Big Eyes
| Produktionsland | Vereinigte Staaten |
|---|---|
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2014 |
| Länge | 106 Minuten |
| Altersfreigabe |
</ref>
|
| Stab | |
| Regie | Tim Burton |
| Drehbuch | Scott Alexander Larry Karaszewski |
| Produktion | Scott Alexander Tim Burton Lynette Howell Larry Karaszewski |
| Musik | Danny Elfman |
| Kamera | Bruno Delbonnel |
| Schnitt | JC Bond |
| Besetzung | |
| |

Big Eyes ist ein US-amerikanischer Kinofilm von Tim Burton aus dem Jahr 2014. Nach der Premiere am 15. Dezember 2014 in New York<ref name="Variety" /> kam der Film am 25. Dezember 2014 in die amerikanischen Kinos. Der Film lehnt sich an das wahre Leben der Malerin Margaret Keane und ihres Ehemanns Walter an. Margaret Keane sagte über den Film: Er „trifft mein Leben haargenau, die wesentlichen Dinge sind darin enthalten“.<ref name="monopol" />
Handlung[Bearbeiten]
Die Künstlerin Margaret verlässt 1958 ihren Ehemann und zieht mit ihrer Tochter Jane nach San Francisco. Auf einer Flaniermeile, die ausstellende Künstler säumen, lernt sie Walter Keane kennen, der sich als Maler ausgibt. Nach kurzer Zeit heiraten sie spontan, damit der frühere Ehemann das Sorgerecht an der Tochter nicht weiter in Anspruch nehmen kann. Auf der Leinwand malt Margaret Keane traurig dreinblickende Kinder mit übergroßen dunklen Augen, mit denen Walter, der die Bilder erfolgreich vermarktet, und Margaret in den 1960er Jahren große Berühmtheit erlangen. Dabei gibt sich Walter in Absprache mit Margaret als Urheber der farbintensiven Bilder aus – da er der geniale Medienmanager und Selbstvermarkter ist und sich Frauenmalerei, in den konservativen Jahrzehnten der 1950er und 1960er, nicht gut verkaufen lässt. Insgeheim fühlt sich allerdings Margaret durch diese aufgezwungene Vereinbarung in ihrer Ehre verletzt, als Künstlerin in der Öffentlichkeit nicht für ihre mit Herzblut erschaffenen Bilder stehen zu dürfen. „Die Augen sind das Fenster zur Seele“, erklärt Künstlerin Margaret im Hinblick auf ihren unverwechselbaren Malstil. Nach einer Operation in der Kindheit war Margaret als kleines Mädchen zeitweise taub, weshalb sie, als Ausgleich für den vorübergehenden Gehörverlust, damals lernte, den Menschen durch die Augen in die Seele zu blicken. In dem Jazz-Club Hungry i handelt Walter Keane mit dem Inhaber Enrico Banducci, mit dem er später in einen handfesten Streit gerät und einen großformatigen Bilderrahmen über den Kopf schlägt, einen Deal aus, die expressiven Kinder-Gemälde, die eine Aura der Melancholie umgibt, an den dortigen Wänden ausstellen zu dürfen. Da sich nicht jeder ein teures Original aus der den Massengeschmack treffenden Werk-Reihe Waifs (dt.: Straßenkinder) leisten kann, verkauft das Ehepaar in Walters eigens eröffneter Galerie in hoher Auflage gedruckte Poster der farbenreichen Bilder. Außerdem porträtiert die Malerin Margaret die beiden prominenten Schauspielerinnen Joan Crawford und Natalie Wood, zur Würdigung ihres kinematografischen Lebenswerks. Schon bald kann die Familie Keane in eine luxuriöse Villa mit Swimmingpool ziehen. Margaret malt die Bilder im verschlossenen Atelier und verleugnet sich diesbezüglich der Tochter gegenüber.
Als die Familie Keane gesellschaftlich in die High Society aufsteigt, entwickelt sich Walter Keane im Laufe der Jahre als gerissener Geschäftsmann im Kunsthandel, der mit seinem nach außen gekehrten Charme die ihn umgebenden Menschen um den Finger zu wickeln vermag und zur sozialen Manipulation neigt, zu einem herrschsüchtigen und egozentrischen Unternehmer. Zwischen Margaret und Walter entsteht ein toxisches Abhängigkeitsverhältnis. Für die Weltausstellung 1964 in New York City darf Margaret ein opulentes wandfüllendes Gemälde malen, das sämtliche ethnischen Völker der Erde in Gestalt zahlreicher Kinder abbildet. In der New York Times verreißt der einflussreiche Kunstkritiker John Canaday die unter dem Namen von Walter Keane veröffentlichten Gemälde in einer vernichtenden Rezension mit den abfälligen Worten „schrecklich“, „grotesk“ und „geschmacklose Schmiererei“. Während einer Party rammt deshalb Walter Keane rasend vor Wut dem anwesenden Kunstkritiker John Canaday, der Walters körperlichen Angriff abwehren kann, beinahe eine silberne Essgabel ins rechte Auge. Unter dem tyrannischen Verhalten von Walter, das seinen Höhepunkt darin findet, indem Walter in betrunkenem Zustand mit Streichhölzern und Terpentin das Atelier seiner Ehefrau in Brand setzt, müssen vor allem Margaret und ihre Tochter leiden.
Als die Ehe Mitte der 1960er Jahre in die Brüche geht, zieht Margaret Keane, die sich in einer religiösen Sinnkrise den Zeugen Jehovas anschließt, mit ihrer Tochter nach Hawaii in eine Villa in der Hauptstadt Honolulu und überträgt Walter das vermeintlich alleinige Urheberrecht an den früheren und an 100 späteren Werken. Während eines Interviews mit einem Radio-Sender bricht Margaret ihr Schweigen und lüftet das Geheimnis um ihre Malerei. In einem von ihr angestrengten Gerichtsverfahren wird die wahre Entstehungsgeschichte der kitschigen, aber kommerziell erfolgreichen Kunstwerke geklärt, die nach wie vor ein stattliches Vermögen einbringen. Beide Ehepartner sollen im Gerichtssaal ein „Augen“-Bild malen. Margarets Bild im typischen Stil ist nach knapp einer Stunde fertig. Der betrügerische Walter gibt dagegen vor, an plötzlichen Schmerzen in der rechten Schulter zu leiden, um der öffentlichen Prüfung zu entgehen. In seinem Urteil entscheidet der Richter schließlich zu Margarets Gunsten.
Soundtrack[Bearbeiten]
Das Soundtrack-Album wurde am 23. Dezember 2014 veröffentlicht. Sängerin Lana Del Rey trug die beiden Songs Big Eyes und I Can Fly bei. Danny Elfman schrieb sechs weitere Songs wie zum Beispiel das Outro des Films.
Rezeption[Bearbeiten]
Kritiken[Bearbeiten]
„Tim Burton hat es in ‚Big Eyes‘ mit vielen Motiven und Details zu tun, für die er schon in seinem bisherigen Werk eine Vorliebe hatte: Die Periode der amerikanischen konsumkulturellen Modernisierung, zu der übrigens auch das Tamtam um die Big-Eyes-Bilder selbst zählt, lässt sich in Kalifornien besonders gut nachvollziehen. So ist dieser Film nicht zuletzt ein Fest der Ausstattung (das gemeinsame Haus von Margaret und Walter!), der Kostüme und der zeitgenössischen Moden. Dahinter verbirgt sich aber ein gewichtiges Thema, das allerdings dem komödiantischen Ton zum Opfer fällt, den vor allem Waltz anschlägt.“
„Tim Burtons Biopic über die amerikanische (Kitsch-)Malerin Margaret Keane […] überzeugt mit zwei brillanten Hauptdarstellern und einer mitreißenden Lust an stilisierter Übertreibung. Eine grelle Satire auf die Auswüchse des Massengeschmacks, die nie die Sympathie für ihre Figuren aufgibt.“
Auszeichnungen[Bearbeiten]
- Gewonnen von Amy Adams in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin – Komödie/Musical
- Nominiert in den Kategorien Bester Hauptdarsteller – Komödie/Musical und Bester Filmsong
- Nominiert in der Kategorie Bestes Drehbuch
- Nominiert in zwei Kategorien
- Nominiert in der Kategorie Bestes Lied
Hintergrundwissen[Bearbeiten]
- Zu Beginn des Films führt als auktorialer Erzähler der Reporter Dick Nolan, der für die Tageszeitung San Francisco Examiner schreibt und in der Geschichte auftritt, in die Handlung ein. Außerdem kommentiert Erzähler Dick Nolan aus dem Off sprechend das Geschehen abschnittweise.
- Wenn die Malerin Margaret Keane im Supermarkt einkauft, legt sie eine rot-weiße Dose der amerikanischen Suppenmarke Campbell's Soup in den Einkaufswagen, die ein berühmtes Motiv des Künstlers Andy Warhol ist und als Alltagsgegenstand in die Pop Art einging. Dem Spielfilm Big Eyes ist am Anfang ein Zitat von Andy Warhol in Bezug auf den Maler Keane vorangestellt. Außerdem fällt der Name von Warhol in den Dialogen, etwa im Zusammenhang mit seiner Factory.
- Auf der Couch im Wohnzimmer sitzend, schaut sich Walter Keane im schwarz-weißen Fernsehen eine Episode der TV-Serie Perry Mason an. Anschließend erscheint auf dem Bildschirm das ernste Gesicht des Kunstkritikers John Canaday, der Keanes Gemälden „vollkommene Belanglosigkeit“ vorwirft.
- Während des Gerichtsverfahrens vergleicht Klägerin Margaret ihren sich zwiespältig verhaltenden Ehemann Walter Keane mit Jekyll und Hyde.
- In den filmischen Szenen über die New Yorker Weltausstellung 1964 sieht man das ikonische Bauwerk Unisphere.
Literatur[Bearbeiten]
- Fritz Göttler: Zombies von der Westküste. Tim Burton erzählt in seinem Film „Big Eyes“ die absurde, aber wahre Geschichte von Margaret und Walter Keane. Ein dreister Kunstdiebstahl, der in der Familie blieb. Mit Amy Adams und Christoph Waltz. In: Süddeutsche Zeitung, 28. April 2015, S. 12. Online-Version
Weblinks[Bearbeiten]
- Big Eyes bei IMDb
- Big Eyes bei Rotten Tomatoes (englisch)
- Big Eyes. The Weinstein Company, Februar 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Februar 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references responsive> <ref name="faz_20150423"> Bert Rebhandl: Diese Kunst braucht keine Theorie, sondern Liebe. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 23. April 2015, abgerufen am 26. Januar 2019: „Ein Fest der Ausstattung“ </ref> <ref name="monopol"> »Die Lügen waren ein Albtraum«. Interview mit Margaret Keane. In: Monopol. 17. April 2015, abgerufen am 4. Oktober 2021 (Text der dpa). </ref> <ref name="Variety"> Addie Morfoot: Harvey Weinstein Praises ‘Big Eyes’ Screenwriters-Producers at Film’s Premiere. In: Variety. 16. Dezember 2014, abgerufen am 26. Januar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>
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