Zum Inhalt springen

Bernhard Fiedler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Zeichnung - Bernhard Fiedler - 1867.png
Selbstporträt

Bernhard Fiedler (* 23. November 1816 in Berlin; † 28. März 1904 in Triest, Österreich-Ungarn) war ein deutscher Architektur-, Bildnis-, Landschafts- und Orientmaler.

Leben[Bearbeiten]

Fiedler entstammte einen böhmischen Adelsgeschlecht.<ref>Hermann Julius Hermann: Genealogie und Heraldik bürgerlicher Familien Osterreich-Ungarns. Band 1. Hermann Hermann, Wien 1899, S. 97–98 (Textarchiv – Internet Archive).</ref> Er studierte an der Kunstakademie in Berlin und war unter anderem Schüler des Dekorationsmalers Johann Karl Jakob Gerst und des Marinemalers Wilhelm Krause. Nach Beendigung seines Studiums unternahm Fiedler 1843 eine ausgedehnte Studienreise durch die Alpen bis nach Venedig und Triest. Dort fertigte er im Auftrag des österreichischen Staates Vedutenbilder an und wandte sich auch der Aquarellmalerei zu.

1847 bereiste er während einer zweiten Studienreise Oberitalien und Dalmatien. Dabei schuf er für König Friedrich Wilhelm IV. Gemälde der Schlösser der Grafen Coll’Alto (Collalto) in Friaul an und brachte viele Skizzen und Zeichnungen mit nach Hause, welche dann die Basis seiner Ölbilder bildeten. In Triest wurden ihm durch die Mitglieder des Österreichische Kaiserhauses zahlreiche Aufträge erteilt und Erzherzog Ferdinand Maximilian, der spätere Kaiser von Mexiko versuchte Fiedler dazu zu bringen, sich dort dauerhaft niederzulassen. 1853 reiste er an den Bosporus nach Konstantinopel und fertigte für Sultan Abdülmecid I. einige Stadtansichten an. Anschließend unternahm er im Auftrag des Preußischen Königs bis 1854 eine Reise durch Ägypten, Palästina, einen Teil von Nubien und Syrien. Bereits im Folgejahr begleitete er den Herzog Leopold II. von Brabant auf seiner Reise in dieselben Länder und nach Griechenland und Italien. Seit etwa 1860 hatte sich Fiedler in Triest niedergelassen und wohnte im selben Haus wie die Familie Rieger. Der junge Albert Rieger ließ sich von Fiedlers Malerei inspirieren.<ref>Ferdinand Walther: Unkritische Künstlerportraits – Albert Rieger. In: Die Kunst unserer Zeit. 2. Halbband. Franz Hanfstaengl, München 1893, S. 49–56 (Textarchiv – Internet Archive).</ref> Fiedler hielt sich in den Jahren 1865 bis 1866 zum dritten Mal in Ägypten auf. Nach seinen Reisen veranstaltete er entweder in seinem Atelier oder in örtlichen Galerien Ausstellungen seiner Werke. So entstanden überwiegend Landschafts-, Genre- und Architekturbilder nach seinen Reisestudien und zahlreiche Bleistiftzeichnungen. Er arbeitete zudem als Illustrator für Werke von Georg Ebers. In den Jahren 1839 bis 1880 waren Werke von Fiedler auf deutschen und österreichischen Ausstellungen zu sehen, 1867 war er auch auf der Pariser Weltausstellung vertreten. Er hatte eine Tochter Katharina Fiedler, die Landschaftsmalerin wurde.<ref>Willy Kurth: Fiedler, Bernhard (Bernh. H.). In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 11: Erman–Fiorenzo. E. A. Seemann, Leipzig 1915, S. Vorlage:VonBis (Textarchiv – Internet Archive).</ref> Fiedler war künstlerischer Berater der Königin Charlotte und beim Bau des Schlosses Miramare.<ref>Fiedler Bernhard. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 1, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1957, S. 311.</ref>

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Fiedler wurde zu Mitglied der Akademie in Venedig gewählt und erwarb in Wien mehrere Kunstmedaillen.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Fiedler schuf überwiegend südliche und orientalische Landschaften mit ihren Bauwerken als Bleistiftzeichnungen, als Aquarelle oder als Ölmalerei.

  • 1841: Fischerfamilie
  • 1844: Klosterhof in Venedig
  • 1844: Gegend von Belluno
  • Eingang zur Moschee des Sultans Hassan in Kairo
  • Mehmed Ali Pascha (Zeichnung)
  • 1846: Das Amphitheater in Pola, Istrien (Nationalgalerie, Berlin, zunächst in kaiserlichem Besitz)<ref>Max Jordan: Fiedler, Bernhard. In: Beschreibendes Verzeichniss der Kunstwerke in der Königlichen National-galerie zu Berlin. 4. Auflage. Ernst Siegfried Mittler & sohn, Berlin 1878, S. 90–91 (Textarchiv – Internet Archive).</ref>
  • 1846: Ansicht von Kairo
  • 1849: Blick auf die Therme „Römerbad“ (Rimske Toplice)
  • 1864: Jerusalem, vom Ölberge gesehen
  • 1872: Ansicht von Alt-Cairo und Ghiza am Nil
  • 1872: Motiv bei Triest
  • 1872: Ruinen von Baalbek oder Sonnentempel von Balbek, am Fuss des Antilibanon
  • 1873: Granitbrüche der alten Ägypter in der nubischen Wüste, bei Assuan, am ersten Nilkatarakte oder Agyptische Granitbrüche (Wallraf-Richartz-Museum)<ref>Verzeichnis der Gemälde des städtischen Museums Wallraf-Richartz. Verlagsanstalt, Köln 1905, S. 212 (Textarchiv – Internet Archive).</ref>
  • 1882: Kloster in Bethlehem (Kunsthistorisches Museum, Wien)

Aquarelle

  • 1866: Schloss Miramare
  • 1871: Sultan Hassan-Moschee

Illustrationen

  • Georg Ebers: Aegypten in Bild und Wort: dargestellt von unseren ersten Künstlern. Druck und Verlag von Eduard Hallberger, Stuttgart / Leipzig 1879 (Textarchiv – Internet Archive).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Bernhard Fiedler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein