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Ferdinand Bernard Bartmann

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Bartmann & Co.

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Briefkopf Bartmann & Co.png
Rechtsform Kommanditgesellschaft
Gründung 1881
Auflösung 1899
Sitz Norbertstr. 40, Köln
Leitung Ferdinand Bernard Bartmann
Branche Textilhandel, Kommissionsgeschäft

Ferdinand Bernard Bartmann (* 25. Oktober 1854 in Burgsteinfurt; † 12. Januar 1939 in Meran) war ein deutscher Unternehmer.

Leben[Bearbeiten]

Datei:Bartmann Bernard 1904.jpg
Ferdinand Bernard Bartmann

Bernard Bartmann war das erste Kind aus der Ehe des Lohgerbers und Lederhändlers Goswin Bartmann mit seiner dritten Ehefrau Luise, geb. Dallmöller. Sein Vater starb, als er 5 Jahre alt war. 1867–1871 besuchte er das Gymnasium Arnoldinum in Burgsteinfurt und ging mit dem „Einjährigen“ ab. Anschließend absolvierte er eine Lehre als Lohgerber, erwarb sich kaufmännische Grundkenntnisse und verbrachte zwei Jahre in Manchester, wo er die aufstrebende Textilindustrie kennenlernte. 1877 wurde er zum einjährigen Wehrdienst nach Münster eingezogen.

Datei:Köln, Beethovenstraße 13.png
Haus Bartmann, Köln-Neustadt-Süd, Beethovenstraße 13 (1887), im Zweiten Weltkrieg zerstört

1881 heiratete er Franziska Wattendorff, Tochter des Borghorster Textilfabrikanten Joseph Wattendorff, mit der er zwischen 1882 und 1898 eine Tochter und sechs Söhne bekam, darunter Josef Bartmann, Ferdinand Bartmann und Heinrich Bartmann. Er zog mit seiner Frau zunächst nach Aachen und eröffnete dort ein Agentur- und Commissionsgeschäft, das sich mit dem internationalen Handel von Luxusgütern wie dem Export von französischer Seide, englischen Baumwollestoffen und russischem Fischbein in die USA, beschäftigte. 1885 verlegte er den Wohn- und Geschäftssitz nach Köln und dehnte mit seinem 1871 in die USA emigrierten Halbbruder Joseph Bartmann das Unternehmen weiter aus. Es firmierte nunmehr als Bartmann & Co und hatte Niederlassungen in Köln, Antwerpen, Manchester und New York. 1887 ließ er sich in der Kölner Neustadt-Süd, Beethovenstraße 13, Ecke Engelbertstraße, ein repräsentatives dreigeschossiges Wohnhaus im Stil der niederländischen Neorenaissance bauen.

Nachdem das USA-Geschäft durch Erhöhung der Schutzzölle in Folge des durch William McKinley eingeleiteten Tariff Act von 1890<ref>Joanne Reitano: The Tariff Question in the Gilded Age: The Great Debate of 1888, The Pennsylvania State University 1994.</ref> schwieriger geworden war, wandte sich Bartmann der Produktion für den Binnenmarkt zu. 1899 trat er als persönlich haftender Gesellschafter in die Borghorster Warps-Spinnerei, an der seine Schwiegereltern beteiligt waren, ein und zog nach Münster. Er kümmerte sich maßgeblich um den Wiederaufbau der durch einen Großbrand 1907 zerstörten Anlagen der ein Jahr zuvor hinzugekauften ehemaligen Spinnerei und Weberei Rabe, Brader & Co. an der Gantenstraße in Borghorst und baute sie nach modernsten Gesichtspunkten zur neuen Firmenzentrale aus.

1912 erwarb Bartmann in Beeck bei Wegberg, Kreis Erkelenz, die in Konkurs gegangene Firma May-GmbH und gründete daraus zusammen mit seinem Sohn Josef, dem Reichstagsabgeordneten Carl Herold und zwei weiteren Partnern die Baumwollspinnerei Bartmann & Sohn GmbH. 1914 heiratete Bartmanns Tochter Margarethe den promovierten Juristen Dr. Ferdinand Herold, Sohn von Carl Herold. Dieser wurde ca. 1920 Nachfolger seines Schwagers Josef als geschäftsführender Mitgesellschafter des Unternehmens. Ferdinand Herold starb am 31. Oktober 1935 mit nur 53 Jahren nach einer Gallenblasenoperation, so dass Ferdinand Bartmann trotz seiner 7 Kinder keinen Nachfolger hatte. Ab 1938 zog sich der inzwischen 84-Jährige aus dem Unternehmen zurück und starb am 12. Januar 1939 in Meran. Das Unternehmen wurde nach dem Krieg in Feinspinnerei Wegberg GmbH umfirmiert und 1995 liquidiert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Bartmann: Zur Geschichte der Familie Bartmann aus Herbern. Wuppertal 1992
  • Dieter Huge: Kapitel Borghorster Textilgeschichte beendet in: Borghorster Heimatblätter, hg. vom Heimatverein Borghorst e.V., Jg. 2006, Heft 57

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />