Bertrand Roth
Bertrand Roth (* 12. Februar 1855 in Degersheim, Kanton St. Gallen; † 24. Januar 1938 in Bern) war ein schweizerischer Komponist und Pianist.
Leben[Bearbeiten]
Der aus dem toggenburgischen Ort Degersheim gebürtige Bertrand Roth übersiedelte 1858 mit seiner Familie nach Plauen, nachdem sein Vater, ein Stickereizeichner, den Auftrag erhalten hatte, dort die erste Stickereifabrik in Deutschland einzurichten. Nach dem Besuch des Gymnasiums, begann er ein Philosophiestudium, bevor er sich der Musik zuwandte und sich am Leipziger Konservatorium einschrieb. 1877 wechselte Bertrand Roth als Schüler von Franz Liszt nach Weimar und begleitete ihn auf zwei Reisen nach Pest und Rom.
1879 trat Bertrand Roth erstmals als Solist beim „Allgemeinen Deutschen Musikfest“ in Wiesbaden auf. 1880 wurde er als Klavierlehrer an das Hoch’sche Konservatorium in Frankfurt am Main berufen. Dort gehörte er zu den Gründern des Raff’schen Konservatoriums und fungierte als dessen Mitdirektor. Roth, der in den folgenden Jahren in vielen Städten Deutschlands, Italiens und immer wieder in der Schweiz konzertierte, ging 1884 als Klaviervirtuose, Pädagoge und Komponist nach Dresden. Am Dresdner „Königlichen Konservatorium“ gab er seit 1885 Klavierunterricht als Spezialfach. Zu den von ihm unterrichteten Schülern, die für ihre Leistungen als Klavierspieler ein „Preiszeugnis“ erhielten, gehörte Georg Pittrich. In Dresden veranstaltete Roth von 1901 bis 1930 im „Musiksalon Bertrand Roth“ rund 300 Sonntagsmatineen mit Werken zeitgenössischer Komponisten. 1903 wurde er zum Königlichen Professor ernannt.
Noch zu Roths Lebzeiten wurde in Plauen die Bertrand-Roth-Straße im Stadtteil Preißelpöhl nach ihm benannt. Im Adreßbuch der Kreisstadt Plauen ist sie erstmals 1927 verzeichnet, im Band von 1925 noch nicht.<ref>Adreßbuch der Kreisstadt Plauen i. V. Band 35, 1927, S. 147, und ebenda Band 34, 1925, S. 138 f. Digitalisate der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, abgerufen am 1. September 2026. Ein Band für 1926 liegt nicht vor.</ref> Der Eintrag nennt Roth einen bedeutenden Musiker in Dresden, der seine Kindheit in Plauen verbracht und dort wiederholt bei großen Konzerten mitgewirkt habe, und führt ihn als Ehrenmitglied des Richard-Wagner-Vereins zu Plauen.<ref>Adreßbuch der Kreisstadt Plauen i. V., Band 35, 1927, S. 147.</ref>
Das kompositorische Werk Bertrand Roths umfasst unter anderem Lieder, Klavier- und Streichmusik.
Der Nachlass von Bertrand Roth wird in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und dem Stadtarchiv Plauen aufbewahrt.<ref>Kalliope | Verbundkatalog für Archiv- und archivähnliche Bestände und nationales Nachweisinstrument für Nachlässe und Autographen. Abgerufen am 13. Mai 2020.</ref><ref>Stadtarchiv Plauen, Nachlass Bertrand Roth.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Walther Killy, Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. Band 8. Saur, München 1996, ISBN 3-598-23163-6, Seite 411.
- Fritz Ruch: Bertrand Roth (1855–1938) ein Liszt-Schüler, der während 45 Jahren in Dresden lebte und wirkte, in: SLUB-Kurier, 12. Jahrgang, Heft 3, 1998, Seite 6, 7.
- Fritz Ruch: Betrand Roth. Das Leben und Wirken eines Liszt-Schülers. PAN, Basel/Kassel 1998, ISBN 978-3- 907073-56-8.
- Fritz Ruch: Bertrand Roth (1855–1938) – ein zu Unrecht vergessener Toggenburger. In: Toggenburger Jahrbuch, Band 2002, S. 209–214 (Digitalisat).
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Bertrand Roth im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Nachlass Bertrand Roth in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
- Vorlage:Helveticat-GND
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Roth, Bertrand |
| KURZBESCHREIBUNG | schweizerischer Komponist und Pianist |
| GEBURTSDATUM | 12. Februar 1855 |
| GEBURTSORT | Degersheim, Kanton St. Gallen |
| STERBEDATUM | 24. Januar 1938 |
| STERBEORT | Bern |