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Bernhard Kretschmer

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Bernhard Kretschmer (* 1965 in Paderborn) ist ein deutscher Jurist und Professor für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Er war zudem einer der Sonderermittler bei der Aufklärung des Terroranschlags auf dem Breitscheidplatz in Berlin vom 19. Dezember 2016.

Werdegang[Bearbeiten]

Bernhard Kretschmer wurde 1965 in Paderborn geboren. Kretschmer hat Rechtswissenschaft an der Universität Bielefeld studiert und machte 1991 sein Erstes Staatsexamen, 1994 das Zweite Staatsexamen. Im Jahr 2000 promovierte er mit seiner Dissertation „Der Grab- und Leichenfrevel als strafwürdige Missetat“ ebenda.<ref name="jlu">Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis. (PDF) Wintersemester 2015/2016. Justus-Liebig-Universität Gießen, Fachbereich 01, 8. Oktober 2015, S. 19–20, abgerufen am 26. August 2026.</ref>

Kretschmer war anschließend bis 2006 als wissenschaftlicher Mitarbeiter, später wissenschaftlicher Assistent bei Wolfgang Schild in Bielefeld beschäftigt. Zwischen 2007 und 2008 forschte er zum Wirtschaftsstrafrecht an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Danach war er bis 2010 als Lehrkraft an der Ruhr-Universität Bochum und habilitierte an der Universität Bielefeld mit seiner Habilitationsschrift „Globalisierung und Strafrecht. Grundlagen transnationaler Strafbegründung: Recht – Geschichte – Ökonomie – Politik“. Er erhielt die venia legendi für Strafrecht und Strafprozessrecht, insbesondere Europäisches und Internationales Strafrecht, Medizinrecht, Wirtschaftsstrafrecht und Strafrechtsgeschichte.<ref name="jlu" />

2010 bis 2011 war er Vertretungsprofessor an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Zum Sommersemester 2011 wurde Kretschmer Inhaber eines Lehrstuhls für Strafrecht an der Ruhr-Universität Bochum. Anfang 2013 folgte dann der Ruf an die Justus-Liebig-Universität in Gießen, dort ist er Professor für ür Strafrecht und Strafprozessrecht.<ref name="jlu" /> Von 2019 bis 2022 war er dort Dekan des Fachbereichs Rechtswissenschaft.<ref name="fmum">Prof. Dr. Bernhard Kretschmer. Forschungsnetzwerk Migration und Menschenrechte, abgerufen am 26. August 2026.</ref><ref>Annabell Horn, Franziska Kring: Medizinrechtsprofessor über Jura und Ethik. "Was mit dem Menschsein zusammenhängt, berührt mich am meisten". In: Legal Tribune Online. 5. September 2024, abgerufen am 26. August 2026.</ref>

Bernhard Kretschmer war außerdem als Sonderermittler der Landesregierung Nordrhein-Westfalen zur Aufklärung des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt im Jahr 2016 beauftragt worden.<ref name="fmum" /><ref>Gutachten im Fall Amri. Sonderermittler: Keine Versäumnisse bei NRW-Behörden. In: FAZ.net. 27. März 2017, abgerufen am 26. August 2026.</ref> Er untersuchte, ob es in Nordrhein-Westfalen zu Behördenversäumnissen beim Umgang mit dem späteren Täter Anis Amri gekommen ist. Beim 1. Untersuchungsausschuss der 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages sagte er dazu mehrfach als Zeuge aus.<ref>1. Untersuchungsausschuss. Zeuge Bernhard Kretschmer verteidigt Gutachten zu Anis Amri. Deutscher Bundestag, Juni 2018, abgerufen am 26. August 2026.</ref>

Publikationen[Bearbeiten]

Als Autor[Bearbeiten]

  • Der Grab- und Leichenfrevel als strafwürdige Missetat (= Strafrechtswissenschaft und Strafrechtspolitik. Band 11). Nomos, Baden-Baden 2002, ISBN 978-3-7890-7828-6 (836 S.).
  • Schöffin mit Kopftuch. Persona non grata? Lit, Berlin; Münster 2007, ISBN 978-3-8258-0994-2 (61 S.).
  • Notwehr im Showdown. In: JURA – Juristische Ausbildung. Band 34, Nr. 3, 2012, S. 189–195, doi:10.1515/jura-2012-0019.
  • Wissenschaftliche Analyse und Bewertung im Fall Anis Amri. In: Landtag Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Landtags-Drucksache Nordrhein-Westfalen. Nr. 16/4937, 27. März 2017 (105 + 27 S., nrw.de [PDF]).

Als Herausgeber[Bearbeiten]

  • Rechts- als Geisteswissenschaft: Festschrift für Wolfgang Schild zum 60. Geburtstag. Kovač, Hamburg 2007, ISBN 978-3-8300-3217-5 (333 S.).
  • Mit Benno Zabel (Hrsg.): Studien zur Geschichte des Wirtschaftsstrafrechts. Methoden – Analysen – Kritik. Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2018, ISBN 978-3-8452-8427-9 (528 S.).
  • Mit Benno Zabel (Hrsg.): Leidenschaftliches Rechtsdenken. Interdisziplinäre Beiträge zum 70. Geburtstag von Wolfgang Schild. Königshausen & Neumann, Würzburg 2018, ISBN 978-3-8260-6323-7 (235 S.).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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