Betechtinit
| Betechtinit | |
|---|---|
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Symbol |
Bkh<ref name="Warr">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> |
| Andere Namen |
Betekhtinit<ref name="Witzke" /> |
| Chemische Formel |
|
| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Sulfide und Sulfosalze |
| System-Nummer nach Strunz (8. Aufl.) Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) Dana |
II/D.04b II/B.02-010 2.BE.05 02.16.08.01 |
| Ähnliche Minerale | Wittichenit |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | orthorhombisch |
| Kristallklasse; Symbol | Vorlage:Kristallklasse<ref name="Webmineral" /> |
| Raumgruppe | Vorlage:Raumgruppe<ref name="StrunzNickel" /> |
| Gitterparameter | a = 14,67 Å; b = 22,80 Å; c = 3,86 Å<ref name="StrunzNickel" /> |
| Formeleinheiten | Z = 2<ref name="StrunzNickel" /> |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | 3 bis 3,5<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Dichte (g/cm3) | gemessen: 5,96 bis 6,05; berechnet: 6,14<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Spaltbarkeit | nach drei Richtungen<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Bruch; Tenazität | muschelig<ref name="Mineralkatalog-Russland" /> |
| Farbe | bräunlichschwarz<ref name="Lapis" /> bis schwarz<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Strichfarbe | schwarz<ref name="Lapis" /> |
| Transparenz | undurchsichtig (opak)<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Glanz | Metallglanz<ref name="Lapis" /> |
Betechtinit (auch Betekhtinit,<ref name="Witzke" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.<ref name="Mineralkatalog-Russland" />) ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ mit der chemischen Zusammensetzung (Cu,Fe)21Pb2S15<ref name="StrunzNickel" /> und damit chemisch gesehen ein Kupfer-Eisen-Blei-Sulfid. Die in den runden Klammern angegebenen Elemente können sich in der Formel jeweils gegenseitig vertreten (Substitution, Diadochie), stehen jedoch immer im selben Mengenverhältnis zu den anderen Bestandteilen des Minerals.
Betechtinit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem und entwickelt meist nadelige Kristalle von bis zu 7 cm Länge<ref name="Dörfler" /> mit einem metallischen Glanz auf den Oberflächen, kommt aber auch in Form unregelmäßiger Massen vor.<ref name="Handbookofmineralogy" /> Das Mineral ist in jeder Form undurchsichtig (opak), von bräunlichschwarzer bis schwarzer Farbe. Angeschliffene Proben sind allerdings eher hell cremefarben parallel zur Längsrichtung bzw. stärker gelblich-cremefarben im rechten Winkel dazu. Die Strichfarbe von Betechtinit ist allerdings immer schwarz.
Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]
Erstmals beschrieben wurde Betechtinit 1955 durch A. Schüller und E. Wohlmann, die das Mineral nach dem sowjetischen Mineralogen Anatoli Georgijewitsch Betechtin (russisch: Анатолий Георгиевич Бетехтин; englisch: Anatolii Georgievich Betekhtin; 1897–1962) benannten. Als Typlokalität gelten der „Wolfschacht“ (Fortschrittschacht I) bei Volkstedt (Eisleben) und der „Vitzthumschacht“ (Ernst-Thälmann-Schacht) bei Hübitz/Siersleben im Mansfelder Becken (Sachsen-Anhalt), da zur Analyse der Mineralzusammensetzung Material aus beiden Fundorten verwendet wurde.<ref name="Witzke" />
Typmaterial des Minerals wird im Mineralmuseum der Humboldt-Universität zu Berlin unter den Sammlungs-Nummern 1998_4621, 1998_4622, 1998_4623 und 1998_4624 aufbewahrt.<ref name="Typmineralkatalog" />
Klassifikation[Bearbeiten]
Bereits in der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Betechtinit zur Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort zur Abteilung der „Komplexe Sulfide (Sulfosalze)“, wo er zusammen mit Berryit, Neyit, Nuffieldit und Wittit im Anhang der „Aikinit-Reihe“ mit der System-Nr. II/D.04b und den Hauptmitgliedern Aikinit, Gladit, Hammarit, Lindströmit und Rézbányit (diskreditiert) eingeordnet war.
Im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. II/B.02-10. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies der Abteilung „Sulfide, Selenide und Telluride mit [dem Stoffmengen]Verhältnis Metall : S,Se,Te > 1 : 1“, wo Betechtinit zusammen mit Bornit, Calvertit und Gortdrumit die Gruppe „Komplexe Kupfer-Eisen-Sulfide“ bildet.<ref name="Lapis" />
Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Betechtinit ebenfalls in die Abteilung der „Metallsulfide, M : S > 1 : 1 (hauptsächlich 2 : 1)“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „mit Blei (Pb), Bismut (Bi)“ zu finden ist, wo es als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 2.BE.05 bildet.
Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Betechtinit in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort in die Abteilung der „Sulfidminerale“ ein. Hier ist er als einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe 02.16.08 innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Seleniden und Telluriden – mit verschiedenen Formeln“ zu finden.
Kristallstruktur[Bearbeiten]
Betechtinit kristallisiert in der orthorhombischen Vorlage:Raumgruppe mit den Gitterparametern a = 14,67 Å; b = 22,80 Å und c = 3,86 Å sowie 2 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />
Bildung und Fundorte[Bearbeiten]
Betechtinit bildet sich durch hydrothermale Vorgänge in Erz-Lagerstätten<ref name="Dörfler" /> oder in kupferhaltigen Schiefern.<ref name="Handbookofmineralogy" /> Als Begleitminerale treten unter anderem Anhydrit, Bornit, Calcit, Chalkosin, Chalkopyrit, Coelestin, Galenit und gediegen Silber auf.
Als seltene Mineralbildung konnte Betechtinit nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden, wobei weltweit bisher rund 50 Fundstätten dokumentiert sind (Stand: 2021).<ref name="MindatAnzahl" /> Neben seinen Typlokalitäten im Mansfelder Becken trat das Mineral in Deutschland noch im Steinbruch am Wingertsberg bei Nieder-Ramstadt und am Steinbruch Emmertsberg bei Waschenbach in der hessischen Gemeinde Mühltal auf.
In Österreich fand sich das Mineral in der Grube „Haagen“ bei Rigaus in der Gemeinde Abtenau und im Erasmus-Stollen bei Schwarzleo (Gemeinde Leogang) in Salzburg und die bisher einzige bekannte Fundstätte in der Schweiz ist die Mürtschenalp im Murgtal im Kanton Glarus.
Bekannt aufgrund außergewöhnlicher Betechtinit-Funde ist Kasachstan, genauer die Kupfergruben in Schesqasghan (Dzhezkazgan), wo reichhaltige Kristallstufen mit bis zu sieben Zentimeter langen Betechtinit-Kristallen gefunden wurden.<ref name="Dörfler" />
Weitere Fundorte liegen unter anderem in Argentinien, Australien, Bulgarien, China, Griechenland, der Demokratischen Republik Kongo, Namibia, Polen, Russland, Schweden, Schottland, Tschechien und den Vereinigten Staaten von Amerika.<ref name="Fundorte" />
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
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Weblinks[Bearbeiten]
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- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Geolitho Stiftung ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar)
- Thomas Witzke: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar)
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Hudson Institute of Mineralogy ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF) ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Dörfler"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Betechtinit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 8. Juli 2021. </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: [Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] (PDF; 1,9 MB) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am 29. Juli 2024 (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. (PDF; 3,6 MB) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024 ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref> <ref name="Lapis"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="MindatAnzahl"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Hudson Institute of Mineralogy ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) </ref> <ref name="Mineralkatalog-Russland"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Каталог Минералов (Mineralienkatalog Russland) ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) </ref> <ref name="StrunzNickel"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Typmineralkatalog"> R. Kurtz: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Universität Hamburg, 8. August 2020 ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) </ref> <ref name="Witzke"> Thomas Witzke: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) </ref> </references>