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Bergsturz von Bondo

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Koordinaten: 46° 18′ 5″ N, 9° 36′ 10″ O; CH1903: 766719 / 130075

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Der Bergsturz von Bondo ereignete sich an der Nordflanke des Piz Cengalo (3369 m ü. M.) in den Bergeller Alpen im Schweizer Kanton Graubünden. Nach vorherigen Felsabbrüchen und Muren in den Jahren 2011 und 2012 kam es am 23. August 2017 zum grössten Bergsturz in Graubünden seit Jahrzehnten und forderte acht Menschenleben.<ref name="srf das-wichtigste" /> Murgänge durch das Val Bondasca erreichten den etwa vier Kilometer entfernten Ort Bondo im Bergell und führten dort zu Evakuierungen und Zerstörungen.

Situation[Bearbeiten]

Für das Dorf Bondo[Bearbeiten]

Das 200-Einwohner-Dorf Bondo, in der politischen Gemeinde Bregaglia, Region Maloja, liegt im Val Bregaglia (der Talung Bergell der oberen Mera oder auch Maira genannt), zwölf Kilometer östlich von Chiavenna unweit der italienischen Grenze auf 823 m ü. M. Hier mündet von Südosten das Seitental Val Bondasca, am südlichen Talschluss erhebt sich nur fünf Kilometer vom Dorf entfernt der Piz Cengalo als Teil der Sciora-Gruppe. Die Bedrohung des Ortes besteht nicht direkt durch Felsstürze aus der Bergflanke, sondern primär durch Geschiebetransport im Bach Bondasca. Dieses Risiko ist mindestens seit den Bergstürzen von 2011 und dem darauf folgenden Murgang von 2012 bekannt, weshalb im Dorf ab 2013 ein Auffangbecken für 50.000 m³ Geschiebe (dank einkalkuliertem Freibord bis 200.000 m³) geplant und gebaut wurde sowie die üblichen Warnanlagen mit Reissleinen und Pegelmessungen installiert wurden.<ref name="engadinerpost 20150721" /><ref name="Bericht2019" /> Ab 2012 erfolgten periodische Radarmessungen der Nordostflanke des Cengalo.<ref name="engadinerpost 20150721" />

Für das Bondasca-Tal[Bearbeiten]

Das kleine Bondasca-Tal (Val Bondasca) fällt auf seinen letzten zwei Kilometern auf Bondo zu steil in das Haupttal ab. Oberhalb dieser Stufe befinden sich kleine Maiensässe oberhalb von Prä/Selvartigh auf um 1150 m ü. M. bei Lera/Laret auf um 1300 m ü. M., diese ohne direkte Zufahrtsmöglichkeiten, dazu kamen zwei Wanderwege ohne weitere Infrastruktur. Das Tal wurde somit extensiv genutzt.<ref name="Bericht2019" /> Oberhalb der nutzbaren Flächen befand sich ein Gletschervorfeld unter den Gletschern Vadrec dal Cengal/Vadrec da la Bondasca. Das Gebiet des Piz Cengalo ist eine Verwerfungszone und war seit jeher bei Bergsteigern als steinschlaggefährdet bekannt.<ref name="Bericht2019" /> Der Berg besteht aus eher jungem Bergeller Granit (Granodiorit),<ref>Vergl. Rudolf Staub: Geologische Beobachtungen am Bergellermassiv. In: Vierteljahrsschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich, 63/1–2 (1918), S. 1–18 (Artikel pdf, auf ngzh.ch).</ref><ref>H.-R. Wenk: Geologische Exkursionen im Bergell. Società Culturale Bregaglia, 2012, insb. Exkursion 5. Val Bondasca, Trubinasca. Der NW Kontakt des Granits. S. 18ff, mit geologischer Detailkarte und Foto Figur 7. Blick von Tombal auf die Granitgipfel im Val Bondasca, S. 13 (Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.pdf (Memento vom 13. März 2013 im Internet Archive), centrogiacometti.ch).</ref> in der steilen Nordflanke des Cengalo hätte der Rückgang des Permafrosts zur Instabilität des darunterliegenden Gesteins geführt.<ref>Die nächste Katastrophe kommt bestimmt: Die Bündner wissen, wie man auch künftig in den Bergen überleben kann, NZZ, 13. Juli 2024</ref>

Datei:ETH-BIB-Val Bregaglia, Blick nach Ostsüdosten auf Val Bondasca-LBS H1-018033.tif
Im rechten Bilddrittel befindet sich der Piz Cengalo. Die Felsmassen stürzten im Dezember 2011 und im August 2017 in den Talkessel des Val Bondasca, in der Bildmitte. Das vom Murgang betroffene Dorf Bondo liegt unten im linken Bilddrittel (Luftaufnahme von 1954)
Datei:Piz Cengalo (vor Bergsturz).png
Nordostflanke des Piz Cengalo 2008 vor dem ersten Bergsturz, Abbruchzone markiert. Erkennbar ist die talwärts geneigte Zerklüftung der Wand.

Bergsturz 2011[Bearbeiten]

Datei:Val Bondasca 02.jpg
Val Bondasca östlich von Laret im Jahr 2008 – im Hintergrund der Piz Cengalo und dessen Abbruchnische etwa in der oberen Bildmitte. Beim Bergsturz im Dezember 2011 wurde der junge Wald in der Bildmitte verschüttet.<ref>Foto der SAC-Sektion Hoher Rohn, auf der Website von geopraevent.ch.</ref>

Im Sommer 2011 nahm die Sturzaktivität in der Nordwand des Piz Cengalo zu. Das Gebiet wurde darum erstmals geologisch beurteilt. Aufgrund dieser Beurteilung wurde der Verbindungsweg «Viale» zwischen den Berghütten Sciora und Sasc-Furä direkt unter dieser Nordwand gesperrt. Nach zwei grossen Felsstürzen am 27. Dezember 2011<ref name="Bericht2019" /> folgte gleichentags der Bergsturz; um etwa 19 Uhr abends stürzten 1,5–2 Millionen Kubikmeter Fels aus der Cengalo-Nordwand.<ref>Millionen Kubikmeter Gestein am Pizzo Cengalo abgegangen: Massiver Felsabbruch im Bergell. NZZ online, 31. Dezember 2011 (begrenzte Vorschau, dazu Verheerender Felsabbruch im Bergell: Wie der Bergsturz am Pizzo Cengalo von 2011 publik wurde. ebd., 26. August 2017; beide abgerufen am 28. August 2017).</ref><ref name="zeit 20140901">Stefan von Bergen: Bergsturz: Es wird eng im Tal. In Die Zeit, Jahrgang 2014, Ausgabe 36, 1. September 2014 (online auf zeit.de).</ref><ref name="tagesanzeiger 20170824">So wurde der Piz Cengalo überwacht / Alarmsystem am Piz Cengalo: Der Stein am Kabel. In: Tages-Anzeiger online, 24. August 2017.</ref> Diese blieben in der hinteren Bondasca liegen. Der Erdbebendienst der ETH Zürich registrierte einen Erdstoss mit einer Magnitude von 2,7.<ref name="zeit 20140901" /> Das Ereignis blieb von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet, obschon es sich bereits hier um einen der grossen Felsstürze der jüngeren Schweizer Geschichte handelte.<ref>Fast unbemerkt: Riesen-Bergsturz im Bergell. Schweizer Fernsehen, 3. Januar 2012, abgerufen am 5. Juli 2014.</ref>

Einige bekannte Kletterrouten am Cengalo wurden zerstört. Der Wanderweg Vial zwischen Sasc-Furä- und Sciorahütte (T4 nach SAC-Skala) wurde verschüttet und war seither wegen hoher Steinschlaggefahr gesperrt, wurde aber nach wie vor auf eigene Gefahr begangen. Ungesperrt blieben die Zustiegswege zu den weiterhin bewarteten Hütten Sasc-Furä und Sciora. Warnungen bei den Hütten, an Wanderwegen und im Dorf wiesen in vier Sprachen auf die Gefahren hin,<ref name="20min 20170825 1">«Sie zogen um 8 Uhr los – ins Gefahrengebiet». 20min.ch, 25. August 2017, abgerufen am 25. August 2017.</ref> und vor „längerem Verweilen“ auf bestimmten Wegabschnitten wurde gewarnt.<ref>Tagesschau SRF, Hauptausgabe, vom 26. August 2017.</ref>

Im Sommer 2012 ereigneten sich dann mehrere Murgänge entlang des Bachs, insbesondere ein grosser am 25. August 2012 nach einem Gewitter,<ref name="engadinerpost 20150721" /><ref name="suedostschweiz 20141012">«Wir wollen keine ‹Chinesische Mauer›.» Südostschweiz (suedostschweiz.ch), 12. Oktober 2014.</ref> der mit etwa 100'000 Kubikmetern Geschiebe<ref name="zeit 20140901" /> kurz vor dem Ort zum Stehen kam. Er blieb ohne grössere Schadwirkung, verwüstete aber den örtlichen Campingplatz.<ref name="zeit 20140901" />

In Folge wurden umfangreichere Verbauungen begonnen und ein Monitoring- und Alarmsystem installiert:<ref name="zeit 20140901" />

  • Am Nordostrand von Bondo, unmittelbar vor der Brücke der Hauptstrasse 3 und der Mündung der Bondasca in die Maira, wurde ein Überlaufbecken für 50'000 Kubikmeter Geschiebe errichtet.<ref name="engadinerpost 20150721" /> Eine gut 500 Meter lange und zwei Meter hohe Betonmauer schützt das Dorf, das sich mit einigen Häusern zu nah in die Gefahrenzone ausgedehnt hatte.<ref name="tagesanzeiger 20170824" /> Das Projekt wurde im August 2013 vom Bergeller Stimmvolk bewilligt,<ref name="engadinerpost 20150721" /> und 2014–2015 umgesetzt.<ref name="suedostschweiz 20141012" /> Durch die harte Verbauung mit Betonmauern konnte das Projekt mit 5,3 Mio. Franken (anstatt 7 Mio. mit einem Erddamm) realisiert werden.<ref name="engadinerpost 20150721" /> Dem Wakkerpreis des Schweizer Heimatschutzes für «gelungene Symbiose von Siedlung und Landschaft», den die Gemeinde Bregaglia 2015 bekam, stand das Projekt, bei dem auch der kantonale Denkmalschutz beigezogen worden war,<ref name="suedostschweiz 20141012" /> nicht im Wege.<ref>Nur zum Trost? Das Bergell erhält den Wakkerpreis des Schweizer Heimatschutzes. Aber nicht alle im Tal mögen sich darüber freuen. Stefan von Bergen in Zeit online, 13. Juli 2015.</ref>
  • Reissleinen über dem Bondasca-Bach, etwa einen Kilometer oberhalb von Bondo, sorgen dafür, dass im Tal die Strassenampeln auf Rot geschaltet werden, und die Verantwortlichen von Gemeinde und Kanton mittels SMS alarmiert werden.<ref>Murgangüberwachung Val Bondasca. Geopraevent AG, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. August 2017; abgerufen am 24. August 2017.</ref><ref name="tagesanzeiger 20170824" /><ref name="engadinerpost 20150721" /> Dieses System erlaubt eine Vorwarnzeit von 4 Minuten, bis die vergleichsweise langsamen Murgänge den Ort erreichen.<ref>Murgang steht bevor: «Für die Evakuierung bleiben 4 Minuten». 20min.ch, 27. August 2017 – Interview mit Martin Keiser, Amt für Wald und Naturgefahren.</ref> Zusätzlich liefern Kameras und ein Pegelstandradar Daten zur Wasserführung, um die Murgefahr zu beurteilen.<ref name="tagesanzeiger 20170824" />

Die spezielleren Ursachen des Bergsturzes 2011 blieben aber ungeklärt. Das Ereignis im Hochwinter könnte durch ausfrierendes Kluft­wasser verursacht worden sein.<ref name="zeit 20140901" /> Das Gewitter 2012, das die grosse Mure verursachte, war nicht besonders intensiv.<ref name="zeit 20140901" /> In den folgenden Jahren gab es weitere kleine Nachstürze, auch ohne Frosteinwirkungen.<ref name="engadinerpost 20150721" /><ref name="zeit 20140901" /> Insgesamt wurde um 2015 von weiteren 3,3 Mio. Kubikmetern instabilem Material am Pizzo Cengalo und einem kommenden Grosssturz von 2 Mio. Kubikmetern ausgegangen.<ref name="engadinerpost 20150721" /> Bis 2017 wurde im Rahmen der Messung eine Verschiebung der Bergflanke bis zu 10 cm festgestellt.<ref>Die Flanke verschob sich pro Jahr um 10 Zentimeter – so kam es zum Bergsturz in Bondo. Sarah Serafini, Camille Kündig in watson.ch, 24. August 2017.</ref> 2015 waren die Bauten zu 70 Prozent erstellt.<ref name="engadinerpost 20150721" />

Ereignisse 2017[Bearbeiten]

Nachdem Geologen Ende Juli 2017, bei den letzten Messungen vor dem Ereignis,<ref>Bondo: Suche nach vermissten Wanderern in der Schweiz. Gian Ehrenzeller in baden online, bo.de, 25. August 2017.</ref> stark erhöhte Felsbewegungen mit etlichen kleineren Felsabgängen festgestellt hatten,<ref name="suedostschweiz 20170814">Der Piz Cengalo ist in Bewegung. südostschweiz (suedostschweiz.ch), Kurzmeldung, 14. August 2017.</ref> wurden die Warnungen am 14. August ergänzt um die Mitteilung, dass sich ein weiterer Bergsturz ankündige: Mit dem Niedergang sei in den kommenden Wochen und Monaten zu rechnen.<ref>Diese Warnung am Piz Cengalo wurde nicht beachtet. In: Tages-Anzeiger, 25. August 2017</ref> Ebenso wurde ein Betretungsverbot für die Maiensässe in der Bondasca verhängt.<ref name="blickamabend 20170823">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Heftiger Bergsturz in Graubünden: Keine Entwarnung in Bondo GR. (Memento vom 24. August 2017 im Internet Archive) Andrea Cattani in blickamabend.ch, 23. August 2017 – mit Abbildung des Seismogramm-Nachweis des Sturzes um 07:30:30–07:31:30 UTC.</ref> Gleichwohl sahen die Experten zu diesem Zeitpunkt noch keinen Grund zur Beunruhigung und glaubten eher, die instabile Flanke würde in kleineren Teilen abgehen.<ref name="suedostschweiz 20170814" />

Am 21. August löste sich auf der Rückseite des Pfeilers, also aus der Nordwestflanke, ein Felssturz. Dieser wurde nicht als Vorbote für einen Bergsturz aus der Nordostflanke interpretiert, sondern es wurde davon ausgegangen, dass auch auf der Nordostflanke einem Bergsturz solche Felsstürze vorausgehen würden.<ref name="Bericht2019">Bergsturz Cengalo und Murgänge Bondo: Erfahrungen der kantonalen Fachstelle, WSL Berichte, Forum für Wissen 2019: 53–66</ref>

Ereignis vom 23. August 2017[Bearbeiten]

Datei:Bondo Aug 2017.webm
Video: Der Schuttstrom zerstört am 23. August 2017 Häuser

Am Mittwoch, dem 23. August 2017, 09:30 Uhr MESZ,<ref name="blickamabend 20170823" /> kam es zu einem noch grösseren Bergsturz als 2011, mit einem Abbruch von 3 Millionen Kubikmetern Gestein und einer Geschwindigkeit von 250 Kilometern pro Stunde.<ref>SRF Tagesschau vom 26. August 2017</ref> Bei diesem Ereignis wurde auch Grundwasser aus dem Talboden mitgenommen,<ref>«Es wird Tausende Stellen geben, wo sich der Fels bewegt». Tages-Anzeiger, 4. Juni 2025, S. 12.</ref> respektive aus mit Wasser gesättigtem Moränenmaterial.<ref>Satelliten helfen beim Sichern der Berggebiete, SRF, 15. August 2022</ref> Unmittelbar nach dem Stillstand des Bergsturzmaterials kam es zu einem Murgang entlang der Bondasca.<ref name="Bericht2019" />

Das automatische Überwachungssystem löste erstmals seit der Installation aus,<ref>Bondo wegen Bergsturz evakuiert – keine Durchfahrt durch das Bergell. In: Neue Zürcher Zeitung online, 23. August 2017.</ref> daraufhin wurde das Dorf mit 200 Einwohnern vollständig evakuiert.<ref name="swissinfo 20170826">Beeindruckende Naturgewalt: Bergsturz in Bondo – Ganzes Dorf evakuiert / «Man hat jetzt entschieden, die Suche aufzugeben». swissinfo.ch, 26. August 2017.</ref>

Die Mure fuhr nach der engen Schlucht zwischen Prä und Bondo mit enormen Geröllmassen auf bis zu 100 Meter Breite durch die Weitung der Bondasca zwischen Bondo und Promontogno,<ref name="srf 20170825">Bergsturz im Bergell: «Überlebenschancen der Vermissten sind gering». SRF online, 25. August 2017 – mit einer Karte des Murgangs.</ref> blieb aber durch ein nach dem Bergsturz von 2011 im Flusstal gebautes Auffangbecken im Dorf selber ohne gravierendere Folgen.<ref>Seit Mitte August wurden Wanderer mit Tafeln vor Bergsturz gewarnt. In: NZZ online, 25. August 2017.</ref> Insgesamt wurden zwölf Ställe und Maiensässe in der Val Bondasca und vier Gebäude in Bondo zerstört oder beschädigt.<ref name="srf das-wichtigste" /> Die Betonbrücke der Hauptstrasse 3 – der Talstrasse des Bündner Südtals, die zwischen Stampa und Castasegna gesperrt worden war<ref name="20min 20170823">Maloja-Route wegen Bergsturz gesperrt. 20min.ch, 23. August 2017.</ref> – über den Bach wurde von Geröll und Schlamm überlagert und verschoben.<ref name="nzz 20170825" />

Die verbliebenen Personen in den Hütten Sciora und Sasc Furä wurden noch am Tag des Ereignisses per Hubschrauber ausgeflogen.<ref name="20min 20170823" /> Die Bewohner des alten Dorfkerns konnten bereits am folgenden Freitag, dem 25. August, in ihre Häuser zurückkehren.<ref name="srf 20170825" />

Datei:2017er-Bergsturz von Bondo Gedenkstein 2025a.jpg
Gedenkstein auf dem Friedhof von Bondo für die acht vermissten Bergsteiger

Nach dem grossen Bergsturz wurden acht Berggänger vermisst, die in Zweiergruppen unterwegs waren und aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stammten.<ref>Bergsturz in Bondo GR – acht Personen vermisst. In: Tages-Anzeiger. 24. August 2017, abgerufen am 24. August 2017.</ref> Alle acht hatten in der Sciorahütte übernachtet; zwei von ihnen wollten auf der seit 2011 dauerhaft aus dem Wegnetz entfernten Route<ref name="seit2011" /> zur Sasc-Furä-Hütte aufsteigen, die sechs anderen nach Bondo absteigen.<ref name="20min 20170825 1" /> Die Zahl der Vermissten betrug zeitweise 14 Menschen; eine anfänglich vermisst geglaubte Gruppe von sechs Wanderern wurde später in Italien ausfindig gemacht. Die Suche im Raum der Massenbewegungen wurde nach dem zweiten Murgang endgültig eingestellt.<ref name="srf 20170825" /><ref>Bergsturz in Bondo: Keine Hoffnung mehr für vermisste Wanderer. In: NZZ online, 26. August 2017.</ref> Nach dem Murgang erfolgte ein Einsatz der Schweizer Armee, die subsidiäre Hilfe in den Bereichen Räumung, Geologische Überwachung, Kommunikation und Wegweisung Unbefugter leistete.<ref>Langsam kehrt in Bondo Normalität ein, Schweizer Armee, 9. November 2017</ref>

Die Wasserfassung der EWZ bei Prä, vor der letzten Schlucht vor Bondo auf zirka 1080 Meter über Meer, wurde vom Murgang überfahren und blieb bis 2022 unter dem Schutt funktionslos. Es handelt sich um ein kleineres Kraftwerk mit einer durchschnittlichen Jahresproduktion von zirka 18 GWh, dessen Wasserfassung nach den Ereignissen nach einer Planauflage im 2022<ref>Öffentliche Auflage: Projektgenehmigungsgesuch für die Wiederinstandstellung der Fassungsanlage Prä des Wasserkraftwerks Bondo, Gemeinde Bregaglia, Kantonsamtsblatt des Kantons Graubünden, 24. November 2022</ref> ab 2023 neu erstellt wurde.<ref>Stillgelegtes EWZ-Kraftwerk in Bondo soll wieder Strom produzieren, Baublatt, 4. Juli 2023</ref> Dazu war es notwendig, unter Marlun eine neue Brücke für die Zufahrtsstrasse zu erstellen, welche die Bondasca direkter und damit höher über dem Wasser quert als die alte, durch den Murgang beschädigte und danach abgerissene Steinbrücke.<ref>Un ponte per la Val Bondasca, RSI, 29. Juni 2020</ref><ref>Bondo, il Punt Marlun è realtà. RSI, 21. Juni 2020</ref> Nach dem Ausbaggern des alten Standortes ab 2022 wurde dort eine neue Wasserfassung als Tirolerwehr erstellt und das Kraftwerk im Mai 2025 wieder in Betrieb genommen. Dazwischen hatte im August 2023 eine weitere Mure diese Baustelle erreicht.<ref>EWZ: Wasserkraftwerk Bondo produziert wieder Strom – acht Jahre nach dem grossen Bergsturz, ee-news.ch, 26. Mai 2025</ref>

Während der Bergsturz von den Geologen in einer Computersimulation sehr genau vorausberechnet wurde, war man vom unmittelbar einsetzenden Murgang überrascht worden, denn es gab zur fraglichen Zeit keinen Niederschlag. Zum aussergewöhnlichen Ereignis geführt hat vielmehr der Sturz der abgebrochenen Gesteinsmassen auf den unterhalb liegenden kleinen Gletscher. In Sekundenschnelle ist dadurch viel Eis abgetragen, pulverisiert und zum Teil geschmolzen worden. Das frei gewordene Wasser hat die abgestürzten Trümmer weiter in Bewegung gehalten und den gewaltigen Schuttstrom geformt, der sich durch das Val Bondasca bis in den Talboden bei Bondo ergoss.<ref>Pizzo Cengalo und Val Bondasca kommen nicht zur Ruhe In: Medienmitteilung Kanton Graubünden, 15. Dezember 2017.</ref><ref>Walter, F., Amann, F., Kos, A., Kenner, R., Phillips, M., de Preux, A., … Bonanomi, Y. (2020): Direct observations of a three million cubic meter rock-slope collapse with almost immediate initiation of ensuing debris flows. Geomorphology, 351, 106933 (11 pp.). doi:10.1016/j.geomorph.2019.106933</ref> Beim Abgang der Masse wurde auch Grundwasser aus dem Talboden mitgenommen.<ref>«Es wird Tausende Stellen geben, wo sich der Fels bewegt», Tages-Anzeiger, 4. Juni 2025, S. 12</ref>

Ereignis vom 25. August 2017[Bearbeiten]

Am Nachmittag des 25. August kam es zu einem weiteren Felsabbruch und erneuter Murenbewegung. Hierbei wurden zwei Bagger im untersten Bereich beim Dorf verschüttet. Gerade zurückgekehrte Bewohner wurden umgehend wieder evakuiert.<ref name="20min 20170825 2">«Die Überlebenschancen sind nicht mehr hoch». 20min.ch, 25. August 2017, abgerufen am 25. August 2017.</ref><ref name="swissinfo 20170826" /><ref>Bergsturz im Bergell – Erneuter Murgang bei Bondo – Firmengelände überflutet. SRF 4 News 18 Uhr; srf/sda/morr; hesa, 25. August 2017, abgerufen am 25. August 2017.</ref><ref name="nzz 20170825">Felssturz im Bergell: Erneut Schlammlawine in Bondo. Andreas Doepfner in NZZ online, 25. August 2017.</ref> Am folgenden Tag wurde auch die Rückkehr in ein risikoreicheres Gebiet erlaubt.<ref name="20min 20170825 2" />

Die Beseitigung des Geschiebematerials im Ort wurde unter Einsatz von schwerem Gerät eines spezialisierten Zürcher Bauunternehmens in Angriff genommen.<ref>Zürcher Firma in Bondo GR: «Es ist ein schönes Gefühl, helfen zu können». 20min.ch, 27. August 2017.</ref> Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich wurde gebeten, zusätzliches Wasser aus dem Kraftwerkssystem in das Flussbett der Maira zu geben, um Geschiebe abzutransportieren und sich eine Rinne bilden lassen.<ref>EWZ-Kraftwerk in Bondo ist lahmgelegt, NZZ, 30. August 2017</ref>

Seit den Ereignissen wurden der Abbruchbereich mittels Laserscan neu vermessen und mögliche weitere Bewegungen per Radar überwacht. Fünfhunderttausend bis eine Million Kubikmeter Fels galten noch als absturzgefährdet.<ref>Bergsturz im Bergell: «Der Bund intensiviert seine Überwachung». SRF online, 24. August 2017 – Interview mit Hugo Raetzo, Abteilung Gefahrenprävention des Bundesamtes für Umwelt.</ref><ref name="tagesanzeiger 20170824" /><ref>«Mit dem Murgang haben wir nicht gerechnet». SRF online, 26. August 2017.</ref><ref>Bergsturz in Bondo: Geologen nähern sich dem Absturzgebiet am Piz Cengalo. SRF online, 28. August 2017.</ref> Im hinteren Bondascatal stauten sich noch Geröllmassen auf bis zu 40 Metern Mächtigkeit.<ref>Bergsturz in Bondo: «Die Gefahr ist nach wie vor gross». Christian Speicher in: NZZ online, 25. August 2017.</ref>

Ereignis vom 31. August 2017[Bearbeiten]

In der Nacht von 31. August auf 1. September erreichte erneut eine grosse Mure die Bergeller Talsohle bei Bondo. Sie füllte das in den Tagen zuvor teilweise entleerte Auffangbecken, passierte die neue Kantonsstrasse und füllte das Bachbett der Maira. Auch die alte Kantonsstrasse auf der rechten Talseite wurde nun mit Schlamm überdeckt. Die Bewohner und Hotelgäste im dortigen Ortsteil Spino wurden in Sicherheit gebracht.<ref>Alois Feusi: Neuerlicher Murgang: Das Grauen in Bondo nimmt kein Ende. Neue Zürcher Zeitung, 1. September 2017.</ref>

Nach diesen Murgängen war die Brücke bis zu 3 Metern von Schutt überdeckt. Die tägliche Räumleistung belief sich auf 10'000 Kubikmeter Material, so dass mit einem Zeitraum von zwei Monaten gerechnet wurde, um das mit 400'000 Kubikmeter gefüllte Auffangbecken wieder zu leeren. Von insgesamt 200 Helfern waren jeweils ca. 50 vor Ort im Einsatz. Menschen hatten nur zeitweise Zugang zu den evakuierten Ortsteilen Bondo, Spino und Sottoponte. Aus Sicherheitsgründen war die Durchfahrt auf der Kantonsstrasse bei Bondo in der Nacht gesperrt. Bis zum 8. September wurden 2 Millionen Franken Spenden für Bondo gesammelt, und die Gemeinde erhielt rund eine Million Franken an direkten Hilfsgeldern vom Staat.<ref>Bondo befürchtet weitere Murgänge nzz.ch, 6. April 2021.</ref>

Ereignis vom 15. September 2017[Bearbeiten]

Während zweier Stunden am späten Abend brachen vom Piz Cengalo weitere 200'000 bis 500'000 Kubikmeter Gestein ab. Der Abgang war zuvor für den Morgen des 16. September erwartet worden. Ein Murgang blieb bei diesem Ereignis aus. Die Menge des abgegangenen Gesteins war längere Zeit unklar, womit auch über die verbleibende Gefahr keine Aussage gemacht werden konnte.<ref>Das Ausmass des dritten Bergsturzes bei Bondo ist noch unklar, NZZ, 16. September 2017</ref>

Datei:Val Bondasca 06.jpg
Val Bondasca (2023): Schuttkegel mit 6 Jahre alter Vegetation

Evakuierung und Rückkehr[Bearbeiten]

Nach fast zwei Monaten Evakuierung konnte ein grösserer Teil der Bewohner ab Mitte Oktober wieder in ihre Häuser zurückkehren. Gleichzeitig wurde immer noch während 20 Stunden täglich an der Leerung des Rückhaltebeckens gearbeitet.<ref>Die ersten Einwohner kehren nach Bondo zurück, NZZ, 14. Oktober 2017.</ref> Im November lebten die meisten Bewohner wieder im Dorf.<ref>Die Narren von Bondo, NZZ, 15. November 2017</ref> Im Dezember 2017 war von einer Schadenssumme von rund 41 Millionen Franken ausgegangen worden. Bei 99 Gebäuden aller Art waren Schäden entstanden, wovon ein Drittel nicht zu retten war.<ref>Die Murgänge bei Bondo kosten rund 41 Millionen Franken, NZZ, 15. Dezember 2017.</ref>

In Rekordzeit wurde eine Hängebrücke geplant und ausgeführt, dank welcher Bondo und Promotogno für Fussgänger wieder direkt verbunden waren. Ab 26. April 2018 konnte die mit einem Rotlicht zur Sperrung im Notfall versehene Brücke begangen werden.<ref>Notfall-Unwetterhängebrücke nach Unwetter in Bondo (GR), Hängebrücken.com, abgerufen am 12. August 2024.</ref>

Im Juni 2019 wurde ein neuer, aber nicht familientauglicher<ref>SAC-Hütte und Wanderweg öffnen nach zwei Jahren wieder, SRF, 28. Juni 2019</ref> Alpinweg eröffnet, der den Zugang zu der wiedereröffneten Sasc-Furä-Hütte ermöglichte.<ref>SAC-Hütte und Wanderweg öffnen nach zwei Jahren wieder, SRF, 28. Juni 2019.</ref> Der neue Wanderweg umgeht das mittlere Val Bondasca und erreicht die Hütte von oben. 2025 wurden Mittel gesammelt, um wieder einen Weg durch das Bondasca-Tal zu erstellen, wofür eine neue Brücke benötigt wurde.<ref name="Eröffnung">Nach dem massiven Bergsturz kann man wieder zur Sciorahütte wandern – doch die Sorgen bleiben, Tages-Anzeiger, 21. Juli 2025</ref> Im Sommer 2026 stand der neue Weg dank zwei Hängebrücken zur Verfügung.<ref>Nach Bergsturz am Piz Cengalo: Direkter Weg zur Sasc-Furä-Hütte wieder offen, alpin.de, 11. August 2026</ref>

Datei:Zweite Hängebrücke Val Bondasca 2025a.jpg
Zweite von vier Hängebrücken auf dem neuen Aufstiegsweg zur Sciorahütte mit Piz Cengalo (rechts)

Die Sciorahütte blieb derweil bis Juli 2025 geschlossen,<ref name="Eröffnung"/> schon für 2023 war die Fertigstellung eines Ersatzweges erhofft worden, welcher jedoch 2024 immer noch im Bau war mit vier zwischen 35 und 69 Meter langen Hängebrücken hoch an der Nordflanke der Val Bondasca. Der neue Weg erreicht bei Naravedar auf rund 1800 Metern Höhe den Verlauf des alten Hüttenweges.<ref name="seit2011">Wiederherstellung Wanderweg Bondo – Capanna Sciora, abgerufen am 12. August 2024</ref> Bereits im April 2025 lagen Buchungen für die Hütte nach ihrer Wiedereröffnung im Juli 2025 vor.<ref>Due giovani ridanno vita alla capanna Sciora, La Bregaglia, 25. April 2025</ref> Der ebenfalls offiziell seit 2017 geschlossene Übergang zur Capanna da l’Albigna über die Cacciabella wurde vor der Wiedereröffnung der Hütte erneuert.<ref>Internetauftritt der Hütte, abgerufen am 30. Mai 2025.</ref>

Strafuntersuchung[Bearbeiten]

Die Strafuntersuchung zu den Todesfällen wurde im Sommer 2019 von der Staatsanwaltschaft eingestellt, da keine Fahrlässigkeit habe festgestellt werden können. Angehörige klagten bis vor das Bundesgericht, welches Staatsanwaltschaft und Kantonsgericht aufforderte, zu prüfen, ob sie sich auf den Bericht des AWN (Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden) verlassen könnten.<ref>Entscheid des Bundesgerichts – Bergsturz in Bondo muss weiter untersucht werden, SRF, 12. Februar 2021.</ref><ref>Behörden haben Hinweise auf Bergsturz-Katastrophe ignoriert, SRF, 23. April 2021.</ref> Im Februar 2023 wurde publik, dass das Bündner Kantonsgericht den Experten des Gutachtens für befangen erklärte. Damit wurde das Verfahren erneut aufgerollt und ein neuer Gutachter musste gesucht werden.<ref>Bergsturz von Bondo: Gericht hält Gutachter für befangen, SRF, 13. Februar 2023.</ref> Der von der Bündner Staatsanwaltschaft daraufhin neu beauftragte Gutachter schrieb laut Medienberichten im Dezember 2023 unter anderem, der Bergsturz hätte sich «durch zahlreiche Vorboten angekündigt.» «Diese Vorboten mussten nicht zwangsläufig zu einem Bergsturz ‹in den nächsten Tagen› führen, aber eine solche Entwicklung konnte auch nicht ausgeschlossen werden».<ref>Gutachten zu Bondo: Behörden hätten das Tal sperren müssen, SRF, 22. Dezember 2023</ref> Ende Januar 2024 wurde ein neues Verfahren gegen fünf Personen, darunter gegen die ehemalige Gemeindepräsidentin von Bregaglia, Anna Giacometti, wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung eingeleitet<ref>Bondo: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen fünf Personen, SRF, 30. Januar 2024</ref> und im Juli 2024 Anklage erhoben.<ref>Bergsturz in Bondo GR: Staatsanwaltschaft klagt fünf Personen an, SRF, 25. Juli 2024</ref> Der Prozess sollte ursprünglich 2025 vor dem Regionalgericht Maloja in St. Moritz stattfinden,<ref>Prozess zum Bergsturz von Bondo erst 2025. In: schweizerbauer.ch. 8. Oktober 2024, abgerufen am 8. Oktober 2024.</ref> wurde jedoch mehrmals verschoben, weil Beweismaterial zusammengetragen werden musste<ref>Tödlicher Bergsturz in Bondo: Wer war verantwortlich?, SRF News, 24. August 2026, Minute 3:40</ref> und fand schliesslich am 24. August und 25. August 2026 statt. Die Urteilsverkündung erfolgte am 4. September 2026. Alle Angeschuldigten wurden freigesprochen; Anna Giacometti mit der Begründung, dass sie keine Geologin sei. Sie habe sich auf die Einschätzung der Experten stützen müssen. Auch die beigezogenen Experten wurden freigesprochen, diese nach dem Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten». Das Gericht sah keine hinreichend eindeutigen Beweise dafür, dass es in den Wochen vor dem grossen Bergsturz tatsächlich klare Anzeichen für ein absehbares Grossereignis gab.<ref>Bondo-Prozess. Gericht spricht alle fünf Beschuldigten vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung frei. In: Tages-Anzeiger. 5. September 2026, abgerufen am 4. September 2026.</ref> Laut Agenturberichten verzichteten sowohl Opferangehörige als auch die Staatsanwaltschaft auf einen Rekurs.<ref>Opfer-Angehörige: Keine Berufung gegen Freispruch im Bondo-Prozess, Keystone-SDA, via Nau.ch, 12. September 2026</ref>

Datei:Schuttkegel mit Steinmännchen.jpg
Im Val Bondasca mit Steinmännchen auf dem Schutt von 2017

Eine Expertin für Alpinrecht hatte 2024 erklärt, das Gericht müsste feststellen, dass die Verantwortlichen nachweislich gewusst hätten, was ein Bericht nachträglich schlussfolgerte. In den Bergen gelte das Prinzip der Eigenverantwortung, würde man stattdessen «bei jedem Risiko Wanderwege schliess(en)», könnte man nicht mehr in die Berge.<ref>«Wenn man bei jedem Risiko Wanderwege schliesst, können wir nicht mehr in die Berge», Tages-Anzeiger, 27. Juli 2024</ref> Es war allgemein bekannt, dass der Zugang zur Sasc Furä-Hütte durch das eigentlich gesperrte Bondasca-Tal auch in den Folgejahren genutzt wurde.<ref>Piz Badile - Nordkante - Zustieg zur Wand, bergsteigen.com, abgerufen August und Dezember 2024, Archiv-Version vom August 2023</ref> Zudem befanden sich auch oberhalb des dafür üblichen Zugangs Steinmännchen auf dem Schuttkegel und begegnete man Personen.

Felsbewegungen am Cengalo seit 2018[Bearbeiten]

Auch im August 2018 und 2019 bewegte sich der Piz Cengalo.

Im August 2018 bewegte sich in der Abbruchflanke der Fels schubweise um bis zu 2,5 cm pro Tag; weitere 3 Millionen Kubikmeter könnten laut Schätzungen in naher oder ferner Zukunft abstürzen. Im Juli 2018 erfolgte auch eine weitere Suche nach den acht seit 2017 vermissten Berggängern. Die Geröllmassen im Tal der Bondasca wurden mit einer Mächtigkeit von bis 35 Meter angegeben.<ref>Der Berg über Bondo rumort wieder, NZZ, 14. August 2018.</ref>

Am 14. August 2019 ereignete sich erneut ein kleiner Felssturz am Piz Cengalo, richtete jedoch in Bondo keinen Schaden an. Laut Anna Giacometti, der Gemeindepräsidentin von Bregaglia, sollte der Berg bis 2023 permanent überwacht werden, da es noch instabile Gesteinsmassen gab. Mehrere kleine Bergstürze seien besser als ein grosses Ereignis.<ref>Am Piz Cengalo löst sich der Fels, www.suedostschweiz.ch/, 14. August 2019</ref> Schliesslich wurde die permanente Überwachung im Jahr 2025 eingestellt.<ref>Stefano Barbusca: Bergsturz Bondo - Kontinuierliche Überwachung am Piz Cengalo eingestellt, www.srf.ch, 23. Mai 2025</ref>

Verbauungen[Bearbeiten]

Massive und grossflächige Verbauungen längs des Laufes der Bondasca sollen weitere Verwüstungen verhindern. Am 12. September 2025 wurden die insgesamt 52 Millionen Franken teuren Schutzbauten offiziell eingeweiht.<ref>Acht Jahre nach Bergsturz - Bondo weiht Sicherheitsbauten ein: Es kehrt das Leben zurück. In: srf.ch. 13. September 2025, abgerufen am 13. September 2025.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references responsive> <ref name="srf das-wichtigste"> Bergsturz im Bergell: Das Wichtigste zum Unglück bei Bondo. SRF online, zuletzt aktualisiert 25. August 2017, abgerufen am 27. August 2017. </ref> <ref name="engadinerpost 20150721"> Schön und imposant. Aber gefährlich. Wie sich Bondo vor dem Piz Cengalo und Bondasca-Murgängen schützt. Und Schutz durch Wuhren, Betonmauern und Rückhaltebecken. Das Bondasca-Schutzprojekt ist auf der Zielgeraden. Marie-Claire Jur, in Engadiner Post, 122. Jahrgang, 84, 21. Juli 2015, S. 1, 3. Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Repro, PDF (Memento vom 16. August 2016 im Internet Archive) engadinerpost.ch, 21. Juli 2015, abgerufen am 20. August 2017. </ref> </references>