Lanser: Paß-Bezeichnungen in den Alpen. In: Veröffentlichungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum. 31, 1951, Sattel. S. 493 f. Scharte. S. 495 (Vorlage:ZOBODAT, ganzer Artikel S. 493–500, dort S. 1 resp. 3).</ref><ref>Pass, Joch oder Sattel? SRF Wissen, 13. März 2014 (abgerufen am 9. Juni 2015).</ref> Gegenüber der Scharte impliziert „Sattel“ als Wort auch den weitergefassten Begriff der die eigentliche Passhöhe umgebenden Passlandschaft.<ref name="Lanser 1951" />

Sattel und Scharte sind die häufigsten Ausformungen. Ist die Kammlinie V-förmig, spricht man von Einkerbung (vgl. Kerbtal) oder ebenfalls von Scharte (Grat-, Kammeinschartung). Diese Form tritt nur in härterem Fels auf, sonst rundet die Erosion den Sattelpunkt meist zumindest kleinräumig aus. Daneben gibt es zahlreiche Misch- und Sonderformen.

Orographie[Bearbeiten]

Die Kammlinie, auf welcher der Bergsattel liegt, ist per se immer auch eine Wasserscheide.

Namenkunde[Bearbeiten]

Sattel kommt von althochdeutsch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value).<ref name="DWB">Vorlage:Deutsches Wörterbuch</ref> Es ist sicherlich germanischer Herkunft ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) und steht bedeutungsmäßig in Nähe zu {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) ‚Sitz‘, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value).<ref name="DWB" /> Das Wort könnte eine frühe Entlehnung aus einer anderen indogermanischen Sprache sein,<ref name="DWB" /> es findet sich auch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) oder slawisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – als Toponym ebenfalls lebendig. Jedenfalls ist die Bedeutung schon früh auf den Reitsattel eingeschränkt<ref name="DWB" /> und damit verbleibt ihm die übertragene Bedeutung des Gerundet-Sattelförmigen in Abgrenzung zu anderen ähnlichen Formen.

In weitgehend ebenen und mittelgebirgigen Landschaften wird der von einem Pass genommene Geländeeinschnitt im Allgemeinen über den Namensbestandteil -sattel bezeichnet, während im Hochgebirge für fahrbare Pässe selten auch -scharte vorkommt.<ref name="Lanser 1951 2">„Scharte“ für fahrbare Pässe ist selten. Lanser 1951 nennt die Arlscharte und die Sölkscharte.</ref> Eine Unterscheidung in Pässe namens -sattel und -scharte findet sich regional, wo vornehmlich beide Grundformen auftreten und andere Passnamen (wie Pass, Joch, Törl, Gscheid usf.) fehlen.

Beispiele[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />